Wissenschaft und TechnologieS


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Oxytocin und Sex bei Rattenweibchen

Paarungsbedingungen bestimmen Gefühle nach dem Sex

Ein Forscherteam der Universität Regensburg um Prof. Dr. Inga Neumann und Kewir Nyuyki vom Institut für Zoologie konnte nachweisen, dass das körperliche und seelische Wohlbefinden nach einer Paarung bei weiblichen Laborratten von den Paarungsbedingungen abhängt. Neumann und Nyuyki zeigten, dass Sex bei Rattenweibchen nur dann beruhigend und stressreduzierend wirkt, wenn sie sich nach der Kopulation zurückziehen können, ohne dass ihnen das Männchen folgen kann, und sie damit eine selbstbestimmte Kontrolle über die Paarungsfrequenz haben.


Sex hat zahlreiche positive Effekte auf die psychologische und physiologische Verfassung von Menschen und Tieren. So stellt sich beim Menschen nach dem Koitus ein Gefühl der Gelassenheit und Entspannung ein. Denn Sex aktiviert im Gehirn den Botenstoff Oxytocin, der nicht nur das Sexualverhalten reguliert, sondern zudem das subjektive Stressempfinden sowie Angst- und Furchtreaktionen dämpft. Auch bei Laborratten konnte die Gruppe um Neumann vor kurzem beobachten, dass das messbare Angstverhalten von männlichen Nagern nach sexueller Aktivität noch bis zu vier Stunden verringert ist. Vor diesem Hintergrund gingen die Forscher nun der Frage nach, welche Zusammenhänge zwischen Sex, Stress bzw. Angst sowie Oxytocin bei weiblichen Laborratten bestehen.

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Uralt-Viren nachgewiesen

Der Wirbel eines pflanzenfressenden Dinosauriers, der vor rund 150 Millionen Jahren lebte, erscheint den Forschern des Naturkundemuseums Berlin eigenartig. Florian Witzmann und Oliver Hampe entschließen sich, das Fossil näher unter die Lupe zu nehmen und entdecken die Symptome einer durch Viren hervorgerufenen Knochenerkrankung.
Florian Witzmann mit Fossilienfund
© Museum für Naturkunde BerlinFlorian Witzmann freut sich über den spektakulären Fund.

Forscher des Naturkundemuseums Berlin haben an einem Wirbelknochen eines Dinosauriers eigenartige Verformungen entdeckt und konnten diese mit Hilfe modernster Technik und Experten der Charité als Paget-Krankheit identifizieren. Florian Witzmann und Oliver Hampe weisen damit indirekt die Existenz von Viren vor 150 Millionen Jahren nach. Das ist der bisher älteste gefundene Beleg für die lange Existenz krankmachender Keime auf der Erde. Die Ergebnisse werden in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht.

"Das war ein reiner Zufallsfund", erzählt Oliver Hampe, Paläontolge am Naturkundemuseum Berlin, im Gespräch mit n-tv.de. "Wir haben nicht speziell nach Erkrankungen bei der Sichtung der Knochen gesucht. Meinem Kollegen Florian Witzmann fiel der Wirbelknochen wegen seiner besonderen Form auf und so entschieden wir, diesen Wirbel mit der Mikro-Computertomografie zu durchleuchten."

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Ur-Federn im Bernstein

Forscher machen im Westen Kanadas einen spektakulären Fund: Sie entdecken mehrere in Bernstein eingeschlossene Federn, darunter auch sogenannte Ur-Federn, deren Alter auf 70 bis 85 Millionen Jahre geschätzt wird. Da die Federn so gut erhalten sind, bilden sie eine hervorragende Voraussetzung für weitere Untersuchungen.
Feder und Spinnennetz in Bernstein
© picture alliance/dpa/Science/AAASDas Bild zeigt im Bernstein eingeschlossene Federkiele und Spinnennetze.

In Bernstein eingeschlossene Urfedern von Dinosauriern und modernere Vogelfedern haben Forscher im westlichen Kanada entdeckt. Die Federn stammen aus der späten Kreidezeit. Die Struktur, Funktion und sogar Farbe der Federn von Dinosauriern und frühen Vögeln vor 70 bis 85 Millionen Jahren lasse sich durch diesen Fund ungewöhnlich gut untersuchen, schreiben Ryan McKellar von der University of Alberta (Kanada) und Kollegen im US-Fachjournal Science.

