Wissenschaft und TechnologieS


Bacon n Eggs

Ernährung: Folsäure-Mangel des Vaters kann Nachwuchs schaden

Forscher stellen bei Experiment erhöhte Rate von Fehlbildungen fest

Quebec - Männer mit konkretem Kinderwunsch sollten womöglich genau wie Frauen besonders auf ihre Ernährung achten - das legt zumindest eine Untersuchung an Mäusen nahe. Kanadische Wissenschafter zeigten darin, dass die Gesundheit des Nachwuchses beeinträchtigt sein konnte, wenn das Vatertier unter Folsäuremangel gelitten hatte.

Magnify

Forscher finden Gen, das Energieverbrauch von den guten braunen Fettzellen ankurbelt

Entdeckung könnte für die die Behandlung von Adipositas und Diabetes relevant sein
Mitochondria
© MicrobeWikiMitochondrium
Graz - Der menschliche Körper weist neben weißem Fettgewebe in geringerer Menge auch braunes Fettgewebe auf. Im Gegensatz zum weißen Fett sind im braunen Mitochondrien besonders zahlreich vorhanden und sorgen auch dafür, dass Energie in Form von Wärme abgegeben werden kann. Je mehr braunes Fett ein Erwachsener hat, desto schlanker ist er. Forscher der TU Graz haben nun in braunen Fettzellen ein Gen identifiziert, das den Energiestoffwechsel ankurbelt und damit einen Schritt Richtung therapeutische Ansätze für die Behandlung von Fettleibigkeit und Diabetes getan. Ihre Entdeckung veröffentlichten die Wissenschafter im Fachmagazin Journal of Biological Chemistry.

Braunes Fettgewebe hat die Eigenschaft, durch Oxidation von Fettsäuren Wärme erzeugen und damit Energie verbrennen zu können. "Braunes Fett gilt als 'Fettverbrennungsfett' und zeichnet sich durch eine besonders hohe Anzahl von Mitochondrien aus. Diese Zellkraftwerke sorgen für den hohen Energieumsatz der braunen Fettzellen", erläutert Juliane Bogner-Strauß vom Institut für Biochemie der TU Graz.

Smoking

Clever: Raupenart nutzt Nikotin zur Abwehr von Fressfeinden

Die Larven des Tabakschwärmers machen sich das in ihrer Lieblingswirtspflanze enthaltene Nikoton zunutze und schrecken damit Fressfeinde ab

Raupe, rauchen
© Public DomainSchon in Lewis Carrolls ALice im Wunderland finden wir die Wasserpfeife rauchende Raupe mit schillerndem Charakter...
Es soll Beziehungen geben, die scheiterten, weil einer der beiden Partner Raucher war und auch entsprechend würzigere Küsse gab. Raupen des Tabakschwärmers nützen eine ähnliche Form des Mundgeruchs als Überlebenstrick. Ein Teil des Nikotins aus den gefressenen Tabakblättern gelangt in das Insektenblut und wird über kleine Öffnungen in der Haut gleichsam ausgeatmet, berichten Biologen vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena im Fachblatt PNAS. Und das schützt sie davor, von Wolfsspinnen gefressen zu werden. Raupen auf nikotinfreien Tabakpflanzen hingegen fräßen die Spinnen durchaus, ebenso solche, bei denen das Gen für ein bestimmtes Verdauungsenzym ausgeschaltet wurde.

Saturn

Planetenwaage: Neue Methode vermisst auch kleine Exoplaneten

Extrasolare Planeten verraten sich gemeinhin durch rhythmisches Rütteln an ihren Heimatsternen. Dieser Effekt hilft auch dabei, ihre Masse zu bestimmen. Doch das Verfahren hat Schwächen. Astronomen haben nun eine neue Waage entwickelt - und erfolgreich getestet.

Exoplanet HD 189733b
© ESA / NASA / Frederic Pont / Geneva University ObservatoryExoplanet HD 189733b vor seinem Heimatstern: Auch die neue Waage lieferte einen Wert von 1,15 Jupiter-Massen

Satellite

Raumsonde "Rosetta": Ritt auf einem Kometen im November 2014

Raumsonde Philae
© Pline / WikipediaModell Landemodul "Philae". Stand DLR
Die ESA-Raumsonde "Rosetta" soll 2014 erstmals auf einem Himmelskörper landen

Was genau geschah bei der Geburt des Sonnensystems, und wie ist später das Leben auf die Erde gekommen? Vielleicht weiß "Rosetta" ja demnächst die Antwort. Der blumige Name steht für eine knapp drei mal zwei mal zwei Meter große Raumsonde - und für eine der spektakulärsten Unternehmungen der europäischen Raumfahrt: Nach mehr als zehnjähriger Reise durch das All soll "Rosetta" 2014 einen Kometen besuchen und erstmals einen Forschungsroboter auf einem solchen Himmelskörper absetzen.

