Willkommen bei SOTT.net
So, 04 Dez 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Das Kind der Gesellschaft
Karte

Stop

Interview: Armutszeugnis für "reiches" Deutschland - Trotz Job kaum Geld, Ausbeutung von Arbeitnehmern pur

© Ap Photo/Martin Meissner
Zu wenig Geld trotz Job - das zeigen Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Demnach war 2015 fast jeder zehnte Beschäftigte von Armut bedroht. Die LINKE macht dafür klar die Bundesregierung verantwortlich. "Ein Armutszeugnis für ein so reiches Land", sagt die Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der LINKE-Fraktion, Sabine Zimmermann.

Frau Zimmermann, die LINKE hat die jüngsten Zahlen ausgewertet und diese bescheinigen Deutschland ein sehr düsteres Bild: Arm trotz Arbeit, ist das nicht eigentlich paradox?


Das ist richtig. Viele Menschen hierzulande arbeiten Vollzeit und müssen trotzdem soziale Leistungen beziehen und aufstocken. Ich finde es einfach ungerecht, dass Menschen von ihrer Hände Arbeit nicht leben und ihre Familien nicht ernähren können.

Nun hat sich die Zahl der von Armut bedrohten Arbeitnehmer in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt — von 5,5 Prozent auf knapp zehn Prozent. Ist da eine verfehlte Politik der Hintergrund, oder gibt es weitere Gründe für diese Entwicklung?

Wir haben mit der Agenda 2010 einen enormen Wandel am Arbeitsmarkt erlebt: weg vom gut bezahlten Vollzeitarbeitsverhältnis, hin zu prekärer Beschäftigung. Vor allen Dingen Teilzeit und Befristungen sind auf der Tagesordnung. Wir wissen auch, dass den Leiharbeitnehmern nur 50 Prozent des vollen Lohns gezahlt werden, den die Stammbelegschaft bekommt.

Hier hat sich ein riesiger Niedriglohnmarkt entwickelt. Der zwingt die Menschen dazu, nicht nur einen Job zu haben, sondern zwei oder drei — und von denen sie dann auch nicht leben können. Das ist ein Armutszeugnis für ein so reiches Land.

Kommentar: Gerade der letzte Abschnitt sollte vielen Unternehmern zu denken geben. Doch solange viele heutige Chefetagen mit korrupten und psychopathischen Individuen gefüllt sind, denen statt des Wohles ihrer Beschäftigten nur unverhältnismäßiges Streben nach Profit am Herzen liegt, wird die Ausbeutung weiter gehen und unternehmerischer Anstand leider kaum zu finden sein. Armut bleibt damit ein Symptom unserer kranken, pathokratischen Gesellschaft.

Weitere Links zum Thema:


X

Dutzende von Toten bei Baustellenunglück in China: Ungesicherte Arbeitsbedingungen oder Erdfall?

Die Baufirma war in Eile, den Kühlturm fristgerecht fertigzustellen. Da stürzt ein großes Gerüst ein und reißt 70 Arbeiter in die Tiefe. Die meisten überleben nicht.

© AP
Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden
Bei einem schweren Unglück auf der Baustelle eines Kraftwerkes sind im Osten Chinas 67 Menschen ums Leben gekommen. Aus großer Höhe stürzte am Donnerstagmorgen eine Plattform mit 70 Arbeitern in einem neuen Kühlturm des Kohlekraftwerkes Fengcheng (Provinz Jiangxi) ein, wie die Online-Ausgabe der Zeitung „Jiangxi Xinwen“ berichtete. Viele Arbeiter wurden unter einem Haufen aus verbogenen Gerüsten, Brettern, Zement und Baustahl begraben. Ein Arbeiter wurde noch vermisst. Zwei lagen verletzt im Krankenhaus.

