Das Kind der GesellschaftS


Eye 2

Aus London verbannte psychopathische Banker flüchten in die Schweiz

Finanzdistrict in London
© BloombergFinanzdistrict in London: Wer hier nicht mehr arbeiten darf, "flieht" ins Ausland.
Londoner Banker erhalten zunehmend Berufsverbote auf Lebenszeit, weil sie Vorschriften zum Markt- Missbrauch gebrochen haben. Mit dieser drastischen Maßnahme versucht die dortige Aufsichtsbehörde, als strengerer Regulierer wahrgenommen zu werden.

Die Anzahl der Banker, die von der Financial Services Authority (FSA) mit einem Berufsverbot belegt wurden, erreichte in den zwölf Monaten bis April 2011 ihren bisherigen Höhepunkt. In dem Zeitraum wurden insgesamt 71 Menschen aus der Banken- und Hypothekenbranche verbannt. Zum Vergleich: 2003 hatten lediglich vier Personen ein Berufsverbot von der FSA erhalten. In den zwölf Monaten bis April 2012 lag die Anzahl der Verbannungen bei 47. Die Angaben stammen aus dem neuen FSA-Jahresbericht, der in dieser Woche in London veröffentlicht wurde.

Nach Auffassung von Experten zählen die Berufsverbote zu den Nachwehen von Finanzkrise und europäischer Staatsschuldenkrise. Die Entscheidungsträger in der Region haben die Branche stärker ins Visier genommen und unter anderem Obergrenzen für Bonuszahlungen eingeführt. In London dürfte die Anzahl der Beschäftigten in der Branche einer Studie zufolge auf das niedrigste Niveau in 16 Jahren zurückfallen.

Cult

Sekten-Leaks: Anonymous veröffentlicht neue Scientology-Mails

Nach dem ersten Leak Anfang Juni veröffentlichte die österreichische Hackergruppierung AnonAustria nun weitere interne Mails. Diese dokumentieren teilweise auch die Kommunikation nach dem Bekanntwerden des ersten Leaks. Ein Blogger wurde bereits für die Veröffentlichung einiger Mails von Scientology abgemahnt.

Die österreichische Hackergruppierung AnonAustria hat nach der Veröffentlichung von insgesamt drei Gigabyte an Scientology-Mails nun nachgelegt. Über den Twitter-Account AnonAustria wurden einige neue E-Mails veröffentlicht, die laut Datum nach dem ursprünglichen Leak, der Anfang Juni stattfand, versendet wurden und sich teilweise auch auf die Angriffe von AnonAustria bezieht.

Bomb

Geiselnahme in Toulouse durch „Al-Qaida Anhänger“

toulouse bank
© google
Im südfranzösischen Toulouse hat ein Mann bei einem Banküberfall vier Geiseln genommen, zwei davon inzwischen aber freigelassen. Er gab sich selbst als Mitglied des Terrornetzwerks al-Qaida aus. Der Täter soll etwa 30 Jahre alt und polizeibekannt sein.

Toulouse - Ersten Erkenntnissen zufolge drang der Täter gegen 11.00 Uhr in die Bank CIC ein: In Toulouse hat ein Mann zunächst vier Geiseln genommen, eine Frau und eine weitere Geisel aber wenig später wieder freigelassen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Derzeit würde mit dem Angreifer verhandelt, gab die Polizei bekannt. Staatsanwalt Michel Valet erklärte, der Mann habe aus "religiöser Überzeugung" und nicht "des Geldes wegen" gehandelt. Der Mann soll sich als Mitglied von al-Qaida bezeichnet haben. Darauf gibt es aber bisher keinen Hinweis. "Die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass dieser Typ verrückt ist", zitiert AFP eine Quelle aus Ermittlerkreisen. Dies bedeute aber nicht, dass der Mann weniger gefährlich sei.

Kommentar: Die Beweise, dass Mohamed Merah wirklich der Täter war, sind bis jetzt noch nicht vorhanden. Zutreffender ist, dass er ein Sündenbock war.


