Das Kind der GesellschaftS


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Ungarns Obdachlose frieren unter dem Mantel des Vergessens

Mindestens 2000 Menschen haben in Budapest kein festes Dach über Kopf.

Budapest. Über den tatsächlichen Zustand der ungarischen Staatsfinanzen lässt sich nur spekulieren. Inwieweit die Ungarn von der Wirtschaftsmisere in Mitleidenschaft gezogen sind, lässt sich gleichfalls nur vermuten. Auf Grundlage der Arbeitslosenstatistik scheint die Situation besser als vor einem Jahr. Zuletzt waren 10,7 Prozent aller Erwerbsfähigen ohne Job, im Jänner waren es noch 11,4 Prozent. Der nationalkonservative Fidesz, die Partei von Ministerpräsident Viktor Orban, sieht sich allerdings zunehmend Vorwürfen ausgesetzt, sie verdränge sozial Schwache aus dem öffentlichen Bewusstsein. Das machen die Kritiker vor allem an den "Freiwilligenprogrammen" für Langzeitarbeitslose und dem Umgang mit Obdachlosen fest.

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Concordia-Crew schickte Passagiere unter Deck

An Bord der havarierten "Costa Concordia" könnte es eine fatale Fehlentscheidung gegeben haben: Mitarbeiter wiesen Passagiere an, in ihre Kabinen zu gehen.
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© Paul Hanna/Reuters

Mitarbeiter auf dem Kreuzfahrtschiff Costa Concordia haben die Passagiere nach dem Unglück angewiesen, sich in ihre Wohnräume zurückzuziehen. "Im Namen des Kapitäns bitten wir Sie, alle zurück in Ihre Kabinen zu gehen", sagt in einem Video des Senders RAI eine Mitarbeiterin der Costa Concordia zu einer Gruppe von Passagieren. Viele tragen schon Schwimmwesten.

Die Aufforderung könnte fatale Konsequenzen für die Passagiere gehabt haben. Beobachter der Ermittlungen vermuten, dass viele Passagiere, die sich schon auf einem der oberen Decks befanden, wieder in die untere Etagen gingen. Das könnte die Rettungsarbeiten erschwert haben.

Dem Bericht nach wurde das Video um 22.25 von einem der Anwesenden aufgenommen. Um diese Zeit stand der Maschinenraum des Schiffes bereits 40 Minuten unter Wasser. Die mit einem Funkgerät ausgerüstete Mitarbeiterin versuchte die Passagiere zu beruhigen. Auf dem Video sind auch Stimmen anderer Mitarbeiter zu hören: "Alles ist unter Kontrolle. Geht zurück in die Kabinen."

Zehn Minuten vor der Szene an Bord hatte das Hafenamt in Livorno Funkkontakt mit der Concordia aufgenommen. Ob es Probleme gebe, war die Frage. "Kein Problem. Nur ein Blackout", hatte ein Offizier geantwortet.

V

Das Beste aus dem Web: Massive Proteste gegen Netzsperre zeigen Wirkung

Die Protest-Blackouts von Wikipedia haben Wirkung gezeigt. Mehrere US-Senatoren wollen ihre Unterstützung für das umstrittene SOPA-Abkommen überdenken. Doch der Erfinder hält daran fest.
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© Wikipedia
Mit der Abschaltung zahlreicher Webseiten haben die Gegner einer drastischen Internetregulierung in den USA gegen das sogenannte SOPA-Gesetz demonstriert, das die Verbreitung von Raubkopien durch Internetsperren verhindern soll. Die Kritiker des Zensurgesetzes feierten ihren Aktionstag als Erfolg. „Danke, Internet! Der Kampf geht weiter“, erklärte die Electronic Frontier Foundation (EFF), die sich für Grundrechte im Netz einsetzt. Nun bröckelt die politische Unterstützung für die umstrittenen Gesetzesinitiativen.

