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Forscher prognostizieren schweres Erdbeben für Istanbul

Istanbul
© AFPIstanbul
Irgendwann wird ein Erdbeben die türkische Metropole Istanbul erschüttern - aber wie heftig kann es werden? Die Analyse von Beben der vergangenen 2300 Jahren erlaubt eine Prognose.

Der türkischen Metropole Istanbul drohen schwere Erdbeben. Sie liegt am westlichen Ende einer Erdbebennaht, die die Türkei von Ost nach West durchzieht.

Im gesamten Verlauf der tausend Kilometer langen Nordanatolischen Verwerfung haben verheerende Erdbeben in den letzten Jahrzehnten den Druck im Boden abgebaut: 1939 setzte am östlichen Ende der Verwerfung das erste Beben ein.

Mit den Erdbeben-Katastrophen von 1999 in Düzce und Izmit erreichten die Beben den bisher am weitesten westlich gelegenen Punkt der Verwerfung. Jetzt verharrt einzig im höchsten Spannungszustand: die 160 Kilometer lange Marmara-Sektion 20 Kilometer südlich von Istanbul mit seinen rund 13 Millionen Einwohnern.

Ein Starkbeben könnte in der Millionenstadt laut einer Uno-Studie 55.000 Tote und noch weitaus mehr Verletzte und Obdachlose fordern - je nach dem, wie heftig die Erdstöße wären.

Sun

Totale Sonnenfinsternis am 9. März

Total Eclipse of the Sun
© Video Capture/Shadow & Substance
Am Sonntag den 9. März wird die nächste totale Sonnenfinsternis zu sehen sein. Alaska und Hawaii werden die einzigen Staaten sein, in denen man sie (wenn auch nur partiell) sehen kann. Wie man auf dem Bild sehen kann, überquert der Mondschatten den Pazifik, beginnend im östlichen Teil des indischen Ozeans. Es stehen bereits viele Touristenschiffe und Flugzeuge auf den indonesischen Inseln bereit, um dieses Ereignis zu beobachten.

Die vollständigste Verdunkelung wird um 01:57:12 über dem Pazifik stattfinden, mit einer Dauer von vier Minuten und zehn Sekunden. Die Verdunkelung beginnt um 01:56:52. Die Bildrate der Animation beträgt 3 Bilder pro Minute, was für das Video eine Bildanzahl von 1080 entspricht.

Übersetzt aus dem Englischen von Sott.net

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"Beschützt du meine Küken, kriegst du welche ab" - Vögel verfüttern ihren Nachwuchs an Alligatoren

Alligatoren bewachen die Nistkolonien von Wasservögeln und kriegen dafür einen Anteil vom Nachwuchs. Eine klassische Win-win-Situation - nur nicht für die Küken.
Alligator
Alligatoren schützen die Nester von Wasservögeln und bekommen dafür eine grausige Belohnung: aus dem Nest geworfene Vogelküken. Zu diesen Schluss kommt Lucas Nell von der University of Florida, der zusammen mit seiner Arbeitsgruppe den Gesundheitszustand der Großreptilien vermaß. Demnach sind Alligatoren unter einer Brutkolonie tatsächlich in deutlich besserer Verfassung als solche, die keine Nistplätze in der Nähe haben. So profitieren auch die Alligatoren von dem Arrangement, das sich damit als vollwertige Symbiose erweist.

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Ätherische Öle können Krebswachstum hemmen: Tumorzellen "riechen" Zitrusduft

