Gesundheit & WohlbefindenS


Smoking

Rückschau Desinformation für den Profit: Rauchverbot freut Pharmakonzerne

Umsatzplus von bis zu 25 Prozent bei Entwöhnungsmedikamenten. Auch Apotheken profitieren von Nachfrage.
Rauchen, Rauchverbot
© DDP
Hamburg. Das Rauchverbot verärgert Kneipenwirte und Raucher, doch es freut Apotheker und die Pharmaindustrie. Denn viele Raucher entscheiden sich jetzt für das Aufhören und kaufen Nikotinersatzprodukte. "Die Verkäufe der Versandapotheke DocMorris für Nikotinentwöhnungsprodukte haben sich im Januar im Vergleich zum Dezember mehr als verdoppelt", sagt DocMorris-Vorstand Thomas Schiffer dem Abendblatt. "Besonders beliebt sind dabei Nikotinkaugummis und Lutschtabletten."

Kommentar:
Rauchverbot verfassungswidrig
Jenseits der Propaganda: Nikotin und Rauchen - Ein erster Blick hinter den Schleier
Rauchen schützt vor Lungenkrebs
Ist Diesel als Ursache für Lungenkrebs gefährlicher als Zigaretten?


Info

Schokolade in Adventskalendern enthält krebserregendes Mineralöl, warnt Stiftung Warentest

Giftiges Öl in süßem Naschwerk: Die Stiftung Warentest hat in 24 Adventskalendern für Kinder Rückstände von zum Teil krebserregenden Substanzen gefunden. Betroffen sind auch populäre Marken. Vom Verzehr wird abgeraten.
Chocolate
© GreenMedInfo
Die Adventszeit ist eine Zeit der Vorfreude, Einstimmung auf Heiligabend. Vor allem Kinder öffnen ab dem ersten Dezember jeden Tag gespannt ein Türchen ihres Adventskalenders. Meist ist der nicht selbst gebastelt, sondern gekauft.

Anlass für Stiftung Warentest, die Adventskalender für Kinder einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das schockierende Ergebnis: 24 der getesteten Kalender enthalten Rückstände von Mineralöl und ähnlichen Substanzen. Schokostückchen von neun Produkten enthielten beim Test sogar aromatische Mineralöle. Diese Stoffe stehen unter Verdacht, krebserregend zu sein, die Öle stammen wahrscheinlich aus dem Karton. Häufig wird er aus Recycling-Papier hergestellt, das mit mineralölhaltigen Farben bedruckt ist.

Display

Arztvisite der Zukunft? Gesundheitsreform in Großbritannien sieht Skype und iPad als neues Behandlungsmedium vor

doctors
© Unbekannt
Die Londoner Regierung plant eine Gesundheitsreform, die bald auch schon den Kontinent erreichen könnte. Aus Kostengründen sollen Patienten die Ärzte künftig nur noch in Ausnahmefällen persönlich zu Gesicht bekommen, die meisten Diagnosen sollen per Skype oder über iPads gestellt werden. So sollen viele Milliarden eingespart werden.

Mr. Potato

Bereits Zweit- und Drittklässler beschreiben ihre häufige Erfahrung von Stress

Stress ist ein weit verbreitetes Alltagsphänomen. Neu ist, dass bereits Zweit- und Drittklässler über Stress klagen. Am häufigsten wird die Schule als Stressfaktor genannt. Das ist ein Ergebnis der Elefanten-Kindergesundheitsstudie, die gestern in Berlin vorgestellt wurde.
Klassenzimmer
© Martin Kraft, cc-by-sa 3.0Archiv: Blick in ein Grundschulzimmer.
Berlin (Deutschland) - Bereits ein Viertel der Zweit- und Drittklässler fühlt sich oft oder sogar sehr oft gestresst. So können beispielsweise bereits die 7-Jährigen den Begriff Stress mit eigenen Worten eindringlich beschreiben. Fragt man die Kinder selbst nach den Auslösern, dann nennt jedes dritte Kind die Schule als Stressfaktor - vor "Ärger und Streit" und familiären Auslösern.

"Uns hat vor allem überrascht, dass die Schule schon so früh bei relativ vielen Kindern Stress auslöst", sagt Anja Beisenkamp vom PROSOZ-Institut für Sozialforschung - PROKIDS, das die Elefanten-Kindergesundheitsstudie durchgeführt hat. "Für die Kinderforschung ist diese Erkenntnis ein großer Gewinn. Für Erwachsene, die sich Kindheit immer noch als Hort der Glückseligkeit vorstellen, ist es allerdings erschreckend zu hören, dass Stressthemen die Kinderzimmertür bereits so leicht passieren können", sagt Anja Beisenkamp.

