Das Kind der GesellschaftS


Battery

Innerhalb weniger Tage: Mehrere Stromausfälle in Baden-Württemberg - Ministerium beruhigt

Die Stromausfälle in Stuttgart und Baden-Württemberg häufen sich. Ist das Zufall? Bisher gibt es zumindest keinen ersichtlichen Zusammenhang.

Notfallversorgung, Blackout, Stromausfall, Krise, Vorsorge
© Alex Kosev/Shutterstock
Ein Stein ist offenbar Auslöser für den Stromausfall am frühen Freitagabend in Stuttgart gewesen. Wie ein Sprecher von "Stuttgart Netze" mitteilte, sei es exakt um 17.27 Uhr zu einer Versorgungsunterbrechung auf der sogenannten Mittelspannungsebene gekommen. Dadurch waren rund 2500 Bewohner in den Stadtteilen Hoffeld und Schönberg vorübergehend ohne Strom. Am Freitagabend hatte "Stuttgart Netze" auch von Betroffenen in weiten Teilen von Degerloch, Sillenbuch, Plieningen und Möhringen gesprochen.


Kommentar: Und wie soll ein Stein den Stromausfall verursacht haben? Laut SWR:
Ein Stein hat laut Netzbetreiber Stuttgart Netze so viel Druck auf ein Kabel ausgewirkt, dass es dadurch beschädigt wurde. So entstand am vergangenen Freitag erneut ein Stromausfall in Stuttgart. Nach rund zwei Stunden hatten Techniker die Stromversorgung nach Angaben des Betreibers wiederherstellen können. Am Wochenende wurde in den betroffenen Stadtteilen Schönberg und Hoffeld der Strom umgeleitet. Am Montag sei das kaputte Kabel dann repariert worden, teilte Stuttgart Netze auf SWR-Anfrage mit.

Der Stromausfall wurde zunächst provisorisch durch eine Umschaltung im Netz behoben. Dabei wird der Fehler erst grob lokalisiert. Dann wird der Strom umgeleitet. Auf diese Weise habe man die Haushalte nach exakt 46 Minuten wieder versorgen können, sagte der Sprecher von Stuttgart Netze.

Igloo

Flughafen München: 600 Passagiere saßen über Nacht auf dem Rollfeld fest

Zu Wochenbeginn lauteten Medienberichte, dass am vergangenen Donnerstag Reisende über Nacht auf dem Rollfeld verharren mussten, da Flughafen-Busse und Fahrer gefehlt hätten. Nun wurde bekannt, dass nach anfänglich einer betroffenden Maschine rund 600 Passagiere in sechs Maschinen eingesperrt waren.

lufthansa
Rund 600 Passagiere in sechs Maschinen mussten in der Nacht auf Freitag stundenlang auf dem Vorfeld des Münchner Flughafens ausharren (Archivbild)
Gestrige Medienberichte über einen bedauerlichen Zwischenfall am Münchener Flughafen, in der Nacht zu Freitag der Vorwoche, entwickeln sich zu einem PR-Super-Gau für die Flughafenbetreiber. So wurde im Verlauf des Montags bekannt, dass insgesamt rund 600 Passagiere wegen Schnee und Eis über Nacht in mehreren Flugzeugen festsaßen.

Der Grund lautete, dass der Airport München wegen massiven Schneefalls etwa eine Stunde nach Mitternacht den Flugverkehr stoppte. So mussten die Reisenden bis in die frühen Morgenstunden in den Fliegern ausharren. Die Behörden prüfen nun mögliche Konsequenzen, während die Betreiber und die Fluggesellschaft Lufthansa Erklärungsversuche präsentierten.

Beaker

BASF verlagert Verwaltung nach Indien - in Berlin droht der Verlust tausender Jobs

Bei BASF wächst die Unruhe in den Büros und in Berlin trifft es einen besonders sensiblen Kern. Denn der Konzern richtet zentrale Service-Strukturen neu aus und setzt dabei auf Indien. Betroffen ist ausgerechnet die Berliner Service Gesellschaft, in der rund 3000 Beschäftigte Aufgaben wie Finanzen, Personal und Logistik für den Konzern abwickeln. Damit gerät ein Standort unter Druck, der über Jahre als stabiler Anker bei der Verwaltung galt und politisch als Erfolgsgeschichte verkauft wurde. Gleichzeitig trifft es Bereiche, die bislang als relativ sicher galten, weil sie nicht direkt an einzelne Anlagen oder Produktlinien gebunden sind (welt: 13.02.26).

BASF/Bayer
© Reuters
Global Hub in Indien - was BASF bei der Verwaltung plant

BASF spricht von einer "agilere[n], noch zielgerichtetere[n] Organisation" und will die "Kosteneffizienz deutlich steigern". Deshalb soll der Bereich "Global Business Services" in einem neuen globalen Hub in Indien gebündelt werden. Der Konzern kündigt an, "verstärkt kosteneffiziente Standorte" zu nutzen. Hinter der PR-Formel steckt ein klares Signal: Aufgaben sollen dorthin, wo sie billiger sind.

