In einem afrikanischen Strauch, Phyllanthus engleri, haben deutsche Wissenschaftler die Substanz Englerin-A entdeckt, die Krebszellen in der Niere dadurch abtötet, dass sie die Kalziumkonzentation in den Zellen erhöht. Die Forscher wollen nun herausfinden ob Englerin-A das Potenzial hat, in Zukunft als innovatives Medikament gegen Nierenkrebs eingesetzt zu werden.
© Bart Wursten / www.zimbabweflora.co.zwDie Rinde von Phyllanthus engleri enthält Englerin-A. Die Substanz lässt Nierenkrebszellen absterben.
Dortmund (Deutschland) -Wie die Forscher um Slava Ziegler vom
Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie gemeinsam mit Kollegen aus Berlin und der
University of Leeds aktuell im Fachjournal
Angewandte Chemie berichten, sterben die Krebszellen daraufhin. Dabei aktiviert Englerin-A ausschließlich Kalziumkanäle von Nierenkrebszellen, nicht jedoch von gesunden Zellen.
"In seiner Heimat im südlichen Afrika gilt Phyllanthus engleri schon lange als Heilpflanze", erläutert die Pressemitteilung des Instituts. "Der früher zu den Wolfsmilchgewächsen zählende Strauch oder kleine Baum wächst vor allem in den trockenen Savannengebieten in Tansania, Sambia, Malawi, Zimbabwe, Mosambik und Südafrika. In Tansania beispielsweise dienen die Wurzeln der Pflanze als Mittel gegen Epilepsie, das Kauen der Blätter und Früchte soll gegen Husten und Bauchschmerzen helfen. Ein Sud aus Wurzeln soll sogar gegen Bilharziose und Gonorrhoe wirksam sein. Gleichzeitig enthält die Pflanze starke Giftstoffe, die zu tödlichen Vergiftungen führen können."
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