Wissenschaft und TechnologieS


Question

War das mysteriöse Strahlenereignis im 8. Jahrhundert ein Gammastrahlenblitz?

Erst im vergangenen Sommer haben japanische Wissenschaftler anhand der Jahresringe alter Bäume in der nördlichen Hemisphäre einen plötzlichen Anstieg des radioaktiven Kohlenstoff-Isotops C-14 vor rund 1.200 Jahren entdeckt. Seither rätseln Wissenschaftler weltweit darüber, was für dieses mysteriöse Strahlungsereignis zwischen den Jahren 774 und 775 verantwortlich gewesen sein könnte (...wir berichteten, s. Links). Während erst kürzlich US-Wissenschaftler einen gewaltigen Sonnenausbruch für das Ereignis verantwortlich machten, glauben nun Forscher der Universität Jena, dass ein kurzer Gammastrahlenblitz die Werte ansteigen ließ.
Gammablitz
© NASA Künstlerische Darstellung eines hellen Gammablitzes (Illu.).
Jena (Deutschland) - Der plötzliche Anstieg sei das Ergebnis einer gewaltigen kosmischen Explosion: "Wenn zwei extrem kompakte Himmelskörper miteinander verschmelzen, wird blitzartig eine riesige Menge Energie freigesetzt. Ein kurzer Gammastrahlenblitz (engl.: Gamma Ray Burst) entsteht, dessen Strahlung durch das All rast. Solche Blitze lassen sich auch noch in vielen tausend Lichtjahren Entfernung von der Erde aus beobachten", erläutert die Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Galaxy

Unerwarteter Zufallsfund: Größte bekannte Spiralgalaxie des Universums entdeckt

Amerikanische Astronomen haben praktisch zufällig die bisher größte bekannte Spiralgalaxie des Universums entdeckt. Mit einem Durchmesser von 522.000 Lichtjahren ist sie mehr als fünfmal so groß wie unsere Milchstraße. Die neuentdeckte Galaxie mit der Bezeichnung »NGC 6872« befindet sich im Sternbild Pfau und ist etwa 212 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.
Größte Spiralgalaxie, NGC 6872
© NASA
Die Wissenschaftler erklärten, sie hätten die Galaxie bei der Auswertung von Satellitensignalen entdeckt. Eigentlich hätten sie nach Sternentstehungsgebieten in der Umgebung der Galaxie gesucht. Stattdessen seien sie auf eine starke Strahlung ultravioletten Lichts gestoßen, die von jungen Sternen ausging und die ihnen erst die enorme Größe der Galaxie vor Augen geführt habe.

»Ich habe nicht nach der größten Spiral-Galaxie gesucht - ihre Entdeckung war sozusagen ein unerwartetes Geschenk«, erklärte Raffael Eufrasio, Chefwissenschaftler des Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt im Landkreis Prince George im US-Bundesstaat Maryland.

Solar Flares

Bevorstehende Sonneneruption? Riesige Sonnenfleckenregion zielt Richtung Erde

Sonnenforscher zeigen sich besorgt: Eine gewaltige aktive Sonnenfleckenregion ist derzeit direkt auf die Erde gerichtet und zeigt ein Magnetfeld mit Eigenschaften, die auf einen möglicherweise bevorstehende schwere Sonneneruptionen hindeuten. Würde sich ein solcher Ausbruch der Kategorie "X" noch heute ereignen, wäre der damit einhergehende Teilchenstrom direkt Richtung Erde gerichtet.
Sonnenfleckregion Januar 2012
© NASADie aktive Sonnenfleckenregion (AR) 1654 am 16. Januar 2012.
Washington (USA) - Das Magnetfeld der Sonnenfleckenregion AR 1654 (s. Abb.), in die die Erde mehr als 20 mal hineinpassen würde, beherbergt "Beta-Gamma-Delta"-Felder, die Energien für Ausbrüche (sog. Flares) der stärksten Kategorie "X" beinhalten, berichtet "Spaceweather.com". Jede Explosion aus dieser Region heraus würde derzeit die Erde direkt treffen.

Comet

Gefundener Meteorit 7034 in Sahara erstaunt Wissenschaftler

meteorit 7034
© Nasa
Ein in der Sahara entdeckter Mars-Meteorit versetzt die Forscher ins Staunen. Der Stein ist etwa 2.1 Milliarden Jahre alt und gewährt einzigartige Einblicke in die geologische Geschichte des Roten Planeten. Aufgrund seines Aussehens tauften die Forscher den Meteoriten NWA 7034 "Black Beauty".


