Das Kind der GesellschaftS


Crusader

Salafisten verteilen Koran

Die radikalen Salafisten gaben sich bei ihrer umstrittenen Koran-Aktion betont harmlos. Kritischen Fragen gingen sie aus dem Weg. Das hatte zur Folge, dass neugierige Passanten sich fragten, ob alles nur Panikmache der Regierung war.
salafisten, koran
© dpaKoranverteilung in Berlin.
Gefährliche Propaganda - das hatten Politiker und Behörden den Salafisten vorgeworfen. Wie in Berlin verteilen die radikalen Islamisten am Samstag in mehreren deutschen Städten kostenlose Korane. Am Potsdamer Platz standen etwa zehn bärtige Männer - umringt von etlichen Kameraleuten und Reportern - an einem Infostand. Eine Frau, die sich das Treiben aus einiger Entfernung anschaut, bringt es auf den Punkt: „Das alles kommt mir ziemlich aufgebauscht vor.

War die ganze Aufregung um die kostenlose Koranverteilung zuvor übertrieben? Politiker hatten Alarm geschlagen. Sie befürchten, dass Anhänger des salafistischen Netzwerkes „Die wahre Religion“ die Aktion für extremistische Ziele missbrauchen könnten. Die Chefin des Berliner Verfassungsschutzes, Claudia Schmid, hatte gewarnt: „Der Koran ist nur ein Mittel zum Zweck.“ Eigentlich ginge es um die Anwerbung junger Muslime. Diese könnten sich dann radikalisieren.

Bell

Griechen organisieren sich in ihrer Not

Die Schlange vor den Suppenküchen der Stadt wird von Tag zu Tag länger. Die griechische Bevölkerung hat zusehends mit Armut zu kämpfen - und reagiert mit teils ungewöhnlichen Maßnahmen.

Athen. Wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise verdienen immer mehr Menschen in Griechenland nur das Existenzminimum oder sogar weniger. Im vergangenen Jahr verloren rund 320.000 Griechen ihre Arbeit. In der Folge stehen immer mehr Griechen ohne Zuhause da. In Athen ist laut Bürgermeister Giorgos Kaminis die Zahl der Obdachlosen im vergangenen Jahr um 20 Prozent angestiegen. Die kirchliche Armenhilfe der Athener Diözese meldet eine erhöhte Nachfrage bei Gratis-Essensausgaben. Landesweit gebe man pro Woche etwa 250.000 Mahlzeiten aus. Angesichts des zunehmenden Hungerproblems hat ein Theater in Thessaloniki einen originellen Tauschhandel eingeführt: Anstatt für die Eintrittskarten zu bezahlen, bringen die Theaterbesucher Nahrungsmittel mit. Diese kommen dann sozialen Einrichtungen zugute.

Yoda

Kommentare zu Günter Grass

Intellektuelle melden sich in Hintergrund zu Wort. Kommentare zur Grass-Debatte von Moshe Zuckermann, Noam Chomsky, Domenico Losurdo, Rolf Verleger, Ekkehart Krippendorff, Norman Paech, Adam Keller, Michel Warschawski und Tariq Ali -

Am Mittwoch, den 4. April, veröffentlichte Günter Grass sein Gedicht „Was gesagt werden muss“. Noch am gleichen Tag setzte ein medialer Amoklauf gegen den Literaturnobelpreisträger ein. Vergessen schien Grass' Regierungstreue, die noch vor über zehn Jahren in seiner Unterstützung der rot-grünen Koalition bei deren Beteiligung am Krieg gegen Jugoslawien gipfelte, vergessen seine Nähe zu dem großen Wegbereiter des Neoliberalismus, Gerhard Schröder. Grass, einst des Kanzlers Liebling, gehätschelt von der SPD und den etablierten Medien, hatte ein Tabu gebrochen.

