Wissenschaft und TechnologieS


Satellite

Bewegte Bilder von der Rückseite des Mondes

"The Dark Side of the Moon" ist gar nicht so finster. Das haben zwar Fotos schon gezeigt. Jetzt aber hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa zum ersten Mal Filmaufnahmen veröffentlicht, die es erneut belegen - und viel attraktiver sind.


Die US-Weltraumbehörde Nasa hat nach eigenen Angaben das erste Video von der Rückseite des Mondes veröffentlicht. Es wurde von einer Kamera an Bord einer Grail-Sonde gemacht.

Das Video zeigt den Flug vom Nord- zum Südpol des Erdtrabanten. Das Instrument MoonKam nahm das 30 Sekunden lange Video am 19. Januar auf.

Mit solchen Bildern soll auch das Interesse von Schülern an der Erforschung des Mondes geweckt werden: Sie können im Rahmen des MoonKam-Projekts bestimmte Regionen des Himmelskörpers aufnehmen lassen und sie dann genauer unter die Lupe nehmen. Viele Schulen in den USA wollten an dem Projekt mitmachen, heißt es in der Mitteilung.

Better Earth

Durchbruch: Russische Forscher erreichen Wostok-See unter Antarktis-Eis

Russische Forscher sind nach mehr als 30 Jahren Bohrarbeiten zum subglazialen See Wostok (Osten) in der Antarktis vorgedrungen, teilte eine Quelle in wissenschaftlichen Kreisen RIA Novosti am Montag mit.
anatarktis
© RIA Novosti. Alexandr SolowskiDie Antarktis
„Unsere Wissenschaftler beendeten gestern in der Station Wostok in der Antarktis in einer Tiefe von 3.768 Metern die Bohrungen und erreichten die Oberfläche eines subglazialen Sees“, hieß es.

Eine Quelle in der Struktur des Föderalen Dienstes für Hydrometeorologie und Umwelt-Monitoring Rosgidromet bestätigte, dass die Wissenschaftler die Oberfläche des Sees erreicht haben.

Der Wostok-See im Osten der Antarktis ist der größte bislang bekannte subglaziale See. Er ist etwa 32-mal so groß wie der Bodensee und über 900 Meter tief und schon seit vielen Millionen Jahren von der Außenwelt abgeschnitten. Die Erforschung des einzigartigen Wasser-Ökosystems spielt bei der Erforschung des natürlichen Klimawandels in den nächsten Jahrtausenden eine enorme Rolle.

Die diesjährige Saison für die Bohrungsarbeiten der 57. russischen Antarktis-Expedition über dem Wostok-See hatte am 2. Januar begonnen.

Nach dem Vordringen zur Wasseroberfläche des Sees und einigen Spezialarbeiten sollen die Bohrungen nun erst im Dezember 2012 wiederaufgenommen werden, um Proben von eingefrorenem Seewasser zu gewinnen.

Syringe

Studie: Drogenabhängige besitzen inhärente Deformation des Gehirns

Washington - Drogenabhängige besitzen einer neuen Studie zufolge inhärente Deformationen des Gehirns. Bei Süchtigen fänden sich Anomalien im Hirn, die auch bei ihren Geschwistern auftauchten, somit also familiär bedingt seien und nicht durch die Drogen verursacht wurden, schrieben Forscher der britischen Universität Cambridge in einer am Donnerstag im US-Fachmagazin Science veröffentlichten Studie.

Es sei anzunehmen, dass diese Anomalien die Suchtanfälligkeit erhöhten - die Geschwister aber aus anderen Gründen der Neigung zum Drogenkonsum widerstehen konnten, hieß es in der Studie unter Leitung von Karen Ersche. "Die individuelle Prädisposition, von stimulierenden Drogen abhängig zu werden, könnte von Anomalien im Gehirn verbunden mit Selbstkontrolle gesteuert werden", schrieben die Forscher in Science.

Telescope

Erde 2.0: Neu entdeckte Super-Erde umkreist einen nahen Stern innerhalb dessen lebensfreundlicher Zone

Super-Erde
© Guillem Anglada-Escudé, Carnegie Institution / Collage: grenzwissenschaft-aktuell.deKünstlerische Darstellung der Super-Erde "GJ667Cc" (r.) vor dem Hintergrund seines Muttergestirns. Dieser ist selbst Teil eines Dreifachsternensystems ist (l.). In dem Planetensystem finden sich wahrscheinlich noch weitere Planeten (s. Diagramm) Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.
Washington/ USA - Ein internationales Astronomenteam hat eine potentiell lebensfreundliche Super-Erde entdeckt, die einen nach kosmischen Maßstäben nahen Stern umkreist, der von der Erde gerade einmal 22 Lichtjahren Entfernung also "nur" etwa 209 Billionen Kilometer entfernt ist. Zudem gibt es Hinweise auf drei weitere Planeten in dem System. Bei dem Planeten handele es sich um den bislang besten Kandidaten für einen lebensfreundlichen Planeten außerhalb des Sonnensystems. Die Entdeckung deutet zudem daraufhin, dass lebensfreundliche Planeten in einer deutlich größeren Vielfalt vorkommen als bislang vermutet und es in unserer Galaxie, der Milchstraße, Milliarden von potentiell lebensfreundlichen Felsplaneten geben muss.

