Wissenschaft und TechnologieS


Brick Wall

"Metascreen": Der Tarnmantel der "unsichtbar" macht

Bislang gingen alle Bemühungen zur Herstellung von Materialien, die Gegenstände unsichtbar erscheinen bzw. tarnen können, mit dem Einsatz massiver Apparaturen und Materialien einher. Einem internationalen Wissenschaftlerteam ist nun allerdings die Herstellung einen ultradünnen Materials gelungen, dass schon jetzt dreidimensionale Objekte aus jeglicher Perspektive betrachtet und damit ganz wie ein Tarnmantel, für Mikrowellen "unsichtbar" erscheinen lässt. An der Umsetzung der Technologie auch für andere Bandbreiten - und somit auch im Spektrum des sichtbaren Lichts - arbeiten die Forscher schon jetzt. Harry Potters Zaubermantel sind aber dennoch natürliche Grenzen gesetzt.
unsichtbar
© Institute of PhysicsEin mit einem hauchdünnen "Metaschirm" getarnter Zylinder wird im Mikrowellenspektrum aus allen Blickwinkeln heraus "unsichtbar".
Austin (USA) - Das als "Metascreen" (Metaschirm) bezeichnete Material selbst ist nur wenige Mikrometer dick, berichten die Forscher um Professor Andrea Alu von der University of Texas aktuell im Fachmagazin New Journal of Physics. Es besteht aus 66µm (66 tausendstel Millimeter) dünnem Kupferband auf einem netzartigen 100 µm (0,1 Millimeter) dicken Polykarbonfilm.

In den Versuchen gelang des den Wissenschaftlern, damit einen 18 Zentimeter großen Zylinder vor Mikrowellen abzuschirmen. Zudem zeigen Berechnungen, dass mit dem Material auch asymmetrische Objekte abgeschirmt werden können.

Bulb

Wahrnehmung mittels elektrischer Felder bestätigt: Bienen als erste untersuchte Landspezies mit dieser Fähigkeit

Wissenschaftler der Freien Universität Berlin haben herausgefunden, dass Bienen unterschiedliche elektrische Ladungen auf der Körperoberfläche ihrer Artgenossen wahrnehmen, unterscheiden und ihre Bedeutung erlernen können. Wahrscheinlich nutzen die Tiere diese "Sinnesfähigkeit", um sich zu orientieren und untereinander zu kommunizieren, etwa beim bekannten Schwänzeltanz, mit dem sich die Bienen Richtung und Entfernung einer guten Futterquelle mitteilen.
Biene
© John Sullivan, Public Domain Honigbiene beim Pollensammeln.
Berlin (Deutschland) - Wie das Team um die Neurobiologen Professor Randolf Menzel und Uwe Greggers aktuell im Fachmagazin Proceedings of the Royal Society B berichtet, lädt sich der Körper der Bienen beim Flug durch die Luft und durch Reibung der Tiere aneinander im Stock mit elektrischer Ladung auf. Die Wachsoberfläche ihres Körpers verhindert, dass diese Ladung abfließt, wenn sie landen und in den Stock zurückkehren.

Crusader

Beruhigungsalarm: Keine Eiszeit in Sicht

Katlenburg-Lindau - Der langanhaltende Winter ist kein Vorbote der nächsten Eiszeit. Davon geht der Sonnensystemforscher Werner Curdt aus. Derzeit gebe es zwar eine relativ geringe Sonnenaktivität, die prinzipiell zu einer Abkühlung des Erdklimas führen könne.

«Die aktuelle Wetterlage hierzulande ist allerdings keine Folge geringer Sonnenaktivität, sondern eher eine Eskapade», sagte Curdt der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. In anderen Regionen der Nordhalbkugel, etwa in Sibirien, sei es derzeit wärmer als sonst um diese Jahreszeit.

«Grundsätzlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Erdklima», sagte der Forscher vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau. Daran bestehe in der Wissenschaft kein Zweifel.

Kommentar: Leider glaubt Werner Curdt nur, kann aber ebenso nicht das Gegenteil beweisen. Die Daten sprechen dafür, anhand der kleinen Eiszeit und der damaligen Sonnenaktivität, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist und wir uns auf eine mögliche (kleine) Eiszeit bewegen. Auch bestätigen andere Daten, dass eine Eiszeit sehr schnell hereinbrechen kann.