Plötzlich waren sich fast alle - egal welcher politischer Couleur - einig: Grass hat mit dem Text nicht nur den Bogen überspannt, er hat vielmehr ein hasserfülltes, antisemitisches Pamphlet verfasst. Kritik an Israels Politik ist unerwünscht, und wer es wagt, vor der Kriegsgefahr durch Netanjahu und Barak zu warnen, sieht sich in Deutschland einem Frontalangriff ausgesetzt. Beate Klarsfeld, Präsidentschaftskandidatin der Partei Die Linke, verstieg sich sogar zu einem Vergleich Günter Grass’ mit Hitler. Sie zitierte aus einer Drohrede, die Hitler 1939 gegen „das internationale Finanzjudentum“ gehalten hat und erklärte, wenn man den Ausdruck „das internationale Finanzjudentum“ durch „Israel“ ersetze, „dann werden wir von dem Blechtrommelspieler (Anm.: gemeint ist Grass) die gleiche antisemitische Musik hören“. Dass mit diesem Trommelfeuer an den Haaren herbeigezogener NS-Vergleiche letztlich die Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft verhöhnt werden, ficht die moralisierenden Meinungsmacher aus Medien, Politik und Gesellschaft nicht an.

Hintergrund möchte diesem Unisono der Affirmation schwarz-gelber Außenpolitik und des „War on Terror“ die Stimmen ausgewiesener Ideologiekritiker entgegensetzen. „Was halten Sie von dem Grass-Gedicht und seiner Rezeption in Deutschland“, fragten wir namhafte Intellektuelle aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Literatur und Kunst. Die ersten Antworten sind eingegangen, weitere werden folgen.

Kommentar: Um noch weiteres beim Namen zu nennen: "Psychopath israelischer Staat" benutzt die Vorhaltung der Greueltaten gegen die Juden in der nationalsozialistischen Vergangenheit um Schuldgefühle aufrechtzuerhalten und schafft es dadurch - wider jegliche Logik - von der Tatsache abzulenken, dass er [israelischer Staat] nun gleichsam schreckliche Taten gegen die Menschlichkeit begeht. Israel ist neben der USA der einzige Staat, der ungestraft vor den Augen aller Welt Genozid begeht, und gleichzeitig den Finger moralisierend auf andere richtet.

Es geht wider jegliche Logik, einen Verbrecher, Mörder, Psychopathen zu unterstützen, wenn seine Handlungen in großen leuchtenden Neonbuchstaben für sich selbst sprechen. Kurzum, jeder, der den Staat Israel unterstützt oder ignoriert, ist Teilnehmer an seinen Verbrechen.

Es stellt sich die Frage, wer die Fäden der Marionette in der Hand hält, angesichts der Tatsache, dass sich kaum jemand traut, die Sache beim Namen zu nennen.


Newspaper

Ein fauler Deutscher wird weltweit zum Symbol für das neue Deutschland

Mehr als zehn Jahre Geld für Arbeit kassieren, obwohl man nur faul am Schreibtisch sitzt und sich nicht rührt. Wo geht das? In Deutschland. Einer, der noch stolz darauf ist, wird nun weltweit in den Medien vorgestellt. Und die Fleißigen müssen so viele Abgaben zahlen wie nie zuvor.
Mann, nachdenklich
© Unbekannt
Im Jahr 2011 sind die Abzüge durch Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge in Deutschland so stark gestiegen wie seit 17 Jahren nicht mehr. Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf neue Zahlen des Bundesarbeitsministeriums. Danach zahlte ein Durchschnittsverdiener im Jahr 2011 insgesamt 9.943 Euro an Staat und Sozialkassen - so viel wie nie zuvor. 2010 beliefen sich die Abzüge noch auf 9.390 Euro. Im Schnitt stieg die Abgabenbelastung damit um 553 Euro im

Jahr, so viel wie seit 1995 nicht mehr. Und wer freut sich über das Geld, wohin wandert es? Bitte nicht ärgern, wenn Sie jetzt weiterlesen.

Deutsche Behörden genießen nicht unbedingt den besten Ruf. Ein Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes aus der westfälischen Stadt Minden ruiniert diesen Ruf gerade weltweit. Der Mann hat 1974 seinen ersten Arbeitsplatz bekommen. Und 1998 wurde er befördert. Jetzt wurde er 65 und ging in Pension. Aus diesem Anlass hat er 500 Kollegen eine E-Mail geschrieben und ihnen mitgeteilt, er habe seit 1998 nur im Büro gesessen und er sei stolz darauf, nie wirklich gearbeitet zu haben. Er sei immer nur körperlich anwesend gewesen. Diese Nachricht wird derzeit weltweit in den Zeitungen gedruckt.

