Wissenschaft und TechnologieS


Galaxy

Fremdes Planetensystem unterscheidet sich von allen bislang bekannten Objekten im Universum

Astronomen haben die erste spektrale Fernerkundung eines rund 128 Lichtjahre von der Erde entfernten Planetensystem durchgeführt. Das Ergebnis: Die vier Planeten unterscheiden sich von allen bislang bekannten Objekten im Universum und stellen Astrophysiker damit vor ein Rätsel.
Unbekanntes Planetensystem
© Project 1640Aufnahme der vier Planeten um den fernen Stern "HR 8799" (Mitte, abgedunkelt).
New York (USA) - Wie das Team um Ben R. Oppenheimer vom Astrophysics Department am American Museum of Natural History in New York in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal berichtet, fand die Untersuchung im Rahmen von "Project 1640" statt und nutze ein neues Teleskopsystem am Palomar Observatory in Kalifornien, mit dem es möglich ist, durch das normalerweise die Planeten überblendende Licht des Sterns zu blicken. Insgesamt hat das seit Juni 2012 laufende Projekt 200 Sterne innerhalb von 150 Lichtjahren rund um unser Sonnensystem zum Ziel.

Galaxy

Sonnennahes Doppelsternsystem aus zwei braunen Zwergen entdeckt

US-Astronomen haben in nur 6,5 Lichtjahren Entfernung zu unserem Sonnensystem ein Doppelsternsystem aus zwei sogenannten Braunen Zwergen entdeckt. Es handelt sich um das uns nahegelegenste Sternensystem, das seit 1916 entdeckt wurde. Jetzt hoffen die Astronomen, um die beiden "verhinderten Sonnen" auch Planeten zu entdecken.
Doppelsternsystem
© NASA/JPL/Gemini Observatory/AURA/NSFDas System "WISE J104915.57-531906". Aufnahme des Gemini Observatory.
University Park (USA) - Wie das Team um Kevin Luhman von der Penn State University aktuell in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal Letters berichtet, handelt es sich bei beiden Sternen um sogenannte Braune Zwerge - also Zwergsterne, die zu klein und massearm sind, als dass sie die Wasserstofffusion zünden könnten. Es handelt sich also vielmehr um zwei Himmelskörper, die eher Gasplaneten wie unserem Jupiter als "Sonnen" gleichen.

Meteor

Weitere urzeitliche Fossilien auf Meteorit Polonnaruwa entdeckt

Bereits im Januar sorgten britische und sri-lankische Astrobiologen für ebensoviel Aufsehen wie Kritik durch die wissenschaftliche Gemeinschaft, als sie in einem Fachartikel behauptet hatten, im Innern eines Meteoriten versteinerte Zellhüllen von Kieselalgen gefunden zu haben, die - da Teil des Meteoriten selbst - somit wahrscheinlich außerirdischen Ursprungs seien (...wir berichteten). Jetzt legt das Team in einem weiteren Artikel nach und erklärt, in Fragmenten des gleichen Meteoriten weitere urzeitliche Fossilien gefunden zu haben.
fossile Urzeitalgen auf Meteor
© Wallis et al., arxiv.org, Journal of Cosmology Britische und skri-lankische Astrobiologen sehen in diesen Strukturen fossile Urzeitalgen.
Cardiff (Wales) - Grundlage der aktuell im unter vielen Wissenschaftlern umstrittenen Fachmagazin Journal of Cosmology und vorab auf "arxiv.org" veröffentlichten Analyse sind erneut Fragmente des von den Forschern als "Polonnaruwa-Meteorit" bezeichneten Gesteins, das am 29. Dezember 2012 nach dem ein auseinanderbrechender Bolide am Himmel über der sri-lankischen Provinz Polonnaruwa beobachtet wurde, in Feldern in der Nähe des Dorfes Araganwila gefunden und den örtlichen Gesundheitsbehörden übergeben wurden. Insgesamt wurden den Wissenschaftlern 628 potentielle Fragmente des auf die Himmelserscheinung zurückgehenden Meteoriten übergeben, von welchen drei tatsächlich als mögliche Meteoriten identifiziert wurden.