Cheeseburger

Transparenz unerwünscht? Schottische Verwaltung verbietet Blog über Schulessen

Martha Payne ist neun und bloggt über das Essen an ihrer schottischen Schule. Die Bezirksregierung untersagte ihr das, überlegte es sich nach Protesten aber anders.
Screenshot des Blogs Never Seconds
© © Martha Payne / Screenshot ZEIT ONLINEScreenshot des Blogs "Never Seconds", auf dem eine neunjährige Schülerin ihr Schulessen bewertet
Martha Payne mochte ihr Schulessen nicht. Das ist eine Erfahrung, die wahrscheinlich viele Neunjährige teilen, aber das Mädchen aus dem schottischen Ort Lochgilphead tat etwas eher Ungewöhnliches für ihr Alter. Sie begann, über das Schulessen zu bloggen. Zwei Monate lang bewertete sie auf Never Seconds - was so viel heißt wie niemals Nachschlag - das tägliche Menü. Das wurde ihr nun von der Gemeindeverwaltung verboten.

Am Donnerstag erschien der wohl letzte Eintrag auf ihrem Blog, mit der Überschrift "Goodbye". Darin schreibt sie, dass ihr in der Schule mitgeteilt worden sei, sie dürfe keine Kamera mehr mitbringen und keine Fotos mehr machen. Ihr Vater Dave ergänzte, das sei keine Entscheidung der Schule, die Martha sehr bei dem Blog unterstützt habe. Die Verwaltung des Bezirkes Argyll and Bute habe das verfügt.

Nuke

Der Wahnsinn nimmt kein Ende: Japan fährt Atomreaktoren wieder hoch

Erstmals seit Beginn der Atomkatastrophe in Fukushima vor mehr als einem Jahr werden in Japan wieder Atomkraftwerke hochgefahren. Zwei Reaktoren im westjapanischen Ohi sollten wieder ans Netz gehen, teilte Ministerpräsident Yoshihiko Noda mit.
Demo in Tokio
© reuters« Schreckliche Entscheidungen »: Demonstration in Tokio gegen die Wiederinbetriebnahme von Atomkraftwerken.
Dadurch könnte der Weg geebnet werden, trotz Protesten in der Bevölkerung weitere der 50 abgeschalteten Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen. Die Entscheidung wird als Erfolg für die nach wie vor mächtige Atomindustrie in Japan gewertet.

Kurz vor dem Ja der Regierung hatte der Gouverneur der betroffenen Provinz Fukui wie erwartet sein Einverständnis gegeben. Seit Anfang Mai dieses Jahres sind sämtliche 50 einsatzfähigen Reaktoren in Japan abgeschaltet. Das Land erzeugt seinen Strom derzeit mit Thermalkraftwerken.

Info

Medienlügen über Syrien - Augenzeugin berichtet

Die unabhängige Journalistin Anhar Kochnewa lebt und arbeitet seit mehr als zehn Jahren in Syrien. Nach ihrer Schilderung entspricht die Lage in Syrien in keiner Weise der Berichterstattung in den Massenmedien. Kochnewa ist gebürtige Russin und spricht fließend Arabisch. Ihre Freunde und Nachbarn sind ganz normale Syrer. Sie bewegt sich in den gleichen Straßen und Vierteln von Damaskus und erledigt dort ihre Einkäufe wie alle anderen Einwohner der syrischen Hauptstadt ebenfalls. Wir haben vor Kurzem mit ihr gesprochen und sie dabei auch nach den Gründen für die schon so lang anhaltende Unruhe in Syrien gefragt.
Syrien
© Unbekannt
Die so genannten Demonstrationen

Gab es irgendwelche tieferen Ursachen für die Krise in Syrien?

Anhar Kochnewa: Noch vor einem Jahr gab es keinerlei Anzeichen für eine Krise. Auch im März 2011 ereignete sich nichts Außergewöhnliches. Die ganze Entwicklung begann als kriminelle Handlung. Ich ärgere mich immer sehr, wenn Journalisten behaupten, in den vergangenen Monaten sei es »in Syrien zu Massenprotesten und Demonstrationen« gekommen. Das stimmt einfach nicht.

Heart - Black

Vater steckte Sohn in eine Waschmaschine

Der Mann spielte seinem Sohn einen folgenschweren Streich und steckte ihn in die Waschmaschine. Als er die Tür schloss, setzte der Waschgang ein. Der Bub konnte unverletzt befreit werden.


Der Streich eines Vaters, der seinen kleinen Sohn in eine Waschmaschine steckte, ist beinahe in einer Tragödie geendet. Der Zwischenfall in einem Waschsalon in der Stadt Camden im US-Staat New Jersey wurde per Überwachungskamera festgehalten und als Video bei YouTube hochgeladen. Darauf war am Mittwoch zu sehen, wie der Mann offenbar als Teil eines Versteckspiels das Kind in die Waschmaschine steckte. Anschließend schloss er die Tür der Maschine, wodurch sich ein Waschgang in Bewegung setzt.