Bell

Charles Mansons Gnadengesuch abgelehnt

Der Mord an der schwangeren Sharon Tate und ihren Freunden schockierte 1969 die Welt. Sektenführer Manson hatte dazu angestiftet.
charles manson
© dapdDer US-Sektenführer und Mörder Charles Manson bleibt weiter hinter Gittern - vermutlich für den Rest seines Lebens
Los Angeles. Charles Manson war 36 Jahre alt, als er und seine treuesten Anhänger im März 1971 für die Ermordung der schwangeren Schauspielerin Sharon Tate und vier weiterer Menschen zum Tode verurteilt wurden. Dunkle Augen mit einem durchdringenden Blick, umrahmt von einer wilden Haarpracht, dieses Bild des sogenannten „Hippie“-Sektenführers brannte sich damals ins Bewusstsein seiner Landsleute ein.

Das jüngste Foto zeigt den jetzt 77 Jahre alten Häftling im kalifornischen Corcoran-Gefängnis mit längeren grauen Haaren, struppigem Bart, faltigem Gesicht und trüben, leeren Augen. Das Hakenkreuz, das sich Manson vor Jahrzehnten auf die Stirn tätowieren ließ, ist noch klar zu erkennen. Die Justizbehörde hatte das Bild kurz vor einer weiteren Anhörung über das Schicksal von Häftling Nummer B33920 in der vergangenen Woche veröffentlicht. Am Mittwoch stand fest: Manson wird wahrscheinlich den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. Das Strafmaß war mit Aussetzung der Todesstrafe in Kalifornien in lebenslange Haft umgewandelt worden.

Kommentar: Kommentar: Lesen Sie dazu auch die folgenden Artikel:

Laurel Canyons unheimliche Parallelen? Kultregisseur Roman Polanski und Satansmörder Charles Manson
Helter Skelter in Dogville
Der Psychopath - Teil 1: Die Maske der Vernunft


Bomb

Biologe 'zeugte' 600 Kinder

Bertold Wiesner betrieb eine Fruchtbarkeitsklinik. Den meisten Samen spendete er offenbar selbst. 600 Kinder soll er gezeugt haben. Jetzt haben sich zufällig zwei seiner Söhne gefunden.

barry stevens
© Barry StevensSamenspender von 600 Kindern?
Es ist ein gewöhnlicher Abend, als David Gollancz erfährt, warum er seinem Vater gar nicht ähnlich sieht. „Ich muss dir etwas sagen“, erklärt der dem zwölfjährigen Jungen nach dem Essen. „Lass uns in dein Zimmer gehen.“

Er setzt sich neben David aufs Bett und beginnt zu erzählen. Wie er und die Mutter jahrelang versuchten, Kinder zu bekommen. Wie sie erfuhren, dass er unfruchtbar ist. Und dass sie dann eine schwierige Entscheidung trafen. „Ich bin nicht dein biologischer Vater“, sagt der Vater. Wer der Samenspender sei, wüsste er nicht. David solle bloß nie auf die Idee kommen, ihn zu suchen. Er werde ihn niemals finden.

Bomb

Bombe in Jülich entschärft

Jülich - Zur Entschärfung einer britischen Fliegerbombe ist am Mittwoch vorübergehend ein Teil des Jülicher Stadtkerns geräumt worden. 6500 Menschen waren betroffen, darunter auch Bewohner eines Altenheims und Patienten in einem Krankenhaus. Sprengstoffexperten entschärften die drei Zünder zügig und ohne Probleme, wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte. Hilfskräfte hatten am Vormittag hilfsbedürftige Menschen in Sicherheit gebracht und den Stadtteil für den Eingangsverkehr abgeriegelt. Nach Kontrollen zu Fuß und per Hubschrauber begann die Entschärfung.

Bomb

Bombe auf UNO-Konvoi: USA verlangt Verzicht auf Gewalt

Kairo - In der ostlibyschen Stadt Benghazi ist ein Konvoi der Vereinten Nationen mit einem Sprengsatz beworfen worden. Nach Angaben lokaler Sicherheitsbehörden war die UNO-Delegation in vier Fahrzeugen unterwegs, als sie von unbekannten Tätern attackiert wurde. Verletzt wurde bei dem Angriff, der am Dienstagnachmittag stattfand, niemand. Unter den Delegierten war auch der Chef der Libyen-Mission UNSMIL, Ian Martin. Anfang März hatten Politiker und Stammesvertreter in Benghazi die Autonomie der östlichen Region Cyrenaika ausgerufen.