Die Forscher entdeckten den Planet mittels der Radialgeschwindigkeitsmethode in den öffentlich zugänglichen Beobachtungsdaten der Europäischen Südsternwarte. Diese nutzt den Umstand, dass die Gravitationskräfte eines Planeten, der einen Stern umkreist, ein leichtes Wackeln seines Zentralgestirns hervorruft und so seine eigene Existenz verrät. Durch Folgebeobachtungen mit dem High Resolution Echelle Spectrograph des W. M. Keck Observatory und dem Carnegie Planet Finder Spectrograph am Magellan II Teleskop konnte Existenz des Planeten nun bestätigt werden.

Document

Studie: Testosteron macht egozentrisch

London - Was Frauen schon immer ahnten, haben Wissenschaftler jetzt in einer Studie belegt: Das männliche Geschlechtshormon Testosteron kann das Urteilsvermögen beeinflussen und macht egozentrisch. Eine Forschergruppe um Nicholas Wright von der Universität London fand bei Experimenten heraus, dass Frauen, denen eine Dosis Testosteron verabreicht wird, sich anschließend stärker auf ihr eigenes Urteil verlassen und weniger zur Zusammenarbeit bereit sind.

Bei ihren Versuchen ließen Wright und seine Kollegen Frauen, die sich vorher nicht kannten, paarweise Tests vollführen. Dabei erhielten die Frauen einmal Testosterongaben, ein anderes Mal ein Placebo. Anschließend wurden die Versuchspersonen in einen Raum mit zwei Computerbildschirmen gesetzt, an denen sie Bilder mit schwer zu erkennenden Mustern heraussuchen und sich auf eine gemeinsame Antwort einigen sollten. Dabei stellte sich heraus, dass Frauen ohne Testosterongabe sehr viel mehr Erfolg dabei hatten, gemeinsam die richtige Antwort herauszufinden.

Key

Neurologen machen Gedanken hörbar

Bild
Berkeley/ USA - Anhand der Analyse von Hirnaktivitätsmustern ist es US-Neurologen erstmals gelungen, Wörter die Probanden gedacht haben, zu rekonstruieren und diese in einem Umkehrverfahren auch wieder hörbar zu machen. Die Methode könnte zukünftig Patienten, die etwa im Wachkoma liegen oder an den Folgen eines Schlaganfalls leiden, und s die Möglichkeit verloren haben sich ihrer Umwelt mitzuteilen, im wahrsten Sinne des Wortes wieder eine Stimme verleihen.

Bereits im vergangenen September präsentierten Wissenschaftler um Dr. Shinji Nishimoto und Professor Dr. Jack Gallant von der University of California in Berkeley UCB die sensationellen Ergebnisse der bildhaften Rekonstruktion ganzer zuvor von den Probanden betrachteter Filmsequenzen anhand der Muster der Hirnaktivität (...wir berichteten).

Camera

Astrofotografie: Das "Auge Gottes" in neuem Licht

Helixnebel, Infrarotaufnahme
© ESO/VISTA/J. Emerson / Cambridge Astronomical Survey UnitInfrarotaufnahme des Helixnebels.
Heidelberg/ Deutschland - Mit dem VISTA-Teleskop am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile haben Astronomen ein spektakuläres neues Bild des auch als das "Auge Gottes" bezeichneten "Helixnebels" erstellt. Die Infrarotaufnahme zeigt Fasern aus kaltem Gas, die bei Aufnahmen im sichtbaren Licht verborgen bleiben, sich hier jedoch deutlich von einem reichhaltigen Hintergrund aus Sternen und Galaxien abheben.

Der Helixnebel im Sternbild Aquarius (der Wassermann) ist ein bemerkenswertes Beispiel für einen planetarischen Nebel. Astronomisch gesehen ist der Nebel uns mit einer Entfernung von etwa 700 Lichtjahren recht nahe. Das außergewöhnliche Objekt entstand in den letzten Stadien des Lebens eines sonnenähnlichen Sterns: Er ist nicht mehr in der Lage, die äußeren Teile seiner Atmosphäre zu halten, die wiederum langsam in das umgebende Weltall strömen und so den schalenartigen Nebel gebildet haben. Der Stern selber, der als kleiner blauer Punkt in der Bildmitte sichtbar ist, entwickelt sich zurzeit zu einem Weißen Zwerg.