Die Eltern des Kindes versuchen in ihrer Verzweiflung, die Tür zu öffnen. Nach einigen Sekunden rennen sie weg, um Hilfe zu holen. Erst als ein Mitarbeiter den Stecker der Waschmaschine zieht, kann das Kind befreit werden.

Robot

Firmen setzen auf Fake-Twitter Accounts

Berlin - Längst nicht alle Twitter-Follower sind wirklich aus Fleisch und Blut. Eine aktuelle Studie zeigt: insbesondere große Unternehmen setzen auf Fake-Follower.

Laut einer Studie des Medienforschers Marco Camisani Calzolari , der an der Mailänder Universität für Sprache und Kommunikation (IULM University of Milan) lehrt, haben gerade große Unternehmen viele Fans, die auf maschinengesteuerte Accounts zurückgehen könnten, wie «Heise Online» berichtet. Die 39 untersuchten Firmen hatten demnach bis zu 46 Prozent gefälschte Follower. Ein Grund dafür könnte die Auslagerung von Social-Media-Aktivitäten an Agenturen sein, die versuchen, die Fanzahlen mit Roboter-Software in die Höhe zu treiben.

Light Sabers

Elite-Wahn: 5 neue Universitäten ausgewählt

Die millionenschwere Förderung als Elite-Universität fließt künftig an insgesamt elf Hochschulen in Deutschland. In der ersten Förderphase werden insgesamt 2,4 Milliarden Euro von Bund und Ländern verteilt.
humboldt universität
© Maurizio Gambarini/DPADie Berliner Humboldt-Universität ist in den Kreis der Elite-Universitäten aufgestiegen. Die Hochschule siegte in der zweiten milliardenschweren Hochschul-Exzellenzinitiative von Bund und Ländern.
Die millionenschwere Förderung als Elite-Universität fließt künftig an elf Hochschulen in Deutschland. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), der Wissenschaftsrat sowie die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern wählten in Bonn fünf Unis neu in den exklusiven Kreis. Ihren Status als Elite-Universität im Rahmen der Exzellenzinitiative behalten sechs Hochschulen.

Insgesamt standen 16 Universitäten zur Auswahl. Darunter waren neun Hochschulen als Sieger der ersten Förderphase sowie sieben Neubewerber, die sich in einer Vorauswahl für die zweite Phase durchgesetzt hatten. Von den neuen Kandidaten setzten sich die HU Berlin, die TU Dresden sowie die Unis Bremen, Köln und Tübingen durch. Weiterhin gefördert werden die beiden Münchner Unis, die FU Berlin, die RWTH Aachen sowie die Unis in Konstanz und Heidelberg.

Card - VISA

Viele Griechen räumen Bankkonten und starten Hamsterkäufe

griechenland
© EPA/ORESTIS PANAGIOTOU
Die griechischen Sparer wappnen sich kurz vor den Wahlen für den Ernstfall. Täglich werden 500 bis 800 Millionen Euro abgehoben.

Die Griechen haben kurz vor der Parlamentswahl in wachsender Zahl ihre Konten geräumt und sich mit Hamsterkäufen für einen Ausstieg aus dem Euro gewappnet. Allein von den Sparkonten der größten Institute des Landes wurden jüngst pro Tag 500 bis 800 Mio. Euro abgezogen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von mehreren Bankern erfuhr. Bei einem Sieg der Reformgegner am Sonntag droht dem vom Ausland seit Mai 2010 über Wasser gehaltenen Euro-Mitglied die Pleite und womöglich die Rückkehr zur ungeliebten Drachme. Auch die Banken in Deutschland rüsten sich für den Ernstfall - den ersten Austritt eines Landes aus der Euro-Zone.

"Die Menschen schreckt die Aussicht auf eine Rückkehr der Drachme", sagte der Chef des Einzelhandelsverbandes, Vassilis Korkidis, in Athen. Hamsterkäufe seien aber nicht die Lösung. "Man darf nicht in Panik verfallen. Wenn man den Kasten mit Lebensmitteln füllt, entgeht man der Krise dennoch nicht." Die nervöse Stimmung in der Bevölkerung wurde von Gerüchten angeheizt, die radikale Linke unter ihrem charismatischen Anführer Alexis Tsipras werde die Wahl klar gewinnen und die über Jahrzehnte als Weichwährung verrufene Drachme stehe vor einem Comeback.