Smoking

Nikotin schützt vorm Gefressen-Werden

Tabakschwärmer Manduca sexta
© dpaEin vierflügeliger Tabakschwärmer (Manduca sexta) taucht seine Zunge in eine Blüte.
Die Tabakschwärmer-Raupen nutzen eine Substanz ihrer bevorzugten Wirtspflanze, um Fressfeinde abzuwehren: Nikotin. Sie warnen die Räuber, indem sie stinken. Ohne das Nervengift werden sie viel öfter von Spinnen erbeutet.

Mit einer Art Mundgeruch schützen sich die Raupen des Tabakschwärmers davor, von Wolfsspinnen gefressen zu werden. Eine Teil des Nikotins aus den Tabakblättern gelange in das Insektenblut und werde über kleine Öffnungen in der Haut gewissermaßen ausgeatmet, berichten Biologen vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS). Das sei eine übelriechende Warnung an die Räuber, die die Spinnen abschrecke.

Mars

Japanische Wissenschaftler stellen Schneefall auf dem Mars fest

Planet
© EPA
Japanische Wissenschaftler sind anhand der Angaben von Landungskapseln, die die drastischen Schwankungen des Drucks in der Atmosphäre des Mars registriert hatten, zu dem Schluss gekommen, dass es am Südpol des Roten Planeten eine Schneedecke gibt.

Der Mars-Schnee ähnelt eher einem Schneestaub, die Schneewolken werden von Kohlendioxid gebildet. Deswegen unterscheiden sich die Niederschläge auf dem Mars von denen auf der Erde.

Sherlock

Salzige Überraschung stellt die Welt der Chemie auf den Kopf: Forscher finden "unmögliche" Verbindungen von gewöhnlichem Kochsalz

Hochdruck-Experimente verletzen Lehrbuchregeln der Chemie

Bei Hochdruck-Experimenten mit gewöhnlichem Kochsalz haben Forscher neue chemische Verbindungen hergestellt, die es Chemie-Lehrbüchern zufolge gar nicht geben dürfte. Die Studie an DESYs Röntgenquelle PETRA III und anderen Forschungszentren könnte ein neues, universelleres Verständnis der Chemie sowie neuartige Anwendungen ermöglichen, wie die Forschergruppe unter Leitung von Prof. Artem Oganov von der Stony Brook University (State University of New York) und Prof. Alexander Goncharov von der Carnegie Institution in Washington im Fachjournal Science berichtet.

Bild
© Artem Oganov/Stony Brook UniversityDie Elektronenlokalisation in der kubischen NaCl3-Struktur.
Kochsalz, mit chemischem Namen Natriumchlorid (NaCl), ist eine der bekanntesten, meist untersuchten und stabilsten Verbindungen. Seine chemische Zusammensetzung ist denkbar einfach: Je ein Natriumatom (Na) und ein Chloratom (Cl) formen das kubische Salzgitter. Das gilt zumindest unter normalen Druck- und Temperaturbedingungen. Andere Verbindungen der beiden chemischen Elemente sind nach den Regeln der klassischen Chemie verboten.

Grey Alien

Entdeckung ausserirdischen Lebens in zehn Jahren?

Außerirdisches Leben könnte innerhalb der nächsten zehn Jahre entdeckt werden. "Die Wahrscheinlichkeit, dass es da draußen einen Planeten wie die Erde mit Leben darauf gibt, ist sehr hoch", sagte Planetenwissenschaftlerin Sara Seager vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://mit.edu in der Anhörung des US-Kongresses. Die Chancen seien sogar gut, dass dieser "in unserer Nachbarschaft von Sternen" liege.

Moon

Mondsonde der NASA findet keine Anzeichen für chinesische Mondlandung

Mit ihrem aktuellen Mond-Orbiter LADEE wollte die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA eigentlich verfolgen, in wieweit die Landung der chinesischen Landeeinheit der Mission "Chang'e 3" (...wir berichteten) die Mondoberfläche und die extrem dünne aber dennoch vorhandene Mondatmosphäre verändert. Obwohl die NASA-Sonde genau für diesen Zweck - die Beobachtung und Analyse der Mondatmosphäre - ausgelegt ist, konnte LADEE keine Hinweise auf die chinesische Mondlandung finden. Zweifel daran, dass die Chinesen auf dem Mond gelandet sind, hegt die NASA allerdings nicht.

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© NASA Ames / Dana BerryKünstlerische Darstellung des LADEE-Orbiters über der leeren Mondoberfläche (Illu.).
Wie Forscher des Ames Research Center der NASA berichten, waren die LADEE-Instrumente, wie beispielsweise das Massenspektrometer "Neutral Mass Spectrometer" (NMS), mit dem ungeladene Teilchen geortet werden können, extra darauf ausgerichtet, vor und nach der Landung von "Chang'e 3" Vergleichsmessungen der Atmosphärenzusammensetzung und von Staubvorkommen durchzuführen. Schließlich gingen die NASA-Wissenschaftler davon aus, dass das Antriebssystem des chinesischen Landers entsprechende Spuren bzw. Verbrennungsprodukte wie etwa Moleküle von Stickstoff (N2), Wasser (H2O) und Wasserstoff (H2) in der Mondatmosphäre hinterlassen würden.