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Mo, 20 Sep 2021
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Studie: Depressive treffen bessere Entscheidungen

Depression
© Unbekannt
Depressionen können auch gute Seiten haben. Das hat eine Forscherin der Universität Basel gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Deutschland gezeigt. In ihrer Studie packten depressive Menschen Probleme beharrlicher an und trafen bessere Entscheidungen als Gesunde.

Eine Depression ist eine schwerwiegende Stimmungserkrankung, die viele Aspekte des Lebens beeinträchtigt. Landläufig herrscht die Ansicht, dass sich Depressionen auch negativ auf Denkleistungen auswirken - zum Beispiel auf die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, wie die Universität Basel am Montag mitteilte.

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Angst wird nicht vergessen - nur verdeckt

Angst wird nicht vergessen, sondern überlagert
© by-sassi/Pixelio.de
mp Düsseldorf - Hat sich einmal eine Angst im Menschen festgesetzt, ist sie nur schwer zu überwinden. Der Grund könnte darin liegen, dass sie nicht aus dem Kopf verschwindet, sondern nur überlagert wird.
Angst sitzt im wahrsten Sinne des Wortes tief. Unter dem Großhirn liegt im menschlichen Denkorgan der sogenannte Mandelkern, der beim Angstverhalten eine zentrale Rolle spielt. Wie Wissenschaftler des Bernstein Center der Universität Freiburg und den Hochschulen in Basel und Bordeaux an einem Computermodell zeigen konnten, wird Angst dort gespeichert und nie vergessen. Sie wird lediglich überlagert.

Basis dafür sind Versuche an Mäusen, die nach dem Ertönen eines bestimmten Klangs einer negativen Reizung ausgesetzt waren. Dadurch manifestierte sich die Angst, die bereits auftrat, wenn der Klang ertönte, auch ohne dass etwas Schlimmes folgte. Nach und nach reagierten die Mäuse aber nicht mehr ängstlich - das trat erst wieder auf, als der Klang im ursprünglichen oder in einem völlig neuen Kontext auftrat.

Attention

Drogen fördern bei Jugendlichen Schizophrenie

Drogen Auslöser psych. Erkrankungen
© PICTURE-ALLIANCE/CHROMORANGE
Drogen können Ursache psychischer Erkrankungen sein.
Egal, ob Magersucht, Schizophrenie oder Aufmerksamkeitsstörungen: Psychische Krankheiten bei Jugendlichen nehmen immer mehr zu. Eine Ursache neben dem sozialen Umfeld auch der Drogenkonsum. Denn der Haschisch- und Alkoholkonsum kann das Gehirn nachhaltig schädigen - besonders bei Jüngeren.

Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen nach Aussage des Kinder- und Jugendpsychiaters Eberhard Meyer zu. Der ärztliche Direktor der Vitos Klinik Hofheim im südhessischen Riedstadt stellt außerdem eine Zunahme der Schwere der Erkrankungen fest. So trete Schizophrenie zunehmend bei Jugendlichen unter 19 Jahren auf.

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Neue Erkenntnisse zur 'Unaufmerksamkeitsblindheit'

Die starke Konzentration auf eine Aufgabe kann dazu führen, dass selbst spektakuläre Ereignisse wie das Vorbeilaufen einer Person im Gorilla-Kostüm übersehen werden. Doch das geht nicht allen so. Warum manchen Menschen so ein Ereignis sehr wohl bemerken, war für die psychologische Forschung bisher unklar. Ein amerikanisches Forscherteam präsentiert jetzt eine Erklärung. Demnach sei das Arbeitsgedächtnis entscheidend. Menschen mit einem guten Arbeitsgedächtnis haben bessere Chancen, den Gorilla zu bemerken, schreiben die Forscher im Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory and Cognition.

Das Experiment mit dem „unsichtbaren" Gorilla ist ein Klassiker der experimentellen psychologischen Forschung und schon jahrzehntealt.

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Persönlichkeitszüge: Hirnstrukturen enthüllen politische Haltung von Menschen

London - Politische Ansichten von Menschen spiegeln sich in ihren Hirnstrukturen wider. Dies zeigt eine britische Hirnstudie an 90 Studenten. Demnach ist bei liberalen Menschen ein bestimmter Teil der Großhirnrinde besonders stark ausgeprägt, der anteriore cinguläre Cortex (ACC). Deshalb können diese Personen komplexe und widersprüchliche Informationen besser verarbeiten. Dies deckt sich mit früheren Studienresultaten, denen zufolge Liberale offener für neue Erfahrungen sind.