Die meisten Funde früher Federn sind sehr kohlenstoffhaltige Verdichtungen, bei denen feine strukturelle Federdetails verloren gegangen sind. "Bernstein dagegen erhält die Struktur und Färbung der Federn in unvergleichlichem Detail. Deshalb liefern diese Federn neue Erkenntnisse über die Evolution von Federn", schreiben die Autoren.

Better Earth

Wasser in Wurzelnähe: Pflanzen bevorraten sich

Bisher nahmen Experten an, dass sich an den Wurzeln von Pflanzen weniger Feuchtigkeit befindet, als anderswo im Boden. Nun können Forscher feststellen, dass das Gegenteil der Fall ist. Untersucht wurden Maispflanezn, Lupinen und Kichererbsen.
Baumwurzeln
© Kathrin Brechbühler, pixelioDie starken Wurzeln eines Baumes.

Pflanzen können mit Wasser im Boden eine Art Vorratswirtschaft betreiben. Zumindest können sie nach neuen Forschungsergebnissen in der Nähe ihrer Wurzeln so viel Wasser speichern, dass sie damit kürzere Trockenperioden überstehen können. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen zusammen mit Kollegen aus Potsdam, Leipzig und den USA herausgefunden. Die Forscher haben mit speziellen Messverfahren festgestellt, dass die Wasserkonzentration im Boden in der Nähe der Wurzeln - anders als bisher vermutet - höher ist als in weiterer Entfernung.

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Den "Star Wars"-Planet gibt es wirklich - Kepler entdeckt den Planeten mit zwei Sonnen

Für Star-Wars-Fans ist ein Planet, der zwei Sterne umkreist, nichts Neues. Schließlich kennen sie Tatooine. Die Nasa hat nun tatsächlich einen solchen Planeten entdeckt. Einen Jabba the Hutt wird es dort allerdings kaum geben.

Das Weltraumteleskop Kepler der Nasa hat einen fremden Planeten gefunden, wie man ihn bisher nur aus Science-Fiction-Filmen kannte. Wie der Planet Tatooine aus der Star-Wars-Reihe kreist er um zwei Sonnen.


Den vorläufig Kepler-16b genannten Planeten zu finden ist ein Glücksfall für die Forscher gewesen, denn von der Erde aus gesehen bewegen sich der Planet und seine beiden Zentralsterne auf einer Linie.

Kepler konnte über einen Zeitraum von 600 Tagen messen, wie das Licht des fernen Planetensystems immer mal wieder schwächer wurde (Science, Bd. 333, S. 1602, 2011).

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Unfall auf der Milchstraße

Unsere Galaxie, die Milchstraße, ist spiralförmig. Kosmologen der University of California haben jetzt rekonstruiert, wieso das so ist. Offenbar hängt es mit einem ziemlich großen Crash zusammen.

Kosmologen der University of California haben einen bislang unentdeckten Zusammenstoß im Weltraum rekonstruiert. Dieser könnte erklären, warum unsere Galaxie, die Milchstraße, spiralförmig ist.


Der Crash mit einer kleineren Galaxie habe den Sternhaufen verwirbelt, schreiben sie im Fachmagazin Nature.

Eine Computersimulation zeigt, wie die Zwerggalaxie "Sagittarius" innerhalb der letzten zwei Milliarden Jahre gleich zweimal durch die Milchstraße raste (Video: Erik Tollerud).

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Neue genetische Risikofaktoren für Hypertonie identifiziert

Internationales Forscherkonsortium verglich Daten von mehr als 200.000 Menschen

London/Genf/Graz - Ein internationales Forscherkonsortium aus rund 200 Institutionen hat mehr als 20 neue Genvarianten entdeckt, die zu Bluthochdruck beitragen. Um den Risikofaktoren im Erbgut auf die Schliche zu kommen, waren die Daten von mehr als 200.000 Menschen in Europa verglichen und analysiert worden. An der Untersuchung waren auch Wissenschafter von der Abteilung für Neurologie der MedUni Graz beteiligt.

Am Wochenende wurden gleich 22 neue genetische Risikofaktoren für Hypertonie in zwei Studien in den Journalen Nature und Nature Genetics vom Forscherkonsortium, bestehend aus 346 Wissenschaftern, präsentiert. Einige der neu entdeckten Risikofaktoren waren schon von anderen Krankheiten bekannt. So tragen laut dem beteiligten Massachusetts General Hospital zwei Genmutationen zu erhöhtem Blutdruck bei, die auch die Krankheit Hämochromatose auslösen, bei der zu viel Eisen im Körper angehäuft wird.