Jupiter

Pluto hat scheinbar zehn weitere Monde

2015 soll die NASA-Sonde "New Horizons" das System des Zwergplaneten Pluto erreichen und diesen gemeinsam mit seinen bislang fünf bekannten Monden aus bislang unerreichter Nähe erkunden. Während erst im vergangenen Jahr zwei weitere Monde (P4 und P5) entdeckt wurden (...wir berichteten), vermuten Wissenschaftler nun, dass Pluto noch bis zu zehn weitere Kleinmonde haben könnte. Diese und ihre entsprechend ebenfalls noch unbekannten Umlaufbahnen könnten der Sonde in die Quere kommen.
Pluto und Monde
© Scott Kenyon and Ben Bromley Simulation des Pluto-Charon-Systems (Mitte) mit den vier kleinen Monden P5, Nix, P4 und Hydra und weiteren vorhergesagte Kleinmonde (Illu.). (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.
Cambridge (USA) - Anhand neue Computersimulationen kommen Scott Kenyon vom Smithsonian Astrophysical Observatory (SAO) und Ben Bromley of the University of Utah zu der Einschätzung, dass die Sonde zudem einen ebenfalls noch unentdeckten Trümmergürtel zu vermeiden müsste, der aus Material des Kuipergürtels bestehen könnte. Einen Artikel über ihre Berechnungen haben die Forscher vorab auf "arxiv.org" veröffentlicht.

Question

Rätsel um die mythischen Seeungeheuer: DNA-Analyse von Riesenkalmaren offenbart Widerspruch zu wissenschaftlichen Theorien

Anhand von Proben aus 43 Überresten angeschwemmter oder gefangener Exemplare haben Biologen die DNA von Riesenkalmaren (Architeuthis dux) untersucht und miteinander verglichen. Genau wie die scheuen "Tiefseeungeheuer" selbst, so stellt auch ihr genetischer Kode die Wissenschaftler vor ein Rätsel.
Riesenkalmar
© Irken, CC-BY-SA 3.0Riesenkalmar (Illu.)
Kopenhagen (Dänemark) - Die zehnarmigen Riesenkalmare können wahrscheinlich bis zu 15 Meter lang und über 900 Kilogramm schwer werden. Wie das internatonale Team um Tom Gilbert von der Kobenhavns Universitet aktuell im Fachmagazin Proceedings B der britischen Royal Society berichtet, sind alle untersuchten Exemplare - obwohl sie von überall auf der Welt (Australien, Neuseeland, Japan, Spanien, Portugal, USA und Irland) zur Verfügung gestellt wurden, derart eng genetisch miteinander verwandt, dass es sich um eine einzige globale Population zu handeln scheint. Diese Einsicht widerspricht jedoch der Vorstellung von der jeweils regionalen Anpassung weltweit vorkommender Arten. Diese scheint es bei Riesenkalmaren nicht zu geben, da sich offenbare keine Untergruppen in den verschiedenen Meeren etabliert haben.

Comet 2

NASA veröffentlicht Radaraufnahmen vom erdnahen Asteroid "2012 DA14"

Mit der 70-Meter-Antenne des Deep Space Network im kalifornischen Goldstone haben NASA-Astronomen erste Radarbilder des Asteroiden "2012 DA14" aufgenommen, als dieser am vergangenen Freitag die Erde in nur in nur 27.700 Kilometern Höhe passierte (...wir berichteten).
Bild
© NASA/JPL-Caltech Erste Aufnahmeserie des Asteroiden "2012 DA14" bei seiner Erdpassage am 15. Februar 2012.
Pasadena (USA) - Die erste Aufnahmesequenz aus insgesamt 72 Einzelbildern entstand in der Nacht auf den 16. Februar 2013, als sich der Asteroid bereits wieder von der Erde wegbewegte. Die Aufnahmen zeigen den kosmischen Brocken mit einer Auflösung von vier Metern pro Pixel. Auf den Aufnahmen wird auch die Rotationsbewegung des Körpers deutlich.