Bestandteile ätherischer Öle, die sogenannten Terpene, können das Wachstum verschiedener Krebszellen hemmen, u.a. in der Leber. Möglich wird das, weil nicht nur die Nase, sondern auch die Leber diese Stoffe "riechen" kann, sagen Forscher aus Bochum.
zitrone,geruchssinn,riechen
© ueuaphoto - FotoliaDer charakteristische Duft der Zitrone stammt von ihrem ätherischen Öl.
Ätherische Öle kommen in vielen Pflanzen vor und schützen sie durch ihre antibakteriellen, antiviralen und pilztötenden Eigenschaften. Darüber hinaus können Terpene das Wachstum verschiedener Arten von Krebszellen behindern. Die Forscher um Professor Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt fanden nun heraus, dass die Terpene in den Krebszellen Bindungsstellen für Duftstoffe aktivieren. Diese kommen zwar vor allem in den Riechzellen der Nase vor, aber nachweislich auch in allen anderen Geweben, z.B. der Haut, der Prostata oder in Spermien. Die Aktivierung setzt dann Signalprozesse in Gang.

Kommentar:


Nebula

Kaum erklärt, schon widerlegt: Neues Rätsel um kosmische Radioblitze

Gerade glaubten Astronomen, endlich eine Erklärung für die mysteriösen Radioblitze aus dem All gefunden zu haben, schon sorgt eine neue Beobachtung für Rätselraten. Denn erstmals haben Forscher am Arecibo-Radioteleskop nun eine ganze Serie dieser ultrakurzen Radiopulse eingefangen - obwohl sie bisher als seltene Einzelphänomene galten. Das könnte bedeuten, dass es mindestens zwei verschiedenen Klassen von Radioblitzen gibt, so die Forscher im Fachmagazin Nature.

Arecibo radio telescope
© Danielle FutselaarDer Empfänger des Arecibo-Radioteleskops: Hier wurde die Radioblitz-Serie eingefangen.
Bei den Radioastronomen geht es momentan Schlag auf Schlag: Gerade erst ist es ihnen gelungen, erstmals die Quelle eines der rätselhaften schnellen Radioblitze auszumachen. Er stammt demnach aus einer elliptischen Galaxie in sechs Milliarden Lichtjahren Entfernung. Aus dem Nachglühen dieses Radiopulses schlossen die Forscher zudem, dass es sich um die Begleiterscheinung eines Gammastrahlen-Ausbruchs handeln könnte - und damit ein kataklysmisches, einmaliges Ereignis, bei dem ein Stern explodiert oder ein Neutronenstern in ein Schwarzes Loch stürzt.

Jetzt jedoch scheint eine neue Beobachtung diese Hypothese prompt zu widerlegen. Im November 2015 sichtete Paul Scholz von der McGill University die Daten des Arecibo-Radioteleskops in Puerto Rico, als er erstmals auf mehrere, kurz hintereinander eingefangene Radioblitze stieß. "Diese wiederholten Signale waren überraschend und sehr aufregend", sagt Scholz. Denn bisher galten diese "fast Radiobursts" als extrem seltenes, nur einzeln auftretendes Phänomen.

Bulb

Aus billig mach wertvoll: Mikrowelle veredelt Rubine

Gepimpte Edelsteine: Forscher haben ein ungewöhnliches Rezept entdeckt, um Rubine minderer Qualität aufzuwerten: Einfach die Edelsteine kurz in die Mikrowelle legen und schon erstrahlen sie in neuem Glanz. Analysen zeigen, dass das schnelle Erhitzen die Kristallstruktur der Rubine optimiert und ihre Lichtabsorption verbessert. Als Folge verwandeln sich schmutzig-bräunliche Exemplare in hellrote glänzende.

Rubin aus Tansania
© Rob Lavinsky, iRocks.com/ CC-by-sa 3.0Rubin aus Tansania – so farbig und leuchtend sind diese Kristalle aber längst nicht immer.
Rubine sind wegen ihrer rötlich schimmernden Farbe begehrte Edelsteine, werden aber auch für Laser und Sensoren genutzt. Rein geologisch sind diese Kristalle nichts Anderes als "verschmutzter" Korund: ein Aluminiumoxid (Al2O3), in dessen Kristallgitter Chromatome eingelagert sind. Wie Geologen vor einigen Jahren herausfanden, bilden sich Rubine nur dort, wo zwei kontinentale Erdplatten miteinander kollidieren, beispielsweise im Himalayagebiet. Unter hohem Druck entsteht dort in zehn bis 40 Kilometern Tiefe der rote Korund.