Camera

Faszinierende Aufnahmen einer der wohl erstaunlichsten Tierarten

Wenn auch nur wenige Millimeter groß, so gehören die sogenannten Bärtierchen (Tardigrada) dennoch sicherlich zu den erstaunlichsten Tierarten auf der Erde. Ihre extremen Eigenschaften und Widerstandsfähigkeit gegenüber selbst den widrigsten Umweltbedingungen haben ihnen den Ruf als nahezu "außerirdische Erdlinge" eingebracht. Tatsächlich sind die auch als "Wasserbären" bezeichneten Häutungstiere in der Lage, auch im Weltraum zu überleben und hätten beinahe den Marsmond Phobos betreten. Jetzt haben Wissenschaftsfotografen faszinierende Aufnahmen der Tiere mittels Elektronenmikroskop veröffentlicht.
Bärtierchen
© Nicole Ottawa u. Oliver Meckes / Eye of Science / Science Source ImagesKolorierte Elektronenmikroskopaufnahme eines Bärtierchens im Moos. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)
Washington (USA) - Bärtierchen leben weltweit im Meer, Süßwasser oder in feuchten Lebensräumen an Land. Besonders häufig findet man sie dort in Mooskissen. Genau in dieser Umgebung haben Nicole Ottawa und Oliver Meckes auch jene Exemplare fotografiert und die Ergebnisse danach koloriert, die nun die tapsigen Winzlinge in bislang nicht gekannter Detailgenauigkeit zeigen

Radar

Asteroid 2013 ET erfolgreich an Erde vorbeigeflogen

Ein gigantischer Asteroid ist am Samstag um knapp 15:30 Uhr laut den Zeitangaben der östlichen US-Küste (20:30 GMT) mit hoher Geschwindigkeit die Erde vorbei gerast. Das belegen die NASA-Angaben. Der Himmelkörper, der im Durchmesser knapp bis 140 Metern erreicht und der den Namen 2013 ET trägt, wurde von Experten mit einem Wolkenkratzer verglichen. Er raste mit einer Geschwindigkeit von knapp 42.000 km/h in einer Entfernung von 950.000 Kilometer von der Erde.

Das wäre dann um 2,5-mal mehr als der Abstand bis zu Mond, aber laut den Weltraumstandarten gesehen, wäre es relativ nah. Das schrecklichste daran wäre laut den Expertenmeinungen, dass wir nicht genau wissen, von wo genau die Asteroiden hierher fliegen. Soll ein solcher Asteroid gegen die Erde prallen, könnte er vielleicht eine ganze Stadt vernichten.

Bug

Autofahrende Insekten

Per Trackball lenken Mottenmännchen den Roboter zum lockenden Duftsignal

Um zu einem Weibchen zu kommen, fahren Motten-Männchen sogar mit dem Auto: Japanische Forscher haben ein Roboterfahrzeug entwickelt, das über eine Art Trackball von den Insekten gesteuert werden kann. Angelockt durch den Sexual-Lockstoff ihrer Weibchen lenkten die männlichen Seidenspinner den Roboter stets erfolgreich zum Ziel - und glichen selbst künstlich eingebaute Lenkhemmnisse dabei aus, wie die Forscher im Fachmagazin "Bioinspiration and Biomimetics" berichten.

Bild
© Noriyasu AndoDie Motte steuert den Roboter durch Krabbeln auf dem Trackball
Für ihr bizarres Konzept haben die Forscher um Noriyasu Ando von der Universität Tokyo ihre Versuchstiere am Rücken so fixiert, dass die Beinchen der Tiere auf einem beweglichen Styroporball standen. Dieser bildete die Steuereinheit des Robotergefährts. Durch ihre Laufbewegungen konnten die Motten den Ball drehen - und erzeugten so einen ähnlichen Effekt wie bei einem Trackball: Es entstanden Signale, die den Motoren der Räder als Information dienten. Naturgemäß laufen Mottenmännchen zielstrebig in die Richtung, aus der der Duft eines Weibchens zu ihnen dringt. Entsprechend drehten die Füßchen der Insekten nun den Steuerball.

Cardboard Box

Mäuse mit menschlichen Hirnzellen gezüchtet - Die Chimären lernen schneller und sind schlauer

Eingepflanzte Hilfszellen unseres Gehirns verhelfen Mäusen zu geistigen Höhenflügen

Was vor einigen Jahren noch pure Fantasie - und Horrorvorstellung - war, ist jetzt Realität: US-Forscher haben Mäuse gezüchtet, die menschliche Zellen im Gehirn tragen und die deshalb tatsächlich schlauer sind als ihre normalen Artgenossen. Sie lernen schneller und finden problemlos den Weg durch Labyrinthe. Die humanen Zellen hätten die Hirnfunktionen der chimären Mäuse erweitert und die Tiere lernfähiger gemacht, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Cell Stem Cell". In ethischer Hinsicht allerdings ist dieses Experiment ein sehr zweifelhafter Erfolg.
Labormaus
© Rama / CC-by-sa 2.0 frLabormaus: schlauer durch menschliche Zellen
Mäuse, Schafe oder Ratten mit menschlichen Zellen, Geweben und sogar ganzen Organen gibt es in den Labors der Forscher schon längst. Auch geringe Mengen von Gehirnzellen wurden Mäusen schon implantiert, beispielsweise im Rahmen der Parkinson- und Alzheimerforschung. Was aber die Forscher der Universitäten von Rochester und Kalifornien nun gemacht haben, ist Neuland - in neurobiologischer und auch in ethischer Hinsicht. Denn erstmals haben sie gezielt Chimären erzeugt, nicht um eine menschliche Krankheit zu erforschen, sondern um zu testen, ob die Zugabe menschlicher Zellen die Hirnfunktion und geistige Leistungsfähigkeit der Tiere verändert.