Der Mars-Meteorit NWA 7034 bringt Wissenschaftler zum Staunen: Der rund 2,1 Milliarden alte Stein unterscheidet sich deutlich von den über 100 anderen bekannten Meteoriten vom Roten Planeten. Er begründe sogar eine komplett neue Klasse, erklären Forscher um Carl Agee von der University of New Mexico im Fachmagazin Science.

NWA 7034 enthält ungewöhnlich hohe Mengen an Mineralien wie Feldspat und Pyroxen. Diese Mineralien sind laut den Wissenschaftlern vermutlich vulkanischer Herkunft. Es spricht also viel dafür, dass der Meteorit, der rund 320 Gramm wiegt, aus der Vulkankruste des Mars stammt. Aufgrund des hohen Sauerstoffgehalts des Meteorits ist außerdem zu vermuten, dass der Marsboden Sauerstoffreservoirs enthielt.

Nebula

Neue universelle Naturkraft? Unbekannte Kraft scheint auf Dunkle Materie einzuwirken

Durch die Kartierung der Masseverteilung einer gewaltigen galaktischen Kollision, sind US-Astronomen auf deutliche Hinweise auf eine bislang unbekannte Kraft gestoßen, die offenbar nur auf sogenannte Dunkle Materie einwirkt. Sollte sich die Beobachtung und die Schlussfolgerung der Forscher bestätigen, würde es sich um eine weitere und damit fünfte physikalische Grundkraft im Universum handeln.
Musketenkugel-Galaxiehaufen
© NASA/STScI; ESO WFI; Magellan/U.Arizona/D.Clowe et al. Röntgenteleskopaufnahme des Musketenkugel-Galaxienhaufens im Sternbild Krebs.
Davis (USA) - Wie der Astronom William Dawson von der University of California auf dem Jahrestreffen der American Astronomical Society im kalifornischen Long Beach berichtet, entdeckte er und sein Team diese Hinweise bei der Beobachtung und Kartierung der Massenverhältnisse im sogenannten Musketenkugel-Galaxienhaufen (DLSCL J0916.2+2951), einem gewaltigen Himmelsobjekt im Sternbild Krebs, rund 5,2 Milliarden Lichtjahren von der Erde entfernt.

Für gewöhnlich sind Galaxien durch die Gravitation an andere Galaxien gebunden und bilden so gewaltige Galaxienhaufen. Der Musketenkugel-Galaxienhaufen ist hierbei ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn zwei solcher Galaxienhaufen, von denen beide aus mehreren hundert Einzelgalaxien bestehen, miteinander kollidieren.

Chalkboard

Astronomen erhöhen Schätzwert: Jeder zweite Stern in der Milchstraße mit erdähnlichen Exoplaneten

Astronomen erhöhen Schätzwert für erdähnliche Planeten in der Milchstraße

Erdähnliche Planeten sind in der Milchstraße vermutlich keineswegs die Ausnahme. Einer neuen Berechnung zufolge könnte jeder zweite Stern in unserer Galaxie mindestens einen Erdzwilling besitzen. Ein Großteil dieser Himmelskörper entgeht bisher allerdings noch den Teleskopen der Astronomen. Denn sie sind zu klein und umkreisen ihre Sterne zu weit entfernt, um mit heutigen Optiken gefunden zu werden, wie US-amerikanische Forscher berichten.
Erdähnlicher Exoplanet
© NASA/JPLErdähnlicher Exoplanet
In den letzten Jahren hat sich die Sicht der Astronomen in punkto Exoplaneten dramatisch gewandelt. Galt die Erde früher als Sonderling und seltener Glücksfall - steinig, wasserreich und in genau der richtigen Entfernung von unserer Sonne, um Leben zu ermöglichen, sieht das Bild heute anders aus. Heute gehen Forscher davon aus, dass es allein in unserer Milchstraße Millionen Planeten um ferne Sonnen geben könnte - und dass darunter auch zahlreiche Erdzwillinge sind. Besonders die bisher mehr als tausend Planetenfunde des NASA-Weltraumteleskops Kepler haben es den Astronomen ermöglicht, grobe Schätzungen der Planetenzahlen zu wagen.

