Wissenschaft und TechnologieS


Telescope

Neue Studie: Möglicherweise 100.000 Mal mehr sonnenlose Planeten als Sterne

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Stanford/ USA - Ungleich jenen Planeten, die innerhalb eines Planetensystems ein Zentralgestirn umkreisen, gibt es auch Planeten, die ungebunden an einen Stern die Weiten des Alls durchstreifen (...wir berichteten, s. Links). Eine neue Studie von US-Astrophysikern kommt nun zu dem Schluss, dass es in der Milchstraße deutlich mehr dieser "sonnenlosen Planeten" als Sterne geben könnte und diese Anzahl bisherige Schätzungen noch deutlich übersteigt. Sogar Leben halten die Forscher auf diesen "Nomaden-Planeten" für möglich und spekulieren darüber, ob das Leben selbst nicht sogar von diesen Einzelgängern stammt.

Nachdem schon im vergangenen Jahr Astronomen vermutet hatten, dass es in der Milchstraße mehr Einzelgänger-Planeten als Sterne geben könnte, kommen die Wissenschaftler um Louis Strigari und Roger Blandford vom Kavli Institute for Particle Astrophysics and Cosmology (KIPAC), einem gemeinschaftlichen Forschungsinstitut der Stanford University und des SLAC National Accelerator Laboratory in ihrer aktuellen Studie zu der Einschätzung, dass die Anzahl der Planeten die der Sterne in unserer Galaxie sogar um das 100.000-fache übersteigen könnte.

Die Bestätigung dieser Schätzung durch tatsächliche Beobachtungen hätte, so die Forscher, gravierende Auswirkungen auf bisherige Theorie über die Entstehung und Entwicklung von Planeten und "könnte unser Verständnis des Ursprungs und der Fülle des Lebens im Universum verändern".

Fish

Warum Fische bei Gefahr auseinanderstieben

Wird ein Fisch verletzt, flüchten seine Artgenossen blitzschnell. Doch was gibt ihnen das Signal zur Flucht? Forscher haben einen "Schreckstoff" entdeckt.

Wenn ein Fisch verletzt wird, ergreifen seine Artgenossen im Schwarm blitzschnell die Flucht. Forscher postulieren deshalb seit Jahrzehnten die Existenz eines speziellen Signalsystems, mit dem sich die Fische untereinander warnen.

Jetzt konnte ein Team um den Zoologen Suresh Jesuthasan von der National University of Singapore zumindest bei Zebrafischen nachweisen, dass dieser Alarm tatsächlich durch einen sogenannten Schreckstoff ausgelöst wird: Chondroitinsulfat, eine Zuckerverbindung, die sich in größeren Mengen in der Haut der Fische befindet (Current Biology, online) und sich bei Verletzungen offensichtlich im Wasser löst.

Butterfly

Meeresbiologen filmen erstmals seltene Shepherd-Wale

Shepherd-Wal
© Australian Antarctic Division antarctica.gov.au, Mike DoubleErstmals auf Film gebannt: Shepherd-Wale vor Portland.
Kingston/ Australien - Australischen Meeresbiologen ist es erstmals gelungen, eine Schule von seltenen Shepherd-Walen zu filmen. Die erst in den 1930er Jahren anhand eines angeschwemmten Kadavers beschriebenen Wale wurden seither erst drei Mal lebend gesichtet. Erneut bestätigt der Beobachtungserfolg die Grundlage der Kryptozoologie, also jener Forschungsrichtung, die nach von der Wissenschaft noch nicht beschriebenen Tierarten sucht und nach der selbst heute noch große unbekannte Säugetiere zu Lande und Wasser in genügend großer Anzahl existieren können, um eine gesunde Populationen aufrecht zu erhalten.

Insgesamt, so berichteten die Forscher um Michael Double von der Australian Antarctic Division (AAD), seien in der Bass-Straße zwischen Tasmanien und dem australischen Festland 12 Tiere unmittelbar neben ihrem Forschungsschiff aufgetaucht. "Dass die Wale dann auch noch so lange an der Oberfläche geblieben sind, dass wir sie mehre Minuten lang filmen konnten, war einmalig", so Double gegenüber dem australischen Fernsehsender ABC.

