Wissenschaft und TechnologieS


Syringe

Rückschau Das Beste aus dem Web: Zucker als Droge?

Voll auf Zucker: US-Wissenschaftler haben Ratten so von Zucker abhängig gemacht, dass die sich wie typische Drogensüchtige verhielten. Die Tiere hatten Entzugserscheinungen, tranken Alkohol als Ersatzdroge, wurden scheu und ängstlich.
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© DPARatte: Suchtpotential von Zucker noch nicht einschätzbar

Auch Zucker kann wie eine Droge wirken. Diese Erfahrung mussten einige Ratten in einem US-amerikanischen Labor machen, die regelmäßig Zucker im Überschuss vertilgten. Mit der Zeit steigerten sie nicht nur ihren Konsum, sie litten auch unter typischen Entzugserscheinungen, neigten selbst nach längerer Abstinenz dazu, rückfällig zu werden. Sogar ein Hang zu Ersatzdrogen, in diesem Fall Alkohol, ließ sich beobachten. Alle diese Verhaltensweisen seien typisch für Suchtkrankheiten und träten auch bei Kokain-, Morphium- oder Nikotinabhängigen auf - seien es nun Ratten oder Menschen, erläuterte Bart Hoebel von der Princeton-Universität auf einem Treffen von Neuropsychopharmakologen in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona.

Kommentar: Der Weißzuckerverbrauch nimmt jährlich, um 2% zu:
  • 1750: ca. 1,8 kg pro Person im Jahr
  • 1850: ca. 9 kg, pro Person im Jahr
  • 1994: ca. 54,4 kg pro Person im Jahr
  • 1996: ca. 72,5 kg pro Person im Jahr
[Nora T. Gedgaudas, 2011: Primal Body, Primal Mind. S. 122]

Kann man bei dieser Entwicklung auch von einer Abhängigkeit sprechen?

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Light Sabers

Leuchtende Bäuche verraten Enzymaktivität

Professor Jean-Christophe Leroux und seine Mitarbeiter haben eine Methode entwickelt, mit der sie im lebenden Organismus Enzyme beobachten können, die Gluten spalten. Das ist ein wichtiger Schritt zur Entwicklung von wirksamen Verdauungsproteinen, die gegen Zöliakie eingesetzt werden können.
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© Desconocido

Wer an Zöliakie leidet, zeigt eine chronische Überempfindlichkeitsreaktion gegen Gluten und seine Abbauprodukte, die nach der Aufnahme aus dem Magendarmtrakt starke Immunreaktionen auslösen. Dieses Protein ist in mehreren Getreidesorten wie Weizen, Gerste und Roggen enthalten. Ohne Gluten-Proteine wären die Eigenschaften des Teigs wenig geeignet für die Produktion von Brot und Backwaren. Alle Arten von Nahrungsmitteln, die manchmal nur schon Spuren von Weizen oder anderen Getreiden enthalten, sind für Betroffene tabu. In westlichen Ländern ist bis zu ein Prozent der Bevölkerung von Zöliakie betroffen.

Ursache der Krankheit ist ein defektes Gen. Auch Umwelteinflüsse oder bestimmte Infektionen während der Kindheit spielen vermutlich eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit.

Kommentar: Anstatt gegen Zöliakie zu kämpfen und Symptome zu behandeln, sollte vollkommen auf Gluten verzichtet werden. Zumal Gluten für ca. 55 verschiedene Krankheiten verantwortlich ist und Zöliakie ist nur eine davon (N.T. Gedgaudas, 2011: Primal Body, Primal Mind)

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Die dunkle Seite des Weizens -- Neue Perspektiven auf Zöliakie und Weizenunverträglichkeit


Radar

Chinas Erdbeben-Frühwarnsystem verbreitet sich weltweit

Chengdu, China - Das Chengdu Institute of Care-life (ICL), die Chengdu Meihuan Tech. Co., Ltd. ("Meihuan Tech.") und die I. Trade International Trade Ltd. ("I. Trade") haben letzte Woche eine strategische Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. I. Trade wird das Erdbeben-Frühwarnsystem in Haiti einrichten, um von Erdbeben verursachte Schäden und Verluste zu verringern.

Das Erdbeben-Frühwarnsystem ist eine Technologie, die Menschen vor dem Eintreffen einer verheerenden Erdbeben-Welle warnt, um von Erdbeben verursachte Sachschäden und Opfer zu verringern. Diese Technologie ist eine nützliche Methode, um Erdbeben-Katastrophen im aktiven Erdbebengürtel zu verhindern. I. Trade hat seit 2010 Meihuan Tech Aufträge erteilt und hat das "on-site" Erdbeben-Frühwarnsystem in Schulen, Bürogebäuden und für Familien errichtet. Das System wurde geprüft und erwies sich bei Nachbeben in Haiti als erfolgreich. I. Trade hat sich zur Einrichtung des fortschrittlicheren "front-detection" Erdbeben-Frühwarnsystems im ganzen Land entschieden.

