Wissenschaft und TechnologieS


Fireball

Jahrhundert-Komet geht im November auf Sonnenkurs

Weltraumteleskop liefert ersten genaueren Blick auf sich nähernden Komet C/ISON

Ein gleich in zweierlei Hinsicht ungewöhnlicher Komet ist auf dem Weg ins innere Sonnensystem: Das C/ISON getaufte Objekt wurde erst letztes Jahr entdeckt und könnte im November 2013 der Sonne so nahe kommen, dass er dies nicht überlebt. Zuvor aber könnte er für ein spektakuläres Himmelsschauspiel sorgen und zum "Jahrhundertkomet" werden. Das Hubble-Weltraumteleskop hat jetzt das bisher klarste Bild dieses Kometen im Anflug geliefert.
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© NASA / ESA, J.-Y. Li/ PSIAktuelle Hubble-Aufnahme des Kometen C/ISON
Viele der Kometen, die das innere Sonnensystem durchfliegen, sind quasi Stammgäste: Ihre Flugbahn führt sie in großen Abständen immer wieder an der Sonne vorbei. Daher sind viele von ihnen schon mindestens einmal beobachtet worden und somit bekannt. Anders der Komet C/ISON. Er wurde erst im September 2012 entdeckt, als er bereits fast die Jupiterbahn erreicht hatte. Ungewöhnlich an ihm: Schon in dieser relativ großen Entfernung von der Sonne hatte er einen gut sichtbaren Schweif aus "verdampfenden Gasen und Staub" entwickelt. Dies passiert bei Kometen, die nahe an der Sonne vorbeifliegen normalerweise erst wenige Stunden vor ihrer größten Annäherung.

Better Earth

Polynesischer Vulkan soll 2,45 Milliarden Jahre alte Urzeit-Kruste zutage gefördert haben

Die Lava eines polynesischen Vulkans liefert neue Einblicke in den gewaltigsten Recycling-Kreislauf unseres Planeten: den Transport von Krustengestein in die Tiefen des Erdmantels und wieder zurück. Was dabei mit diesem Gestein geschieht, war bislang unklar. Winzige Einschlüsse in der Vulkanlava zeigen nun: Das einstige Krustengestein blieb mehr als 2,45 Milliarden Jahre im Erdmantel, bevor es wieder zutage gefördert wurde. Dabei mischte es sich kaum mit Mantelmaterial, wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Nature" berichtet.
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© USGSSubduktion ozeanischer Kruste
Tatort Subduktionszone: An diesen Nahtstellen zwischen ozeanischer und kontinentaler Kruste - beispielsweise an der Westküste Südamerikas - wirken gewaltige Kräfte auf das Gestein. Sie schieben die kollidierenden Krustenplatten übereinander und drücken das Gestein der ozeanischen Platte in den Erdmantel hinab. Durch Druck und Hitze wird das Gestein dort aufgeschmolzen. "Das weitere Schicksal dieses subduzierten Materials im Erdmantel ist jedoch unbekannt", erklären Rita Cabral von der Boston University und ihre Kollegen. Untersuchungen deuteten allerdings schon früher darauf hin, dass das abgesunkene Gestein sich möglicherweise nur in Teilen mit dem Mantelmaterial mischt. Denn dieses ist chemisch und in Bezug auf seine Isotopenverteilung alles andere als homogen.

Jupiter

Superstürme auf der Venus sind heftiger als je zuvor

Binnen weniger Jahre hat die Windgeschwindigkeit in der Atmosphäre der Venus von 300 auf 400 km/h zugelegt. Dass sich dabei die Atmosphäre schneller dreht als der Planet, ist ein ungelöstes Mysterium.
Venus
© PAMithilfe der europäischen Raumsonde "Venus Express" ist es gelungen, Radarbilder von der Oberfläche der Venus (links) zu machen. Zuvor konnte die dichte Wolkendecke (rechts im Hintergrund) nicht durchbrochen werden).
Die rasend schnellen Stürme auf dem Planeten Venus nehmen an Geschwindigkeit noch zu. Dieses überraschende Ergebnis hat eine Langzeitbeobachtung mit der europäischen Raumsonde "Venus Express" erbracht.

Im Laufe der vergangenen sechs Jahre stieg die Windgeschwindigkeit in den oberen Atmosphärenschichten unseres Nachbarplaneten demnach stark - von bereits bemerkenswerten 300 Kilometern pro Stunde auf noch heftigere rund 400 Kilometer pro Stunde, wie ein Team um Igor Khatuntsew vom Moskauer Weltraumforschungsinstitut im Fachjournal Icarus berichtet.

