Wissenschaft und TechnologieS


Fireball 5

Asteroid Apophis zieht an Erde vorbei

Kaum ist der angebliche Weltuntergang vor Weihnachten überstanden, da wähnen ganz Eifrige schon wieder finales Ungemach über unseren Köpfen. Dieses Mal sorgt der Asteroid Apophis für Aufsehen.

Der etwa 300 Meter große Brocken zieht noch gut eine Woche recht nah an der Erde vorbei - nah heißt in diesem Fall in einem Abstand von 15 Millionen Kilometern.

Die Astronomen blicken mit allem zur Verfügung stehenden Instrumentarium auf den kleinen Gesteinsbrocken. Sie untersuchen den nahen Besucher nicht nur optisch, sondern auch mit Hilfe von Radar.

Die Schüsseln in Arecibo in Puerto Rico und in Goldstone in Kalifornien kommen zum Einsatz, um Apophis in die Radarfalle gehen zu lassen.

Bell

Teenager macht "zufällige" Entdeckung für die Astronomie, wirft diese auf den Kopf und veröffentlicht im Fachmagazin "Nature"

Bild
© Reuters Neil Ibata: Er dürfte einer der jüngsten Autoren sein, die jemals im Fachblatt "Nature" veröffentlicht haben. Und das nicht etwa als einer von Dutzenden Autoren eines kleinen Beitrags für ein Spezialpublikum. Stattdessen ist der 15-Jährige für den zentralen Teil jener Studie mitverantwortlich, die das bisherige Bild von der Galaxien-Entstehung in Frage stellt.
Im Fachblatt "Nature" veröffentlichen Forscher von Weltrang ihre Erkenntnisse. Jetzt ist das einem 15-Jährigen gelungen: Der französische Gymnasiast Neil Ibata hat eine Entdeckung gemacht, die das bisherige Bild der Galaxien-Entstehung in Frage stellt.

Nature ist neben dem Magazin Science das Zentralorgan der internationalen Forschung: Eine Veröffentlichung in den einflussreichen Titeln gilt Wissenschaftlern als eine Art Ritterschlag, sie werden von vielen Fachkollegen in späteren Studien zitiert, ihre Arbeit erhält Renommee und Gewicht.

Umso erstaunlicher ist, dass es nun ein 15-Jähriger in die Autorenliste eines Nature-Beitrags geschafft hat - und obendrein nicht etwa als einer von Dutzenden Autoren eines kleinen Beitrags für ein eng umrissenes Spezialpublikum. Stattdessen ist Neil Ibata für den zentralen Teil jener Studie mitverantwortlich, die in dieser Woche das Titelthema des britischen Fachblatts ist.

Apple Red

Biospritbäume anstatt Biospritpflanzen

shell
© Oliver BergBiosprit ist momentan noch eine Gefahr für Nahrungsmittel, da Nahrungsmittel verwendet werden und allgemein ein fragliches Unternehmen.
Lancaster - Biosprit hat viele Kritiker. Nun verweisen britische Forscher auch noch auf mögliche Gesundheitsschäden. Für den hohen künftigen Bedarf an Biosprit sollen schnellwachsende Bäume gepflanzt werden, die nach Angaben des Teams Isopren ausdünsten.

Das Gas führe zusammen mit Stickoxiden zur Bildung von bodennahem Ozon, das die Atemwege reizt. Die Forscher um Nick Hewitt von der Universität in Lancaster haben in einem Computermodell simuliert, wie sich der massive Anbau von Biosprit-Bäumen auf die Umwelt auswirken könnte. Sie präsentieren ihre Studie im Fachjournal Nature Climate Change.

Die EU-Staaten haben sich verpflichtet, bis zum Jahr 2020 zehn Prozent der Energie im Verkehrssektor aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Um den hohen Bedarf an Biosprit zu decken, sollen in Zukunft weitere Pflanzen kultiviert werden, die sich zur Herstellung von Biosprit eignen. Die Forscher gehen in ihrem Modell davon aus, dass 2020 in Europa schnellwachsende Bäume wie Pappeln, Weiden und Eukalyptus für Biosprit auf einer Fläche angebaut werden, die etwa zweimal so groß wie Deutschland ist.

