Wissenschaft und TechnologieS


Telescope

Hochauflösende Aufnahme: 9 Milliarden Bildpunkte und 87 Millionen Sterne

Eine Aufnahme mit 9 Milliarden Bildpunkten, die aus Einzelaufzeichnungen der VISTA-Infrarotkamera (VIRCam) am VISTA-Teleskop auf dem Cerro Paranal in Chile aufgenommen wurde, zeigt mindestens zehnmal mehr Sterne als bisherige Studien.
milchstraße, aufnahme
© eso.org
Das Bild wurde gestern in voller Auflösung durch die ESO veröffentlicht. Mittels spezieller Computerprogramme konnten auf den Aufnahmen etwa 84 Millionen Sterne eindeutig identifiziert werden. Hinzu kommen noch 89 Millionen anderer Objekte, die für eine eindeutige Identifizierung allerdings zu schwach sind oder sich zu nahe an vergleichsweise hellen Objekten befinden, so dass sie überstrahlt werden. Zu jedem Stern wurden die Helligkeiten in verschiedenen Spektralbereichen erfasst und in einem Sternenkatalog gespeichert.

VISTA (Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy) ist ein Teleskop der Europäischen Südsternwarte ESO. Sein Primärspiegel hat einen Durchmesser von 4,10 m, das Teleskop ist eine Ritchey-Cretien-Cassegrain-Konstruktion mit einem Öffnungsverhältnis von 1:3,25. Die Kamera enthält eine dreilinsige Korrekturoptik, 16 einzelne, auf etwa -200°C gekühlte Sensoren mit jeweils 2.048 mal 2.048 Pixeln, die auf einer quadratischen Platte angeordnet sind und ein Filterrad in dem fünf verschiedene Breit- und ein Schmalbandfilter untergebracht waren. Damit kann man das Licht in verschiedenen Spektralbereichen des nahen Infrarot erfassen und somit Aussagen über die Spektralklassen der Sterne sowie Gas und Staub in deren Umgebung machen.

Question

Erdbeben in Lorca 2011: Menschen waren Mitverursacher?

Im Jahr 2011 verwüstete ein Beben die spanische Stadt Lorca, neun Menschen starben. Wissenschaftler nehmen an, dass das massenhafte Abpumpen von Grundwasser den Erdstoß mitverursacht hat.
Bild
© ReutersLorca am 11. Mai 2011: Schäden für ein Beben der Stärke 5,1 ungewöhnlich groß
Madrid - Als am 11. Mai die Erde in der Nähe des spanischen Lorca bebte, kamen neun Menschen ums Leben. Für einen Erdstoß der Stärke von 5,1 waren die Auswirkungen ungewöhnlich groß, viele Gebäude in der Stadt wurden stark beschädigt. Dies geht nach Angaben eines internationalen Forscherteams darauf zurück, dass die Erdstöße sich in einer ungewöhnlich geringen Tiefe von nur drei Kilometern ereignet hatten. Normalerweise kämen Erdbeben dieser Stärke in bedeutend größeren Tiefen vor.

Die Forscher um Pablo González von der University of Western Ontario in Kanada berichten im Fachmagazin Nature Geoscience, dass menschliche Aktivitäten wahrscheinlich mitverantwortlich für das Beben waren. Ihren Angaben zufolge ist der Grundwasserspiegel um die Stadt im Südosten Spaniens durch fortlaufendes Abpumpen des Wassers seit 1960 um mindestens 250 Meter gesunken.

HAL9000

Neurologen lesen und sagen Trauminhalte voraus

Japanischen Neurologen ist es mit Hilfe einer Analyse von Hirnscans schlafender Probanden gelungen, auf deren Trauminhalte zu schließen und diese sogar vorherzusagen.
Traum,
© Public DomainSymbolbild: Traum (Holzschnitt aus "The Dream Book", Philadelphia 1835).
Kyoto (Japan) - Wie das Team um Yukiyasu Kamitani von den ATR Computational Neuroscience Laboratories im japanischen Kyoto aktuell im Fachmagazin Nature berichtet, nutzen sie funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) sowie die Elektroenzephalografie (EEG), um die Hirnaktivität schlafender Probanden zu überwachen und aufzuzeichnen.