In Berlin arbeiten rund 3000 Beschäftigte in der Berliner Service Gesellschaft, und dort kippt die Stimmung. Allerdings nennt BASF keine konkreten Abbauzahlen. Aus Standortkreisen heißt es, bis zu 70 Prozent der Stellen in der Verwaltung könnten betroffen sein. Das entspräche mehr als 2000 Jobs, die ins Ausland wandern oder wegfallen.

Drought

Armutsstatistik: 2025 galten 13,3 Millionen Menschen als armutsgefährdet

Die neue Armutsstatistik liefert ein hartes Bild, denn die Armut greift weiter um sich. In Deutschland galten 2025 rund 13,3 Millionen Menschen als armutsgefährdet. Das entspricht 16,1 Prozent der Bevölkerung. Im Jahr 2024 lag der Anteil noch bei 15,5 Prozent. Die Zahlen stammen aus Daten zu Einkommen und Lebensbedingungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Sie zeigen damit nicht nur Momentaufnahmen, sondern einen spürbaren Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (zdf: 03.02.26).

Armut in Deutschland
© dpa/Stephanie PlickArmut (Symbolbild)
So wird Armut gemessen - und diese Einkommen gelten als Schwelle

Entscheidend ist die Armutsgefährdungsgrenze, weil sie sich am mittleren Einkommen orientiert. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens erreicht. Für Alleinlebende lag der Netto-Schwellenwert 2025 bei 1.446 EUR im Monat. Für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren lag er bei 3.036 EUR netto.

Besonders stark trifft es bestimmte Lebenslagen, obwohl viele Betroffene längst nicht "außen vor" wirken. Alleinlebende lagen mit 30,9 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Bei Alleinerziehenden-Haushalten betrug die Quote 28,7 Prozent. Am härtesten fällt die Statistik bei Arbeitslosen aus, denn dort lag die Armutsgefährdungsquote bei 64,9 Prozent.

Attention

Mercedes: Gewinn 2025 knapp um die Hälfte eingebrochen

Mercedes-Benz hat 2025 einen massiven Gewinneinbruch verzeichnet: Der Konzerngewinn sank um rund 49 Prozent von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro, vordergründig wegen Zöllen, ungünstigen Wechselkursen und hartem Wettbewerb in China. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück, das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern sogar um 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro.

Mercedes plant in Kecskemét, Central Hungary.
Damit erlebt Mercedes ein weiteres Jahr mit einem großen Gewinneinbruch.

Arrow Down

Deutscher Mittelstand: 79 Prozent erkennen "nicht einmal mehr ein 'engagiertes Bemühen' der Bundesregierung"

Christoph Ahlhaus, Vorsitzender des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft und CDU-Mitglied, hat Kanzler Friedrich Merz einen Brandbrief geschrieben. In dem Schreiben steht wörtlich "blankes Entsetzen" über die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Ahlhaus macht damit öffentlich klar, dass der Mittelstand Merz' Wirtschaftspolitik als gefährlich für Betriebe bewertet (focus: 07.02.26).
Merz
© Hesham Elsherif/Getty Images
Entsetzen über Merz' Kurs: Der Mittelstand verliert die Geduld

Ahlhaus erinnert daran, dass viele Unternehmer "mit viel Hoffnung" auf das Ende der Ampel-Regierung geschaut hätten. Außerdem hätten sie auf die "von Merz angekündigte Wirtschaftswende" gesetzt. Doch die Erwartung sei aus Sicht des Verbands zerbrochen, weil die Lage sich nicht verbessert habe.

In seinem Brief wird Ahlhaus besonders deutlich, denn er setzt einen knallharten Zeitstempel. Er schreibt an Merz: "Nicht einmal neun Monate nach Ihrer Wahl zum Bundeskanzler ist diese Euphorie dem blanken Entsetzen über die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland gewichen." Damit rückt er Merz nicht in die Rolle des Retters, sondern in die Rolle des Verantwortlichen.

Blackbox

Volkswagen hat auf einmal 6 Milliarden Euro mehr, um Millionenboni an Vorstandsmitglieder zu zahlen

Bei Buchhaltung kann man tricksen, auch bei den Bilanzen. Fachleute denken dabei vor allem an die Rechnungsabgrenzung zwischen den Jahren. VW jedenfalls hat jetzt plötzlich Geld, um seinen Vorständen doch einen Bonus zu zahlen - nachdem die Prämien der Beschäftigten gestrichen wurden.

Volkswagen Logo
© Public Domain
Sechs Milliarden Euro sollen plötzlich bei VW aufgetaucht sein. Erstaunlich nach massivem Gewinnrückgang und dadurch ausgelöstem rigidem Sparkurs samt Stellenkürzungen.

