An Bord der havarierten "Costa Concordia" könnte es eine fatale Fehlentscheidung gegeben haben: Mitarbeiter wiesen Passagiere an, in ihre Kabinen zu gehen.

© Paul Hanna/Reuters
Mitarbeiter auf dem Kreuzfahrtschiff Costa Concordia haben die Passagiere nach dem Unglück angewiesen, sich in ihre Wohnräume zurückzuziehen. "Im Namen des Kapitäns bitten wir Sie, alle zurück in Ihre Kabinen zu gehen", sagt in einem Video des Senders RAI eine Mitarbeiterin der Costa Concordia zu einer Gruppe von Passagieren. Viele tragen schon Schwimmwesten.
Die Aufforderung könnte fatale Konsequenzen für die Passagiere gehabt haben. Beobachter der Ermittlungen vermuten, dass viele Passagiere, die sich schon auf einem der oberen Decks befanden, wieder in die untere Etagen gingen. Das könnte die Rettungsarbeiten erschwert haben.
Dem Bericht nach wurde das Video um 22.25 von einem der Anwesenden aufgenommen. Um diese Zeit stand der Maschinenraum des Schiffes bereits 40 Minuten unter Wasser. Die mit einem Funkgerät ausgerüstete Mitarbeiterin versuchte die Passagiere zu beruhigen. Auf dem Video sind auch Stimmen anderer Mitarbeiter zu hören: "Alles ist unter Kontrolle. Geht zurück in die Kabinen."
Zehn Minuten vor der Szene an Bord hatte das Hafenamt in Livorno Funkkontakt mit der Concordia aufgenommen. Ob es Probleme gebe, war die Frage. "Kein Problem. Nur ein Blackout", hatte ein Offizier geantwortet.
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