Wissenschaft und TechnologieS


Galaxy

Neues Riesenteleskop läutet neue Ära astronomischer Entdeckungen ein

Gestern wurde in der Atacama-Wüste in den chilenischen Anden mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) der Europäischen Südsternwarte (ESO) festlich eingeweiht. Mit dem gigantischen Teleskopverbund erhoffen sich die Wissenschaftler neuartige Blicke in den Kosmos und auch Hinweise auf außerirdisches Leben und dessen Ursprünge.
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© ESO/S. Guisard Panoramaansicht der ALMA-Teleskopanlage vor dem Hintergrund der nächtlichen Milchstraße.
Chile - ALMA beobachtet den Kosmos in einem für das menschliche Auge unsichtbaren Lichtspektrum. Das Observatorium wird damit Details von der Geburt neuer Sterne, junger Galaxien im frühen Universum und von der Entwicklung neuer Planeten um ferne Sterne zeigen können. Außerdem soll es die Verteilung von Molekülen - viele von ihnen notwendig für das Leben - im interstellaren Raum genau analysieren und zahlreiche neue derartige Moleküle finden.

Meteor

Kometenfragmente des Tunguska-Ereignisses von russischen Wissenschaftlern gefunden

Seit rund 100 Jahren sorgt ein gewaltiges Explosionsereignis über der isoliert gelegenen Tunguska-Region in Sibirien sowohl und Wissenschaftlern als auch unter Laien für kontroverse Diskussion darüber, was damals am 30. Juni 1908 zu einer der gewaltigsten Explosionen der Neuzeit geführt hatte und auf einer Fläche von mehr als 2.000 Quadratkilometern rund 80 Millionen Bäumen wie Streichhölzer umknicken ließ. Vom abgestürzten UFO, über eine Atomexplosion unbekannter Herkunft, beiden Phänomene zugleich bis hin zur naturwissenschaftlichen Theorie, dass ein hoch über den Wäldern explodierter Meteorit oder ein Komet für den Schaden verantwortlich war, wurden bereits zahlreiche Erklärungsversuche diskutiert. Jetzt wollen russische Wissenschaftler erstmals Fragmente gefunden haben, die den Einschlag eines Kometen als Auslöser des Tunguska-Ereignisses beweisen könnten.
Tunguska
© Public Domain, th.bo.infn.itNoch im Mai 1929 zeigten die Wälder der Tunguska-Region ein Bild der Zerstörung.
Moskau (Russland) - Während schon zuvor unterschiedliche Forscherteams unter anderem im Tscheko-See den bislang vergeblich gesuchten Einschlagskrater eines Meteoriten vermuteten (...wir berichteten, s. Links), berichten nun Forscher um Andrei Zlobin von der Russischen Akademie der Wissenschaften vorab auf "arXiv.org", dass sie erstmals in der besagten Region Fragmente gefunden haben, die eindeutig Eigenschaften von Meteoriten- bzw. Kometenfragmenten aufzeigen.

Network

Weitergabe von Wissen: Auch Wale können voneinander lernen

Buckelwale sind in der Lage, neu erlernte Jagdmethoden einander weiter zu geben und voneinander zu lernen. Wie Forscher der University of St. Andrews zeigen können, haben auf diese Weise innerhalb von rund 20 Jahren bereits mehr als 40 Prozent der Buckelwalpopulation die Fangmethode erlernt. Erneut zeigen die Ergebnisse der Forscher, dass auch Tiere Kultur haben und weitergeben können.
Wale
© Public DomainArchiv: Buckelwale
St. Andrews (Schottland) - Schon zuvor konnten Verhaltensbiologen aufzeigen, dass benachbarte Schimpansengruppen jeweils unterschiedliche Hämmer zum Nüsseknacken verwenden und die jeweils eigenen Techniken innerhalb der Gruppe weitergeben (...wir berichteten).

Wie die Forscher um Dr. Luke Rendell, Jenny Allen von School of Biology an der University of St. Andrews und Mason Weinrich vom Whale Center of New England und Will Hoppitt von der Anglia Ruskin University aktuell im Fachjournal Science berichten, haben sie eine Gemeinschaft aus Buckelwalen beobachtet, die in den frühen 1980er Jahren aufgrund eines Zusammenbruchs der Heringspopulation dazu gezwungen waren, ihre Nahrungsgewohnheiten und damit auch ihre Fangtechnik umzustellen.