Der NDR zitiert eine interne Aussage des Finanzvorstands Arno Antlitz gegenüber den Beschäftigten: "Die zuletzt berichtete Verbesserung beim Netto-Cashflow ist das Resultat intensiver Kostenarbeit in den Bereichen der Vorleistungen - also bei Entwicklung und Investitionen - sowie bei dem Management unserer Lagerbestände. Diese Kostenarbeit wurde Ende Juli noch einmal intensiviert, nachdem die neue Zollpolitik in den USA feststand, die zu Mehrbelastungen von circa fünf Milliarden Euro führte."

Kommentar: Solche Aktionen können rasant nach hinten losgehen. Zudem ist Volkswagen wirtschaftlich sehr angeschlagen.

VW und Porsche mit massiven Gewinneinbrüchen


Ambulance

Panik oder Realität? Die Gasspeicher leeren sich weiter: Aktueller Füllstand bei circa 26%

Die globale Temperatur hat sich im Januar 2026 leicht erhöht. Sie liegt nun um 0,35 Grad Celsius höher als das langjährige Mittel. Der Abkühlungstrend ist noch ungebrochen.

gasspeicher deutschland 08.02.2026
© Screenshot gas-h2.de
Die Gasspeicher leeren sich

Der durchschnittliche Gasverbrauch im Winter beträgt in Deutschland 4 TWh Erdgas pro Tag, an kalten Tagen unter -5 °C ca. 5 TWh, an milderen Tagen sinkt er auf 3 TWh.

Der Verbrauch wird gedeckt durch
  1. Pipelinegas
  2. LNG-Gas
  3. Entnahme aus den im letzten Jahr gefüllten Gasspeichern
1. Die Pipeline-Importe belaufen sich zurzeit bei 2,7 TWh. 44% davon kommen aus Norwegen, 24% aus den Niederlanden und 21% aus Belgien/Frankreich. Die letzteren beiden Importe sind LNG-Gas, da sowohl die Niederlande, Belgien als auch Frankreich keine eigenen Erdgasquellen für den Export zur Verfügung haben. Das macht diese Quellen verletzlich, wenn in diesen Ländern eine eigene Knappheit vorliegt. Der Speicherstand in den Niederlanden (5.Februar) liegt bei 22,4%, in Frankreich bei 28,5%.

Kommentar: Kann man der Politik bereits jetzt ein Versagen vorwerfen? Eigentlich schon, da der Gasspeicher wie ein Spiel betrachtet wird und man pokert, dass das Wetter schön "warm" bleibt. Könnte das Thema noch nicht weiter publiziert werden - oder immer darüber hinaus geschrieben werden, dass alles in Ordnung ist - da am 08. März Landtagswahlen in Baden-Württemberg sind?

Gasspeicher auf Rekordtief: Es wird immer noch nicht reagiert
Deutsche Gasspeicher bereits jetzt unter 70 %


Bandaid

Wenn Witze unangebracht sind - Markus Lanz über Prinz Andrew: "Hilft der möglicherweise jemandem?"

prinz andrew, jeffrey epstein
© Getty / Davidoff Studios Photography / US DOJ / supplied
Markus Lanz besticht seit vielen Jahren mit sehr fragwürdigen Kommentaren und zweifelhaftem Journalismus. In einer seiner letzten Sendungen äußerte er Folgendes:
Der Moderator unterstrich, dass durch E-Mails oder eben Fotos noch keine Aussage über etwaige Schuld getroffen werden kann. Auch bei dem Foto des Sohns von Queen Elizabeth II. sei völlig unklar, was man da sehe: "Hilft der möglicherweise jemandem? Ich weiß es nicht. Aber im Zweifel für den Angeklagten, würde ich mal sagen."

Alarm Clock

Verdacht auf Geldwäsche: BKA durchsucht Räume der Deutschen Bank

Zur Stunde unternimmt das Bundeskriminalamt Durchsuchungen bei der Deutschen Bank in Frankfurt am Main und Berlin. Anlass für die Razzia ist der Verdacht auf Geldwäsche. Presseberichten zufolge dauern die Durchsuchungen seit heute Vormittag um 10 Uhr an.

Deutsche Bank
© NurPhoto / Gettyimages.ru
Zuerst hatte der Hamburger Spiegel von der Staatsanwaltschaft erfahren, dass Durchsuchungen der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main sowie von Geschäftsräumen der Bank in Berlin im Gange sind.

Demnach begann die Razzia kurz nach 10 Uhr, als rund 30 Ermittler mit der Durchsuchung der Bankzentrale in der Mainmetropole begannen. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte, werden "bislang unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter" beschuldigt.

Die Deutsche Bank wird verdächtigt, zu früheren Zeiten bestimmte Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Unternehmen unterhalten zu haben, die "zum Zwecke der Geldwäsche" gedient haben könnten.