Stumpf-braun statt leuchtend rot

Selten aber sind Rubine so farbrein und leuchtend rot, wie es die Schmuckhersteller gerne hätten. Oft haben sie bläuliche Stellen oder sind nur sehr dunkelrot. Doch es gibt Abhilfe: Behandelt man die Edelsteine mit Lasern, bestimmten Chemikalien oder starker Hitze, dann verändert dies die Elektronenanordnung in ihrem Gitter und damit auch die Lichtabsorption.

Eine ganz neue Methode, um Rubine zu neuem Strahlen zu bringen, haben nun Subhashree Swain vom indischen Institut für Mineralien und Materialforschung und ihre Kollegen entdeckt: Mikrowellen. Für ihre Studie nutzten sie mehrere Rubine, die in Sinapali im Nordosten Indiens gefunden wurden. Die zwischen fünf und elf Millimeter kleinen Edelstein-Bröckchen hatten eine rötlich-schwarze Farbe und galten daher als mindere Qualität.

Nebula

Russen bauen „hellsten Stern“: Leuchtturm-Satellit bald im Weltall

Ein Ingenieurteam aus Russland hat 1,8 Millionen Rubel (knapp 22.400 Euro) für Bau und Start des Satelliten „Majak“ (auf Deutsch Leuchtturm) gesammelt, der als eines der auffallendsten Objekte am Nachthimmel zu sehen sein soll, berichtet The Independent.
Stars
© ESA/Hubble & NASA, Acknowledgement: Judy Schmidt (Geckzilla)
Die gesammelten Geldmittel werden in die Forschung und die Erarbeitung eines Prototyps investiert, das Endziel sei, den Satellit auf die Umlaufbahn zu bringen. Im Weltall werde der „Majak“ seinen riesigen pyramidenförmigen Lichtreflektor öffnen können, der es ihm ermöglichen würde, möglichst viel Licht aufzufangen. Der Satellit werde somit überall auf der Welt zu sehen sein.

Derzeit führen Ingenieure Verhandlungen mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos über den möglichen Start des Satelliten Mitte 2016 mit der Trägerrakete Sojus-2.

Telescope

Wie würde ein außerirdischer SETI-Forscher die Erde suchen?

SETI mal anders herum: Um herauszufinden, wo sich die Suche nach Außerirdischen am ehesten lohnt, haben sich zwei deutsche Astronomen kurzerhand in ihre Alien-Kollegen hineinversetzt. Ihr Fazit: Außerirdische in einem bestimmten Streifen des Himmels haben die besten Chancen, uns beim Transit unserer Erde vor der Sonne zu entdecken. Daher ist die Chance einer SETI-Botschaft bei den Sternen in diesem Streifen am höchsten.

earth sun transit
© NASA/ MPI für AstronomieWenn die Erde vor der Sonne vorbeizieht, könnte außerirdische Astronomen am Lichtspektrum unsere Präsenz erkennen.
Sind wir allein im Universum? Um Antworten auf diese Frage zu finden, suchen Astronomen seit Jahrzehnten nach bewohnbaren Planeten sowie nach Signalen von Außerirdischen. Der erste Teil dieser Suche ist höchst erfolgreich: Mehr als 2.000 Planeten um fremde Sterne sind mittlerweile bekannt. Aber die Suche nach Botschaften intelligenter Lebewesen, unter anderem im SETI-Projekt, ging bisher noch ins Leere.

Wie würden uns Alien-Astronomen suchen?

Aber vielleicht liegt dies nur daran, dass wir einfach im falschen Bereich gesucht haben, meinen nun zwei deutsche Astronomen. Denn René Heller vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) und Ralph Pudritz vom Max-Planck-Institut für Astronomie haben sich in die Rolle von Alien-Astronomen versetzt und überlegt, wo und wie diese wohl ihrerseits nach Nachbarn im All Ausschau halten würden.