Kommentar: Unserer Meinung ist, dass die Ernährung der Hauptfaktor ist und zu Bluthochdruck und Herzkrankheiten führen kann. Die Genetik mag eine veranlagende Rolle spielen, wo eventuell gerade durch die Ernährung die Folgeerscheinungen auftreten. Vielleicht ist es auch ein Hinweis, wenn man den Gedanken mit der Ernährung und Genetik weiterführt, dass der Mensch nicht genetisch veranlagt ist, diese Ernährung zu führen.


Bulb

Solarzellen aus Papier

Wissenschaftler haben Photovoltaik-Zellen entwickelt, die mit Farben auf Standardpapiere gedruckt werden können. Wegen der geringen Kosten sprechen die Erfinder von einem Paradigmenwechsel.
solartechnik,papier
© B. Trnovec / pmTUCDie Solar-Zellen aus Papier sollen zum Recyceln ins Altpapier

Die Forscher der Technischen Universität (TU) Chemnitz nennen ihre Technologie 3PV (Printed paper photo voltaics), mit der sie durch Lichtbestrahlung von Papier Strom erzeugen. Spezielle Farben mit elektrischen Eigenschaften bilden die notwendigen Strukturen auf dem Papier. Die Wissenschaftler nutzen herkömmliche Druckverfahren und Standardpapiere, wie sie für Zeitschriften, Plakate oder Verpackungen eingesetzt werden.

Professor Arved Hübler vom Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz spricht von einem Paradigmenwechsel in der Solartechnologie. Seine Vision: In Zukunft sollen normale Druckereien überall auf der Welt 3PV-Solar-Zellen produzieren und vermarkten können.

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Versuche an Mäusen lassen sich nur mit starken Einschränkungen auf Menschen übertragen

Labormaus
© dpaLabormäusen ginge es einer neuen Untersuchung zufolge besser, wenn ihre Umgebung nicht ganz so steril wäre.

Was für die Versuchsmaus gilt, soll auch auf den Menschen anwendbar sein. Aber an Mäusen gewonnene Erkenntnisse lassen sich oft nur mit starken Einschränkungen übertragen. Einem Forscherteam zufolge könnte das anders sein - wenn die Labore ein bisschen schmutziger wären.

Mäuse lügen. Diese Phrase, die sich in der Wissenschaftssprache Englisch sogar reimt ("Mice tell lies"), beschreibt einen der wichtigsten Aspekte, den Forscher bei Tierversuchen bedenken müssen. An Mäusen gewonnene Erkenntnisse lassen sich oft nur mit starken Einschränkungen auf Menschen übertragen. Das könnte, neben vielen anderen Gründen, auch an der sterilen Umgebung liegen, in der Versuchsmäuse üblicherweise leben, wie Forscher um Preben Boysen von der Norwegischen Hochschule für Veterinärwissenschaften in Oslo zeigen (Molecular Ecology, online).

Bacon

Rabenvögel haben Tauschtalent

Rabe
© Unbekannt

Rabenvögel können auch Geduld haben - wenn später eine entsprechende Belohnung lockt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Vögel minderwertiges Futter unangetastet lassen, wenn sie es später gegen eine qualitätsvolle Belohnung eintauschen können.

Die Entscheidung zum Tauschen machen die Tiere sowohl von der Qualität der Belohnung als auch von der Wartezeit abhängig.

Geduldige Krähen

Bei ihren Experimenten arbeiteten die Experten mit zwölf Vögeln, davon sechs Rabenkrähen und vier Raben aus der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal (OÖ) und zwei weiteren Raben aus dem Zoo in Edinburgh. Diesen brachten sie zunächst das Tauschen bei. Später stellten sie die Tiere vor die Wahl: entweder schlechtes Futter sofort oder gutes Futter nach einer Wartezeit.
Ö1 Sendungshinweis:

Nach Angaben von Claudia Wascher von der Konrad Lorenz Forschungsstelle wurden derartige Versuche erstmals mit Vögeln durchgeführt. Bisher seien diese Fähigkeiten nur bei Primaten getestet worden, sagte sie gegenüber der APA.