Wissenschaft und TechnologieS


Meteor

Schlüsselelement zur Entstehung von Leben: Auch Phosphor kam mit Meteoriten zur Erde

Während zumindest Wissenschaftler noch nicht sicher sagen können, ob es außerirdisches Leben gibt, belegen Astrobiologen nun in einer aktuellen Studie, dass neben anderen Grundbausteinen des Lebens auch Phosphor und damit als ein Schlüsselelement zur Entstehung des irdischen Lebens, mit Meteoriten aus dem All auf die junge Erde gelangte - ein Vorgang, der somit auch auf anderen erdähnlichen Planeten gut vorstellbar wäre.
Meteore, Meteoriten
© NASAKünstlerische Darstellung der Oberfläche eines hypothetischen jungen erdähnlichen Planeten (Illu.).
Tampa (USA) - Wie die Forscher um Professor Matthew Pasek von der University of South Florida und Kollegen der University of Washington und des Edinburg Centre for Carbon Innovation aktuell im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS; DOI: 10.1073/pnas.1303904110) berichten, war der reaktive Phosphor eine der grundlegenden Komponenten im Prozess der Entstehung der ersten irdischen Lebensformen, als es mit Wasser in Berührung kam und so prebiotische Moleküle bildete.

Saturn

Saturns Ringe: Wasserpartikel sollen die charakteristischen Bänder auf den Planeten zeichnen

Es sind Wasserpartikel, die aus den Ringen strömen und so die charakteristischen Bänder auf den Planeten zeichnen

Sein majestätisches Aussehen verdankt er ihnen: Die Ringe sind das Markenzeichen von Saturn. Nun haben Astronomen herausgefunden, dass die den Planeten umschwebenden Ringe sich in dessen Atmosphäre spiegeln. Grund dafür seien elektrisch geladene Wasserpartikel aus dem Ringsystem. Sie wanderten beständig aus den Saturnringen gen Planet, um dort mit dem oberen Teil der Atmosphäre, der sogenannten Ionosphäre, zu reagieren. Dieser Effekt zeichnet sich in charakteristischer Weise in der Infrarotstrahlung dieser Schicht ab: Es entstehen dunkle Bänder im Muster der Saturnringe. Die Ergebnisse präsentieren die Forscher jetzt in der Fachzeitschrift "Nature".


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© NASASaturn mit Gasringen
Die Ergebnisse der Forscher um James O'Donoghue von der University of Leicester beruhen auf Infrarotaufnahmen des Keck-Teleskops auf Hawaii. Eigentlich müsste die Ionosphäre des Saturns auf diesen Bildern gleichmäßig leuchten. Dieser Teil der Hochatmosphäre eines Planeten wird nämlich durch die energiereichen Teilchen des Sonnenwinds stark ionisiert, was Infrarotstrahlung freisetzt. Doch im Gegensatz zu der Ionosphäre der Erde oder beispielsweise des Jupiter gibt es bei Saturn Bereiche starker und weniger intensiver Strahlung, berichten die Forscher.

Sherlock

Älteste Dinosaurier-Embryos offenbaren wichtige Daten über das Wachstum der Riesendinos

In China haben Paläontologen die ältesten erhaltenen Dinosaurier-Embryos entdeckt. In fossilen Nestern fanden sie zahlreiche rund 190 Millionen Jahre alte Knochen von Jungtieren unterschiedlichen Alters. Einige waren noch innerhalb der Eischale gestorben und konserviert worden, wie die Forscher im Fachmagazin "Nature" berichten. Die Fossilien stammen von einer Sauriergruppe, die sehr groß wurde. Die Knochen der Jungtiere liefern daher wertvolle Erkenntnisse dazu, wie und wann die Tiere ihr Riesenwachstum begannen.