Camera

Spiralgalaxie Messier aka Feuerrad-Galaxie: Bild aus 51 einzelnen Hubble-Aufnahmen zusammengesetzt

Spiralgalaxie Messier
© European Space Agency & NASA
Dieses Bild der eindrucksvollen Spiralgalaxie Messier 101 (M101) war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 2006 das größte und detailreichste Bild einer Galaxie, das je vom Weltraumteleskop Hubble veröffentlicht wurde. Das Bild wurde aus 51 einzelnen Hubble-Aufnahmen zusammengesetzt und enthält zudem Daten von erdgebundenen Teleskopen. Das Endprodukt hatte dann einen Umfang von 16.000 mal 12.000 Pixel. M101 (oder NGC 5457) wird auch Pinwheel-Galaxie oder Feuerrad-Galaxie genannt. Die Galaxie hat einen Durchmesser von 170.000 Lichtjahren und liegt in etwa 25 Millionen Lichtjahren Entfernung im Sternbild Großer Bär.

Camera

Bild des Tages: Zwergalaxie NGC 5477

Zwerggalaxie NGC 5477
© ESA/Hubble & NASA
Unser Bild des Tages zeigt eine heute von der europäischen Weltraumagentur ESA veröffentlichte Aufnahme der irregulären Zwerggalaxie NGC 5477. Sie liegt im Sternbild Großer Bär und gehört zu einer Gruppe von Galaxien rund um eine der größten und hellsten Spiralgalaxien am Himmel überhaupt, die Galaxie Messier 101 (siehe unser Bild des Tages vom 27. Mai 2008).

Galaxy

Kepler: Unsere Heimatgalaxie Milchstraße beherbergt mindestens 100 Milliarden Planeten

Eine neue Analyse auf er Grundlage von Beobachtungen des Weltraumteleskops "Kepler" hat Hinweise darauf gefunden, dass es alleine in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, mindestens 100 Milliarden Planeten gibt.
Milchstraße
© Sebastian Voltmer, astrophoto.deSymbolbild: Blick ins Zentrum der Milchstraße.
Pasadena (USA) - Zu dieser Schlussfolgerung kommen Forscher um Jonathan Swift und John Johnson vom California Institute of Technology (Caltech) und stützen damit ein weiteres Mal die Vorstellung, dass Planetensysteme um Sterne nicht die Ausnahme sondern die "kosmische Norm" sind.

Beaker

Den absoluten Nullpunkt ausgetrickst: Physiker erschafften Atome mit negativen Kelvin-Werten

Atome mit negativer Kelvin-Temperatur erzeugt

Der absolute Nullpunkt heißt so, weil eigentlich nichts kälter werden kann als er. Jetzt aber haben Physiker im Labor ein atomares Gas geschaffen, das negative Kelvin-Werte annehmen kann - und damit scheinbar noch unterhalb des Nullpunkts liegt. Klingt paradox? Ist es auch - jedenfalls wenn man die eigentlich unmöglichen Eigenschaften anschaut, die dieses Gas dann aufweist. Über ihr Expierment berichteten die Forscher im Fachmagazin "Science".
Nullpunkt, negative Kelvin-Temperatur
© LMU und MPQ MünchenHeiße Minusgrade: Bei einer negativen absoluten Temperatur (rote Kugeln) kehrt sich die Energieverteilung von Teilchen im Vergleich zur positiven Temperatur (blaue Kugeln) um.
Was für die meisten Menschen im Winter normal ist, war in der Physik bislang unmöglich: eine negative Temperatur. Auf der Celsius-Skala sind Minus-Grade keine große Sensation. Auf der absoluten Temperatur-Skala, die von Physikern verwendet wird und auch Kelvin-Skala heißt, kann der Nullpunkt jedoch nicht unterschritten werden - zumindest nicht in dem Sinne, dass etwas kälter als null Kelvin wird. Der physikalischen Bedeutung der Temperatur zufolge hat ein Gas eine umso niedrigere Temperatur, je langsamer die chaotische Bewegung seiner Teilchen ist. Bei null Kelvin (minus 273 Grad Celsius) kommen die Teilchen zum Stillstand und alle Unordnung verschwindet. Nichts kann also kälter sein als der absolute Nullpunkt der Kelvin-Skala.

