Das Kind der GesellschaftS


Bullseye

Die Angst vor dem Wolf löste Polizeieinsatz aus: Ein entfleuchter Wolfshund war es am Ende

Kaum ist erstmals seit Jahren wieder ein lebender Wolf in Hessen nachgewiesen worden, löst ein vermeintliches Exemplar einen Polizeieinsatz aus - mitten in der Stadt.
wolf in hessen
© dpa/Umweltministerium Hessen
Rund 150 Jahre nach seiner Ausrottung in Deutschland kehrt der Wolf zurück. In Nordhessen tappte nun ein Tier in eine Fotofalle - es war der erste Nachweis eines lebenden Exemplares in Hessen seit dem Jahr 2011. Das Tier wurde am 3. März laut Umweltministerium nahe dem Ortsteil Wellerode der Gemeinde Söhrewald im Landkreis Kassel in der Falle erfasst.

Kurz nach Bekanntwerden löste am Freitag ein vermeintlicher Wolf mitten in Kassel einen Polizeieinsatz aus. Mehrere Verkehrsteilnehmer hatten ihn auf einer Hauptverkehrsstraße gesehen und die Beamten alarmiert. Auch die Streife entdeckte das Tier und „glaubte kaum ihren Augen zu trauen“, teilte die Polizei mit. Wie sich herausstellte, handelte es sich aber um einen amerikanischen Wolfshund, der seinem Besitzer ausgebüxt war.

Bulb

Obama und Merkel kommen wegen TTIP nach Hannover: 90.000 protestieren auf der Straße dagegen

Am Samstag kam es in Hannover zu einer Demonstration gegen die beiden Freihandelsabkommen CETA und TTIP. Mehrere Verbände hatten zu den Protesten aufgerufen.

Hannover TTIP
© dpaDemonstranten sammeln sich am 23.04.2016 in Hannover. (Foto: dpa)
In Hannover haben am Samstag nach Polizeiangaben rund 35.000 Menschen gegen das geplante Handelsabkommen TTIP zwischen der Europäischen Union und den USA demonstriert. Sie zogen vom zentralen Opernplatz friedlich durch die Straßen der Landeshauptstadt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Veranstalter sprachen auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter von 90.000 Teilnehmern.

In Hannover werden am Sonntag US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Eröffnung der Hannover-Messe erwartet. Beide warben am Samstag in Interviews für das Freihandelsabkommen.


Kommentar: Mehr Informationen zum TTIP Wahnsinn:


Bizarro Earth

Raffinerie-Pipeline schlägt leck: 500 Tonnen Rohöl in einem Fluss gelangt

Der italienischen Riviera droht eine Umweltkatastrophe: Hunderte Tonnen Öl sind bereits aus einem Leck in einer Raffinerie-Pipeline ausgetreten - und drohen nun, den bei Touristen beliebten Küstenabschnitt am Mittelmeer zu verschmutzen.
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© dpa
Dem Mittelmeer bei Genua droht nach einem Leck in einer Raffinerie-Pipeline eine schwere Ölverschmutzung. Die Hafenbehörde der Stadt an der Riviera rief den Notstand aus. Wegen starken Regens hatte zuvor eine eilends errichtete Barriere im Fluss Polcevera das ausgetretene Öl nicht aufhalten können. Aus dem Leck in einer Pipeline der Raffinerie Iplom waren am vergangenen Sonntag rund 500 Tonnen Rohöl in den Fluss gelangt.

Medienberichten zufolge trieben bereits mehrere Öllachen westlich von Genua im Mittelmeer. Bürgermeister Marco Doria sagte, wahrscheinlich handele es sich dabei um Öl, das bereits in den ersten Stunden des Unglücks ausgetreten sei. Zehn Prozent davon seien bereits ins Mittelmeer gelangt, berichteten lokale Medien. Und die Gefahr, dass noch mehr Öl ins Meer fließt, sei akut. Der italienische Umweltminister Gian Luca Galletti hat nach APA-Angaben bereits zwei Schiffe in die Region geschickt, die das Öl aufsaugen sollen.

Cross

Selbstmordrate von US-amerikanischen Soldaten erlebt weiteres Rekordhoch

Die Selbstmordrate ist im US-Militär, beziehungsweise auf englisch dem „US Military“, im Jahr 2015 auf ein 7-Jahres-Hoch geklettert.
marines soldados eeuu
© Reuters
So hatte das amerikanische Verteidigungs- und Kriegsministerium, das Pentagon, mitgeteilt, wonach sich im Jahr 2015 insgesamt 265 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Streitkräften der Vereinigten Staaten durch Suizid das Leben genommen hatten.

Diese hohe Selbstmordrate ist die Höchste in den vergangenen sieben Jahren. Unter den 265 Selbstmorden im amerikanischen Militär waren, schreibt die USA Today auf Seite Eins (vom 4. April 2016; Autor: Gregg Zoroya), 120 Soldaten gewesen.