Galaxy

Größte bekannte Struktur des Universums entdeckt, die das bisherige kosmologische Prinzip nicht erlaubte

Quasargruppe ist größer, als es das kosmologische Prinzip eigentlich erlaubt

Astronomen haben eine Quasargruppe entdeckt, die größer ist als jede andere bekannte Struktur im Universum. Die Ansammlung von aktiven Galaxienkernen misst an ihrer längsten Stelle 1.200 Megaparsec- das entspricht der 1.600fachen Entfernung von der Milchstraße zu unserer Nachbargalaxie Andromeda. Ein Objekt dieser Größe aber dürfte es eigentlich im Kosmos gar nicht geben, denn dies widerspricht dem sogenannten kosmologischen Prinzip.
Quasar
© ESO/M. KornmesserIllustration eines Quasars - eines aktiven, große Mengen energiereicher Strahlung aussendenden Galaxienkerns.
"Es ist schwer, die gigantische Größe dieser Formation zu begreifen: Selbst das Licht benötigt vier Milliarden Jahre um von einem Ende zum anderen zu gelangen", erklärt Erstautor Roger Clowes von der University of Central Lancashire in Preston. "Das ist extrem aufregend - nicht zuletzt, weil es unserem bisherigen Verständnis der Größenverhältnisse im Kosmos widerspricht."

Fireball 5

Asteroid Apophis: Objekt ist größer und schwerer als bisher vermutet

Mit einem Esa-Teleskop haben Forscher den Asteroiden Apophis neu vermessen. Er ist größer und schwerer als angenommen. Apophis wird 2029 nach kosmischen Maßstäben haarscharf an der Erde vorbeifliegen. Sieben Jahre später kommt er wieder - mit unklaren Folgen.


Berlin - Zumindest eine Weile lang hat der Asteroid Apophis der Welt einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Berechnungen hatten ergeben, dass der Kleinplanet - mit geringer Wahrscheinlichkeit - am 13. April 2029 auf der Erde einschlagen könnte. Inzwischen gilt dieses Szenario zwar als ausgeschlossen. Doch was passiert, wenn sich Apophis der Erde im Jahr 2036 wieder nähert, ist noch nicht recht klar.

Nun hat das Weltraumteleskop Herschel der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) den potentiellen Störenfried genauer in den Blick genommen - und dabei unter anderem herausgefunden, dass der Asteroid wohl größer und schwerer ist als bisher angenommen. Insgesamt zwei Stunden Beobachtungszeit erlaubten eine genaue Analyse des Kleinplaneten, der gerade im Abstand von 14.5 Millionen Kilometern an der Erde vorbeigeflogen ist. Zum Vergleich: Im Jahr 2029 werden es um die 36.000 Kilometer sein.

Frog

Geheimnis der Schrumpelfinger - Forscher stellen erste Vermutungen an

Wenn Hände länger im Wasser sind, werden sie schrumpelig. Das liegt jedoch nicht nur an der Nässe. Vielmehr reagiert der menschliche Körper auch selbst. Forscher vermuteten einen Nutzen hinter diesem Mechanismus - und haben ihn nun möglicherweise gefunden.
schrumpelfinger, falten
© dpa
Schrumpelige Finger nach dem Schwimmen oder Abspülen verschönern vielleicht nicht gerade die Hände. Doch sorgen die Falten offenbar dafür, dass Menschen nasse Gegenstände besser greifen können, wie ein Experiment von Forschern der britischen Newcastle University nahe legt (Biology Letters, online).

Das Team um Kyriacos Kareklas vom Institut für Neurowissenschaften ließ Probanden kleine Murmeln von einer Kiste durch ein enges Loch in einen anderen Behälter legen. Mit nassen Murmeln gelang dies schneller, wenn die Probanden zuvor ihre Finger in warmem Wasser gebadet und damit faltig gemacht hatten. Bei trockenen Murmeln benötigten die Teilnehmer insgesamt zwar weniger Zeit, Schrumpelfinger brachten dabei jedoch keinen Vorteil.

Bizarro Earth

Vögel singen lauter im Menschen-Lärm der Städte

Anpassungen an den urbanen Lebensraum tun not: Stadtvögel zwitschern höher und mit mehr Dezibel

Amsel
© Oliver Lang/APLandamseln im Wienerwald müssen keinen Verkehrslärm übertönen und zwitschern leiser und tiefer.
Seewiesen/Wien - Obwohl wildlebende Tiere im urbanen Raum auf zahlreiche ungünstige Umweltbedingungen treffen, haben sich viele von ihnen die Stadt als neuen Lebensraum erobert. Zwar leiden sie einerseits an einer der höheren Licht- und Lärmintensität als am Land. Andererseits profitieren sie vom höheren Nahrungsangebot und neuen Brutmöglichkeiten.

Doch Anpassungen tun not: Um Partner anzulocken und ihr Revier zu verteidigen, singen Rotkehlchen in der Stadt bis in die Nacht hinein, wenn der Straßenlärm nach dem Feierabendverkehr abgeflaut ist. Bekannt ist außerdem, dass Amseln in Städten in einer höheren Tonlage singen, weil die ihr Zwitschern im Verkehrsrauschen besser hörbar macht.