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Saturn

Saturnmond Titan noch erdähnlicher als bereits bekannt

Saturnmond Titan
© NASA/JPL/Space Science InstituteBlick auf den Saturnmond Titan und seine dichte Atmosphäre.
Paris/ Frankreich - Mit seiner dichten stickstoffreichen Atmosphäre, Flüssen, großflächige Seen und "Gewässern" aus einer Mischung flüssigen Methans und Ethans, die teilweise auch verdunsten, in die Atmosphäre aufsteigen und wieder auf die Oberfläche zurückregnen, galt der Saturnmond Titan schon bisher als erdähnlichster Himmelskörper im Sonnensystem. Dass der größte Saturntrabant der Erde wahrscheinlich noch mehr gleicht als bereits bekannt, haben nun französische Wissenschaftler herausgefunden.

Wie jede Atmosphäre, so verfügt auch Titan über eine sogenannte Grundschicht bzw. planetare/atmosphärische Grenzschicht, die durch die Eigenschaften der Oberfläche beeinflusst wird und im Gegenzug selbst wiederum die Oberfläche mittels Wolken, Wind und Wetter beeinflusst, wenn Winde beispielsweise Dünenlandschaften formen.

Während die irdische auch als "Reibungsschicht" bezeichnete Grenzschicht zwischen 500 und 3.000 Kilometer dick ist und hauptsächlich von der Sonnenwärme beeinflusst wird, die die Erdoberfläche erwärmt, so schätzten Wissenschaftler die Grenzschicht auf Titan bislang - vornehmlich aufgrund seiner deutlich weiteren Entfernung zur Sonne - als wahrscheinlich gänzlich anders geartet ein. Beobachtungen und Messungen der Titan-Atmosphäre belegten denn auch, dass diese dicht und nahezu stark lichtabweisend ist und damit der Qualität der irdischen Grenzschicht widerspricht.

Radar

Analyse von Sternenstaubkörnern durchgeführt

sternenstaub
© Peter Hoppe, MPI für ChemieEin Sternenstaubkorn mit einem Durchmesser von knapp einem Mikrometerunter dem Elektronenmikroskop
Meteorit untersucht: Kleine Zeugen einer Supernova wurden in das "Baumaterial" unseres Sonnensystems integriert

Mainz - Ein internationales Forscherteam hat Staubeinschlüsse im 4,6 Milliarden Jahre alten Meteoriten "Murchison", der 1969 in Australien gefunden worden war, untersucht. Die Sternenstaubkörner stammen aus einer Supernova und sind älter als unser Sonnensystem, wie das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz berichtet. Bei ihrer Untersuchung entdeckten die Wissenschafter chemische Isotope, die darauf hinweisen, dass sich in den Überresten explodierender Sterne Schwefelverbindungen wie Siliziumsulfid gebildet haben. Damit konnten sie nachweisen, was Modelle bereits vorhergesagt hatten.

Das Team um Peter Hoppe, Astrophysiker am Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie, isolierte zunächst tausende, etwa 0,1 bis 1 Mikrometer große Siliziumkarbid-Sternenstaubkörnchen aus dem Meteoriten. In den Proben bestimmten die Forscher mit einem hochempfindlichen Spektrometer, der sogenannten NanoSIMS, die Isotopenverteilung. Hierbei schießt ein Ionenstrahl auf die einzelnen Sternenstaubkörner und löst aus der Oberfläche Atome heraus. Ein Spektrometer trennt sie dann nach ihrer Masse und misst die Isotopen-Häufigkeit.

Newspaper

Verblüffendes Forschungsergebnis: Gerüche können manchen Menschen schaden

Bild
Normalerweise gewöhnen Menschen sich an unangenehme Gerüche. Geruchsempfindliche dagegen nehmen Gestank nach einiger Zeit als noch intensiver wahr. Sie können regelrecht krank davon werden.

Manche Menschen reagieren auf alltägliche Gerüche höchst sensibel. Nicht etwa, weil sie allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe sind, beispielsweise eines Parfüms. Vielmehr scheint es diesen Personen nicht möglich zu sein, sich an bestimmte Gerüche zu gewöhnen. Stattdessen nehmen sie Düfte mit der Zeit sogar noch intensiver war. Sie fühlen sich krank, leiden unter Kopfschmerzen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die Linus Andersson, Psychologe an der Umea Universität in Schweden, durchgeführt hat.