Saturn

Mond und Erde wahrscheinlich mehrere Millionen Jahre jünger als bislang gedacht

Erdaufgang
© NASAErdaufgang vom Mond aus betrachtet, aufgenommen von "Apollo 8" an Weihnachten 1968.

Livermore/ USA - Eine neue Analyse von Isotopen in Gesteinsproben aus der alten Mondkruste zeigt, dass Mond und Erde möglicherweise Millionen von Jahren jünger sind als bislang angenommen. Zugleich rütteln die Ergebnisse der Forscher auch an den bisherigen Vorstellungen von der Entstehung und Entwicklung des Erdtrabanten.

Bislang gingen Wissenschaftler anhand von mineralogischen und chemischen Analysen von Mondgestein, welches von den Apollo-Missionen zur Erde gebracht wurde, allgemein davon aus, dass der Mond rund 4,5 Milliarden Jahre alt ist.

Wie das Team um Lars Borg vom "Lawrence Livermore National Laboratory" im Fachjournal Nature berichtet, zeigen Isotopenanalysen, unter anderem der Elemente Eisen, Samarium und Neodymium im Innern von alter Gesteinsproben aus der Kruste des Mondes, dass der Mond deutlich jünger sein könnte. Statt 4,5 Milliarden Jahre könnte der Erdtrabant demnach sogar nur rund 4,36 Milliarden Jahre alt sein.

Pharoah

100 Millionen Jahre alter Urzeit-Aal: Forscher finden "lebendes Fossil"

Der Aal
© Jiro Sakaue, si.eduDer Aal "Protoanguilla palau"

Washington/ USA - Wissenschaftler des "Smithsonian National Museum of Natural History" haben in einem Riff vor der Küste des pazifischen Inselstaates Palau einen erstaunlich primitiven Aal entdeckt. Der Fisch besitzt eine Vielzahl primitiver anatomischer Merkmale, die bei den bislang bekannten 19 Familien und mehr als 800 lebenden Aalarten nicht zu finden sind und den Fisch somit als neue Art auszeichnen, die auch einer neuen Gattung und Familie angehört. Der Urzeit-Aal ist zugleich ein sogenanntes "lebendes Fossil", scheint er sich doch seit rund 100 Millionen Jahren nicht mehr verändert zu haben.

Wie die Forscher um den Fischkundler Dave Johnson aktuell im Fachmagazin Royal Society B berichten, belegen eine Vielzahl der Merkmale der neu entdeckten Art, die die Wissenschaftler auf den Namen Protoanguilla palau getauft haben, eine klare Verwandtschaft mit den bislang bekannten lebenden 19 Familien von Aalen (Anguiliformes).

Sun

Sonnen-Eruptionen: Gefahr für Mensch und Erde?

Die Sonne erlebt mal wieder turbulente Zeiten. Im Interview mit RIA Novosti spricht der russische Astronom Sergej Bogatschow über die Ursachen der Sonnen-Eruptionen und die Gefahren der Magnetströme für Mensch und Erde.
Sun burst
© SOHO

RIA Novosti: Herr Bogatschow, guten Tag.

Sergej Bogatschow: Guten Tag.

RIA Novosti: Auf der Sonne brodelt es wieder. In den Medien ist die Rede vom stärksten Sonnenausbruch seit fünf Jahren. Was ist ein Sonnenausbruch? Ist es eine Art Atomexplosion?

Kommentar: Es gibt auch die Vermutung, das die Sonne das Verhalten von Menschen beeinflusst, zum Beispiel Stimmungen und sie auch Menschen zu negativen Verhalten veranlassen kann. Betrachtet man, was in den letzten Wochen geschehen ist, wie die Demonstrationen in England, könnte diese Vermutung gar nicht so falsch sein.


Sherlock

Hölzer 10 Millionen Jahre älter als bislang geglaubt

Zellstruktur versteinerter Pflanze
© P. Gerrienne et al, Science Zellstrukturen dieser versteinerten krautartigen Pflanze belegen, dass es sich um erste Formen von Hölzern handelt.

Liege/ Belgien - Eine Untersuchung von 400 Millionen Jahre alten versteinerten Pflanzen belegen eine Sensation: Hölzer erschienen demnach wahrscheinlich rund 10 Millionen Jahre früher auf der Erde als bislang geglaubt.

In den Proben entdeckten die Forscher um Dr. Phillipe Gerrienne von der "Université de Liège" Zellringe mit eindeutigen Eigenschaften von Holz. In ihrer aktuell im Fachjournal Science veröffentlichten Studie belegen die Forscher zudem, dass die holzartige Substanz einst vielmehr als Transportmechanismus für Wasser diente und keine Stützfunktion für die Pflanzen hatte, etwa um dieser ein höheres Wachstum zu ermöglichen.

Saturn

Forscher lösen Rätsel um gigantischen weißen Pfeil auf Saturnmond Titan

Weißer Pfeil auf Titan
© NASA/JPL/SSIDer weiße Pfeil auf Saturnmond Titan (l.)

