Wissenschaft und TechnologieS


Fireball

Asteroid XE54 verfehlte nur knapp die Erde - Erst 2 Tage zuvor entdeckt

Erst vergangene Woche passierte ein Asteroid in 140.000 Meilen Entfernung die Erde. Nur zwei Tage, nachdem er von Forschern überhaupt entdeckt wurde. Experten fordern nun, ein neues, besseres Überwachungssystem zu schaffen und Notfallpläne aufzustellen. Der Apophis Asteroid beispielsweise wird im Jahr 2029 der Erde näher kommen als ein Fernsehsatellit.
asteroid, komet
© SXC.hu
Der amerikanische Blockbuster Armageddon ist vielen noch im Gedächtnis. Bruce Willis als der Held, der sich opfert, um einen Asteroiden-Einschlag auf der Erde zu verhindern. Doch reine Fiktion ist es nicht. Etliche Wissenschaftler fordern immer eindringlicher, die Überwachungssysteme zu verbessern und Notfallpläne aufzustellen, für den Fall, dass ein Asteroid der Erde doch zu nahe kommen könnte. Sie warnen davor, dass die Zeit zwischen der Entdeckung eines Asteroiden und dessen möglicher Kollission mit der Erde äußerst knapp sein kann und dann nur wenig Spielraum zum Handeln bliebe.

Kommentar: Es wird immer nur von großen und sichtbaren Körpern ausgegangen und nicht von Kometenschwärmen... Lesen Sie dazu die folgenden Artikel:

Kosmische Ballerei
Feuer und Eis: The day after tomorrow


Display

Neue Technologie wie beim Terminator: Informationen wie Textnachrichten und Routenplaner werden auf Kontaktlinsen projiziert

Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten während der Fahrt Texte lesen oder beim Duschen telefonieren, ohne dass Sie dazu ein Telefon in Ihrer Hand halten müssten. Heute ist das keine Science-Fiction mehr - eine neue Technologie ermöglicht es, Informationen wie Textnachrichten und einen Routenplaner auf Kontaktlinsen zu projizieren.
neue Technologie
© solarseven / Shutterstock
Von der technischen Seite her nutzt man dazu einen neu entwickelten halbkugelförmigen LCD-Kleinstbildschirm, der in eine Kontaktlinse passt und vom Zentrum für Mikrosystem-Technologie der Universität Gent in Belgien entwickelt wurde. »Hier geht es nicht um Science-Fiction«, erklärte der Chefwissenschaftler des Projekts, Jelle De Smet, gegenüber dem Telegraph.
»Unser Bildschirm wird niemals die Kinoleinwand für Filme ersetzen. Aber für besondere Anwendungen kann es interessant sein, Bilder wie etwa Wegbeschreibungen oder die Textnachrichten von unseren Smartphones direkt vor unserem Auge zu projizieren.«

Bulb

Gedankensteuerung für Gelähmte: Mit Nervenimpulsen einen Roboterarm kontrollieren

roboterarm
© UPMCDie vom Hals abwärts gelähmte Jan Scheuermann steuert eine Roboterhand mit ihren Gedanken
In den USA ist es Ärzten gelungen, einer vom Hals abwärts gelähmten Frau Elektroden im Gehirn einzupflanzen, mit denen sie eine Roboterhand steuern kann. Die Elektroden „lesen“ dabei die Gedanken der Frau.

Nur mit ihren Gedanken kann eine vom Hals abwärts gelähmte Frau eine neu entwickelte Roboterhand steuern. Das berichten US-amerikanische Forscher im Medizinjournal The Lancet. Entscheidend für den Fortschritt sei dabei eine neue Art der Übersetzung von Nervenimpulsen, die sich mehr an der natürlichen Steuerung der Muskeln orientiere, schreiben die Wissenschaftler.

Das Team um Andrew Schwartz von der Universität Pittsburgh (US-Staat Pennsylvania) behandelte eine 52-jährige Frau, die aufgrund einer Erkrankung des Nervensystems seit Jahren ihre Arme und Beine nicht mehr bewegen kann. In das motorische Zentrum ihres Gehirns wurden zwei Mikroleketroden eingepflanzt. Diese waren mit einem in alle Raumrichtungen beweglichen künstlichen Arm mit Hand und voll beweglichen künstlichen Fingern verbunden.