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© D. MazierskiRekonstruktion eines der mehr als 190 Millionen Jahre alten Lufengosaurus-Embryos in seinem Ei.
"Fossile Dinosaurier-Embryos sind überraschend selten", erklären Robert Reisz von der University of Toronto in Mississauga und seine Kollegen. Bisher wurden solche Überreste nur aus der späten Kreidezeit gefunden - und damit einer Ära, in der die Dinosaurier-Evolution schon ihr letztes Stadium erreicht hatte. Fast an einer Hand abzählen lassen sich dagegen Fossilen älterer Dinosaurierformen. Zu ihnen gehören in Südafrika gefundene Embryo-Relikte des Massospondylus-Sauriers sowie der Fund eines Theropoden-Embryos in Portugal aus dem späten Jura. Über die Entwicklung und vor allem das Wachstum der Dinosaurier in ihren ersten Lebensphasen ist daher bisher nur sehr wenig bekannt, wie die Forscher berichten.

Galaxy

Doppelasteroiden aus der Oortschen Wolke auf dem Weg in unser Sonnensystem

Wahrscheinlich zwei einander umkreisende Objekte aus dem Rande des Sonnensystems befinden sich derzeit auf Kurs in Richtung Sonne. Astronomen der Yale University gehen davon aus, dass es sich um ein doppeltes sogenanntes transneptunisches Objekt handelt, das in Wirklichkeit jedoch direkt aus der der Oortschen Wolke - und damit aus dem angenommenen Trümmer- und Objektgürtels am Rande des Sonnensystems - stammt. Im Gegensatz zu Kometen, deren Ursprung ebenfalls in dieser rund 100.000 Astronomischen Einheiten (AE = Abstand Erde-Sonne) von der Sonne entfernten Region vermutet wird, scheint die Oberfläche von "2010 WG9" jedoch seit der Entstehung des Sonnensystems gänzlich unverändert.
Doppelasteroiden
© ESO.orgKünstlerische Interpretation des Doppelasteroiden Antiope. So ähnlich könnte auch das Objekt "2010 WG9" aussehen (Illu.).
New Haven (USA) - Während die Oortsche Wolke mit einer Entfernung von bis zu 2 Lichtjahren für eine direkte effektive Erkundung zu weit entfernt ist, bietet sich Astronomen und Planetenforschern mit "2010 0WG9" erstmals die Gelegenheit, ein solches Objekt aus näherer Entfernung zu untersuchen. Zudem wird das Objekt der Sonne auch zukünftig nicht nahe genug kommen, als dass seine eisige Oberfläche von diesem hitzigen Rendezvous verändert werden würde. Bei "2010 WG9" handelt es sich - so hoffen die Wissenschaftler - also um ein bzw. zwei nahezu unveränderte sogenannte Planetesimale, also Planetenvorläufer, aus der Zeit der Entstehung unseres Sonnensystems.

Cell Phone

Das Beste aus dem Web: Mobilfunkstrahlung verhindert das Keimen von Pflanzen - Schülerinnen aus Dänemark gewinnen Jugend-Forschungspreis

Ein einfaches Experiment dänischer Schülerinnen zur angeblichen Strahlen-Schädlichkeit von Mobilfunkstrahlung sorgt international und auch bei Wissenschaftlern für Kontroverse Diskussionen und Interesse. In Keimtest mit Kresse in strahlungsfreien Räumen und direkt neben aktiven Netzwerk-Routern zeigte sich, dass die den elektromagnetischen Strahlungsquellen ausgesetzten Samen nicht keimen wollten. Jetzt wollen Wissenschaftler das Experiment unter Laborbedingungen wiederholen.
Kresse, Keimtest, Mobilfunkstrahlung
© Kim Horsevad, Hjallerup Skole, hjallerupskole.dk Offensichtliche Unterschiede nach 12 Tagen Keimtest. Im Schulexperiment keimte Gartenkresse in der Nähe von W-Lan-Routern (r.) überhaupt nicht.
Hjallerup (Dänemark) - Mit ihrem Experiment haben die fünf Neuntklässerinnen der dänischen Hjallerup Skole einen regionalen Forschungspreis gewonnen. Begonnen habe alles mit einer sich aus den Beobachtungen der Schülerinnen ergebenden Frage, nach dem Einfluss schon Mobilfunkstrahlung. Immer dann, wenn die Schülerinnen ihr Mobiltelefon nachts dicht neben dem Kopfkissen positioniert hatten, glaubten sie am nächsten Tag Konzentrationsschwächen bei sich selbst festzustellen.