Das bedeutet eine Selbstmordrate von fast 30 auf 100.000 Militär-Angehörigen und liegt gut 12,5 Prozent über dem Wert von 2012. Noch im Jahr 2014 hatten sich im US-Militär 273 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgebracht, wobei die meisten Männer waren. 2013 waren es 254 Selbstmorde.

Die hohen Suizid-Raten stimmen das amerikanische Militär in Alarm. Denn zwischen 2001 und 2007 hatte das amerikanische Verteidigungs- und Kriegsministerium nie mehr als 200 Selbstmorde pro Jahr unter den eigenen Militär-Mitarbeitern zu verzeichnen.

Kommentar: Und man möchte niemanden mit der Realität konfrontieren, dass man sich bei Einsätzen in Lebensgefahr begibt. Anstatt werden super Reklamevideos über die blumige Zeit in der Bundeswehr gezeigt.


Alarm Clock

Auto kollidierte mit ICE-Zug in Münster

Die Folgen eines Zusammenpralls von Zug und Auto in Münster waren schon dramatisch: Ein Mann starb. Es hätte aber noch schlimmer kommen können. Auf dem Nebengleis war ein Güterzug mit brennbarer Ladung.
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© dpa/Jan Woltas
Der Zusammenprall eines Zugs mit einem Auto in Münster am Samstagmorgen hat erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr zwischen Norddeutschland und dem Ruhrgebiet gehabt. Mehrere Züge mussten umgeleitet werden und verspäteten sich. Am Mittag wurden die Sperrungen aufgehoben. Es werde aber weiter mit Verzögerungen gerechnet, sagte eine Bahnsprecherin. An einem Bahnübergang in einem Münsteraner Vorort war ein Auto von einem Intercity erfasst worden. Der Autofahrer starb.

Nach Angaben der Polizei war der Wagen trotz geschlossener Halbschranken auf die Gleise geraten. Ein Intercity aus Richtung Emden erfasste das Fahrzeug und schleifte es mehrere Hundert Meter mit sich, bevor der Zug ohne zu Entgleisen zum Stehen kam. Brisant: Auf dem Nachbargleis war zu dem Zeitpunkt gerade ein mit brennbarer Flüssigkeit beladener Güterzug.

Arrow Down

An gesellschaftlichen Realitäten vorbei: Schäuble und Junge Union wollen Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anheben

Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung
© dpa / picture alliance / Daniel KarmannEine Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung
Die Junge Union hat eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters von 67 auf 70 Jahre ab 2030 bis zum Jahr 2100 vorgeschlagen. Damit unterstützt die Jugendorganisation der CDU einen Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Die SPD widerspricht, Sozialverbände fordern weiter eine Stärkung der gesetzlichen Rente.

"Um das Rentenniveau künftig nicht so weit absenken zu müssen, dass immer weniger Menschen davon leben können, sollten wir das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung koppeln", sagte der JU-Vorsitzende Paul Ziemiak der Rheinischen Post. Dies hätte nach seiner Einschätzung nur einen moderaten Anstieg des gesetzlichen Renteneintrittsalters zur Folge. "Der Jahrgang 1985, dem ich angehöre, müsste bis zum Alter von 67,5 Jahren erwerbstätig bleiben. Ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren würden wir erst im Jahr 2100 erreichen."

Bislang hatten Versicherte in der Gesetzlichen Rentenversicherung bis zum Jahrgang 1946 mit 65 in Rente gehen können. Bei allen späteren Jahrgänge steigt das Eintrittsalter, der Jahrgang 1964 ist der erste, der erst mit 67 in Rente darf - also im Jahr 2031. An dieses schließt sich der Vorschlag der JU an.

Kommentar: Schäuble und die Junge Union sind mit ihrem Vorschlag tatsächlich weit von den Lebensrealitäten der Bürger in Deutschland entfernt. Nicht jeder ist körperlich und psychisch so konstitutiert, dass er bis zum 70. Geburtstag im regulären Arbeitsleben verbleiben kann. Unzählige Stressfaktoren können ihre Spuren bei der Gesundheit des Einzelnen hinterlassen. Und das Rentenproblem, das als Grund für die Erhöhung des Eintrittsalters herangezogen wird, beruht außerdem auf Misswirtschaft im Deutschen Rentensystem, die wir u.a. dem rücksichtslosen Umgang mit den entsprechenden Geldern und Einlagen zu verdanken haben.

Im Folgenden mehr Infos zur Rente und Gesellschaft:


Beer

Weitere Schießereien in den USA: Fünf Tote in Georgia

Im US-Bundesstaat Georgia sind fünf Menschen erschossen worden. Die Polizei suchte gestern Abend (Ortszeit) nach einem männlichen Verdächtigen, wie Steve Morris vom Sheriffbüro in Columbia County der Zeitung The Augusta Chronicle sagte. Die Schüsse seien am frühen Abend an zwei verschiedenen Orten in Appling gefallen.
schießerei georgia
Die Ermittler gingen nach übereinstimmenden Berichten davon aus, dass die Taten zusammenhingen. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Im Bundesstaat Ohio waren gestern Früh acht Mitglieder einer Familie erschossen aufgefunden worden.

