© B.T. Cardenas et al., Geological Society of America Bulletin
In der Mars-Region Aeolis Dorsa belegen im Relief umgekehrte Sedimente einstiger Flussläufe langfristig vorhandene Flüsse.
Austin (USA) - In der Mars-Region Aeolis Dorsa haben Wissenschaftler deutliche Spuren von Ablagerungen einstiger, über lange Zeiträume fließender Flüsse gefunden, die hier vor rund 3,5 Milliarden Jahren geflossen sind und eindrucksvoll einstiges flüssiges Wasser an der Marsoberfläche belegen.

Wie das Team um B.T. Cardenas von der Jackson School of Geosciences an der University of Texas at Austin aktuell im Fachjournal der Geological Society of America GSA Bulletin (DOI: 10.1130/B31567.1) berichten, sind diese Ablagerungen deshalb selbst heute noch auf Satellitenaufnahmen zu erkennen, da die durch einen Prozess entstanden, den Geologen als "topografische Inversion" bzw. als "Reliefumkehr" bezeichnen und in der tektonischer Formen durch Abtragung unterschiedlich widerstandsfähiger Gesteine regelrecht umgekehrt werden:. Sättel und Horste werden zu morphologischen Depressionen, Mulden und Gräben zu Erhebungen.

Im Falle der einst tiefliegenden Flussläufe auf dem Mars haben sich diese "Gräben" derart angefüllt und wurde das umliegende Material derart abgetragen, dass die heute als Grate erhaben sind.

Anhand ihrer Beobachtungen dieser charakteristischen Ablagerungsmuster beschreiben die Autoren der Studie einstige Küstenlinien und auch die Flussrichtung der einstigen Gewässer in ehemals tiefgeschnittenen Tälern und zeichnen ein Bild verschiedener wechselnder Phasen ansteigender und fallender Pegelstände mit Unterschieden von bis zu 50 Metern. Diese Beobachtung legt wiederum nahe, dass die Sedimente das Ergebnis über lange Zeiträume stetig vorhandener Flüsse und nicht das kurzfristiger katastrophaler Wasserausbrüche waren.