Post-It Note

Bedeutende Ausbreitungswelle? Bereits über 1000 Ausbrüche des Dengue-Fiebers in Portugal

Mücke
© ReutersEine Mücke setzt zum Stich an.
Auf der portugiesischen Insel Madeira ist das Dengue-Fieber ausgebrochen. Der Virus, der von Mücken übertragen wird, grassierte zuletzt in den 20er-Jahren in Europa. Über 1000 Fälle des gefährlichen Infekts wurden bereits gemeldet.

Europa erlebt erstmals seit den 20er-Jahren einen großen Ausbruch des von Mücken übertragenen Denguefiebers. Portugal habe bisher 1357 Fälle auf der Urlauber-Insel Madeira gemeldet, berichtete die zuständige EU-Behörde Ecdc am Dienstagabend. Bereits 669 Fälle davon seien im Labor bestätigt worden, der Rest seien bisher Verdachtsfälle. Unter anderem wurde den Angaben zufolge bei rund 25 Urlaubern aus Deutschland, Frankreich, Schweden und vom portugiesischen Festland nach der Heimreise von Madeira Dengue-Fieber diagnostiziert.

Health

Omega-3-Fette wirksames Mittel bei entzündlichen Gelenkerkrankungen

Schon seit Generationen verzehren Menschen Omega-3-Fette aus Fisch, Nüssen und Samen. Für die Bildung der Zellwände und für unzählige Stoffwechselfunktionen - kurz, für strahlende Gesundheit - hängt unsere genetische Struktur von der regelmäßigen Zufuhr der langkettigen Omega-3-Fette EPA und DHA ab. Ein Ungleichgewicht zwischen Omega-3- und Omega-6-Fetten kann einen Anstieg entzündungsauslösender Zytokine bewirken, die zur Osteoarthritis, einer schmerzhaften, kräftezehrenden Erkrankung führen. Neue Forschungsergebnisse, die jetzt in der Zeitschrift Osteoarthritis and Cartilage veröffentlicht wurden, zeigen erstmals, dass Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl imstande sind, Auftreten und Symptome der Osteoarthritis bei zunehmendem Alter »in erheblichem Ausmaß« zu reduzieren.
Fisch
Forscher der englischen University of Bristol haben die Wirkung von Omega-3-Fetten auf eine besondere, genetisch für eine Arthritis prädisponierte Meerschweinchenrasse getestet. Die Meerschweinchen wurden deshalb für diese Studie ausgewählt, weil sie eine ähnliche Form der Osteoarthritis entwickeln wie die Menschen. Schon zuvor hatte es immer wieder Berichte gegeben, in denen die positive Wirkung des Fischkonsums auf die Gesundheit der Gelenke bestätigt worden war. Dr. John Tarlton von der Matrix Biology Research Group und sein Team hatten sich jetzt die Aufgabe gestellt, die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren, entweder aus Fischöl oder Leinsamenöl, bei Prävention oder Verlangsamung des Verlaufs einer Osteoarthritis zu untersuchen.

Health

Omega-3-DHA-Fettsäuren verändern Gehirnchemie und Gehirnstruktur, verbessern kognitive Fähigkeiten

In verschiedenen, vor Kurzem veröffentlichten Artikeln wird die besondere Bedeutung der Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren durch den Verzehr fettreichen Fischs und die Einnahme von Fischöl-Ergänzungsmitteln hervorgehoben. In der medizinischen Fachzeitschrift Stroke der amerikanischen Herz-Gesellschaft AHA zeigen Wissenschaftler auf, dass die wirksamen Anteile an Omega-3-DHA-Fettsäuren (DHA = Docosahexaensäure) dazu beitragen, im Alter Gehirnzellen bei großer Beanspruchung zu entlasten und auf diese Weise das Risiko eines stark lebensverändernden Schlaganfalls um bis zu einem Viertel zu senken.
Fisch
Forscher des Zentrums für Alzheimer-Erkrankungen und Gedächtnisstörungen des Rhode-Island-Krankenhauses fanden heraus, dass die DHA aus Nahrungsergänzungsmitteln wichtige Gehirnchemie und - struktur verändert und so einer Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit und ungewöhnlicher Gehirnalterung entgegenwirkt. Zahlreiche wissenschaftliche Hinweise belegen zudem die Bedeutung der Omega-3-Fettsäuren bei der Bekämpfung von Stoffwechselstörungen, die zu Demenz, Schlaganfällen oder chronischen Erkrankungen führen können.