Beaker

Forscher klonen bizarre, bereits ausgestorbene Froschart

Durch das Implantieren "toter" Zellkerne in Eier lebenden Spezies, ist es australischen Wissenschaftlern gelungen, das Genom einer eigentlich bereits ausgestorbenen australischen Froschart wiederzubeleben und zu reaktivieren. Die Forscher zeigen sich zuversichtlich, mittelfristig auch lebensfähige Exemplare der ausgestorbenen Froschart klonen zu können.
Oralgeburt, Magenbrüterfrosch
© Mike Tyler, University of Adelaide Historische Aufnahme der Oralgeburt eines australischen Magenbrüterfroschs.
Sydney (Australien) - Schon das Brutverhalten der seit 1983 als ausgestorben geltenden zwei Arten der sogenannten Magenbrüterfrösche (Rheobatrachus) war denkbar bizarr: Nachdem das Muttertier die zuvor befruchteten Eier unterschluckte, produzierte der so verschluckte Nachwuchs im ihrem Magen ein die Produktion von Magensäure hemmendes Hormon, um dann nach etwa zwei Monaten in Form von bis zu 25 ausgereiften fertigen Jungfröschen aus dem Maul der Mutter zu schlüpften (s. Abb.).

Music

DNA als Speichermedium: Forscher speichern Shakespeare-Sonette in DNA

Genforscher haben 154 Shakespeare-Sonette sowie Teile der Martin Luther King-Rede "I have a dream" auf DNA gespeichert. Die Daten ließen sich mit absoluter Genauigkeit auslesen. Einziger Nachteil: Noch ist die Methode viel zu teuer.
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© CorbisDNA als Speicher: 100 Millionen Stunden Videodaten passen in eine kleine Teetasse
Im Erbgut sind alle überlebenswichtigen Informationen eines Organismuses gespeichert. Doch der Code des Lebens könnte zukünftig auch ganz andere Daten bereithalten: Wissenschaftler testen DNA-Moleküle, aus denen das Erbgut besteht, als Speichermedium für Bücher und Musik. Zur Probe haben sie verschiedene Dateiformate in DNA geschrieben und ausgelesen, berichten sie im Fachmagazin Nature. Der entscheidende Vorteil des Verfahrens sei die hohe Speicherdichte und große Genauigkeit bei der Entschlüsselung.

Better Earth

Unerwartet: Größtes Ökosystem in Ozeanischer Erdkruste entdeckt - Lebensformen fernab der Sonne

Bei einer Tiefenkernbohrung durch 2,5 Kilometer Ozeantiefe und in hunderte Meter tief gelegenes Sedimentgestein der Ozeanischen Erdkruste vor der Westküste Nordamerikas haben US-amerikanischen und niederländische Wissenschaftler einen bislang unbekannten Lebensraum von Mikroben entdeckt. Fernab von jeglichem Einfluss der Sonne werden diese Mikroorganismen von Energie aus dem Erdinneren selbst versorgt. Auf ähnliche Weise könnte auch Leben auf anderen Planeten und Himmelskörpern entstanden sein.
Basaltprobe aus Erdkruste
© Integrated Ocean Drilling Program/ W. Crawford, http://www-odp.tamu.eduBasaltprobe mit Wasserader aus der Ozeanischen Erdkruste.
Aarhus (Dänemark) - Wie die Forscher um den Mikrobiologen Mark Lever von der Aarhus Universitet und damals Doktoranden an der University of North Carolina aktuell im Fachjournal Science berichten, handele e sich um den ersten Nachweis von Leben tief im Innern der Ozeanischen Erdkruste. "Unsere Entdeckung belegt, dass dieses ausgedehnte Ökosystem hauptsächlich durch Chemosynthese aufrechterhalten wird", so Lever.

2 + 2 = 4

Rückt die Lösung für das Rätsel der kongruenten Zahlen näher?

Das Problem der kongruenten Zahlen ist mehr als tausend Jahre alt. Ein Chinese hat es nun für bestimmte Spezialfälle geknackt. Wird das nächste Millenniumrätsel der Mathematik damit schon bald gelöst?
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© Spiegel Online
Berlin - Es ist das wohl älteste ungelöste Problem der Mathematik: Im Jahr 972 tauchte das Rätsel der sogenannten kongruenten Zahlen erstmals in einem arabischen Manuskript auf. Im Laufe der Jahrhunderte sind Generationen von Mathematikern daran verzweifelt, darunter Genies wie Leonardo Fibonacci und Pierre de Fermat. Nun ist der Chinese Ye Tian der Lösung endlich ein Stück nähergekommen. Im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciencesund auf der Preprint-Plattform arxiv.org berichtet er über die Lösung eines Spezialfalls.