
© heribert cornLiteraturwissenschafterin Eva Horn sieht einen Zusammenhang zwischen dem steigenden Interesse an Zukunftsszenarien und der aktuellen Bedrohung durch vielfältige Krisen.
Literaturwissenschafterin Eva Horn analysierte Katastrophenszenarien in Filmen und Büchern und die Gründe, warum sie so beliebt sindEva Horn untersuchte schon in ihrem ersten Buch
Der geheime Krieg (2006) Fiktionen und deren Verbindungen zur Wirklichkeit. Darin näherte sie sich etwa durch Spionageliteratur den Strukturen geheimen Staatswissens in der realen Welt. In ihrer eben abgeschlossenen Studie, die am 26. Juni unter dem Titel "Zukunft als Katastrophe" als Buch erscheint, beschäftigte sich Horn mit literarischen und filmischen Katastrophenszenarien in der Moderne: von millionenschweren US-amerikanischen Blockbuster-Produktionen wie "World War Z" bis hin zu Cormac McCarthys preisgekröntem Bestseller "The Road".
STANDARD: Wie schon in Ihrem ersten Buch ist auch in Ihrer neuesten Studie die Fiktion Ihr Untersuchungsmaterial. Was interessiert Sie an Fiktionen?
Eva Horn:Fiktionen sind für mich besonders prägnante Momentaufnahmen der Zeit, in der sie entstehen. Durch die Analyse von Fiktionen möchte ich etwas über die Gegenwart oder historische Epochen lernen.
Die Welt der Imaginationen und die gesellschaftliche Wirklichkeit können nicht voneinander getrennt werden.
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