"Es ist natürlich unmöglich vorauszusagen, ob Außerirdische die gleichen Beobachtungstechniken wie wir nutzen", sagt Heller. "Aber sie müssen den gleichen physikalischen Prinzipien folgen, wie wir es tun." Und nach diesen ist es für irdische Astronomen an einfachsten, einen potenziell lebensfreundlichen Planeten bei einem Transit zu entdecken - seiner Passage direkt vor seinem Stern.

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Bekommt Graphen Konkurrenz? Forscher entdecken neues 2D-Material

Nur eine Atomlage dick: Forscher haben ein Material entdeckt, das so flach ist wie Graphen, sich aber besser mit herkömmlicher Elektronik verbinden lässt. Denn das einschichtige Gitter besteht aus Bor, Stickstoff und Silizium und lässt sich leicht zu einem Halbleiter machen, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Physical Review B" berichten. Ein weiterer Vorteil: Das Gitter bleibt selbst unter Druck und bei hohen Temperaturen stabil.
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© Madhu MenonDas neue Material besteht aus Silizium-, Bor- und Stickstoffatomen in einem hexagonalen, zweidimensionalen Gitter.
Graphen gilt als das Material der Zukunft. Denn das zweidimensionale Gitter aus Kohlenstoffatomen ist leitfähig, flexibel und gleichzeitig extrem stabil. Unter bestimmten Umständen leitet Graphen elektrischen Strom sogar ohne Widerstand, wie Forscher 2014 herausfanden. Erste Anwendungen mit dem "Wundermaterial", darunter das erste flexible Graphen-Display, sind bereits in der Entwicklung.

Suche nach Graphen-Analoga

Angefacht von den positiven Eigenschaften des Graphens suchen Forscher weltweit nach Materialien, die ebenfalls zweidimensionale Gitter bilden, aber möglicherweise noch günstigere Eigenschaften besitzen. Denn Graphen ist beispielsweise kein Halbleiter, was einige elektronische Anwendungen ausschließt. Doch bisher gibt es nur wenige Alternativen, die meisten sind zudem nicht sehr stabil.

Ladybug

In perfekt versteinertem Fossil: Vollständigstes Nervensystem aus dem Kambrium entdeckt

Ungewöhnliches Fossil: Paläontologen haben in China einen 520 Millionen Jahre alten Urzeit-Gliederfüßer entdeckt, dessen Nervensystem ungewöhnlich gut erhalten ist. Neben dem perlschnurartigen Bauchstrang sind sogar noch die abgehenden Nervenfasern zu erkennen. Sie belegen erstmals, dass das Nervensystem der Arthropoden im Laufe der Evolution nicht komplexer, sondern immer kompakter wurde.

fossil
© Jie Yang/ Yunnan UniversityFossil des Urzeit-Gliederfüßers Chengjiangocaris kunmingensis
m Jahr 2012 sorgte ein Fossilfund aus China für Aufsehen: Forscher hatten den 520 Millionen Jahre alten Urzeit-Gliederfüßer Fuxianhuia protensa entdeckt, dessen noch erhaltenes Gehirn erstaunlich stark dem von modernen Krebsen glich. Ein Jahr später wurde aus der gleichen Zeit ein Vorfahre der Spinnentiere entdeckt, dessen Gehirn ebenfalls bereits dem seiner fernen Nachfahren ähnelte.

Unklar blieb aber bei diesen Funden, ob auch der Rest des Nervensystems dieser Urzeitwesen aus dem Kambrium ebenfalls schon der der heutigen Arthropoden glich. Eine Antwort darauf liefert nun ein weiterer Fossilfund in Südchina. Jie Yang von der Universität Yunnan und seine Kollegen haben dort einen 520 Millionen Jahre alten Verwandten von Fuxianhuia entdeckt, bei dem nicht nur das Gehirn, sondern sogar einzelne Nervenstränge erhalten sind.