Fish

Omega-3-Fettsäuren und ihre hervorragende Wirkung aufs Gedächtnis und bei chronischen Entzündungen

Omega-3-Fettsäuren können das Gedächtnis verbessern - ein Forscherteam der University of Pittsburgh veröffentlichte kürzlich in der Online-Fachzeitschrift PLOS ONE entsprechende Ergebnisse. Es gab einen wesentlichen Unterschied zu früheren Gedächtnisstudien: Die Probanden waren jung, es waren 18- bis 25-jährige Nichtraucher und Nichtraucherinnen aus allen gesellschaftlichen Schichten, die zuvor oder aktuell weder an einer psychischen Krankheit gelitten noch Drogen genommen hatten.
Frau, Pille
© vgstudio / Shutterstock
Penibel untersuchte das Forscherteam, dass die 13 ausgewählten Teilnehmer auch wirklich »clean« waren. Außerdem wurde vor Beginn der sechswöchigen Studie das Arbeitsgedächtnis, nicht das Langzeitgedächtnis, getestet. Während der sechs Wochen nahmen alle täglich Omega-3-Fettsäuren ein; abschließend wurde das Arbeitsgedächtnis erneut überprüft.

Um sicherzustellen, dass die Probanden das Omega-3 täglich einnahmen und pro Tag höchstens zwei alkoholische Getränke zu sich nahmen, wurden sie häufig untersucht. Nach den sechs Monaten hatte sich das Arbeitsgedächtnis bei allen deutlich verbessert.

Coffee

Grüner Tee scheint geistig fit zu machen

Grüner Tee zählt zu den meist untersuchten Lebensmitteln der letzten Jahre. Das japanische Nationalgetränk gilt vor allem im asiatischen Raum als Jungbrunnen mit scheinbar unerschöpflichem Gesundheitspotential. Während die natürlichen Inhaltsstoffe von grünem Tee bereits ausführlich von der Krebsforschung untersucht wurden, dringen die Erkenntnisse zur antioxidativen Wirkung von sekundären Pflanzenstoffen auf das Gehirn erst allmählich aus den Laboren an die Öffentlichkeit - und bestätigen, was die Japaner und selbst die alten Griechen längst wussten!
Bild
© UnbekanntGrüner Tee fürs Gedächtnis
Grüner Tee - Antioxidans regt zur Bildung neuer Nervenzellen an

Kennen Sie das? Nach einer Tasse grünen Tee haben Sie das Gefühl, als würde sich ein Nebelschleier von Ihrem Denkvermögen heben und Ihre Konzentration deutlich geschärft sein? Dieser Eindruck beruht scheinbar auf chemischen Tatsachen! Eine Studie, die kürzlich im Fachblatt Molecular Nutrition & Food Research veröffentlicht wurde, enthüllte den Wirkstoff in grünem Tee, welcher zur Bildung neuer Hirnzellen zur Stärkung des Gedächtnisses und des räumlichen Lernvermögens anregen soll.

Pills

Grippemittel Tamiflu: Forscher rufen zum weltweiten Boykott gegen Pharmariese Roche auf

Tamiflu ist das meistverkaufte Grippemittel der Welt - doch wie wirksam ist es? Eine wissenschaftliche Prüfung ist unmöglich: Pharmakonzern Roche weigert sich, die erforderlichen Daten herauszugeben. Forscher fordern deshalb Regierungen auf, den Konzern in die Pflicht zu nehmen. In Deutschland hält man nichts davon.
Tamiflu, Roche, Grippemittel
© DPAGrippemittel Tamiflu: Roche verweigert die Herausgabe der Daten
"Wir arbeiten gerade selbst an einer Auswertung", "Wir benötigen zuerst noch eine Datenschutz-Erklärung", "Wir haben Ihnen doch schon alle wichtigen Daten zur Verfügung gestellt" - mit immer neuen Ausführungen begründen Mitarbeiter des Pharmakonzerns Roche, warum sie Wissenschaftlern der internationalen Cochrane Collaboration angefragte Daten zur Wirksamkeit des Grippemittels Tamiflu doch nicht herausgeben können.

Nachzulesen ist als dies alles auf der Internetseite des British Medical Journals (BMJ), dessen Chefredakteurin in der vergangenen Woche mit einem offenen Brief für Aufsehen gesorgt hatte. Fiona Godlee erklärte, dass das BMJ ab 2013 nur noch Studien veröffentlichen werde, deren Daten durch die Pharmakonzerne für andere Forscher in Gänze öffentlich sind.