Verantwortliche der Baufirma Hebei Yineng räumten ein, dass die Konstruktion in Eile vorangetrieben worden sei, um Fristen einzuhalten, wie die Zeitung „Pengpai Xinwen“ online berichtete. „Wir haben unter Zeitdruck gearbeitet“, sagte demnach eine nicht näher genannte Quelle. Ob der Zement schon fest genug war, schien unklar: „Ich bin mir nicht sicher“, hieß es in der Zeitung. „Wir müssen Tests machen.“ Die Lage nach dem Unfall sei „ziemlich chaotisch“.

Die Umstände des Einsturzes der Bauplattform schienen unklar. „Wir haben die Ermittlungen noch nicht begonnen, sondern konzentrieren uns auf die Rettungsarbeiten“, sagte der Verantwortliche laut „Pengpai Xinwen“. Der Chef der staatlichen Arbeitsschutzverwaltung, Yang Huanning, reiste von Peking zur Unglücksstelle. „Alle Stellen müssen Lehren aus dem Unglück ziehen und ernsthafte, umfassende Sicherheitsinspektionen vornehmen“, ordnete die Behörde an.

Kommentar: Eine weitere Möglichkeit, die zu diesem Unfall (und ähnlichen Unglücken) geführt hat, könnte neben Fahrlässigkeit durch Zeitdruck oder ungenügender Sicherheitsbedingungen, etwa aus Spargründen, auch ein Erdfall gewesen sein. Erdfälle treten im Kontext der derzeitigen Erdveränderungen gehäuft auf. Eine Untersuchung der Unfallursache(n) wird genauere Ergebnisse zutage bringen.


Bulb

Top 5: Unbekannte Fakten über die Metro in Moskau

Wer denkt, mit der geheimen und geheimnisvollen Metro 2 ist das Thema Metro-Fakten, die man in Mitteleuropa nicht kennt, schon erledigt, irrt sich.

Denn es gibt noch mehr wissenswertes rund um das vielleicht berühmteste U-Bahn-System der Welt. Und unsere Metro-Fakten sind nicht nur interessant, sondern verhindert auch, dass sich unsere Zuschauer in Zukunft verfahren, auch wenn sie kein Russisch können oder erklärt Euch, warum Ihr es nicht auf die Metro schieben könnt, wenn Ihr zu spät kommt. Ein Video im Rahmen unserer Moskau-Reihe Moskau.life mit Anastastia Petrowa.


Kommentar: Geheimnisse des Untergrunds: Moskaus geheime Metro


Bulb

200 Millionen: Spanischer Milliardär vererbt allen Bewohnern seines Heimatdorfes 2,5 Millionen Euro

Der im August verstorbene spanische Milliardär Antonio Fernandez hat in seinem Testament den 80 Bewohnern des Dorfes Cerezales del Condado rund 200 Millionen Euro hinterlassen. Das berichtet die britische Tageszeitung The Telegraph. Er wurde in eine sehr arme Familie geboren und wollte deshalb sicher sein, dass keiner der Dorfbewohner arm ist. Heute zählt man in seinem Heimatdorf 80 Menschen, und jeder von ihnen wird rund 2,5 Millionen Euro bekommen.

© ABC.ES
Spanischer Milliardär vermacht 2,3 Millionen Euro jedem Bewohner seines Heimatdorfes
Als Antonio Fernandez 14 war, musste er die Schule abbrechen, um Geld zu verdienen. Im Alter von 32 Jahren zog er nach Mexiko und bekam eine Stelle im Depot der Bierbrauerei-Gesellschaft Grupo Modelo. Nach einigen Jahren wurde die Firma erfolgreich und Fernandez wurde im Jahre 1971 Generaldirektor der Firma. Dank seiner Bemühungen ist die Marke “Corona“ weltbekannt geworden. Fernández ist 2016 im Alter von 98 Jahren gestorben.

