Zwei unterirdisch lebende Fischarten haben gleich zwei Sinne rückgebildet
In den Tiefen der meisten Höhlen herrscht ständige Dunkelheit, viele Höhlentiere haben daher ihre Augen reduziert. Damit sie dennoch Beute finden und sich zurecht finden, müssten eigentlich ihre anderen Sinne umso schärfer sein. Doch jetzt haben Forscher erstmals einen Höhlenfisch entdeckt, der nicht nur blind ist, sondern auch noch fast taub. Diese auf den ersten Blick kontraproduktive Anpassung hat durchaus einen biologischen Sinn: Sie blendet den Lärm aus, der in den Höhlengewässern durch Wasserturbulenzen entsteht, wie die Forscher im Fachmagazin "Biology Letters" berichten.

© Niemiller et al.Der Höhlenfisch Typhlichthys subterraneus ist nicht nur blind, er ist auch taub für hohe Töne
"Tiere, die in ständiger Dunkelheit leben, stehen einzigartigen Herausforderungen gegenüber, denn sie müssen trotzdem Wege finden, um ihre Nahrung zu finden, Feinde zu vermeiden und ihre Partner zu erkennen", erklären Matthew Niemiller von der Yale University in New Haven und seine Kollegen. Von Fischen in Seen und Flüssen wisse man, dass das Gehör viele dieser Aufgaben übernehme. Denn selbst leise Geräusche werden im Wasser über weite Entfernungen transportiert. Es wäre daher durchaus naheliegend, wenn Fische, die im Dauerdunkel leben, ein besonders feines Gehör entwickelt hätten. Ob das tatsächlich so ist und welche Rolle dieser Sinne für Höhlenfische spielt, wurde aber bisher noch nicht genauer untersucht. Deshalb haben die Forscher dies nun nachgeholt.