Vor 20 Jahren startete in Peru das "Nationale Programm für Reproduktive Gesundheit und Familienplanung". In dessen Folge wurden mehr als 300.000 Frauen und etwa 25.000 Männer zwangssterilisiert - ein Verbrechen, das weitgehend ungesühnt blieb.

© Aaron Heredia / dpaOffener Protest: Bis heute kämpfen Frauen für eine Entschädigung der Opfer von Zwangssterilisationen.
LIMA. Was Alberto Fujimori, von 1990 bis 2000 Präsident Perus, zu Beginn seiner zweiten Amtszeit als Programm zur Verbesserung der Mütter- und Kindergesundheit sowie Initiative gegen die weit verbreitete Armut in seinem Land bezeichnete, nannte die Menschenrechtsorganisation
Amnesty International Jahre später eines der schlimmsten jemals verübten Verbrechen auf dem amerikanischen Kontinent. Fujimori versprach, das Bevölkerungswachstum auf maximal zwei Prozent pro Jahr zu senken.
Frauen sollten statt im Mittel 3,6 Kinder nur noch 2,5 Kinder auf die Welt bringen. Das AQV-Programm stand für "Anticoncepción Quirúrgica Voluntária", auf Deutsch "Freiwillige chirurgische Empfängnisverhütung".
Von Freiwilligkeit jedoch konnte keine Rede sein: Zunächst lockte man die Frauen zu einem "Gesundheitscheck". Dann wurden sie zur Sterilisation überredet oder genötigt, andere dazu gezwungen oder sogar ohne ihr Wissen sterilisiert - in der Regel ohne Narkose oder Nachbehandlung.