Meteor

Bor-haltige Meteorite vom Mars haben wahrscheinlich Schlüsselrolle bei Entstehung der irdischen RNA gespielt

Astrobiologen haben im Innern eines Meteoriten vom Mars hohe Konzentrationen der Chemikalie Bor gefunden. In seiner oxidierten Form (Borate) hat Bor wahrscheinlich eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der irdischen RNA (Ribonukleinsäure = RNS) gespielt - die in der biologischen Zelle für die Umsetzung von genetischer Information in Proteine zuständig ist, die wiederum die Grundlage der biologischen Zellstruktur und für lebensnotwendige biochemische Reaktionen sind.
Marsmeteorit
© Institute for Astronomy at the University of Hawaii at ManoaElektronenmikroskopaufnahme eines Schnittes eines 700 Millionen Jahre alten Marsmeteoriten. Deutlich werden die borhaltigen Adern aus Tonmineralien (s. Pfeil; 100 µm = der zehnte Teil eines Millimeters).
Manoa (USA) - Wie die Forscher um James Stephenson und Lydia Hallis vom University of Hawaii at Manoa NASA Astrobiology Institute (UHNAI) aktuell im Fachjournal PLoS One (DOI: 10.1371/journal.pone.0064624) berichten, wurde der Meteorit während der Meteoritensuche 2009-2010 in der Antarktis entdeckt und konnte aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung eindeutig als vom Mars stammend bestimmt werden.

Mit Hilfe des W. M. Keck Cosmochemistry Laboratory waren die Forscher in einem nächsten Schritt anhand einer Kleinstprobe in der Lage, feinste Tonadern im Innern des Marsmeteoriten zu analysieren. Nachdem die Wissenschaftler eine Kontamination durch irdisches Material ausschließen konnten, entdeckten sie, dass die Anteil an Bor in diesen Tonmineralien mehr als das Zehnfache der Menge betrug, wie sie bislang in Meteoriten gefunden werden konnte.

Bomb

Rückschau Vertrauen in Klima-Forschung erschüttert: Es wird nicht wärmer

Die meisten Klimamodelle haben die Erderwärmung falsch vorhergesagt: Trotz des wachsenden Ausstoßes von sogenannten Treibhaus-Gasen steigen die Temperaturen nicht an. Dass es im Winter mehr schneit, sei jedoch ein Nebeneffekt der Erderwärmung, sagen die Klimaforscher.

Etwa seit dem Jahr 2000 hat die Erderwärmung deutlich nachgelassen, es wird seitdem kaum noch wärmer. Diese Entwicklung wurde von den meisten Klimamodellen falsch vorhergesagt. Die Forscher suchen nun nach den Ursachen ihrer Fehlprognosen. Erst kürzlich hatte der britische Wetterdienst mittgeteilt, dass die Erwärmung nicht mehr weiter ansteige - zumindest in Großbritannien (hier). Richard Tol von der Universität Sussex sagte in Oslo, dass sein Eindruck sei, dass die Temperaturen in den vergangenen fünf Jahren gesunken seien, berichtet Reuters.

Eine Theorie besagt, dass die Wärme von den Tiefen der Meere aufgenommen worden ist, sodass es an der Oberfläche kälter ist. Anderen Theorien zufolge blockieren Industriegase oder Wolken die Sonne. Oder die Wirkung der sogenannten Treibhaus-Gase ist geringer als bisher angenommen.

Mars

Internet per Ballon für entlegene Gegenden

Mit Helium-betriebenen Ballons will Google das Internet in abgelegene Regionen der Welt bringen. Die Ballons fliegen etwa doppelt so hoch wie Passagierflugzeuge und sollen Übertragungsgeschwindigkeiten wie das 3G-Handynetz ermöglichen.


Das Video im O-Ton: "Internet aus dem Ballon: Mit dieser Strategie will Google das Netz in abgelegene Regionen der Welt bringen. In Neuseeland hat der US-Konzern Helium-Ballons in die Luft geschickt, die mit Antenne, Batterien, Computer, Solarzellen und Navigationseinheit drahtloses Internet übertragen sollen. Nach Medienangaben fliegen die aus der Wetterforschung bekannten Ballons etwa doppelt so hoch wie Passagierflugzeuge und sollen Übertragungsgeschwindigkeiten wie das 3G-Handynetz ermöglichen. Das Projekt wird von Google X betrieben. Dort sind auch Projekte wie die Internetbrille Google Glass oder fahrerlose Autos angesiedelt. Nach der offiziellen Vorstellung am Samstag in Christchurch sollen zunächst 50 Personen die Internetverbindung per Ballon testen, berichteten lokale Medien. Die Antenne an jedem einzelnen Flugkörper soll eine Fläche von etwa 1200 Quadratkilometern abdecken. Weil die Ballons nicht an einer Position gehalten werden können, strebt Google einen erdumspannenden Ballon-Ring an, der in der Stratosphäre um den Globus kreist.

