Leipzig/Collm. Es dauerte nur wenige Sekunden, war aber am Donnerstagmorgen deutlich zu spüren:
Ein Erdbeben hat um 8.38 Uhr Leipzig erschüttert. In Büros vibrierten die Computermonitore, Nutzer von LVZ-Online berichteten von wackelnden Gläsern zu Hause im Schrank. Ein Leipziger befürchtete sogar, dass sein Haus einstürze.

© Google EarthGeschätztes Schüttergebiet (rot) des Erdbebens, basierend auf Orten, von wo sich Zeugen gemeldet haben (rote “A” – Markierungen)
Der Erdstoß war im gesamten Stadtgebiet bemerkbar. Über Twitter tauschten sich die Menschen schon Minuten nach dem Naturereignis über ihre Erlebnisse aus und meldeten Erschütterungen in Böhlitz-Ehrenberg, Gohlis, Möckern und Neuschönefeld. Auch außerhalb der Stadt war die Erschütterung in Richtung Norden zu spüren. Das Geophysikalischen Observatorium am Collm verzeichnete auf den Messgeräten einen deutlichen Ausschlag.
Klaus Stammler, Seismologe bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover, bestätigte gegenüber LVZ-Online das Erdbeben. "
Es hatte die Stärke 3,5 und das Zentrum lag bei Gröbers in der Nähe von Halle", so Stammler. Die Erschütterung habe eine natürliche Ursache und hänge mit der geologischen Störungszone von Leipzig nach Regensburg zusammen. Bei Gröbers befinde sich deren nördliches Ende. Während im Vogtland Erschütterungen dieser Stärke nicht unüblichen seien, habe die Erde im Raum Leipzig-Halle laut Stammler in den vergangenen hundert Jahren noch nicht so intensiv gebebt. Bei ihm habe am Morgen das Telefon nicht still gestanden. Besorgte Bürger hätten in der Anstalt eine Erklärung gesucht.
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