Better Earth

Russisches Kriegsschiff rettet ukrainischen Fischkutter im Mittelmeer

Am Freitagmorgen hat das russische U-Boot-Jagdschiff „Vize-Admiral Kulakow“ einen in Seenot geratenen ukrainischen Fischkutters gerettet. Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit. „Das große U-Boot-Jagdschiff der Nordflotte "Vize-Admiral Kulakow" hat die Rettungsoperation des in Seenot geratenen ukrainischen Fischkutters 097 beendet und ihn zu einem Ankerplatz vor der griechischen Insel Gavdos (30 Seemeilen südlich der Insel Kreta) gebracht“, heißt es.

© Sputnik
Die Ukraine und Griechenland bestätigen Rettung ukrainischen Fischkutters
Die ukrainische Botschaft in Griechenland hat bestätigt, dass der in Seenot geratene ukrainische Fischkutter gerettet wurde. „Nach offiziellen Angaben des griechischen Küstenwachdienstes fiel bei einem Fischkutter das Triebwerk aus, welcher unter liberianischer Flagge mit ukrainischer Besatzung an Bord an Kretas Küste vorbeifuhr. Das Schiff wurde zur Stadt Napoli abgeschleppt, wo es momentan repariert wird“, heißt es im Bericht der ukrainischen Auslandsvertretung. Dabei wurde nicht erwähnt, dass das russische U-Boot-Jagdschiff „Vize-Admiral Kulakow“ als erstes auf das Notsignal geantwortet hatte. „An der Rettungsoperation waren griechische Schiffe beteiligt. Keiner der Besatzungsmitglieder wurde verletzt“, heißt es.


Document

Neue Studie: Rechtspopulismus ist Begleiterscheinung gesellschaftlicher Veränderungen

Die Anhänger der AfD haben sich radikalisiert, das ist das Ergebnis der neuen Mitte-Studie zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland der Friedrich Ebert Stiftung. Einerseits bündelt die AfD radikale Kräfte, aber auch Protestwähler und Unzufriedene, sagt Ralf Melzer, Herausgeber der Studie im Interview mit Sputnik.
© Flickr/ Metropolico.org
Die wesentlichen Trends, die auch 2014 schon zu beobachten waren, wurden in der neuen Mitte Studie zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland bestätigt: Die Verschiebung von klassischen rechtsextremen Einstellungen, wie die Befürwortung einer Diktatur, die Verharmlosung des Nationalsozialismus und Menschenfeindlichkeit, hin zu anschlussfähigeren Formen. Eine Minderheit in der Gesellschaft radikalisiere sich, so Ralf Melzer. Insgesamt sei eine Polarisierung innerhalb der Bevölkerung zu beobachten.

Kommentar: Mittlerweile hat sich ein deutlicher Trend manifestiert: Die sogenannte Linke mit ihren ursprünglich liberalen und progressiven Werten hat sich genau in ihr Gegenteil verkehrt - ein Blick auf diese Bewegung in den USA und Kanada lässt einem die Haare zu Berge stehen. Ponerologie in Echtzeit!

Ein Beispiel hat kürzlich durch Professor Jordan Peterson öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Der Psychologie-Professor einer kanadischen Universität weigert sich (zu Recht), sich dem staatlich per Gesetz verordneten Anweisungen der "neuen Geschlechtspronomen" zu beugen und hat dadurch die selbstgerechte, irrationale Wut der Millenium-Generation-Anhänger auf sich gezogen, nebst diversen Angriffen und dem drohenden Verlust seines Jobs. Peterson argumentiert zu Recht, dass es sich hier um deutliche Anzeichen einer Wiederholung der Geschichte handelt: wo Sprache umdefiniert und als politische Waffe benutzt und staatlich entschieden wird, welche sprachliche Ausdrucksform legal ist. Man erinnere sich, dass politisch verordnete Sprache auch das Denken der Menschen verändert. An den radikalen Anhängern jedenfalls sieht man bereits jetzt, dass diese ihre Fähigkeit klar zu denken längst verloren haben.