Solar Flares

Video: Gigantischer Tornado wütet auf der Sonne

Am 3. und 4. Juni 2013 wurden diese Aufnahmen von einem solaren Megasturm gemacht, der in Echtzeit 38 Stunden andauerte.


Binoculars

Jahrhundert-Komet Ison C/2012 S1 wird wahrscheinlich Anfang November sichtbar sein

Komet Ison C/2012: Der mögliche Jahrhundert-Komet rast immer weiter Richtung Sonne. Schon Anfang November, so Experten, wird er mit dem Fernglas zu sehen sein.
ison c/2012 s1
© NASA, ESA, J.-Y. Li (Planetary Science Institute), und das Hubble Comet ISON Imaging Science Team
Es wird wohl der Komet 2013 - wen alles gut geht: Ison war vergangenen September von den russischen Hobbyastronomen Vitali Nevski und Artyom Novichonok entdeckt worden. Seitdem wird er von Astronomen auf der ganzen Welt beobachtet und mit Spannung erwartet. Denn im Winter könnte ein echter Jahrhundert-Komet über uns zu sehen sein. Wenn Ison C/2012 S1 der Sonne am 28. November 2013 am nahsten ist, wird er möglicherweise weitaus heller als der Mond sein.

Hubble macht Bilder von Komet Ison

Die Nasa hat das Weltraumteleskop Hubble auf Ison angesetzt und so schon viele spektakuläre Bilder des kosmischen Wanderers aus Staub und Eis machen können. So fanden die Forscher heraus, dass der Kern des Kometen recht klein ist - wohl gerade einmal vier bis sechs Kilometer breit. Die sogenannte Koma, also die nebelige Staub-Hülle, die den Kern umfasst, wird auf rund 4500 Kilometer Durchmesser geschätzt. Sein Schweif wird freilich mehrere Millionen Kilometer lang werden - wenn alles gut geht, wie gesagt.

Grey Alien

Außerirdische Botschaft in unseren Genen? Entspricht unser materielles Verständnis über Zeit und Raum der Wahrheit? Zyklische Katastrophen

Es ist keine unvernünftige Annahme, davon auszugehen, dass wir nicht die erste und einzige Zivilisation in der Galaxis sind. Vielmehr können bereits Jahrmilliarden vor uns frühe galaktische Zivilisationen entstanden sein, die einen für uns unvorstellbaren Wissensstand erreichten, lange bevor es unser Sonnensystem gab.
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© Johan Swanepoel / Shutterstock
Wäre es somit denkbar, dass diese frühen Zivilisationen einen Weg fanden, allem nachfolgenden Leben der Galaxis einen ganz persönlichen »Stempel« aufzudrücken, eine kosmische Botschaft, die neu aufblühende Zivilisationen erst zu viel späteren Zeiten entdecken könnten? Einige Astrophysiker halten dies für durchaus möglich.

Bulb

Bahnbrechende Entdeckung eines neuen Materials: Widerspricht den Gesetzen der Physik, Umschreibung der Lehrbücher notwendig

Sowohl unsere tägliche Erfahrung, als auch die Gesetze der Physik zeigen und sagen uns eigentlich: Wenn man Materialien Zusammendrückt werden sie dichter. Nicht so ein von US-Forscher neu entdecktes Material, das sich unter Druck ausdehnt.
Neuentdecktes Material
© anl.govIllustration der Eigenschaften des neuen Materials.
Chicago (USA) - Wie die Forscher um Karena Chapman vom Argonne National Laboratory des US-Energieministeriums nach jahrelangen zahlreichen Experimenten nun aktuell im Fachjournal Journal of the American Chemical Society (DOI: 10.1021/ja4012707) bestätigen, sei das Verhalten des Materials mit den bislang bekannten physikalischen Gesetzen nicht vereinbar: "Es ist gerade so, als würde man einen Stein zusammendrücken um so einen gewaltigen Schwamm erzeugen".

Materialien, so erläutert die Forscherin weiter, sollten unter Druck eigentlich dichter und kompakter werden. Angesichts unseres Materials sehen wir jedoch genau das Gegenteil, wenn die Dichte des komprimierten Materials nur noch halb so hoch ist, wie im Ausgangszustand. (...) Durch die Einwirkung von hydrostatischem Druck waren wir (erstmals) in der Lage, ein normal dichtes, non-poröses Material zu einer Vielzahl neuer, nun poröser Materialien umzuwandeln, die so etwa die doppelte Menge anderer Materialien (etwa Flüssigkeiten) aufnehmen können."