Los Angeles/ USA - Ein Sturm in Form eines gigantischen weißen Pfeils in der Atmosphäre des größten Saturnmonds Titan sorgt seit seiner Entdeckung für Rätselraten unter Astrophysikern. Jetzt ist es US-Forschern erstmals gelungen, die kuriose Wolkenform zu erklären.

Der weiße Wolkenpfeil bedeckte eine Fläche von der Größe des US-Bundesstaats Texas und wurde von der Saturnsonde Cassini im Sommer 2010 entdeckt. Mit einen Computermodell der atmosphärischen Zirkulation auf Titan konnten Wissenschaftler um Jonathan L. Mitchell von der "University of California Los Angeles" nun zeigen, wie globale atmosphärische Wellen die Wettermuster des Saturnmonds beeinflussen und dabei einem Effekt herbeiführen können, der in einigen Fällen erstaunliche Wolkenmuster erzeugen können.

Beaker

Resistente Erreger: Mit Killerbakterien gegen Krankenhauskeime

Forscher haben eine ungewöhnliche, aber effektive Methode gegen resistente Krankhauskeime entwickelt: Sie bauten harmlose Darmbakterien genetisch so um, dass diese Jagd auf tödliche Keime machten.
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© CDCDas lebensgefährliche Bakterium Pseudomonas aeruginosa

Im Laborversuch erwiesen sich die künstlich erzeugten Killerbakterien als extrem effektiv gegenüber den resistenten Keimen. Die Sensoren und Waffen des manipulierten Helfers konstruierten die Forscher dabei mit Hilfe gentechnischer Methoden komplett neu und pflanzten diese dann in die Darmbakterien als Träger ein.

„Unsere veränderten Escherichia coli-Bakterien spürten die in Lösung schwimmenden Pseudomonas-Keime auf und töteten sie. Wir beobachteten eine Reduktion der lebensfähigen Zellen um 99 Prozent“, berichten die Forscher im Fachmagazin Molecular Systems Biology. Die bakteriellen Helfer verhinderten auch, dass sich neue Biofilme der Krankhauskeime bildeten. In solchen Biofilmen sind die lebensgefährlichen Pseudomonas-Keime in eine schützende Schleimschicht eingebettet. Dadurch können sie sogar auf glatten Flächen, beispielsweise an medizinischem Gerät, länger überleben. Diese unsichtbaren Keimschichten gelten als Hauptquelle von Krankenhausinfektionen.

Butterfly

Das Beste aus dem Web: Oxytocin: Ein Nasenspray gegen Stress

In der Geburtshilfe wird Oxytocin als Medikament eingesetzt. Psychologen interessiert das Wohlfühl-Hormon nun auch. Es könnte gegen soziale Ängste und Stress helfen.

Paarbeziehungen halten besser, wenn in der Kommunikation der Partner positive, freundliche Botschaften überwiegen. Das hat der amerikanische Psychologe John Gottman nachgewiesen, wobei der Befund nicht wirklich überraschend ist. Gewöhnungsbedürftig ist dagegen die Vorstellung, dass zwei Menschen ausgerechnet ein Nasenspray helfen könnte, ihren Gesprächen jene positive Ausstrahlung zu verleihen.

Noch ist das Zukunftsmusik. Doch eine Studie von Psychologen um Beate Ditzen von der Universität Zürich und Markus Heinrichs, der inzwischen an der Uni Freiburg forscht, zeigt: Paare gehen Konflikte positiver an, wenn sich jeder von ihnen zuvor eine Dosis des Neuropeptids Oxytocin in die Nase gesprüht hat. Jedenfalls galt das für 47 heterosexuelle Paare zwischen 20 und 50 Jahren, die unter "Laborbedingungen" zehn Minuten lang über ein für sie besonders brisantes Thema stritten. Die Diskussion wurde gefilmt und anschließend analysiert, außerdem wurden mehrfach Speicheltests zur Kontrolle des "Stresshormons" Cortisol vorgenommen. Nach dem Streit waren die Werte bei den Paaren, die Oxytocin bekommen hatten, deutlich niedriger als bei der Vergleichsgruppe, die ein Spray ohne Wirkstoff bekommen hatte, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Biological Psychiatry. Allerdings gaben alle Versuchsteilnehmer in der anschließenden Befragung an, dieser Streit zu wissenschaftlichen Zwecken sei vergleichsweise harmlos ausgefallen.

Kommentar: Diese Studie hört sich vielversprechend an, jedoch gibt es eine bessere und auch sichere Methode, um Oxytocin freizusetzen: Éiriú Eolas ein erstaunliches Stressabbau, Heilungs- und Verjüngungsprogramm, das Sie kostenlos ausprobieren können. Bei der Röhrenatmung wird durch bewusste Konstriktion der Vagusnerv stimuliert, was unter anderen zur Ausschüttung von Oxytocin führt.

Stephen Purges untersucht seit einigen Jahren die Funktion von Gehirnnerven, speziell des Vagusnervs und beschreibt, dass Physiologie und Psychologie gleichzeitig betrachtet werden sollten, was heutzutage in Psychiatrien weniger der Fall ist.