Handcuffs

Mordserie im Krankenhaus Delmenhorst: Nach dem Ex-Pfleger nun auch sechs Ärzte vor Gericht

Der Ex-Pfleger Nils H. sitzt wegen seiner Morde in zwei Kliniken lebenslang im Gefängnis. Jetzt stehen auch sechs Klinikmitarbeiter vor Gericht.
© Carmen Jaspersen / dpa
Der Prozess gegen Nils H. (ganz rechts) wurde von einem massiven Medienaufgebot begleitet. Jetzt sind auch in diesem Kontext Ärzte angeklagt.
OLDENBURG. Nach der Mordserie in zwei Krankenhäusern durch den Ex-Pfleger Niels H. hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sechs Verantwortliche aus der Klinik Delmenhorst erhoben. Ihnen wird Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen.

Das hat die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Oldenburg am Freitag mitgeteilt. Die Anklage gehe davon aus, dass drei Tötungsdelikte und zwei versuchte Taten durch die Angeschuldigten hätten verhindert werden können.

Pistol

Frankreich: Bewaffneter stürmt Seniorenheim für Missionare, tötet eine Frau und flieht

Mindestens eine Person ist letzte Nacht in einem Seniorenheim für katholische Missionare in Südfrankreich getötet worden. Berichten zufolge war ein bewaffneter und maskierter Mann in das Seniorenheim im Dorf Montferrier-sur-Lez eingedrungen, fesselte eine Frau und erstach sie anschließend. Die Hintergründe zur Tat sind noch unklar. Der Täter befindet sich auf der Flucht.
© RT Deutsch
Neben einer Stichwaffe soll er auch eine Schrotflinte mit sich gehabt haben, als er in das Seniorenheim für Pensionäre der Afrikanischen Missionen, in dem 80 Mönche und Nonnen wohnen, die er zu Geiseln genommen haben soll. Eine Anti-Terror-Einheit rückte an und drang in das Gebäude ein. Der Täter konnte dennoch fliehen. Eine Großfahndung wurde eingeleitet. Die Gesellschaft der Afrikamissionen widmet sich der Evangelisierung der westafrikanischen Völker.

Für deutsche Untertitel bitte die Untertitelfunktion auf Youtube aktivieren.

Bulb

Schulbus-Unfall in den USA: Fahrer fragte Kinder "Seid ihr bereit zu sterben?" - 5 Kinder tot

Am Dienstag sind bei einem schweren Unfall mit einem Schulbus nahe der US-Stadt Chattanooga mindestens fünf Kinder ums Leben gekommen. Kurz vor dem Unglück soll der Busfahrer die Schulkinder gefragt haben, ob sie bereit wären zu sterben. „Meine Tochter erzählte, dass, bevor sich der Bus überschlug, er mit Vollgas um die Kurve gerollt war und [der Fahrer] sie gefragt hatte: ‘Seid ihr bereit zu sterben?’“, erzählte eine Mutter gegenüber CBS News.

© Twitter
Schulbus-Unfall in den USA: Fahrer hat Kinder gefragt, ob sie bereit waren zu sterben
Der Unfall geschah nahe der Stadt Chattanooga im Süden des US-Bundesstaates Tennessee. Insgesamt waren 35 Kinder im Bus gewesen, mindestens fünf von ihnen sind gestorben, bestätigte die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat. Weitere 23 Schulkinder wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Der 24-jährige Busfahrer wurde festgenommen.

Passport

Manche blicken durch: Hollywood-Star Steven Seagal endlich offiziell Russe, holt in Moskau neuen Pass ab

Der US-Schauspieler und Filmproduzent Steven Seagal weilt derzeit in Moskau und will bei dieser Gelegenheit seinen russischen Pass entgegennehmen, berichtet das Nachrichtenportal „lenta.ru“.
© Sputnik/ Alexei Druzhinin
„Steven ist schon seit Samstag, den 19. November in Russland. Wir wollten seinen Besuch nicht an die große Glocke hängen“, so Seagals Manager. Das Programm seines Besuches bleibe vorerst geheim, fügte er hinzu.

Eins steht laut dem Portal jedoch fest: Der Hollywood-Star möchte möglichst bald seinen russischen Pass entgegennehmen.