Wie Google mitteilte, unterzeichneten 4,5 Millionen Menschen eine Petition gegen die geplanten Gesetze. Mehr als eine Million US-Bürger wandten sich nach Angaben der Organisation über ein EFF-Formular an den Kongress. Alleine am Mittwoch registrierte der Kurzmitteilungsdienst Twitter mehr als 2,4 Äußerungen mit den Schlagwörtern der Protestaktion.

Auch Wikipedia nahm an den Protestaktionen teil

Auch die Betreiber der Wikipedia riefen zu weiterem Kampf gegen die Gesetze auf - jetzt vor schneeweißem Hintergrund, nachdem die englischsprachige Ausgabe der Online-Enzyklopädie ebenso wie zahllose weitere Webseiten einen Tag lang schwarz war. Einen koordinierten Widerstand in dieser Größenordnung hatte es im Internet noch nie gegeben.

Heart - Black

Mann schlägt sein ungeborenes Kind tot

Mann boxt seiner schwangeren Freundin in den Bauch. Knapp drei Jahre Haft

Auslöser für die Tat: Ein männlicher Arzt hatte die Frau behandelt

Weil er das Baby seiner Freundin im Mutterleib totgeboxt haben soll, muss ein 21-Jähriger aus dem Münsterland für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Amtsgericht Rheine verurteilte den Mann am Mittwoch wegen illegaler Abtreibung. Er hatte demnach der Partnerin bei einem Streit im März 2011 vorsätzlich einen heftigen Faustschlag in den Bauch versetzt. Die 19-Jährige war im siebten Monat. Das Baby starb zwei Tage nach einem Not-Kaiserschnitt.

Auslöser des Streits war ein Frauenarzt-Besuch. Die Schwangere hatte sich am Tag der Tat gynäkologisch untersuchen lassen - erstmals von einem Mann. "Das hat ihnen nicht gepasst", sagte der Richter beim Urteil zum Angeklagten. Der Deutsche mit afghanischen Wurzeln hatte der Freundin heftige Vorwürfe gemacht. Später kam es zum Übergriff. Über die Tat sagte der Richter: "Dafür gab es keinen Grund und gibt es keine Rechtfertigung. Das Kind war lebensfähig. Nach allem, was wir gehört haben, wäre es gesund zur Welt gekommen."

Der junge Mann ohne Arbeit und Ausbildung hatte auf der Anklagebank die Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Freundin habe ihn angegriffen, behauptete er. Er habe sie weggeschubst. "Ich kann nicht erklären, wie das passiert ist." Er betonte: "Ich bin überhaupt kein strenger Moslem. Ich esse auch Schweinefleisch." Die Staatsanwältin zeigte sich dagegen überzeugt, dass die Behandlung der Freundin durch einen Mann in seinen Augen "nicht mit seiner Mentalität, möglicherweise auch nicht mit seiner Religion vereinbar" sei.

Nuke

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Auch in Frankreich erkranken mehr Kinder an Leukämie

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Im Umfeld von französischen Atomkraftwerken sind laut der sogenannten Geocop-Studie des französischen Medizin-Instituts Inserm zwischen 2002 und 2007 fast doppelt so viele Kinder unter 15 Jahren an Leukämie erkrankt wie im Landesdurchschnitt. »Die Ergebnisse der neuen Studie aus Frankreich reihen sich ein in die Ergebnisse der Studien zum Leukämierisiko bei Kleinkindern im Nahbereich von Atomkraftwerken aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz«, erklärt der Wissenschaftler Dr. Alfred Körblein. Die französische Studie ist für die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW ein weiterer Beleg für den Zusammenhang zwischen ionisierender Strahlung und der Zunahme von Leukämieerkrankungen bei Kindern. Denn auch wenn die Wissenschaftler für den gesamten Studienzeitraum von 1990 bis 2007 keine Erhöhung der Leukämiefälle bei Kindern unter 15 Jahren beobachtet haben wollen, beträgt die Erhöhung des Leukämierisikos für Kleinkinder unter fünf Jahren in diesem Zeitraum 37 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt Alfred Körblein, der die Daten der Studie ausgewertet hat. Er berichtet, dass das Leukämierisiko für Kleinkinder in der Umgebung von Atomkraftwerken auch in Großbritannien (36 Prozent), Deutschland (41 Prozent) und der Schweiz (40 Prozent) in der gleichen Größenordnung liege.

