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Di, 04 Aug 2020
Die Welt für Menschen, die denken

Das Kind der Gesellschaft
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Coffee

'Kernschmelze' in Berlin

Was bewirken der Freiheitskampf der arabischen Völker und die Erdbebenkatastrophe in Japan in Deutschland? Steigende Energiepreise, Menschenketten gegen die Atomkraft und eine ratlose Politik.

In den japanischen Kernkraftwerken Fukushima und Tokai ist es nach dem verheerenden Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami vom vergangenen Freitag zu schwerwiegenden Problemen mit den Kühlsystemen und Kernschmelzen gekommen; es droht eine atomare Verstrahlung dicht besiedelter Gebiete. In den nächsten Tagen wird der Strom abgeschaltet werden und Weltunternehmen wie Nissan, Toyota und Sony müssen Produktionswerke stilllegen. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind noch nicht abzuschätzen.

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Abschied vom Quecksilber?

Quecksilber
© Keystone / SPL
Die Schönheit von Quecksilbertropfen lässt einen leicht vergessen, wie giftig sie sind
Noch immer gelangen grosse Mengen des hochgiftigen Schwermetalls in die Umwelt. Quecksilber ist eines der schädlichsten Umweltgifte. Deshalb gilt seit Dienstag in der EU ein Exportverbot für das Schwermetall. Über eine weltweite Konvention wird bereits verhandelt.

Es glänzt silbrig, bildet wohlgeformte Tropfen und fliesst schneller als Wasser über Oberflächen: Quecksilber, abgeleitet vom altdeutschen Wort «quecksilabar» für lebendiges Silber. Kein Wunder, dass der dreizehnjährige Knabe dessen Leidensgeschichte das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung kürzlich veröffentlichte, fasziniert war von dem Element. Er hatte ein Gefäss mit dem flüssigen Metall auf einer Industriebrache gefunden und wochenlang zu Hause damit gespielt. Nach einiger Zeit klagte er über Rückenschmerzen und Appetitlosigkeit, konnte schliesslich nicht einmal mehr gehen und wurde inkontinent.

Light Sabers

Schaut auf uns - Der Hilferuf der libyschen Blogger

Lybien Blogger
© DerWesten.de
In Lybien versuchen Internet-Aktivisten in Blogs die Brutalität von Muammar al Gaddafi offen zu legen. Ein lebensgefährliches Unterfangen.
Die ganze Welt schaut auf Japan, das lenkt jedoch den Blick weg von Gewalttaten in Libyen. Dort versuchen Internet-Aktivisten in Blogs die Brutalität von Muammar al Gaddafi offen zu legen. Ein lebensgefährliches Unterfangen. DerWesten stellt einige Blogs vor.

Muammar el Gaddafi führt Krieg gegen sein eigenes Volk. Er lässt den Aufstand für mehr Demokratie im Lande zusammenschießen. Die Zahl der Opfer soll immens sein. Die offizielle Propagandamaschine des Regimes verschweigt dies und bejubelt die Erfolge des Diktators. Objektive Berichte gibt es nicht. Aber immerhin gibt es Zeugen: In Chats, Blogs und Videos stellen sie eine Gegenöffentlichkeit her.

Kommentar: Um zu verstehen, was genau in Lybien vor sich geht, empfiehlt Sott.net das Buch Politische Ponerologie von Andrew Lobaczewski. Es zeigt auf, welche Faktoren zusammenspielen, wenn Menschen sich gegenseitig unmenschlich behandeln.


Pistol

Bahrain verhängt dreimonatigen Ausnahmezustand

Der König von Bahrain, Hamad bin Issa al Chalifa, hat in seinem Land den Ausnahmezustand verhängt. Wie der arabische Fernsehsender Al-Dschasira berichtet, soll dieser zunächst für drei Monate gelten. Bahrain wird seit mehreren Wochen von Unruhen und Protesten erschüttert.

Das Nachbarland Saudi-Arabien hatte am Montag bereits 1.000 Soldaten, die dem Golf-Kooperationsrat unterstehen, nach Bahrain verlegt, um die Lage zu beruhigen. Die Proteste im Bahrain sind inspiriert von den Aufständen in Tunesien, Ägypten und Libyen. Hinzu kommen allerdings noch Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten. Die Schiiten fordern mehr politische Mitsprache in dem bisher sunnitisch dominierten Staat. Saudi-Arabien fürchtet, dass der ebenfalls schiitische Iran davon profitieren könnte.

Attention

Bienensterben und Ernährung

Biene an Büte
© l-seifert.de
UNEP-Report warnt vor negativen Folgen

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) warnt in einem vergangene Woche veröffentlichten Bericht vor Gefahren für die Welternährung. Die Ursache sieht der Report im weltweit zunehmenden Bienensterben. Besonders im industrialisierten Norden schrumpfen die Bienenvölker massiv. In manchen Regionen sei ein Rückgang um bis zu 85 Prozent zu verzeichnen. Wenn man bedenkt, dass mehr als drei Viertel der für die Ernährung wichtigen Pflanzen, darunter Hülsenfrüchte, Ölpflanzen und viele Gemüse, von Bienen bestäubt werden, wird die Sorge der UNEP verständlich.