In seiner Studie verglich er die Gehirnaktivität von Probanden, die unempfindlich auf Gerüche reagieren, mit der von Menschen, die äußerst empfindlich darauf reagieren. Beide Gruppen setzte er eine Stunde lang einem Duft aus. Das Verblüffende daran: Die unterschiedliche Geruchswahrnehmung spiegelte sich in den Gehirnaktivitäten der Versuchspersonen wider. So ließ die Hirnaktivität geruchsempfindlicher Probanden nicht nach, während sie dem Duft ausgesetzt waren. Die andere Gruppe dagegen gewöhnte sich an den Geruch - und die Aktivität in ihrem Gehirn ging zurück. „Die Geruchssensiblen weisen zudem ein anderes Durchblutungsmuster im Gehirn auf“, sagt Andersson.

MIB

Paranoia vor Supervirus: Grippeforscher legen Pause ein

labor
© Jens Wolf / dpaDiagnostik des Vogelgrippenvirus H5N1: Die Sorge, dass ein im Labor entwickeltes Supervirus in die falschen Hände geraten könnte, hat Grippeforscher zu einem freiwilligen Stopp ihrer Arbeit veranlasst.
New York - Aus Angst vor Bioterrorismus haben Wissenschaftler vorübergehend ihre Forschungen an einem im Labor entwickelten Supervirus gestoppt. Sie unterbrechen freiwillig ihre Experimente mit der neuen Variante des Vogelgrippe-Erregers H5N1 für 60 Tage.

Gesundheitspolitiker sollen in dieser Zeit Maßnahmen beschließen, damit der Erreger nicht in falsche Hände gerät.

Washington hatte bereits im Dezember an Forscher und Fachjournale appelliert, die Daten des Erregers unter Verschluss zu halten. Die USA und andere Länder fürchten, dass Terroristen mit dem gefährlichen und hochansteckenden Virus Biowaffen bauen könnten.

«Wir sehen ein, dass wir und andere Wissenschaftler die Vorteile unserer wichtigen Untersuchungen klar darlegen und Maßnahmen zur Reduzierung möglicher Risiken vorschlagen müssen», heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Forscher. Die Wissenschaftszeitschriften Nature und Science veröffentlichten jetzt das von 39 H5N1-Experten aus aller Welt signierte Dokument. Darin fordern die Unterzeichner ein internationales Forum zur Debatte über die Gefahren des Erregers und angemessene Gegenmaßnahmen.

Document

Nestbau macht männliche Gehirne größer als weibliche

Forscher fanden bei einer Stichlingsart die bislang größte Gehirngrößendifferenz zwischen den Geschlechtern

Uppsala/Zürich - Biologen berichten, dass sie die bislang größte Gehirngrößendifferenz zwischen den Geschlechtern innerhalb einer Art gefunden haben. Und zwar handelt es sich dabei um einen Fisch aus der Familie der Stichlinge, den über weite Teile der Nordhalbkugel verbreiteten Dreichstachligen Stichling (Gasterosteus aculeatus). Bei gleicher Körpergröße ist die Hirnmasse der Männchen um rund 23 Prozent größer als die der Weibchen. So lautet das Ergebnis eines Samples von rund 120 Stichlingen, die im Myvatn-See im Nordosten Islands gefangen worden waren.

Bis jetzt habe es kaum Studien gegeben, die geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen der Hirngröße fanden, schreiben die Forscher um Alexander Kotrschal von der Universität Uppsala. Kotrschal hatte seine Doktorarbeit an der Universität Bern verfasst und arbeitete für die Studie mit Forschern der ETH Zürich zusammen. Die Studie wurde im Fachblatt PLoS ONE präsentiert.