Heart - Black

Haiti: Prostitution aus Armut - Viele Frauen warten nach Erd­beben ver­geb­lich auf Hilfe

Die 18-​jährige Kett­lyne lebt in Croix Deprez, einem der zahl­rei­chen Lager für Erd­be­ben­opfer in Haiti. Die junge Frau, die keine Eltern mehr hat, kann sich und ihre drei­jäh­rige Tochter nur mit Hilfe von Essen­resten ernähren, die sie sich durch Pro­sti­tu­tion ‘erar­beitet’. Kett­lyne ist eine von meh­reren Hun­dert Frauen, die im Rahmen einer inter­na­tio­nalen Studie zu ihren Lebens­um­ständen seit dem Beben 2010 befragt worden sind.

Die gemein­same Unter­su­chung, an der unter anderem die Orga­ni­sa­tionen ‘Madre’, ‘Inter­na­tional Women’s Human Rights’ (IWHR), ‘Global Justice Clinic’ (GJC) und ‘Center for Gender and Refugee Stu­dies (GGRS) betei­ligt waren, wurde am 12. Januar ver­öf­fent­licht. Genau zwei Jahre nach der Kata­strophe doku­men­tiert der Bericht, dass die Krise vor allem für hai­tia­ni­sche Frauen und Mäd­chen noch längst nicht über­wunden ist. Mehr als eine Mil­lion Men­schen in dem Kari­bik­staat wurden durch das Beben obdachlos. Die meisten von ihnen cam­pieren seitdem in behelfs­mä­ßigen Unter­künften. Die große Not hat das Klima der Gesetz­lo­sig­keit weiter verschärft.

Newspaper

Japan aktuell: Stromausfall stoppte Kühlsystem an beiden Fukushima-Kraftwerken

Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit ist aufgrund einer Augenbinde bekanntlich blind, um unparteiisch entscheiden zu können. Die Entscheidung des Amtsgerichts Nagoya, als erstes Gericht in Japan überhaupt, Dokumente in Brailleschrift für Blinde und Sehbehinderte zuzulassen, kann sicher als Erfolg gewertet werden.

Dagegen dürfte das Urteil von Japans Höchstem Gerichtshof, die Mahnung von Lehrern durch die Schulleitung, wenn sich diese nicht am Singen der Nationalhymne Kimigayo beteiligen sei rechtens, jedoch Gehaltskürzungen oder gar Kündigungen nicht angemessen, für Diskussionen sorgen.
Andernorts mangelt es jedoch offenbar an Urteilsvermögen, wie Meldungen aus Fukushima aktuell zeigen. Nicht nur in Sachen radioaktiver Beton und Kies scheint einiges “verschütt” gegangen zu sein. Neben weiteren Informationen sind somit auch die Fukushima News erneut Teil der Berichterstattung - im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Januar 2012.

Stromausfall auch am Kühlsystem von Fukushima Daini: Der Energiekonzern TEPCO betreibt mehrere Atomkraftwerke, darunter auch die Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima 1) und Fukushima Daini (Fukushima 2). Während ersteres durch die Reaktorkatastrophe vom 11. März 2011 bekannt wurde, gab es von letzterem weniger dramatisch klingende Meldungen.