Kommentar: Über einen ähnlicher Erfolg wurde im Mai diesen Jahres berichtet:

Gedanken steuern Roboterarm: Hoffnung für Gelähmte


Info

Erforschung wie Nebelkrähen und Raben ihr Wissen untereinander weitergeben

Nebelkrähen und Raben sind nicht nur erstaunlich klug, sie geben ihr Wissen auch untereinander weiter - allerdings ist das von Alter, Rang im Schwarm und Geschlecht abhängig
Krähe
© standard/christian fischerEine Nebelkrähe zeigt an einem Mistkübel, dass sie zu den geschicktesten Vögeln zählt.
Biologen studieren dieses Verhalten gerade in Schönbrunn und Bad Vöslau.

In der Artenliste des Wiener Tiergartens Schönbrunn werden die Raben- und Nebelkrähen, die sich dort zu Hunderten zwischen Tigern, Kängurus und Elefanten herumtreiben, nicht aufgeführt, und ein Besuchermagnet sind sie auch nicht. Die Wissenschaft jedoch interessiert sich durchaus für die intelligenten Vögel: zum Beispiel dafür, wie sie erworbenes Wissen untereinander weitergeben.

Magnify

Forscher entdecken Steuerungsmechanismus für wichtigen Wachstumsfaktor

CeMM-Forscher beschäftigen sich mit der epigenetischen Kontrolle von Erbinformationen

Wien - Einer Forschungsgruppe am Wiener CeMM (Forschungszentrum für Molekulare Medizin) der österreichischen Akademie der Wissenschaften ist es erstmals gelungen, jenen Mechanismus in embryonalen Stammzellen zu entschlüsseln, der für die Produktionssteuerung des Wachstumsfaktors IGF2-Rezeptor verantwortlich ist. Die an Stammzellen von Mäusen durchgeführte Studie wurde in der aktuellen Ausgabe der US-Wissenschaftszeitschrift Science veröffentlicht.

Cow

Von wegen "dumme Ziege": Sozial lebende Wiederkäuer denken in Kategorien

Wissenschaftler des Forschungsbereichs Verhaltensphysiologie am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) untersuchen derzeit, wie sich höhere Lernleistungen auf das Verhalten, die Wahrnehmung der Haltungsumwelt und das Wohlbefinden bei Nutztieren auswirken. Am Beispiel von Zwergziegen wurden dazu im Rahmen eines Projektes das Verständnis allgemeiner Zusammenhänge, also das, was man kognitive Leistungsfähigkeit nennt, bei Nutztieren analysiert - mit erstaunlichem Ergebnis.
Ziege
© FBN, Jan LangbeinZwergziege im Lernautomaten.
Dummerstorf (Deutschland) - Mit dem Wissen über ihre Lern- und Kognitionsfähigkeit soll langfristig die Haltungsumwelt verbessert und das Wohlbefinden gesteigert werden, erläutert die FBN-Pressemitteilung (fbn-dummerstorf.de). "Denn fehlende Kenntnisse über die Lernleistungen können zu einem falschen Umgang mit Nutztieren führen. Umgekehrt sind diese durch anhaltendes Lerntraining in der Lage, auf Belastungssituationen flexibler zu reagieren."

Gear

Kernkraftwerk in Grundremmingen wurde vom Netz genommen - Aufgrund einer Leckage

Mitarbeiter entdeckten tropfenden Messstutzen
Bild
© Archivbild Augsburger AllgemeineAufgrund einer Leckage, die in der Nacht auf Montag festgestellt wurde, ist Block C des Kernkraftwerks Gundremmingengestern heruntergefahren worden. Unser Archivbild entstand bei Revisionsarbeiten unter dem Druckbehälter des Reaktorblocks C.
Gundremmingen Gestern Vormittag musste Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen vorübergehend vom Netz genommen werden. Grund ist nach Angaben des Kraftwerkssprechers Tobias Schmidt ein tropfender Messstutzen unterhalb des Reaktorbehälters. Wann der Block wieder ans Netz geht, steht noch nicht fest.

Bei dem Messstutzen handelt es sich nach Angaben des Kraftwerkssprecher um einen Anfahrdetektor. Er diene der Überwachung der Anlage bei An- und Abfahrvorgängen. Bei der Leckage handle es sich um Wasser aus dem Primärkreislauf, das auch Radionuklide, also radioaktive Stoffe, enthält, bestätigte Schmidt auf Nachfrage unserer Zeitung. Allerdings sei die Tropfleckage innerhalb des Sicherheitsbehälters, des sogenannten Containments, aufgetreten. Eine Gefahr für die Beschäftigten der Anlage oder die Umgebung habe daher nicht bestanden, so Schmidt.