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Wehleidig? Männer leiden anders als Frauen - Weibliches Immunsystem scheint besser gewappnet zu sein

Mehrere Studien liefern Hinweise darauf, dass das weibliche Immunsystem besser gegen Infektionen gewappnet ist als das männliche.
Mann mit Kopfschmerzen
© picture alliance/chromorange

HAMBURG. Nicht selten wird ihnen nachgesagt, dass sie schon eine einfache Erkältung schlechter wegstecken oder sich sogar in ihr Leiden hineinsteigern: Männer leiden anders als Frauen. Eine britische Studie hat jetzt Anhaltspunkte dafür gefunden, dass dahinter nicht Wehleidigkeit steht, sondern ein handfester biologischer Unterschied. Ein Forscherteam unter Leitung von Dr. Ramona Scotland von der Queen Mary Universität in London fand in Versuchen mit Mäusen und Ratten heraus, dass das männliche Immunsystem in der Bekämpfung von Infektionen weniger effektiv ist als die weibliche Abwehr. Die Studie wurde kürzlich im Fachjournal Blood veröffentlicht.

Danach war die Zahl von bestimmten weißen Blutkörperchen in Bauch- und Brusthöhle weiblicher Versuchstiere rund doppelt so hoch wie bei den männlichen, sodass die weiblichen Tiere besser gegen eine Infektion gewappnet sind. Zudem fanden die Forscher heraus, dass bei den Weibchen die Entzündungsreaktion nicht so stark war, sodass ihnen die Erkrankung weniger zusetzte als den Männchen und sie sich auch schneller davon erholten. Auch wenn diese Ergebnisse nur bei Mäusen und Ratten gefunden wurden, glaubt die Forscherin, dass sie auch auf Menschen übertragbar seien, weil es sich um einen klassischen Teil der Immunantwort von Säugetieren handle, sagte sie auf Bioscholar, einem Internetportal für Wissenschaftsnachrichten.

Chalkboard

NASA-Wissenschaftler erklären "Dreiecks UFO" auf Aufnahmen von Sonnenobservatorium

Washington/ USA - Nachdem UFO-Fans auf Aufnahmen des NASA-Sonnenobservatoriums STEREO ein gewaltiges dreieckiges Raumschiff ausgemacht haben wollen, haben sich auch NASA-Wissenschaftler den Aufnahmen angenommen und sind sich sicher, das vermeintliche UFO einfach erklären zu können.
sonne
© NasaErläutertes Standbild der STEREO-Aufnahme. (Klicken Sie auf die Bildmitte um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)

Tatsächlich zeigen die fraglichen Aufnahmen vom 27. bis 30. Dezember 2011 des HI2-B Teleskops an Bord der Sonde STEREO-B, die gemeinsam mit ihrer Zwillingssonde STEREO-A die Sonne umkreist, um so einen 360-Grad-Blick auf unser Zentralgestirn zu erlangen, neben einem Blick auf das Innere Sonnensystem mit Venus, Erde und dem Schweif des Kometen Lovejoy (s. Abb.) und auf der gegenüberliegenden Bildseite ein auf den ersten Blick mysteriös wirkendes gigantisches dreieckiges Objekt, das sich in Richtung Erde zu bewegen scheint.


Auf der STEREO-Internetseite (stereo.gsfc.nasa.gov) haben die Missionswissenschaftler nun ein Statement zur Interpretation des Bilddetails als UFO (s. Video) veröffentlicht und erklären darin, dass es sich lediglich um ein Spiel aus Licht und Schatten handele: "Die Erklärung (für das Dreieck) findet sich auf der genau gegenüberliegenden Bildseite. Zur gleichen Zeit, zu der das merkwürdig ausschauende Bildmerkmal (am rechten Bildrand) sichtbar wird, betritt auf der linken unteren Seite der sehr helle Planet Venus das Blickfeld der Teleskopkamera." Im "UFO-Video" wird die Venus hingegen mit "????" markiert.

Sun

Sonnensturm auf dem Weg zur Erde

Nasa-Wissenschaftler konnten auf der Sonne eine große Eruption beobachten. Die Folge ist ein geomagnetischer Sturm, der die Erde nach Angaben der Forscher am heutigen Samstag erreichen wird.
Sonne
© Nasa

Am Donnerstag haben Astronomen eine Sonneneruption der Klasse M aufgezeichnet, also eine Sonneneruption mittlerer Größe. Dabei kam es zu einem sogenannten „koronalen Massenauswurf“ (KMA), also einer Partikelwolke. Die Nasa-Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese die Erde am heutigen Samstag erreicht.