Kommentar: Eine zusätzliche Ursache für das Bienensterben können Sie in diesem Artikel nachlesen: Neue Studie: Handys töten Honigbienen, spezifische Frequenz gefunden


Dollar

E10 Biokraftstoff verteuert Lebensmittelpreise und schadet der Umwelt

Das neue E10-Benzin schadet der Umwelt und dem Geldbeutel", kritisiert der Landesnaturschutzverband (LNV).

Der neue Kraftstoff erhöhe den Benzinverbrauch der Fahrzeuge, erklärt der LNV, Arbeitskreis Rems-Murr-Kreis, in einer Pressemitteilung. Durch die Ausweitung der Agrospritanteile ergebe sich außerdem eine zusätzliche Flächeninanspruchnahme, da Agroethanol aus Weizen, Zuckerrüben, Zuckerrohr und Mais erzeugt wird, schreibt der Landesnaturschutzverband.

Will man den E10-Bedarf in Europa selbst befriedigen, müsse man zwangsläufig neue Ackerflächen hinzugewinnen - was nur auf Kosten der Umwandlung von Grünland möglich sei. "Die sogenannte Vermaisung von Flächen droht auch im Rems-Murr-Kreis", so Robert Auersperg, der Sprecher des LNV-Arbeitskreises Rems-Murr-Kreis. "Wer beim Bau von Biogasanlagen von der Vermaisung der Landschaft spricht", so Robert Auersperg, "muss dies auch bei der Erzeugung von Agrosprit tun."

Newspaper

Tsunami-Karikatur empört Leser

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© AP
"Geschmacklos und unsensibel" nannte die Zeitung die Karikatur in ihrer Entschuldigung.

Mit einer Karikatur hat eine malaysische Zeitung ihre Leser gegen sich aufgebracht. Das Blatt hatte einen Tsunami gezeigt, vor dem der japanische Superheld Ultraman flüchtet. "

Eine Tsunami-Karikatur hat in Malaysia Proteststürme ausgelöst. Die Zeitung "Berita Harian" entschuldigte sich dafür. Sie hatte am Sonntag eine Karrikatur veröffentlicht, auf der die japanische Science-Fiction-Figur Ultraman vor Tsunami-Killerwellen flieht.

Vader

Immer mehr Langzeitsarbeitslose benötigen psychologische Hilfe

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© imago/imagebroker
Der Rausschmiss hinterlässt tiefe Wunden in der Psyche.

Immer öfter müssen sich Psychologen und Psychotherapeuten mit Langzeitarbeitslosen, Minijobbern und Scheinselbstständigen beschäftigen

BERLIN- Arbeitsplatzunsicherheit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind Themen, die bislang vor allem in soziologischen Zeitdiagnosen Eingang fanden. Immer weniger machen die Folgen von Prekarisierungsprozessen aber auch vor den Praxen von Psychologinnen und Psychotherapeuten halt.

So zählt die Berliner Psychoanalytikerin Almut Bruder-Bezzel Menschen mit befristeten Arbeitsverträgen ebenso wie Langzeitarbeitslose, Minijobber, Scheinselbstständige oder solche, die von einem unbezahlten Praktikum zum nächsten wandern, zu ihren Kunden.

Arrow Down

Weltweit wieder mehr als eine Milliarde Hungernde

Olivier De Schutter
© unbekannt
Der UN-Beauftragte für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, warnt vor neuen Hungerkrisen
Der UN-Beauftragte für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, warnt vor neuen Hungerkrisen, plädiert für eine neue Landwirtschaft und sieht den westlichen Glauben an Biotreibstoff als Skandal.

STANDARD: Die Regime in Tunesien und Ägypten wurden durch Proteste gestürzt, die zum Teil durch hohe Preise von Lebensmitteln verursacht wurden. Verliert eine Regierung ihre Legitimität, wenn sie ihre Bevölkerung nicht ernähren kann?

De Schutter: Die beiden Länder sind sehr von Importen abhängig, vor allem von Weizen. Ägypten importiert 60 Prozent seines Weizens, Tunesien 40 Prozent seines Nahrungskonsums. Es wäre übertrieben zu sagen, dass die hohen Preise ein Hauptgrund waren. Aber sie haben die Ungeduld der Bevölkerung erhöht.

HAL9000

USA weiten Sanktionen gegen Libyen aus

Gadaffi
© EPA (Sabri El Hedwi)
USRegierung weitet Sanktionen gegen
In den Vereinigten Staaten wird das Vermögen von neun Angehörigen und Vertrauten Gaddafis eingefroren. US-Unternehmen sind sämtliche Geschäftsbeziehungen zu ihnen untersagt.

Die US-Regierung hat am Freitag ihre Sanktionen gegen die libysche Führung ausgeweitet. Das Finanzministerium in Washington D. C. teilte mit, dass das Vermögen von neun Angehörigen und Vertrauten des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi eingefroren würde und US-Firmen jede Geschäftsbeziehung mit ihnen fortan untersagt sei. Die Sanktionen betreffen die Frau Gaddafis, Safia Farkasch, sowie vier seiner Söhne (Hannibal, Saadi, Mohammed und Said al-Arab).