Das Kind der GesellschaftS


Hourglass

Nach 14 Jahren Ehe geht meist die Frau

In Deutschland halten die Ehen wieder länger. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts werden Ehen durchschnittlich nach gut 14 Jahren geschieden. In den meisten Fällen reichen die Frauen die Scheidung ein.

Ehen in Deutschland halten immer länger. Wenn sie scheitern, ist es meist die Frau, die geht: Dies geht aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden hervor. Danach wurden 2010 rund 187000 Ehen nach einer durchschnittlichen Dauer von 14 Jahren und zwei Monaten geschieden - 1992 waren es nur 11 Jahre und 6 Monate. Bezogen auf einen Zeitraum von 25 Jahren scheitert in der Bundesrepublik mehr als jede dritte Ehe (39 Prozent).

Der Wunsch nach Scheidung geht in der Mehrheit der Fälle (52,9 Prozent) von der Frau aus. Nur 38,9 Prozent der Scheidungsanträge im vergangenen Jahr reichten die Männer ein, in den übrigen Fällen beantragten beide Ehegatten die Scheidung gemeinsam.

Ambulance

Berufsunfähgkeit: Jeder Fünfte muss krankheitsbedingt in Frührente

20 Prozent der Bundesbürger hängen ihren Job vorzeitig an den Nagel, weil sie die Strapazen der Arbeit nicht mehr aushalten. Vor allem in Ostdeutschland beenden viele ihr Arbeitsleben, bevor sie das reguläre Rentenalter erreichen.
Bauarbeiter
© dpaJeder fünfte Deutsche beendet das Arbeitsleben wegen Krankheit.

Viele Deutsche müssen aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand gehen. Jeder Fünfte erreicht das gesetzliche Rentenalter nicht, wie eine von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag in Düsseldorf veröffentlichte Studie ergab. Vor allem die Qualifikation, aber auch Geschlecht und Wohnort beeinflussen demnach die Wahrscheinlichkeit, nicht bis zum regulären Rentenalter arbeiten zu können. Je höher die Bildung, desto geringer das Risiko einer Erwerbsminderung.

Ostdeutsche Männer ohne Berufsausbildung tragen das höchste Risiko, arbeitsunfähig zu werden. Die Wahrscheinlichkeit ist zehnmal so hoch wie bei männlichen Akademikern in den alten Bundesländern. Bei Muskel-Skelett-Erkrankungen tragen Männer mit geringer Qualifikation ein 14-fach höheres Risiko als Akademiker. Unter Frauen liege der Faktor je nach Qualifikation maximal beim Achtfachen. Auch bei Erkrankungen von Herz und Kreislauf sei der Unterschied erheblich. Spürbar kleiner falle der Unterschied dagegen bei psychischen Leiden aus, die immer häufiger zu Erwerbsminderungen führten.

Fish

Fischereibiologen warnen vor Tiefseefischerei

Kiel (dpa) - Die Fischerei in der Tiefsee ist nach Ansicht von Meeresforschern wirtschaftlich und ökologisch unrentabel. Tiefseefischerei könne grundsätzlich nicht nachhaltig betrieben werden.

Das sagte der Fischereibiologe Rainer Froese vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) am Dienstag. Gemeinsam mit Kollegen aus mehreren Ländern hat Froese die möglichen Folgen einer ausgedehnten Fischerei in der Tiefsee untersucht.

Anlass für die Studie war die Suche der großen Fischfangflotten nach neuen Revieren, da die Erträge immer weiter zurückgehen. Dabei haben sie nach Angaben der Wissenschaftler jetzt auch die wenig erforschte Tiefsee entdeckt.

Die Biologen kamen in ihrer Studie, die jetzt online in der Fachzeitschrift Marine Policy veröffentlicht wurde, zu dem Schluss, «die Tiefseefischerei sollte mit ganz wenigen Ausnahmen eingestellt werden». Denn die auf den ersten Blick ertragreichen Fischbestände in den Tiefen der Ozeane könnten noch viel schneller vernichtet sein als Bestände in küstennahen Gewässern, hieß es.