Magnify

Neues subatomares Teilchen entdeckt

Zufallsfund im Pekinger Beschleuniger wirft neues Licht auch auf ein schon bekanntes Rätselteilchen

Ein internationales Forscherteam hat ein neues Teilchen entdeckt. Das subatomare Teilchen mit der Bezeichnung Zc(3900) besitzt eine Masse, die ungefähr der eines Helium-Kerns entspricht und hat eine Lebensdauer von nur 10 hoch -23 Sekunden, also Bruchteile einer Milliardstel Mikrosekunde. Der Nachweis des Partikels wirft ein neues Licht auf eine ganze Gruppe von bisher nur ansatzweise erforschten subatomaren Teilchen und hilft, ihre Zusammensetzung näher zu beleuchten. Nachgewiesen wurde das Partikel am Elektron-Positron-Beschleuniger BEPC-II in Peking.
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© Institute for High Energy Physics (IHEP)Der BES-III-Detektor am Pekinger Institut für Hochenergiephysik
Entdeckt wurde das Teilchen quasi per Zufall. Denn die Wissenschaftler, die Ende Dezember 2012 am BES-III Detektor des Elektron-Positron-Beschleunigers das Experiment durchführten, wollten eigentlich nur ein anderes, bereits bekanntes Teilchen näher untersuchen. Dieses Partikel mit den kryptischen Namen Y(4260) war bereits im Jahr 2005 am SLAC National Laboratory in Stanford in Kalifornien entdeckt worden. Es könnte zu einer Klasse von subatomaren Teilchen gehören, den sogenannten Psi-Teilchen. Diese sind aus einem Charm-Quark und einem Anti-Charm-Quark zusammengesetzt. Quarks sind Elementarteilchen, die in sechs Varianten vorkommen und zusammen mit einer weiteren Teilchensorte die Grundbausteine unserer Materie bilden. Doch die Annahme der Forscher hatte einen entscheidenden Haken: Die Masse des Y(4260)-Teilchens stimmt nicht mit gängigen Vorhersagen für das Spektrum solcher Psi-Teilchen überein.

Meteor

Meteorit schlägt auf dem Mond ein und verursacht riesige Explosion

Schon seit vor rund 400 Jahren die ersten Teleskope auf den Mond gerichtet wurden, rätseln Astronomen und Wissenschaftler über so genannte "transiente Mondphänomene" (Lunar Transient Phenomena, LTP) und bezeichnen damit kurzzeitige, lokale Helligkeits- oder Farbveränderungen auf der Mondoberfläche - kurz Mondblitze. Mitte März 2013 dokumentierten automatische, auf den Mond gerichtete Astro-Kameras den bislang hellsten jemals dokumentierten Lichtblitz auf dem Mond.
Meteoriteneinschlag auf dem Mond
© NASAExplosion auf der Mondoberfläche am 17. März 2013.
Washington (USA) - "Die Explosion im Mare Imbrium wurde wahrscheinlich von einem 40 Kilogramm schweren Meteoriden von 30 bis 40 Zentimeter Größe verursacht", erläutert Bill Cooke vom Meteoroid Environment Office der NASA. "Die Explosion mit einer Stärke von etwa 5 Tonnen TNT war fast 10 Mal heller als jede andere Explosion, die wir bislang dokumentieren konnten. Jeder, der in diesem kurzen Moment den Mond betrachtet hätte, hätte diese Explosion selbst mit bloßem Auge deutlich sehen können."

