FocusFr, 11 Sep 2015 07:21 UTC
Kinder können gemein sein, das ist bekannt. Australische Forscher haben kindliches Verhalten unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass schon Dreijährige eine Tendenz zu psychopathischem Verhalten zeigen.Kinder ziehen andere an den Haaren, sie kratzen und beißen - und das alles nur zum Spaß. Sie quälen auch Tiere, zerteilen beispielsweise einen Regenwurm, um zu sehen, ob danach zwei davonkriechen. Reue empfinden Kleinkinder noch nicht.
Australische Forscher fanden heraus, dass sich psychopathische Züge bereits im Alter von drei Jahren erkennen lassen. Neben fehlender Reue gehören Gefühlskälte und die Unfähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen zu den charakterlichen Grundzügen von Psychopathen.
In einer Untersuchung von 200 Drei- bis Sechsjährigen zeigten zehn Prozent ein auffälliges Verhalten.
Die Forscher zeigten den kleinen Probanden Bilder von Kindern, die weinten und traurig waren. Während viele Kinder die Bilder länger betrachteten, zeigte sich jedes zehnte Kind gegenüber dem Leid anderer gleichgültig. Diese Kinder interessierten sich nur geringfügig für die Gesichter auf den Bildern. Sie widmeten ihre Aufmerksamkeit mehr Gegenständen wie zum Beispiel einem Buch.
In einer früheren Studie untersuchten britische Forscher Babys und kamen zu einem ähnlichen Ergebnis. Auch hier zeigten manche Babys geringes Interesse an den Gesichtern anderer Menschen. Sie widmeten ihre Aufmerksamkeit den Gegenständen im Raum.
Laut den Forschern besteht ein Zusammenhang zwischen der Gleichgültigkeit dem Leid anderer gegenüber und der geringen Aufmerksamkeit gegenüber menschlichen Gesichtern. Ob und inwieweit diese Ergebnisse ein mögliches Potenzial für eine Persönlichkeitsstörung andeuten können, sei noch nicht geklärt, sagen die Forscher. Dafür müssten Langzeitstudien durchgeführt werden.
Kommentar: Dass diese Untersuchungen fortgeführt werden, ist sehr wichtig. Doch viele Forschungen - und besonders bei Kindern - wurden unterdrückt, da Psychopathen das Talent haben, in die höchsten Positionen zu kommen (z.B. Politik) und natürlich nicht wollen, dass sie entdeckt werden. Es wird schon seit langer Zeit davon ausgegangen, dass Psychopathie genetisch weitergegeben wird, und das gefühllose Verhalten wird dann selbstverständlich schon bei Kindern sichtbar sein. Natürlich muss man vorsichtig bei solchen Beurteilungen sein und sie sollten nur von Experten ermittelt werden. Lesen Sie dazu das folgende Buch, das die besten Erklärungsmöglichkeiten zum Thema Psychopathie gibt:

© SOTTPolitische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke
Es entspricht nicht den Kriterien objektiver Forschung aufgrund solcher Ergebnisse anzunehmen, dass Psychopathie etwas Angeborenes bzw. ein nicht abwendbares genetisches Schicksal sein soll. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Beweislage eher in Richtung gemachte Psychopathen deutet, als es umgekehrt der Fall ist. Das habe ich hier in den Kommentaren schon öfter versucht anzudeuten* (siehe Links weiter unten).
Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen ja auch mittlerweile, dass Empathie ein komplexer Prozess ist, der sich im Laufe der frühen Kindheit immer mehr entfaltet, je nachdem, ob gewisse Nährbedingungen gegeben sind oder eben nicht. Dass diese Entwicklung auch entsetzlich schief laufen kann, ist dabei (eigentlich) kein Geheimnis mehr. Es gibt unzählige gute Bücher zu genau diesem Thema.
Vergessen wird bei der Betrachtung leider auch oft genug noch, dass das Seelenleben nicht erst mit der Geburt eines Babys anfängt.
Schon Piontellis Beobachtungen an Zwillingen zeigten z.B. sehr eindrücklich, wie unterschiedlich sich diese im Bauch verhielten, abhängig davon, welche Erfahrungen für sie prägend waren. So verhielten sich die beiden ungeborenen Babys eines liebevollen Paares schon sehr liebevoll und zärtlich, sie streichelten und liebkosten sich im Bauch ihrer Mutter. Im starken Kontrast dazu steht das Verhalten eines Mädchen-Zwillingspaares, dessen Eltern daran gedacht hatten die Kinder abzutreiben. Sie trugen schon im Mutterleib "Boxkämpfe" aus und waren auch später weiterhin feindselig und aggressiv dem anderen gegenüber eingestellt (siehe das Buch "Nabelschnur der Seele" von György Hidas und Jenö Raffai)
Tiefentherapeutische Fallbeschreibungen mit Patienten, die als Feten einen Abtreibungsversuch überlebt hatten, zeigten übrigens, dass der Tag des Selbstmordversuches dieser Patienten mit dem Datum des Abtreibungsversuches übereinstimmte.