Saturn

Sehen Sie sich diesen gewaltigen Kontinent-großen Hurrikan über Saturns Nordpol an

Neue Fotos der Raumsonde europäisch-amerikanischen Cassini liefern erstmals detaillierte Nahaufnahmen eines bislang aufgrund des nördlichen Saturnwinters nicht sichtbaren gewaltigen permanenten Hurrikans über dem Nordpol des Ringplaneten. Dieser bildet das Zentrum einer der mysteriösesten natürlichen Strukturen im Sonnensystem, wird er doch von einer atmosphärischen stets konstanten Sechseck-Struktur, dem sogenannten Saturn-Hexagon eingerahmt.
Polarwirbel Saturn
© NASA/JPL-Caltech/SSIFalschfarbendarstellung des nördlichen Polarwirbels auf Saturn.
Pasadena (USA) - Die neuen hochauflösenden Aufnahmen gelangen am 27. November 2012 und zeigen einen Blick ins Auge des etwa 2.000 Kilometer durchmessenden und sich an seinem Außenrand mit bis zu 150 Metern pro Sekunde drehenden Wirbelsturms sowohl im Einzelbild als auch im Video.

Beaker

Erschaffung von "Zeitkristallen": Physik-Nobelpreisträger will "Perpetuum mobile" testen

Wissenschaftler um den Physik-Nobelpreisträger Frank Wilczek wollen im Innern einer Ionen-Falle einen sogenannten "Zeitkristall", also ein Objekt erzeugen, das sich - ähnlichem etwa einem Uhrenzeiger - in einem sich stets wiederholenden Muster bewegt, ohne dabei Energie zu benötigen geschweige denn aufzubrauchen. Im Gegensatz zu Uhren oder anderen Objekten, beziehen Zeitkristalle ihre Bewegung jedoch nicht aus gespeicherter Energie sondern durch einen Bruch in der Symmetrie der Zeit, was ihnen einen besondere Form der unaufhörlichen, perpetuierlichen Bewegung ermöglicht.
Ionen-Falle
© Hartmut Häffner / simonsfoundation.org In einer solchen "Ionen-Falle" wollen Physiker einen Zeitkristall erzeugen.
Cambridge (USA) - Bereits im Februar 2012 hatte Wilczek seine ungewöhnliche Idee erstmals öffentlich erklärt: "Der Grossteil der Forschung auf dem Gebiet der Physik besteht aus einer Weiterführung von Dingen, die bereits erfolgt sind". Sein Plan hingegen sei in der Tat, "etwas unkonventionell", so der Professor am angesehenen Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Sherlock

Urzeit-Wurm der aussieht wie das männliche Geschlechtsteil, soll nun eines der wichtigsten "Bindeglieder" der Evolution sein

505 Millionen Jahres altes Wurmfossil könnte Ururahn aller Chordatiere sein

In der berühmten Fundstätte von Burgess Shale in Kanada haben Paläontologen einen besonderen Fund gemacht: In dem feinkörnigen Gestein stießen sie auf 505 Millionen Jahre alte Fossilien seltsamer, penisförmiger Würmer. Wie ihre heutigen Verwandten, die Eichelwürmer, glichen diese Weichtiere verblüffend dem Geschlechtsteil eines Menschen. Noch wichtiger aber: Der Fund repräsentiert die ältesten Vertreter der Tiere, aus denen später die Wirbeltiere und damit der Mensch hervorgingen. Der Urzeit-Wurm ist damit ein wichtiges Bindeglied der Evolution, wie die Forscher im Fachmagazin "Nature" berichten.
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© C.B. Cameron, Université de MontréalEin heute lebender Eichelwurm - so ähnlich sah sein früher Verwandter aus dem Kambrium auch aus.
Im Zeitalter des Kambrium, vor mehr als 500 Millionen Jahren, bevölkerten bizarre Kreaturen die Meere unseres Planeten. Räuberische Krabbler mit zahlreichen Beinen dafür ohne Augen, festsitzende Armfüßer und zahlreiche wurm- und schwammähnliche Geschöpfe. Viele dieser urtümlichen Lebewesen sind bis heute unbekannt, denn vor allem von denen, die keine Panzer oder Knochen besaßen, blieben nur selten Fossilien erhalten. Für die Evolution und daher auch für die Paläontologie ist das Kambrium aber ein entscheidender Punkt in der Entwicklungsgeschichte des Lebens, denn in dieser Zeit entstanden die Vorfahren nahezu aller heute lebenden Tiergruppen.

Laptop

Roboter die durch das Internet lernen: Forscher entwickeln Wikipedia für Roboter

Cloud-Plattform soll Roboter flexibler, leichter und lernfähiger machen

Wenn Roboter Bob nicht mehr weiter weiß, schaut er einfach im Internet nach - auf "RoboEarth". Denn diese neu entwickelte Cloud-Plattform speziell für Roboter, ermöglicht es diesen, gelerntes Wissen auszutauschen und Berechnungen online durchzuführen. Die Roboter können so neue Fertigkeiten lernen und komplett neue Aufgaben übernehmen - und das ohne dass sie selbst schwere Computergehirne und Speicher mit sich herumtragen müssen. Erste Modellprojekte mit der Plattform laufen bereits.

