Mit der Neuregelung, dass die Spritpreise nur noch einmal am Tag erhöht werden dürfen, wurde das Ziel einer Stabilisierung der Preise bisher verfehlt. Die Preise steigen weiter. Bei einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus ist jedoch mit noch schwerwiegenderen Folgen zu rechnen.

© Clever-tanken.deDieselpreis
Eine zentrale Forderung der Delegierten auf dem Bundesparteitag
der Grünen im Jahr 1998 geht nun endlich in Erfüllung. Die Grünen forderten damals, den Spritpreis bis 2008 auf fünf Mark, also rund 2,50 Euro, zu erhöhen. Das diene dem Klimaschutz und fördere die Umstellung auf Fahrzeuge mit niedrigerem Verbrauch, wurde damals argumentiert. Nun ist es soweit. Aufgrund der Schließung der Straße von Hormus kennen die Spritpreise in Deutschland derzeit nur eine Richtung: nach oben. Besonders Diesel hat in den vergangenen Tagen einen Höchststand nach dem anderen erreicht -
mit spürbaren Folgen für Wirtschaft und Verbraucher.
Nach Angaben des ADAC lag der durchschnittliche Dieselpreis zuletzt bei rund 2,42 bis 2,48 Euro pro Liter und damit deutlich über bisherigen Rekordwerten und umgerechnet nahe an den von den Grünen 1998 geforderten fünf DM. Innerhalb weniger Tage wurden frühere Höchststände mehrfach übertroffen - ein außergewöhnlich dynamischer Preisanstieg.
Preissprung trotz politischer EingriffeBrisant ist der Zeitpunkt dieser Entwicklung: Erst Anfang April hatte die Bundesregierung eine neue Regelung eingeführt, die eigentlich für Entlastung sorgen sollte. Tankstellen dürfen ihre Preise seitdem nur noch einmal täglich - zur Mittagszeit - anheben.
Doch statt die Preise zu stabilisieren, scheint die Maßnahme gegenteilige Effekte zu haben. Beobachter berichten von regelrechten "Preissprüngen" um die Mittagszeit. Laut ADAC habe die gesetzliche Neuregelung die Preisentwicklung eher beschleunigt als gebremst.
Ursachen: Sperrung der Straße von HormusEin zentraler Treiber der Entwicklung liegt auf den internationalen Energiemärkten. Der Iran-Krieg und die von Iran verhängte Blockade der Straße von Hormus haben das globale Ölangebot verknappt und die Preise deutlich nach oben getrieben.
Die Folge: Steigende Rohölpreise schlagen unmittelbar auf die Kraftstoffkosten durch. Gleichzeitig vermuten Experten, dass Mineralölkonzerne die neue Preisregelung nutzen, um Risikoaufschläge einzuplanen und Preiserhöhungen gebündelt weiterzugeben.
Kommentar: Bei den Preisen fahren die meisten ohnehin spritsparender und somit langsamer, dazu benötigt es keine zusätzliche Regelung.