Kommentar: Erst gestern kam es zu folgendem Unglück in den USA:


Dominoes

Familiendrama in den USA: Mindestens sieben Tote

Mehrere Menschen sind im US-Staat Ohio getötet worden. Medien berichten von einem Familiendrama mit sieben Toten. Die Lage ist unklar.

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© Aaron Josefczyk / Reuters
Cincinnati. Im US-Staat Ohio sind vermutlich bei einem Familiendrama am Freitag mehrere Menschen ums Leben gekommen. Mehrere US-Medien berichteten übereinstimmend, es seien sieben Familienmitglieder erschossen worden. Der Todesschütze war demnach zunächst noch auf der Flucht.

Die Strafverfolgungsbehörden bestätigten der Deutschen Presse-Agentur zunächst nur, dass es zu einem Verbrechen mit mehreren Toten gekommen sei. "Wir haben noch keine exakte Zahl", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Auch auf welche Weise die Opfer starben, wollte sie nicht sagen. Es sei bisher kein Täter festgenommen worden. Ob er auf der Flucht war oder sich unter den Toten befand, blieb zunächst unklar.

(dpa)

Fire

Explosion in einer petrochemischen Firma in Mexiko

Bei einer Explosion in einem petrochemischen Werk im Osten Mexikos sind mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen, teilte der staatliche Erdölkonzern Pemex am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Allerdings seien bisher erst zwölf Tote identifiziert worden.

explosion mexiko
© AFPRauchwolken nach der Explosion.
Zunächst war - wie berichtet - von 13 Toten die Rede gewesen. Die weiteren Leichen seien entdeckt worden, als die Rettungskräfte direkt an die Unglücksstelle in der Stadt Coatzacoalcos im Bundesstaat Veracruz vorrückten.

Insgesamt wurden mehr als 100 Menschen bei der Explosion verletzt. 19 Menschen seien noch immer im Krankenhaus, 13 von ihnen seien schwer verletzt, teilte Pemex mit. Acht Menschen gelten weiterhin als vermisst.

Die Explosion hatte sich am Mittwoch auf dem Werksgelände der Firma PMV ereignet. PMV ist ein Gemeinschaftsunternehmen des staatlichen Erdölkonzerns Pemex und der petrochemischen Firma Mexichem. Sie stellt Vinylchlorid her - eine Grundsubstanz für die Herstellung von Plastikrohren.

Kommentar: Hier sind noch weitere Aufnahmen von dem Vorfall:






Black Cat 2

Security-Personal erpresste Flüchtlinge oder drohte mit Abschiebung

Bis zu 750 Euro dürfen Flüchtlinge in Bayern behalten. Wer mehr hat, muss es abgeben - oder wird erpresst, wie offenbar in einer Unterkunft in München passiert. Unter Verdacht: das Sicherheitspersonal.
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© dpa
Nach einer Razzia in einer großen Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in München sind die Vorwürfe massiv: Das Sicherheitspersonal soll, so die Münchner Staatsanwaltschaft, über Monate hinweg die neu ankommenden Flüchtlinge erpresst und ihnen Geld für sich abgenommen haben.

Dabei geht es um Vorfälle bei der Überprüfung, wie viel Bargeld die Asylbewerber bei sich haben. In Bayern werden ihnen maximal 750 Euro zugestanden - in anderen Bundesländern sind es unterschiedlich hohe Beträge -, der Rest wird ihnen weggenommen und für Unterkunft und Verpflegung verwendet. Die Erpressung verlief so: Wer mehr Geld dabei hatte, von dem verlangte das Personal 100 bis 200 Euro. Wer nicht zahlt, würde sofort abgeschoben werden, hätten die Sicherheitsleute gedroht. Die verängstigten Flüchtlinge gaben das Geld und konnten dann den Rest behalten.

Bisher haben sich fünf Geschädigte gemeldet. "Die Zahlen von Opfern und Tätern können sich aber noch deutlich erhöhen", sagte Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft München, auf Anfrage dieser Zeitung. Die Ermittler gehen von systematisch geplanten Straftaten aus. So seien die erpressten Flüchtlinge von dem Sicherheitsdienst aus den elektronischen Datenbanken teils gelöscht worden - wohl um sie bei Anzeigen als Personen erscheinen zu lassen, die gar nicht in der Einrichtung leben und gemeldet sind. Auf Erpressung oder Betrug stehen bis zu fünf Jahre Haft.

Kommentar: Und hoffentlich wurde auch Anzeige erstattet.