Telescope

Das Rätsel der Fermi-Blasen - gewaltige Partikelblasen im Zentrum der Milchstraße

Seit das Gammastrahlen-Weltraumteleskop "Fermi" 2010 zwei gewaltige blasenartige Strukturen entdeckte, die aus dem Zentrum unsere Galaxie, der Milchstraße, austreten, sorgten diese für Rätselraten unter Astrophysikern. Jetzt konnten internationale Astronomen die sogenannten "Fermi-Blasen" mit dem 64-Meter-Parks-Radioteleskop der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CISRO) vermessen und feststellen, was die Strukturen befeuert.
Fermi-Blasen
© NASA/DOE/Fermi LAT/D. Finkbeiner et al. Künstlerische Darstellung der Fermi-Blasen.
Perth (Australien) - Die senkrecht zur Ebene der Milchstraße austretende Doppelblase erstreckt sich über unglaubliche 50.000 Lichtjahre, was in etwa der Hälfte des Gesamtdurchmessers unserer Galaxie entspricht. "Was wir da sehen, sind zwei Gammastrahlen aussendende Blasen, die sich 25.000 Lichtjahre in nördlicher und südlicher Richtung vom galaktischen Zentrum ausdehnen", erläuterte 2010 Doug Finkbeiner, vom "Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics" in Cambridge, der gemeinsam mit seinen Studenten Meng Su und Tracy Slatyer die bis dahin unbekannte Struktur zum ersten Mal entdeckt hatte. "Um was genau es sich handelt und woher sie stammt, wissen wir bislang jedoch nicht", erklärten die Forscher damals (...wir berichteten).

Unsichtbar für das menschliche Auge, überspannt die Struktur damit mehr als die Hälfte des sichtbaren Sternenhimmels und zieht sich vom Sternbild Jungfrau (Virgo) bis zum Kranich (Grus).

Nebula

ALMA macht erstmals Gasströme während der Wachstumsphase von Planeten sichtbar

Mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) haben Astronomen erstmals direkt beobachten können, wie ausgedehnte Gasströme eine Lücke in der Materiescheibe um einen jungen Stern überwinden. Der Theorie nach sollten derartige Gasströme während der Wachstumsphase von Gasplaneten entstehen und stellen ein Schlüsselstadium bei der Geburt der Gasriesen dar.
Gas- und Staubscheibe um jungen Stern
© ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/M. Kornmesser (ESO) Künstlerische Darstellung der Scheibe aus kosmischem Gas und Staub um den jungen Stern "HD 142527".
Purico (Chile) - Wie das internationale Astronomenteam um Simon Casassus von der Universidad de Chile aktuell in der Fachzeitschrift Nature berichten, untersuchte sie den jungen Stern "HD 142527", der über 450 Lichtjahre von der Erde entfernt und von einer Scheibe aus kosmischem Gas und Staub umgeben ist. Hierbei handelt es sich um die Überbleibsel jener Wolke, aus der der Stern selbst einst selbst entstanden ist.

Mars

Reisen zum Mars bergen erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen

Dass Langzeitaufenthalte im freien Weltraum, etwa während einer Reise zum Mars und zurück, eine ganze Reihe von Gesundheitsrisiken und -problemen beinhaltet, ist bereits hinlänglich bekannt. Während bislang jedoch nur bekannt war, dass kosmische Strahlung Krebs begünstigt zeigt nun eine Untersuchung erstmals, dass der ungenügend geschützte Langzeitaufenthalt auf dem Weg zum Roten Planeten durch die kosmische Strahlung auch ein beschleunigtes Risiko mit sich bringt, etwa an Alzheimer zu erkranken.
bemannte Erkundung des Mars
© NASA/Pat Rawlings, SAIC Künstlerische Darstellung einer bemannten Erkundung des Mars (Illu.).
Rochester (USA) - "Galaktische kosmische Strahlung stellt eine beträchtliche Bedrohung für zukünftige Astronauten dar", fasst Dr. M. Kerry O'Banion vom University of Rochester Medical Center (URMC) Department of Neurobiology and Anatomy das Ergebnis seiner aktuellen und von der NASA unterstützten Studie zusammen. "Das Ausgesetztsein gegenüber Strahlungsdosen, wie sie auf einer Mission zum Mars einwirken, könnte kognitive Probleme herbeiführen und Veränderungen im Hirn beschleunigen, wie sie mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung stehen."