
© ap, Victor R. Caivano
Als ob die ungewöhnliche Kälte und der ständige Regen nicht reichten! Die zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro gereisten Pilger litten am Dienstag und Mittwoch unter den Problemen des öffentlichen Verkehrssystems und Mängeln in der Organisation.Rio de Janeiro - Dabei stehen ihnen die wirklichen Härtetests ja noch bevor: die Großveranstaltungen mit Papst Franziskus an der Copacabana und im entlegenen Guaratiba.
"Rios Transport hat den Test nicht bestanden" titelte Rios größte Tageszeitung "O Globo" (Mittwoch). Die Presse lässt sich die Chance nicht entgehen, die Stadtverwaltung an den Pranger zu stellen. Zwei Stunden lang legte eine Elektro-Panne am Dienstag sämtliche Metros lahm; Fahrgäste mussten zu Fuß durch dunkle Schächte laufen. Eine Schwangere musste von der Feuerwehr aus einem liegengebliebenen Waggon geborgen werden. Bilder von vor geschlossenen Stationen wartenden Pilgern im Regen bestimmten das Stadtbild.
Auch bei der Ankunft des Papstes am Montagnachmittag war es zu kritischen Momenten gekommen, als der Konvoi mitten in einen Stau im Stadtzentrum geleitet wurde. Begeisterte Pilger belagerten das schutzlose Papstgefährt. Die Personenschützer verloren für einige Momente die Kontrolle über die Lage.
Die Probleme bei der Anreise der Pilger per U-Bahn am Dienstagnachmittag führten dazu, dass sich die Copacabana erst während der abendlichen Eröffnungsmesse zu füllen begann. An dem weltberühmten Strand trotzten die Menschen dem Dauerregen und dem eisigen Wind.
Gleichzeitig mit Franziskus war am Montagnachmittag eine Kaltfront in Rio angekommen, die zuvor schon dem Süden Brasiliens historische Minusgrade zugefügt hatte. In vielen Regionen schneite es erstmals seit Jahrzehnten. Die Partystimmung ist ein wenig verhagelt.