Die Eruption, die sich in 150 Millionen Kilometern Distanz ereignete (so weit ist die Sonne von der Erde entfernt), könnte auch Auswirkungen am Boden haben. Sie könnte zu einem „geomagnetischen Sturm“ führen. Besonders gefährdet sind Telekommunikationssatelliten oder die 20 000 Kilometer von der Erde entfernt im All kreisenden Satelliten des Navigationssystems GPS, von dem die moderne Luft- und Schifffahrt weitgehend abhängig ist.

Stromausfälle und Probleme mit Satelliten

Im Extremfall können Sonnenstürme in Stromnetze einkoppeln und Stromüberschläge verursachen. Ende Oktober 2003 etwa gingen in der südschwedischen Stadt Malmö für eine Stunde die Lichter aus. Der Stromversorger Sydkraft macht einen Solarsturm für den Ausfall verantwortlich. Zugleich verlor die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa den Kontakt zu zwei ihrer Satelliten. Dafür waren zauberhafte Nordlichter noch in Mitteleuropa zu sehen.

Kommentar: Lesen Sie auch die folgenden Artikel:

Unsere Sonne ist ungewöhnlich inaktiv

Schaltet sich die Sonne ab?

Der Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung, Wolkenbildung und Klima


Einstein

Wissenschaft: "Es geht um Ehre, Ehre, Ehre"

"Die Wissenschaft ist ein feudales System. Und das Peer-Review ist organisiert wie eine konspirative Organisation", sagt der Linzer Wissenschaftsforscher Gerhard Fröhlich. Er fordert mehr Transparenz - sowie eine "Wissenschaftskultur, in der Fehler nicht als größte Schande gelten".

science.ORF.at: Laut einer aktuellen Studie ist die Zahl der wissenschaftlichen Journalbeiträge in den letzten zehn Jahren um 44 Prozent gestiegen. Die Zahl der "Retractions", also wieder zurückgezogene Arbeiten, hingegen um das 15-Fache. Warum ist das so?

Gerhard Fröhlich: Wie bei allen Formen abweichenden oder kriminellen Verhaltens ist es immer schwierig zu sagen, ob die Tatbestände objektiv gestiegen sind. Es könnte auch daran liegen, dass die Leser kritischer geworden sind. Oder daran, dass die Editoren nun eher gewillt sind, Retractions vorzunehmen.

Es kommt jetzt mehr ans Licht, was früher im Dunkel blieb?

Genau. Früher haben sich die Herausgeber von Fachjournalen furchtbar geziert und Arbeiten nur dann zurückgezogen, wenn das sämtliche Autoren wollten und per Unterschrift bestätigt haben. Da wurde vieles so belassen oder unter euphemistischen Titeln wie "Corrections" oder "Publisher's Notes" nur geringfügig korrigiert. Heute werden Papers von Redaktionen zurückgezogen - auch wenn nicht alle Autoren zustimmen.

Sherlock

Moskau fordert Klärung von Phobos-Absturz

Vize-Regierungschef Rogosin hat nach dem unkontrollierten Absturz der russischen Raumsonde Phobos-Grunt in den Pazifik mit Nachdruck die Aufklärung der Panne verlangt. Er fordere die Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau auf, bis 31. Jänner die Gründe für das Scheitern der Marsmond-Mission und Namen der Schuldigen vorzulegen, schrieb Rogosin in einem Eintrag beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Für den 26. Jänner kündigte Roskosmos die nächste Mission vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan an. Beim ersten von geplanten 36 Starts in diesem Jahr soll ein unbemannter Frachter Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Wegen eines massiven Hackerangriffs schaltete die Raumfahrtbehörde am Montag die Staatsanwaltschaft ein. Unbekannte hätten die Internetseite genau im Moment des Absturzes von Phobos-Grunt lahmgelegt, sagte Sprecher Alexej Kusnezow.

Trümmer der 120 Millionen Euro teuren Raumsonde waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Sonntagabend westlich von Chile in den Ozean gestürzt. Die Giftstoffe im Tank der rund 13,5 Tonnen schweren Raumsonde seien beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht. Nach Schätzungen der Europäischen Raumfahrtagentur Esa gelangten Teile von 200 bis 300 Kilogramm Gewicht durch die Erdatmosphäre. Vom radioaktiven Kobalt in der Sonde gehe keine Gefahr aus, hieß es.