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Bakterien in "Blauen Löchern" könnten Rückschlüsse auf außerirdisches Leben zulassen

Bsp für
© Tamara ThomsenEin Beispiel der für die Bahamas typischen "Blue Holes".
Galveston/ USA - Entdeckungen durch US-Wissenschaftler in Unterwasserhöhlen auf dem Bahamas den sogenannten Blue Holes, könnten nicht nur Rückschlüsse auf die Entwicklung des frühen Lebens in den Ozeanen vor mehren Millionen Jahren, sondern auch darauf ermöglichen, welche Lebensformen auch auf anderen Planeten und Monde gefunden werden könnten.

Die "Blauen Löcher" selbst verdanken ihren Namen von dem Anblick, den sie aus der Luft und an ihrer Oberfläche bieten, wenn sich in den runden mit Wasser gefüllten tiefen Öffnungen unterschiedliche Blautöne abwechseln. Alleine auf den Bahamainseln gibt es schätzungsweise mehr als 1.000 dieser Öffnungen im Dach eines Küstensaumriffes und damit die größte Konzentration dieser "Blauen Löcher" weltweit. Rund um den Globus gibt es Zehntausende ähnlicher Unterwasserhöhlen, aber nur rund fünf Prozent wurden bislang wissenschaftlich erforscht.

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Forscher finden Leben selbst um ruhende und tote Tiefseeschlote

Tiefseeschlot
© NOAATiefseeschlot
Los Angeles/ USA - Dass hydrothermale Quellen, sogenannte Schwarze oder Weiße Raucher, trotz aber auch gerade wegen des von ihnen bis auf bis auf über 400 Grad Celsius aufgeheizten Wassers und der abgegebenen Vielfalt an Mineralien und Nährstoffen eine Vielzahl von Leben und ganze komplexe Biotope entstehen lassen, ist seit ihrer Entdeckung in den späten 1970er Jahren bekannt. Nun haben US-Forscher herausgefunden, dass diese die Schlote als Ökosystem auch dann weiter existieren, wenn die heißen Quellen aus dem Untergrund ruhen oder gar gänzlich versiegen und die Kälte der Tiefsee zurückkehrt.

Im dem aus den röhren- oder kegelförmige aus Mineralien geformten Schornsteinen der Raucher austretenden Wasser sind vor allem Sulfide und andere Salze von Eisen, Mangan, Kupfer und Zink gelöst. Bei Austritt trifft das bis zu über 400 Grad Celsius heiße, mineralreiche Wasser der Tiefseethermalquelle mit dem nur knapp 2 Grad kalten Wasser am Meeresgrunde zusammen, wodurch bei der Abkühlung die Mineralien ausgefällt werden, und so die sogenannte Rauchfahne und durch Sedimentation der Schornstein oder Kegel entsteht (s. Abb.). Planetenwissenschaftler und Exobiologen vermuten, dass vergleichbare heiße Quellen auch Leben in von einem Eispanzer überzogenen Wasserozeanen der Saturn- und Jupitermonde Enceladus und Europa speisen könnten (...wir berichteten, s. Links).

Beaker

Forscher synthetisieren erstmals künstliche Zellmembrane

Forscher bei Herstellung künstlicher Zellmembranen
© ucsdnews.ucsd.eduNeal Devaraj (r.) und Kollegen bei der Herstellung künstlicher Zellmembrane.
San Diego/ USA - Ein wichtiger weiterer Schritt hin zur Herstellung künstlichen Lebens ist Chemikern in den USA mit der erfolgreichen Synthetisierung von Zellmembranen gelungen. Mittels einer neuen chemischen Reaktion, gelang den Forschern die Herstellung einer künstlichen, sich selbst anordnenden Membrane und damit jener Struktur, die die lebensnotwendigen chemischen Reaktionen, beinhalten und schützen.

Wie Professor Neal Devaraj von der University of California in San Diego und Itay Budin von der Harvard University im Fachmagazin Journal of the American Chemical Society berichten, war die Grundlage ihrer Arbeit die Frage nach der Entstehung des Lebens selbst: "Unser langfristiges Ziel ist es, eine vollständige künstliche Zelle herzustellen, also eine synthetische lebende Einheit von Grund auf. Es geht also darum, einen lebenden Organismus aus unbelebten Molekülen herzustellen, die zuvor noch nie mit einem lebenden Organismus in Berührung gekommen waren", so Devaraj. "Genau dieser Schritt muss sich in der Vergangenheit einmal vollzogen haben. Wäre dem nicht so, dann wären wir nicht hier."

Moleküle, aus denen Zellmembrane bestehen, bestehen aus Phosphoglyceriden, den sogenannten Köpfen, die sehr leicht mit Wasser interagieren (hydrophil) und aus wasserabweisenden (hydrophoben) "Schwänzen". Gemeinsam führt dieser gegensätzliche Charakter zur Bildung von Lipid-Doppelschichten, bei denen der hydrophobe Teil der Membranlipide nach innen und der hydrophile Teil nach außen zeigen und damit den Inhalt der Zelle abschirmen.