Network

Blackout: Wikipedia macht einen Tag lang dicht

Am 18. Jänner - Aus Protest gegen US-Zensurgesetz SOPA - "Gefahr für das offene Internet"

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© Grafik: Wikipedia
Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will ihre englischsprachige Seiten aus Protest gegen ein im US-Kongress diskutiertes Gesetz gegen Online-Piraterie für 24 Stunden schließen. Das kündigt die hinter dem Projekt stehende Wikimedia Foundation in einer offiziellen Erklärung an.

Dicht

Demnach wird die englischsprachige Wikipedia am Mittwoch, 18. Jänner, für einen Tag - beinahe vollständig - offline gehen. Statt der gewohnt weit gestreuten Informationen soll auf der Webseite in dieser Zeit lediglich über den Stop Online Piracy Act (SOPA) - und dessen "Zwillingsgesetz" im Repräsentantenhaus namens PROTECTIP (PIPA) informiert werden.

Heart

Restaurants stellen sich vermehrt auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten ein

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© Colorado Springs Independent
Lebensmittel-Unverträglichkeiten sind kein Einzelphänomen mehr. In Hamburg stellen sich immer mehr Restaurants und Supermärkte darauf ein

Im "Landhaus Scherrer" an der Elbchaussee serviert Sternekoch Heinz Wehmann exklusive Menüs, Salat mit Mango und gebratenen Garnelen in Haselnuss-Vinaigrette oder Buchweizennudeln mit gebratenen Kräutersaitlingen. Das Schöne an diesen speziellen Gerichten: Sie sind gluten- und laktosefrei. Das ist für viele wichtig, um sich richtig ernähren zu können. Zwar heißt es auf einschlägigen Ernährungsseiten, für ein gesundes Frühstück brauche es nicht viel - ein Vollkornbrot mit Käse, ein gekochtes Ei, einen Apfel oder eine Banane, einen Erdbeerjoghurt, ein Glas Orangensaft und eine Tasse Kaffee mit Milch und Zucker. Dann sei man gewappnet, um sich den ganzen Tag fit zu fühlen. Doch immer mehr Menschen vertragen das vermeintlich gesunde Frühstück nicht mehr. Und vieles andere auch nicht.

Eier und Brot führen zu Bauchschmerzen und Blähungen, Käse und Joghurt zu Brechreiz und Kopfschmerzen, Apfel und Orangensaft zu Durchfällen und Kreislaufbeschwerden. Oft überfällt den Konsumenten auch eine extreme Müdigkeit direkt nach dem Essen.


Kommentar: Dies ist eher eine normale Reaktion und liegt nicht nur bei Menschen vor, die an einer Zöliakie erkrankt sind.


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Zwölfjähriger mit Hammer erschlagen - Vater schweigt zu Mord an seinem Sohn

Julian sitzt ahnungslos am Computer, als ihn sein eigener Vater von hinten mit einem Hammer erschlägt: In Berlin hat nun der Prozess gegen den 35-Jährigen begonnen. Am drängendsten ist für die Mutter des Jungen die Frage nach dem Warum - doch ihr Ex-Mann fühlt sich zu einer Aussage außerstande.

Neun Monate nach dem heimtückischen Mord an seinem Sohn hat sich der Vater zu Prozessbeginn in Schweigen gehüllt. Der 35 Jahre alte Täter hatte den Zwölfjährigen laut Anklage mit einem Hammer erschlagen. "Der Angeklagte möchte grundsätzlich aussagen, aber er schafft es nicht", erklärte sein Verteidiger Thomas Schräder vor dem Berliner Landgericht.
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© dpa

Nach Angaben von Staatsanwalt Reinhard Albers hatte Julian am 18. April 2011 nachmittags in der Wohnung seines Vaters im Berliner Stadtteil Reinickendorf am Computer gespielt. Plötzlich habe der 35-Jährige von hinten dreimal kräftig zugeschlagen. Das Kind starb an den schweren Kopfverletzungen. Der Arbeitslose versteckte die Leiche seines Sohnes im Kellerverschlag des Mietshauses in der Gotthardstraße.