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© RoboEarth.org/ Angeline SwinkelsRobotische Helfer sollen dank Cloud-Plattform künftig lernfähiger und selbstständiger werden
Navigationsroboter tauschen über das Internet Karten aus, Hilfsroboter im Krankenhaus oder Pflegeheim laden sich selbst Beschreibungen von Getränkeflaschen herunter, um diese im Kühlschrank zu finden und den Patienten bringen zu können und der Haushaltsroboter informiert sich über das neugekaufte Objekt seiner Besitzer, das plötzlich mitten im Wohnzimmer steht. Das alles klingt futuristisch, ist aber bereits Realität. Möglich wird dieser Austausch durch eine Cloud-Plattform speziell für Roboter, die jetzt von Wissenschaftlern von fünf europäischen Universitäten entwickelt worden ist.

Wolf

Rotkäppchen lügt! Wolfs-Studie klärt auf

Schenkt man Märchen und Legenden Glauben, so sind es neben Zicklein und wehrlosen Großmüttern auch und besonders rotkäppige kleine Kinder, die ganz oben auf der Speisekarte des "gemeinen" Wolfs stehen. Obwohl Jahrhunderte vergangen sind, hält sich die Mär vom zähnefletschenden, kinderfressenden Wolf immer noch hartnäckig und die Angst vor'm Wolf geht um. Forscher räumen nun mit den Gerüchten auf. Denn: Menschen stehen definitiv nicht auf dessen Speisekarte. Viel lieber mag Canis lupus Wildtiere, die sich mit ihm den Lebensraum Wald teilen - ganz selten auch mal Nutztiere, doch nur, wenn diese nicht ausreichend geschützt sind.

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© Bernard Landgraf, GFDL/CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Common Archiv: Wolf.
Görlitz (Deutschland) - Die Hinweise auf die genaue Zusammenstellung der Speisekarte des Wolfes liefert das Senckenberg-Forschungsinstitut in Görlitz, dessen Forscher zehn Jahre lang insgesamt 2.000 Kotproben von Wölfen aus der sächsisch-brandenburgischen Lausitz analysiert haben.

Chalkboard

Moore's Law angewandt auf Entwicklungsrate des irdischen Lebens: "Leben auf der Erde älter als die Erde selbst"

Das "Mooresche Gesetz" (Moore's Law) beschreibt eigentlich die exponentielle Weiterentwicklung der Komplexität integrierter Schaltkreise, wenn sich die Anzahl an Transistoren pro Flächeneinheit in regelmäßigen Zeitabständen verdoppelt. Umgedreht kann durch Rückwärtsanwendung dieser Gesetzmäßigkeit recht präzise auf jene Zeit geschlossen werden, als die Mikrochips (in den 1960er Jahren) erfunden wurden. Genetiker haben das Mooresche Gesetz nun auf das irdische Leben selbst angewendet und kommen zu einem verblüffenden Ergebnis: Das Leben auf der Erde ist deutlich älter als die Erde selbst.
junges Sonnensystem
© NASAArchiv: Künstlerische Darstellung eines noch jungen Sonnensystems (Illu.).
Baltimore (USA) - Während "Moore's Law" ursprünglich nur auf besagte Weiterentwicklung der Mikrochiptechnologie Anwendung fand, stellte sich nach und nach heraus, dass das Prinzip auch auf anderen Feldern gefunden werden kann. So lässt sich durch Übertragung des Gesetzes beispielsweise auch das erstmalige Erscheinen wissenschaftlicher Publikationen (deren Anzahl sich im Zeitraum von 1960 und 1990 rund alle 15 Jahre in etwa verdoppelte) zu Beginn des 18. Jahrhunderts korrekt ermitteln.

Fireball

Neue Beweise dafür, dass Kometen das Leben auf die Erde gebracht haben könnten

In aktuellen Experimenten haben US-Forscher die Bedingungen des tiefen Weltraums simuliert und dabei erneut bestätigt, dass auch die komplexen Bausteine des Lebens auf eisigen Staubpartikel im interstellaren Raum entstanden und mit Kometen zur Erde gelangt sein könnten.
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© NASA Brachten einst Kometen die Bausteine des Lebens auf die junge Erde? (Hier eine Aufnahme des Kometen Lovejoy über dem Erdhorizont am 21. Dezember 2011, aufgenommen von Bord der ISS)
Berkeley (USA) - Während Wissenschaftler schon zuvor grundlegende organische Moleküle wie Aminosäuren etwa im Innern von Meteoriten entdeckt hatten, war es bislang nicht möglich, darin auch komplexe molekulare Strukturen nachzuweisen, wie sie als Voraussetzung für die irdische Biologie gelten. Auf diesem Umstand basierend, schlussfolgerten die meisten Wissenschaftler bislang, dass die wirkliche komplexe 'Chemie des Lebens' auf der Erde selbst - etwa in den Ozeanen - entstanden sein müsse.

Kommentar: Neue Aspekte zum Schwarzen Tod: Die kosmische Verbindung
Wie herabstürzende Himmelskörper, Kriege, die Pest und Hexerei miteinander zusammenhängen