Clock

Symmetriebrüche der Zeit: Wenn Uhren rückwärts laufen, laufen sie anders als vorwärts

Daten des amerikanischen BaBar-Experiments zeigen: Die Uhren sogenannter B-Mesonen laufen rückwärts anders als vorwärts.

BaBar-Detektor, rückwärts laufende Uhren
© Stanford UniversityTechniker bereiten den BaBar-Detektor vor.
Stanford (USA) - In der Welt des Kleinsten geht vieles sonderbar zu. Dort regieren die Gesetze der Quantenphysik und sind etwa dafür verantwortlich, dass der Ort eines Teilchens umso unschärfer wird, je genauer seine Geschwindigkeit gemessen wird. Bei aller Fremdartigkeit des Mikrokosmos sorgen allerdings einige Symmetrien für Ordnung. Zu den wichtigsten gehören die miteinander verknüpften Symmetrien der Zeitumkehr, der räumlichen Spiegelung und der Überführung von Teilchen in Antiteilchen. Nachdem für die anderen beiden Symmetrien bereits seit Jahren bekannt ist, dass sie im Mikrokosmos nicht immer erhalten sind, konnten Forscher dies nun auch für die Zeitsymmetrie feststellen.

Galaxy

Erstmalige Entdeckung eines Sternen-Embryos: Ein Sonnensystem im Entstehen

Astronomen haben das bislang jüngste sich noch bildende Sternsystem, einen Sternen-Embryo mitsamt einer um diesen jungen Stern kreisenden Gas- und Staubscheibe entdeckt. Ein Stern in einer derart frühen Phase der Sternenentstehung wurde zuvor noch nie beobachtet und kann nun wichtige Informationen über die Entstehung von Sternsystemen wie unseres eigenen Sonnensystems liefern.
entstehendes Sonnensystem
© Bill Saxton, NRAO/AUI/NSFKünstlerische Darstellung des noch jungen Sonnensystems. Der junge Stern "L1527" zieht Material aus seiner Umgebung in eine ihn umgebenden Staub- und Gasscheibe (r.) und erzeugt dabei zugleich Ströme aus nach außen schießendem Material (l.).
Charlottesville (USA) - Wie die Astronomen um John Tobin vom National Radio Astronomy Observatory aktuell und Hsin-Fang Chiang von der University of Illinois und dem Institute for Astronomy an d University of Hawaii im Fachjournal Nature berichten, besitzt der sogenannte Protostern bislang erst ein Fünftel der Masse unserer Sonne, befindet sich immer noch im Prozess der Materialansammlung aus der ihn umgebenden Staub- und Gasscheibe heraus. Möglicherweise wird er eines Tages in etwa die Masse unserer Sonne erreichen. Die Scheibe selbst, so vermuten die Wissenschaftler weiterhin, beinhaltet noch genügend Masse, um daraus bis zu sieben jupitergroße Planeten entstehen zu lassen.

Map

Wissenschaftler haben die Herkunft der Roma rekonstruiert

Vorfahren der Roma wanderten vor 1.500 Jahren aus Indien aus

Roma
© Milei.vencel/CC-by-sa 3.0Roma in Transsylvanien
Alle heute in Europa lebenden Roma haben trotz ihrer teils sehr unterschiedlichen Sprachen und Lebensweisen gemeinsame Vorfahren: Sie stammen alle von einer kleinen Bevölkerungsgruppe ab, die vor etwa 1.500 Jahren im Nordosten Indiens lebte. Das schließt ein internationales Forscherteam jetzt aus einer genetischen Analyse von insgesamt 152 Roma aus 13 Ländern. Demnach wanderten die Urahnen der heute über elf Millionen europäischen Roma relativ rasch von Indien bis zum Balkan, von wo aus sie sich vor etwa 900 Jahren über ganz Europa verteilten. Seitdem haben die Gruppen zwar verschiedene Sprachen, Religionen und Lebensstile entwickelt, teilen aber nach wie vor ein soziales und genetisches Erbe, wie Isabel Mendizabal von der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona und ihre Kollegen im Fachblatt "Current Biology" schreiben.