Es gibt auch eine Prager Studie, die die Langzeitentwicklung von Kindern untersucht hatte, wo die Mütter zweimal im Laufe der Schwangerschaft einen Abbruch beantragt hatten, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe (Matejcek & Dytrych). Dabei gab es nicht nur Unterschiede bei der Häufigkeit von Erkrankungen, Schulleistungen usw., sondern auch was die Strafregister anbelangt. Die unerwünschten Kinder wiesen eine doppelt so hohe Zahl in der Kategorie der niedrigen Straftaten auf, wie die anderen Kinder aus der Vergleichsgruppe, sondern bei schwerwiegenden Straftaten sogar einen Unterschied, der fast aufs Dreifache anstieg.
Um zu verdeutlichen, wie wichtig das Thema ist, zitiere ich aus einem Interview mit der Mutter eines Mörders (siehe dazu das Buch "Der Seelenraum des Ungeborenen" von Ludwig Janus):
"Im dritten Monat meiner Schwangerschaft mit Anton wollte ich heiraten. Als mein Vater dies erfuhr - ich war damals 17 Jahre alt -, wurde er fürchterlich wütend und schlug auf mich ein. Ich durfte nicht heiraten, weil der Mann nicht nach meines Vaters Geschmack war (...) Seit dem Tag, an dem er von meiner Schwangerschaft erfuhr, hatte ich keine ruhige Minute mehr. Wenn ich abends später nach Hause kam und er merkte, dass ich mich mit dem Vater von Anton getroffen hatte, konnte ich die ganze Nacht nicht mehr schlafen, so hat er mich beschimpft und geschlagen. Ich weinte dann die ganze Nacht. Damals habe ich auch versucht, mir das Leben zu nehmen, aber ich fand dann doch nicht den Mut dazu, weil ich an mein Kind dachte (...) In der Zeit bis zur Geburt wurde ich so nervös, dass ich bei der geringsten Kleinigkeit zu heulen begann (...) Es kam schließlich so weit, dass mich Antons Vater auch nicht mehr mochte, weil ich mich zu sehr gehenließ (...) Die Geburt von Anton war mein schlimmstes Erlebnis. Als Anton auf die Welt kam, war sein linker Arm gelähmt (...) Beim Stillen habe ich ständig geweint, so dass Anton daraufhin ebenfalls heulte. Anton war viel krank. Er war zappelig, nervös und sehr schreckhaft (...) Meine beiden anderen Kinder sind ganz anders, bei denen hat es auch während der Schwangerschaft keine unliebsamen Ereignisse gegeben (...)."
(Als Junge war Anton gelegentlich durch misstrauische Haltung, Gereiztheit und unberechenbare Handlungen von Selbstbeschädigungen bis zur massiven Aggression aufgefallen.)
"Mit 17 Jahren beging Anton einen brutalen Mord an einem 16jährigen Mädchen, das er durch minutenlanges Würgen und mehrfaches Strangulieren grausam tötete. Anton beging die Tat ohne jede gefühlsmäßige Regung (...) Die Persönlichkeitsstörung äußerst sich in erhöhter Reizbarkeit, Neigung zu Misstrauen und Eifersucht. Dazu kommen Verstimmungen, die sich bis zur Selbstmorddemonstration steigern. Auf besondere Belastungen und Widerstände in seiner Umgebung reagierte Anton ungewöhnlich. Einerseits zeigte er eine Tendenz, seinen Willen um jeden Preis durchzusetzen, andererseits wich er der Schwierigkeit aus, war unentschieden und wurde sentimental."
Wie schwer ist es da, sich vorzustellen, dass solche, ähnliche und schlimmere Erfahrungen, teilweise sogar über Generationen hinweg, schwerst verkrüppelte Menschen hervorbringen? Und wenn wir, dank der Erkenntnisse aus der Epigenetik, schon erfahren, dass Umweltbedingungen wie Ernährung, psychisches Befinden, Erleben und mehr die Schaltung der Gene bis in die dritte Generation hinein nachhaltig verändern können, wie schwer ist es da sich vorzustellen, wie von einer schwerst gestörten und traumatisierten Gruppe an Menschen nunmal auch die Psychopathie weitergereicht wird? Bis, ja bis dieser Kreislauf aus Destruktivität endlich einmal nachhaltig durchbrochen wird.
Meiner Meinung nach werden all diese Zusammenhänge bewusst oder unbewusst verschleiert und deshalb kaum thematisiert in der Öffentlichkeit. Denn es berührt die Wurzeln unserer kranken Gesellschaft und die Tatsache, dass wir selbst es sind, die Böses immer und immer wieder neu erschaffen.
Solange dieses Wissen weiterhin auf einer dem Verstand nicht zugänglichen Ebene verbleibt, kann man sich immer und immer wieder einreden, es sei einfach unser Schicksal und Böses käme unkontrolliert und unvorhersehbar aus heiterem Himmel, folge keinerlei logischen Regeln, ja, gehöre sogar zur menschlichen Natur oder zumindest zu bestimmten Gruppen von Menschen. Dafür fehlen m.M.n. die Beweise. Die Fakten zeigen bisher in eine ganz andere Richtung.
Warum trotz dem (zumindest hier getätigten) Verweises auf objektive Forschungen weiterhin lieber an der gegenteiligen Behauptung festgehalten wird, will sich mir aus dieser Perspektive heraus einfach nicht erschließen. Berücksichtigt man aber, dass dieses Thema ja auch unsere eigenen unbewussten leidvollen Erfahrungen, Ängste und Traumen berührt, ist es vielleicht kein Wunder, dass selbst unter kritisch denkenderen Menschen der Drang sehr groß ist diese Sachverhalte auszublenden.
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