Bulb

Ein Wal mit einer menschlichen Stimme

Erstmals haben US-amerikanische Verhaltensforscher und Meeresbiologen 30 Jahre alte Aufzeichnungen veröffentlicht, die belegen, dass zumindest ein bestimmter Belugawal in der Lage war, menschliche Stimmen zu imitieren. Die Fähigkeit ist besonders faszinierend, da Wale ihre Laute für gewöhnlich auf gänzlich andere Weise erzeugen wie Menschen.
Belugawal
© nmmf.orgBelugawal Noc
San Diego (USA) - Wie die Forscher um Sam Ridgway of the National Marine Mammal Foundation aktuell im Fachmagazin Current Biology berichten, legt die Entdeckung der Fähigkeit des Wals die Vermutung nahe, dass das Tier seine Stimmmechanik selbstständig stark verändern und anpassen musste, um die menschenähnlichen Laute zu erzeugen.

Folder

Propaganda: Gesellschaft hat Verantwortung für Klimawandel

Bild
© Friedemann Vogel/Getty ImagesFlut in Hamburg im November 2007: Teile des Fischmarktes sind überschwemmt.
Aus Protest gegen Klimaskepsis stieg Hans von Storch aus einer Studie der Technikakademie acatech aus. Im Interview rät er, sich negativen Klimafolgen endlich anzupassen.

ZEIT ONLINE: Die Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) stellt heute in Berlin eine Überblicksstudie zur Anpassung an den Klimawandel vor. Wer sie liest, bekommt den Eindruck, das Problem sei für Deutschland nicht besonders drängend. Gesellschaft und Wirtschaft hätten zunächst kaum etwas zu fürchten, die negativen Auswirkungen der Erderwärmung seien "beherrschbar". Stimmt das?

Hans von Storch: Vermutlich wird man viele nötige Anpassungsmaßnahmen nebenbei erledigen können - aber es gibt schon einige Themen, die eine echte Herausforderung darstellen.

ZEIT ONLINE: Was hat denn Deutschland vom Klimawandel zu erwarten?

von Storch: Zunächst einmal wird es wärmer.

ZEIT ONLINE: Das klingt nicht gerade besorgniserregend.

Kommentar: Der Artikel hat einen merkwürdigen Unterton. Es wird der Gesellschaft unterschwellig die Schuld für einen Wandel in die Schuhe geschoben, für die sie nichts kann.

Die Punkte Verbinden: Erdveränderungen Haben Uns Erfasst
Soziale Harmonie in Zeiten globaler


Coffee

Koffein soll gegen Alzheimer helfen

Coffee
© PreventDisease.com
Die neuen Erkenntnisse untermauern früherer Studien zum Thema Koffeinkonsum und Alzheimer-Risiko. Nun hofft man, dass die Ergebnisse helfen werden neue Medikamente zu entwickeln.

Koffein wirkt vor allem in besonders hoch entwickelten Regionen des Gehirns. Das haben Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich mit Hilfe eines bildgebenden Verfahrens, der Positronenemissionstomographie (PET), nachgewiesen.

Demnach entfaltet Koffein seine anregende Wirkung vor allem im sogenannten Assoziationskortex - einem Bereich der Großhirnrinde, der für komplexe Bewertungsprozesse verantwortlich ist.

Muffin

Geschmackssinne, Wahrnehmung und Biologie

Er ist einer unserer wichtigsten Sinne, er prägt uns schon im Mutterleib und macht jeden von uns einzigartig: der Geschmack. Über ihn nehmen wir wahr, was wir essen und trinken, er warnt uns vor bitteren Giften und verführt zu salzigen oder süßen Naschereien. Aber wie genau entsteht der typische Geschmackseindruck beispielsweise von Schokolade? Und warum schmeckt sie für jeden ein bisschen anders?
Geschmack, Zucker, Kohlenhydrate, Süßigkeiten
© SXCWie funktioniert der Geschmack?
Der Geschmack ist ein sehr alter Sinn, schon vor 500 Millionen Jahren besaß der erste primitive Fisch die ersten Sensoren für chemische Signale seiner Beute. Wie komplex aber das dahinterstehende System ist, das haben Forscher erst in den letzten Jahren herausgefunden. Erst seit dem Jahr 2000 klärt sich nach und nach, welche Rezeptoren und Gene für bitter, salzig, süß, sauer und umami verantwortlich sind. Wie aus den Signalen dieser Rezeptoren die feinen Nuancen eines charakteristischen Aromas im Kopf entstehen, ist selbst heute noch nicht bis ins Letzte aufgeklärt.