Dollar

46 Millionen Amerikaner sind arm

Es ist der höchste Stand seit den Neunzigern: Jeder sechste US-Bürger ist arm, noch mehr haben keine Krankenversicherung. Afro- und Hispano-Amerikaner leiden besonders.
obdachloser,rollstuhl
© Lucy Nicholson/Reuters Ein Obdachloser in Los Angeles, Kalifornien

In den USA leiden, gemessen an der Gesamtbevölkerung, so viele Menschen an Armut wie seit beinahe zwei Jahrzehnten nicht mehr. Im vergangenen Jahr galten 15,1 Prozent der Bevölkerung als arm, das sind 46,2 Millionen Menschen. Dies ist laut dem Zensusbüro in Washington der höchste Stand seit 1993. Die Zahl stieg damit das vierte Jahr in Folge an, 2009 hatte die Armutsrate bei 14,3 Prozent gelegen.

Als arm gilt in den USA offiziell eine vierköpfige Familie, die weniger als 22.314 Dollar (etwa 16.300 Euro) jährlich zur Verfügung hat. Die Grenze für Einpersonenhaushalte liegt bei 11.139 Dollar. Besonders hoch war die Armutsrate den Angaben zufolge unter afroamerikanischen Bürgern (27,4 Prozent) und in der hispanischstämmigen Bevölkerung (26,6 Prozent).

Yoda

Mann soll Tochter 34 Jahre vergewaltigt haben

Nürnberg. Ein 69-jähriger Rentner aus dem nördlichen Mittelfranken soll seine Tochter 34 Jahre lang missbraucht und drei Söhne mit ihr gezeugt haben. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth erhob jetzt Anklage gegen den Mann wegen Vergewaltigung in 497 noch nicht verjährten Fällen, wie die Strafverfolger am Dienstag bekanntgaben.
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© dpaDie Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat Anklage gegen den Rentner erhoben

Der 69-Jährige sitzt demnach bereits seit März 2011 in Untersuchungshaft. Er soll seine heute 46-jährige leibliche Tochter erstmals mit Schlägen zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben, als das Mädchen zwölf oder 13 Jahre alt war. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann seither seine Tochter mehrmals wöchentlich vergewaltigte.

Die Taten wurden den Angaben zufolge entdeckt, nachdem die Tochter sich einer ihr zur Seite gestellten Bewährungshelferin anvertraut hatte. Von den drei Söhnen, die der Vater mit seiner Tochter gezeugt haben soll, sind laut Staatsanwaltschaft mittlerweile zwei verstorben.

Light Sabers

Buenos Aires: Neun Tote bei Zugunglück in Argentinien

Im Morgenverkehr sind auf einem Bahnübergang in Buenos Aires ein Autobus und zwei Züge zusammengestoßen. Neun Menschen starben, 212 wurden verletzt. Die meisten von ihnen warteten an einem Bahnsteig auf den Zug, der sie zur Arbeit bringen sollte.
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© dpaBei einem Zugunglück in Buenos Aires kamen neun Menschen ums Leben

Der Zug rammte am Dienstag auf einem Schienenübergang einen Autobus. Dabei entgleiste der Zug und prallte mit einem zweiten Zug zusammen.

Das Unglück ereignete sich kurz nach 6 Uhr morgens (Ortszeit) an einem Bahnübergang vor dem Bahnhof des Stadtteils Flores. Der Bus kreuzte die Schienen, als der eine Zug in Richtung Stadtmitte den Bahnhof verließ und der andere Zug in entgegengesetzter Richtung einfuhr, wie ein Sprecher der Polizei dem Fernsehsender TN berichtete. Aufnahmen von Sicherheitskameras zeigten, wie der Bus bei halbgesenkten Schranken versuchte, über die Schienen zu kommen und von dem anfahrenden Zug gegen den Bahnsteig geschleudert wurde.

Magnify

Sündenbock-Alarm: Terrorverdächtige hatten Kontakt zu radikaler Islamistenszene

Es gibt neue Erkenntnisse zu den in Berlin festgenommenen Terrorverdächtigen: Nach SPIEGEL-Informationen verkehrten sie in islamistischen Kreisen. Samir M. wurde schon im Jahr 2009 die Ausreise verboten. Die Ermittler prüfen Hinweise, wonach Hani N. in einem Terrorcamp im Ausland war.
sek,polizei
© DPASEK-Beamter in Berlin: Haftbefehl gegen zwei Terrorverdächtige

Berlin - Es ist der 23. Mai 2010, gegen 15 Uhr, als die Berliner Polizei zufällig auf eine Verbindung zwischen dem 28-jährigen Hani N. und dem 24-jährigen Samir M. stößt: Elf junge Männer grillen nahe des Kanals am Britzer Ufer, als eine Polizeistreife anhält und sie darauf hinweist, dass Grillen an dieser Stelle verboten ist.