Fish

Höhlenfisch ist nicht nur blind sondern auch fast taub

Zwei unterirdisch lebende Fischarten haben gleich zwei Sinne rückgebildet

In den Tiefen der meisten Höhlen herrscht ständige Dunkelheit, viele Höhlentiere haben daher ihre Augen reduziert. Damit sie dennoch Beute finden und sich zurecht finden, müssten eigentlich ihre anderen Sinne umso schärfer sein. Doch jetzt haben Forscher erstmals einen Höhlenfisch entdeckt, der nicht nur blind ist, sondern auch noch fast taub. Diese auf den ersten Blick kontraproduktive Anpassung hat durchaus einen biologischen Sinn: Sie blendet den Lärm aus, der in den Höhlengewässern durch Wasserturbulenzen entsteht, wie die Forscher im Fachmagazin "Biology Letters" berichten.

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© Niemiller et al.Der Höhlenfisch Typhlichthys subterraneus ist nicht nur blind, er ist auch taub für hohe Töne
"Tiere, die in ständiger Dunkelheit leben, stehen einzigartigen Herausforderungen gegenüber, denn sie müssen trotzdem Wege finden, um ihre Nahrung zu finden, Feinde zu vermeiden und ihre Partner zu erkennen", erklären Matthew Niemiller von der Yale University in New Haven und seine Kollegen. Von Fischen in Seen und Flüssen wisse man, dass das Gehör viele dieser Aufgaben übernehme. Denn selbst leise Geräusche werden im Wasser über weite Entfernungen transportiert. Es wäre daher durchaus naheliegend, wenn Fische, die im Dauerdunkel leben, ein besonders feines Gehör entwickelt hätten. Ob das tatsächlich so ist und welche Rolle dieser Sinne für Höhlenfische spielt, wurde aber bisher noch nicht genauer untersucht. Deshalb haben die Forscher dies nun nachgeholt.

Galaxy

Supernova-Typ im Miniaturformat entdeckt

Sternexplosion im Miniaturformat lässt Weißen Zwerg überleben

Bisher kannte man zwei Arten von Supernovae, von Explosionen eines Sterns am Ende seines Lebenszyklus. Jetzt hat ein internationales Astronomenteam einen weiteren Typ entdeckt - eine Art Miniaturausgabe des sogenannten Typs 1a. Dabei explodiert ein Weißer Zwerg, wird aber dabei nicht völlig zerstört. Diese Supernovae seien zwar weniger hell und energiereiche als die bisher bekannten, könnten aber dennoch relativ häufig sein, berichten die Forscher im Fachmagazin "Astrophysical Journal".

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© Christine Pulliam (CfA)Ein Weißer Zwerg (links) saugt Materie von einem heißen, bläulichen Heliumstern ab
Am Ende steht oft eine Explosion: Wenn ein Stern den "Brennstoff für die Kernfusion" in seinem Inneren aufgebraucht hat, hat er das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Bei sehr massereichen Sternen von mehr als acht Sonnenmassen fällt der Kern schließlich in sich zusammen und stößt dabei die äußeren Sternenhüllen in einer heftigen Explosion nach außen ab. Im Kern dieser Supernova bleibt ein Ort extrem verdichteter Materie zurück, entweder ein Neutronenstern oder sogar ein "Schwarzes Loch!.

Sherlock

Das seltenste chemische Element der Erde erstmals näher untersucht

Experiment klärt das Ionisations-Verhalten von kurzlebigem Element Astat
CERN
© University of YorkLaser Ionen Quelle ISOLDE am CERN
Astat ist das seltenste Element der Erde, denn es ist kurzlebig und kommt in der Natur kaum vor. Unter anderem deshalb waren viele chemische Eigenschaften dieses radioaktiven Elements bisher unbekannt. Einem internationalen Forscherteam ist es jetzt mit Hilfe eines Experiments am Forschungszentrum CERN bei Genf gelungen, einige wichtige Merkmale des Astats zu klären. Das eröffnet unter anderem Anwendungen dieses Elements beispielsweise in der Krebstherapie, wie die Forscher im Fachmagazin Nature Communications berichten.