Comet 2

Halleyscher Komet bringt Staub und Partikel in die Erdatmosphäre

Ältere Sternfreunde werden sich erinnern, wie man jahrelang der Wiederkehr des Halleyschen Kometen im Jahr 1986 entgegen gefiebert hat.
Halley Comet
Halley Comet
2061 zeigt er sich erneut und wer in den achtziger Jahren als recht junger Mensch den Kometen gesehen hat, darf darauf hoffen, "Two-Timer" zu werden - also jemand, der Halley bei zwei Erscheinungen zu Gesicht bekommt.

Der Himmel hat aber Trost für all jene, die den Kometen noch gar nicht beobachtet haben oder denen jetzt schon klar ist, dass es zum "Two-Timer" nicht reichen wird.

Kommentar: Neue Aspekte zum Schwarzen Tod: Die kosmische Verbindung


Airplane Paper

Reise per Anhalter: Urzeit-Insekt nutzte Fliege als Taxi

Bernstein konservierte einen Springschwanz auf dem Rücken einer Fliege
Bernstein, Urzeit-Insekt
© Dr Dave Penney, The University of ManchesterSpringschwanz auf Eintagsfliege - vor 16 Millionen Jahren in Bernstein konserviert.
Vor etwa 16 Millionen Jahren nutzte ein Springschwanz eine Eintagsfliege als Taxi - kurz bevor beide von klebrigem Baumharz eingeschlossen und so als Bernstein konserviert wurden. Das hat ein britisches Forscherteam entdeckt, als es ein Stück Bernstein aus der Dominikanischen Republik in einem Computertomographen untersuchte. Der Springschwanz, ein kleines, flohähnliches Tier, klammert sich an den Rücken der Fliege, wie die Aufnahmen zeigten. Das sei das erste Mal, dass Springschwänze dabei ertappt wurden, wie sie auf geflügelten Insekten reiten, sagen die Forscher. Es sei aber durchaus möglich, dass es derartige Transporte auch heute noch gibt - sie sind nur noch nie beobachtet worden. Über ihre Arbeit berichten David Penney von der University of Manchester und seine Kollegen im Fachmagazin "PloS one".

Blue Planet

Neue Theorie einer schnellrotierenden jungen Erde soll Rätsel um Mondentstehung auflösen

Während die Theorie, nach der unser Mond durch einen Zusammenstoß eines etwa marsgroßen Himmelskörpers, der als "Theia" bezeichnet wird, mit der noch jungen Erde entstand, als die am meisten anerkannte gilt, konnte sie bislang nicht erklären, warum der Mond nahezu ausschließlich aus erdähnlichem Material und nicht aus einer Vermischung von Einschlagstrümmern aus Erde und Theia oder sogar gänzlich aus Theias Überresten besteht. Neue Computerberechnungen in der die junge Erde deutlich schneller rotiert als bislang gedacht, können das bisherige Dilemma nun lösen. Zugleich wollen Forscher eindeutige Beweise für die Einschlagstheorie im Allgemeinen gefunden haben.
Planten, Kollision
© NASA/JPL-Caltech Kollision zweier protoplanetarer Körper im noch jungen Sonnensystem (Illu.).
Washington (USA) - Untersuchungen von Mondgestein belegen, dass das Verhältnis der Sauerstoff-Isotope von Erde und Mond nahezu identisch sind, während sie sich von jenen in Meteoriten vom Mars oder Asteroiden deutlich unterscheiden. Vor diesem Hintergrund ist auch davon auszugehen, dass sich eigentlich auch Theias Sauerstoff-Isotopenverhältnis von dem der Erde unterscheiden sollte. Spuren davon sind jedoch in Proben vom Mond nicht zu finden. Doch wie erhält man nun einen Mond, dessen Sauerstoff-Isotopen-Zusammensetzung mit jener der Erde übereinstimmt?