"Es war ein ganz normales Grillen", wird Hani N. dreieinhalb Monate später bei einer Zeugenvernehmung aussagen. "Es gab leckeres Essen. Anschließend ging ich nach Hause." Samir M., der ebenfalls anwesend war, kenne er nicht so richtig.

Es war vermutlich wirklich ein ganz normales Grillen. Aber interessant war das Treffen für die Polizei trotzdem. Denn auch Fatih K. war dabei - und gegen den ermittelte das Bundeskriminalamt (BKA) wegen des Verdachts, er unterstütze die Terrorgruppe "Deutsche Taliban-Mudschahidin" von Berlin aus.

Attention

Produktion professionalisiert sich: Designer-Drogen boomen

Der Vormarsch von synthetischen Drogen ist ungebrochen. Mittlerweile sind Amphetamine nach Cannabis das beliebteste Rauschmittel. Bis zu 60 Millionen Menschen weltweit gehören zu den Konsumenten. Ein UN-Bericht warnt vor der Ausbreitung des einträglichen Marktes für die Designerdrogen.
Metamfetamin
© picture alliance / dpa

Synthetische Drogen gewinnen weiter an Beliebtheit. Aufputschmittel auf Amphetaminbasis (ATS) - Amphetamine, Methamphetamine und Ecstasy - sind nach Cannabis die am häufigsten konsumierten Drogen der Welt, berichtete das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Bangkok.

Die Produktion weite sich aus, vor allem in Westafrika und Südostasien. Die Zahl der Nutzer dieser relativ günstigen und leicht herzustellenden Drogen habe sich auf hohem Niveau stabilisiert, heißt es in dem Bericht über synthetische Drogen, den das Büro alle drei Jahre vorlegt.

Display

Das Internet avanciert laut Studie zum Bildungsmedium

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Das Internet fördert die Allgemeinbildung der Internetnutzer. Dies hat der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (kurz BITKOM) im Rahmen einer Studie herausgefunden. Zwei Drittel der Befragten gaben demnach an, mit Hilfe des Internets ihre Allgemeinbildung aufgestockt zu haben. Online-Enzyklopädien wie Wikipedia seien die zentrale Anlaufstelle.

Es bedarf keiner genauen Analyse, um das Potenzial des World Wide Web auch nur ansatzweise zu erkennen. Im Internet bleibt kein Wunsch offen, es gehört zu den vielfältigsten Medien der Geschichte. Kein Wunder also, dass das Internet als gewaltiges Informationsmedium fungiert. Mit nur wenigen Mausklicks sind bildende Plattformen wie Online-Lexika, Foren, Blogs, News-Seiten erreicht. Beschwerliches Aufsuchen von Nachschlagewerken war gestern.

MIB

Phishing-Studie: Internetkriminelle verursachen Milliardenschaden

Verschlüsselungssymbol
© ddpDas Sicherheitssymbol einer verschlüsselten Internetverbindung.

Im Netz lauert die Gefahr. Viren, Trojaner oder Attacken auf das Onlinebanking ziehen allein in Deutschland jährliche Schäden in Höhe von 16,4 Mrd. Euro nach sich. Noch nicht einmal eingerechnet sind dabei die Kosten für den Zeitaufwand, der den Opfern entsteht.

Durch Internetkriminalität entsteht einer aktuellen Studie zufolge in Deutschland ein direkter finanzieller Schaden in Höhe von insgesamt 16,4 Mrd. Euro. Rechne man die Kosten für den Zeitaufwand mit, der den Opfern dadurch entsteht, erhöhe sich der Schaden innerhalb eines Jahres auf 24,3 Mrd. Euro, heißt es im "Cybercrime Reports 2011", den das IT-Sicherheitsunternehmen Symantec Deutschland am Dienstag veröffentlichte. Dabei wurden nur die Schäden berücksichtigt, die Privatnutzern entstehen.