Bei konservativen Menschen fanden die Forscher des University College London eine größere Amygdala. Dieses Areal dient zur Verarbeitung von Emotionen wie etwa Angst. Die Forscher leiten daraus im Fachblatt Current Biology ab, dass konservative Personen in ungewissen Situationen stärker auf Gefahren achten. "Früher galten manche psychischen Eigenschaften als Hinweis auf die politische Orientierung eines Menschen", sagt Erstautor Ryota Kanait. "Unsere Studie verbindet solche Persönlichkeitszüge mit bestimmten Hirnstrukturen."

(Quelle: "Current Biology", Online-Vorabveröffentlichung)

Heart - Black

Traumatisierung schädigt Kindergehirn

New York - Traumatisierungen wirken sich bei Kindern auch nachteilig auf die Gehirnstruktur aus. Eine kalifornische Untersuchung zeigt, dass schwer traumatisierte Kinder einen kleineren Hippocampus haben. Diese Hirnregion ist für das Gedächtnis wichtig. Damit bestätigten die Forscher der Universität Stanford die Resultate früherer Studien an Tieren erstmals auch an Menschen.

Die Kinder- und Jugendpsychiater untersuchten 15 Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 13 Jahren, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) litten. Dabei hatten Kinder mit einer schweren PTBS-Symptomatik und höheren nächtlichen Werten des Stresshormons Cortisol - einem weiteren Indiz für eine starke Traumatisierung - einen kleineren Hippocampus als die weniger stark traumatisierten Teilnehmer.

Alarm Clock

Nachtschlaf fördert Lernen

Deltawellen tragen im Tiefschlaf entscheidend zu Gedächtnisbildung bei

Lübeck - Der Körper nutzt den Nachtschlaf nicht nur, um sich zu regenerieren, sondern auch um Erlebtes und Erlerntes dauerhaft abzuspeichern. Neurobiologen der Universität Lübeck zeigten in Versuchen an Menschen im Schlaflabor, wie das Gehirn diesen Datentransfer bewältigt. Dabei wiesen sie nach, dass an der Gedächtnisbildung so genannte Deltawellen beteiligt sind. Diese langsam oszillierenden elektrischen Signale sendet das Gehirn im Tiefschlaf aus. Wurden die Signale bei den Teilnehmern über Elektroden verstärkt, so schnitten die Personen am Tag darauf deutlich besser in Gedächtnistests ab als andere Schläfer.

Megaphone

Hören: Gehirn schickt Wichtiges direkt auf die „Überholspur“

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© SXC
Wichtige Geräusche werden schon früh erkannt und gesondert behandelt
Nah-Infrarot ermöglicht erstmals geräuschlosen Blick in hörendes Gehirn

Emotional wichtige Geräusche wie Kinderlachen oder ein knurrender Hund werden vom Gehirn fast von Anfang an „auf der Überholspur“ verarbeitet. Das zeigte eine Studie, in der es Forschern mittels einer neuen Methode erstmals gelang, dem Gehirn ohne störende Untersuchungsgeräusche beim Hören zuzusehen. Die Aufnahmen enthüllten, dass schon das Hörzentrum und nicht erst der Mandelkern die „Sortierung“ der Geräusche übernimmt.

Footprints

Gehirn: Fremdschämen tut weh

gesicht,schämen
© SXC
Schämen kann man sich auch für andere

Gehirn reagiert in gleichem Hirnareal wie beim Nachempfinden von Schmerzen

Du bist ja so peinlich! Wer sich stellvertretend für andere schämt, dem tut es nicht nur sprichwörtlich weh: Es sind tatsächlich ähnliche Gehirnareale aktiv wie beim Nachempfinden des Schmerzes anderer. Das zeigt eine jetzt in „PLoS One“ veröffentlichte Studie zu den neuronalen Grundlagen des „Fremdschämens“. Diese Reaktion ist zudem unabhängig davon, ob die beobachtete „peinliche“ Person sich selbst schämt oder nicht.

Newspaper

Unordnung lässt Vorurteile wachsen

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© D.A. Stapel
Ordnung und Unordnung: Die niederländischen Forscher fordern von der Politik, gefährdete Wohnviertel davor zu bewahren, im Chaos zu versinken und zügig in Reparaturen und Renovierungen zu investieren - das könnte helfen, Diskriminierungen zu verhindern.

Heruntergekommene Stadtviertel können Diskriminierung und Vorurteile verstärken. Darauf deutet eine Feldstudie von niederländischen Forschern hin. Während eines Müllabfuhr-Streiks beobachteten sie deutliche Verhaltensänderungen bei ihren Probanden.

Zwei niederländische Forscher haben ein verblüffendes Rezept gegen Vorurteile und Diskriminierungen gefunden: das Aufräumen. Denn herumliegender Müll und allgemeine Unordnung bereiten Stereotypen und Vorverurteilungen den Boden, haben Diederik Stapel und Siegwart Lindenberg von den Universitäten in Tilburg und Groningen mit Hilfe verschiedener Experimente gezeigt.