Magnify

Bislang unbekannte Lebensform bei Bohrung im antarktischen Wostoksee entdeckt

Nachdem es russischen Wissenschaftlern vor einem Jahr gelungen war, den seit mindestens 500.000 Jahren durch eine kilometerdicke Eisschicht von der Außenwelt isolierten subglazialen antarktischen Wostoksee anzubohren und Wasserproben daraus zu entnehmen, standen bislang Analysen der Proben aus den Tiefen des Sees noch aus. Jetzt haben die Forscher bekanntgegeben, man habe in dem See eine bislang unbekannte Lebensform entdeckt.
Bohrung Wostoksee
© Nicolle Rager-Fuller / US National Science FoundationSchematische Darstellung der Bohrung zum Wostoksee von 2011.
St. Petersburg (Russland) - Wie die Nachrichtenagentur "RIA Novosti" (ria.ru) am gestrigen Donnerstag meldete, habe Sergey Bulat vom Nuklearphysikalischen Institut in St. Petersburg erklärt, man habe sämtliche Möglichkeiten der Kontamination von der Oberfläche ausschließen können, und in einer probe von Wasser, das an der Bohrkrone nach deren Eindringen in den subglazialen See angefroren war, bakterielle DNA gefunden, die sich mit keiner bekannten Gensequenz decke.

Mars

Riesiges von Wasserfluten gegrabenes Kanalsystem auf dem Mars entdeckt

Neue Karten des Untergrunds der Marsoberfläche offenbaren zum ersten Mal gewaltige, heute verschüttete, jedoch vergleichsweise "junge" Kanäle, die einst von gewaltigen Fluten in den Roten Planeten gegraben wurden. Die Entdeckung im Marstal Marte Vallis widerspricht dem sonstigen Bild von einem seit rund 2,5 Milliarden Jahren trockenen und kalten Planeten.
Kanalsystem Mars
© NASA/MOLA Team/SmithsonianDas größtenteils unter "junger" Lava verborgene Kanalsystem Marte Vallis in der Elysium-Region des Mars. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)
Washington (USA) - Wie die Forscher verschiedener NASA-Institutionen um Gareth A. Morgan von der Smithsonian Institution aktuell im Fachmagazin Science berichten, erhoffen sie sich von dem Studium der geologisch noch relativ "jungen" Kanäle in den Ebenen der Marsregion Elysium Planitia neue Erkenntnisse über die jüngste hydrologische Aktivität auf dem Planeten.

Bug

Ameisen kommunizieren auch über akustische Signale

Akustische Signale spielen im Ameisenstaat eine größere Rolle als gedacht

Ameisen sind "redseliger" als bisher gedacht: Selbst die in ihren starren Hüllen eingeschlossenen Ameisenpuppen zirpen laut, um ihren Status zu verkünden und mit den erwachsenen Arbeiterinnen zu kommunizieren. Das haben britische und italienische Forscher festgestellt, als sie die Puppen mittels Mikrophon belauschten. Das Zirpen bringt die Arbeiterinnen unter anderem dazu, die Puppen im Falle einer Gefahr bevorzugt zu retten - noch vor den jüngeren Larven, wie die Forscher im Fachmagazin "Current Biology" berichten. Das zeige, dass akustische Signale im Ameisenstaat eine wichtigere Rolle spielen als bisher gedacht.

Bild
© Gary Alpert / CC-by-sa 3.0Zwei Arbeiterinnen der Myrmica aufgenommen in Massachusetts.
"Das Kommunikationsmittel, das Millionen von Einzeltiere im Ameisenstaat wie ein einziger Superorganismus funktionieren lässt, sind chemische Signale, meist noch ergänzt durch gegenseitiges Betasten", erklären Luca Casacci von der Universität Turin und seine Kollegen. Anhand der Gerüche erkennen sich die Nestgenossen, markieren Wege zu lohnenden Futterquellen und informieren sich über den Zustand des Nests. Die sich von der Larve zum erwachsenen Tier wandelnden Puppen aber sind in einer starren, nahezu undurchlässigen Hülle eingeschlossen. Duftsignale dringen dort kaum hindurch. Wie sie kommunizieren, war daher bisher rätselhaft.