Wie UNSMIL-Sprecherin Hua Jiang sagte, hatte sich Martin mit örtlichen Behörden sowie Vertretern der Zivilgesellschaft getroffen. Nach dem Angriff habe er den Besuch abgebrochen und sei nach Tripolis zurückgekehrt. Die US-Regierung verlangte vom libyschen Übergangsrat eine Untersuchung des Vorfalls. US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland forderte am Dienstag "alle bewaffneten Gruppen" auf, "sämtliche Differenzen durch Dialog auszuräumen und auf Gewalt zu verzichten".


Kommentar: Zum Glück hält sich daran die USA und kann berechtigt solche Forderungen stellen...


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Überteuerte E-books: Verdacht auf Preisabsprachen bei Apple und Verlagen

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© AFPApple bekommt Ärger mit den US-Kartellwächtern wegen seiner Presipolitik bei E-Books.
Wegen des Verdachts auf Preisabsprachen für elektronische Bücher hat das US-Justizministerium ein Kartellverfahren gegen den Technologiekonzern Apple und zwei große Verlagshäuser eingeleitet. Die Behörden werfen ihnen vor, ein Komplott eingegangen zu sein, um die Preise für E-Books in die Höhe zu treiben und den Wettbewerb zu behindern. Unter anderem ist auch die deutsche Verlagsgruppe Holtzbrinck mit ihrem US-Ableger Macmillan unter den Angeklagten. Mit einigen Verlagen wurde bereits eine außergerichtliche Einigung erzielt.

Apple bekommt Ärger mit den US-Kartellwächtern wegen seiner Presipolitik bei E-Books.Dem Ministerium zufolge richteten sich die Absprachen vor allem gegen die Preispolitik des Online-Händlers Amazon. Als Konsequenz hätten die Verbraucher für E-Bücher "Dutzende Millionen Dollar zusätzlich" zahlen müssen. Durch die angeblichen Preisabsprachen sei es Amazon erschwert worden, E-Books verbilligt anzubieten, hieß es in der Klageschrift. Demnach sollen die beteiligten Unternehmen illegal ihre Preise für elektronische Bücher, sogenannte E-Books, abgestimmt haben.

Attention

Allianz-Studie warnt vor häufigeren Stromausfällen

Erneuerbare Energie, alte Kraftwerke und auch Cyberkriminalität bedrohen die Stromversorgung. Das ist das Ergebnis einer Studie der Allianz-Versicherung.

In Zukunft drohen häufigere und auch längere Stromausfälle. Das könnte für die Wirtschaft teuer werden. Die bestehenden Stromnetze seien am Rand der Belastbarkeit, weil der Strombedarf steige, während die Kraftwerke und Netze oft überaltert seien. Dazu komme, dass durch intensiveren Stromhandel und mehr Strom aus erneuerbaren Quellen die Netze zusätzlich belastet seien. Auch Cyberkriminalität sei ein Gefahrenpotenzial, schreibt die Allianz am Mittwoch unter Berufung auf eine Studie des Industrieversicherers Allianz Global Corporate and Specialty.

Österreich sei bei der Versorgungssicherheit bei Haushalten Nummer drei in Europa mit (2010) 31,77 Minuten ungeplanten Stromausfällen. Spitzenreiter war Deutschland mit 14,90 Minuten, weniger Ausfälle als in Österreich habe es auch in den Niederlanden gegeben. Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten für Stromausfälle für einen Stahlhersteller auf 350.000 Euro pro Ausfall, für einen Finanzhändler auf sechs Millionen Euro pro Stunde und für einen Telekommunikationsanbieter auf 1,8 Millionen Euro pro Stunde. 2003, beim größten Stromausfall in der Geschichte der USA, wurde der wirtschaftliche Schaden auf vier bis acht Milliarden US-Dollar (3,05 bis 6,1 Milliarden Euro) geschätzt.