Bisherige Informationen über die Tiere beruhen lediglich auf Untersuchungen angeschwemmter Kadaver. Demnach werden die zur Familie der Schnabelwale gehörenden Shepherd-Wale bis zu sieben Meter lang, erreichen ein Gewicht von bis zu 6,5 Tonnen, haben eine lange Schnauze und eine leicht gewölbte Stirn. Ihre Flipper und Finne sind relativ klein. Die Haut der Tiere ist an der Oberseite graubraun und an der Unterseite heller, fast weißlich gefärbt.

Better Earth

Supererde mit viel Wasser

supererde
© Nasa, Esa, D. AguilarDie Supererde GJ1214b umkreist einen roten Zwerg 40 Lichtjahre von der Erde entfernt
Es gibt einen neuen Planetentyp im Himmelszoo. Das Objekt GJ 1214b kannten Astronomen schon länger, doch nun haben sie spektakuläre Details entdeckt.

Den Planeten mit der Bezeichnung GJ 1214b kennen die Astronomen schon länger. Er wurde 2009 im Rahmen des „MEarth Project“ gefunden, bei dem die Himmelsforscher mit erdgebundenen Teleskopen nach Trabanten ferner Sterne suchen. Nachbeobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop ergaben jetzt aber eine Überraschung: GJ 1214b gehört einer neuen Klasse von Exoplaneten an. Vermutlich besteht er zum überwiegenden Teil aus Wasser und wird von einer dichten Atmosphäre umwabert.

Ursprünglich wurde der Trabant als Supererde klassifiziert. So nennen die Himmelsforscher Gesteinsplaneten, die deutlich größer sind als die Erde, aber eine ähnliche chemische Zusammensetzung aufweisen. Solche Schwergewichte lassen sich leichter aufspüren als leichtere und kleinere „echte“ Erdzwillinge. Den vom MEarth Project gewonnen Daten zufolge weist GJ 1214b den 2,7fachen Durchmesser unseres Heimatplaneten auf und ist etwa siebenmal so schwer. Er umkreist einen roten Zwergstern, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Schlangenträger steht.

HAL9000

Neuer Supercomputer "Hermit" ist der schnellste Rechner Deutschlands

schavan
© DPA /Bernd WeißbrotBundesforschungsministerin Anette Schavan steht mitten im Supercomputer
Über eine Billarde Rechenoperationen pro Sekunde - so schnell rechnen kann "Hermit", der neue Supercomputer der Universität Stuttgart. Es ist Deutschlands schnellster Computer und der schnellste zivil genutzte Computer in Europa.

Der schnellste Supercomputer Deutschlands hat in Stuttgart nun offiziell den Betrieb aufgenommen. Das Rechnersystem "Hermit" zählt laut Bundesforschungsministerium mit einer Leistung von mehr als einem Petaflop zu den leistungsfähigsten Supercomputern der Welt. Über eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde - 20.000 mal mehr als ein gewöhnlicher PC - schafft er. "Hermit" soll am Stuttgarter Hochleistungsrechenzentrum unter anderem komplexe Fragestellungen aus den Bereichen Gesundheit, Energie, Umwelt und Mobilität beantworten.

Das Rechnersystem ist das einzige, das auch für die Nutzung in industriellen Produktionsprozessen ausgelegt ist. Als schnellster zivil genutzter Rechner Europas liegt "Hermit" in der Top-500-Liste der weltschnellsten Supercomputer auf Rang zwölf, bei den industriell genutzten Supercomputern sogar weltweit auf Platz eins.

Red Flag

Propaganda: Studie zum Treibhauseffekt Hoffnung für das Klima

klima
© DPA/Christian CharisiusJochen Marotzke berechnete verschiedene Szenarien der Klimaentwicklung
Nach Berechnungen des Deutschen Klimarechenzentrums besteht die Chance, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Dafür sind jedoch größere Anstrengungen nötig.

Deutsche Klimaforscher sehen nach neuesten Modellrechnungen noch Chancen, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt in den nächsten Jahrzehnten auf weniger als zwei Grad Celsius zu begrenzen. "Die Voraussetzung dafür wäre allerdings eine umgehende und drastische Minderung der Kohlendioxidemissionen", erklärten das Deutsche Klimarechenzentrum und das Max-Planck-Institut für Meteorologie am Donnerstag.

Die beiden Institutionen gehören zu dem weltweiten Forschungsnetzwerk, das Modelle und Prognosen für das internationale Weltklima-Forschungsprogramm anfertigt. Ihre Berechnungen werden 2013 in den nächsten Sachstandsbericht des Weltklimarats einfließen. Dessen weithin akzeptierte Expertise bildet die Basis für globale Klimaschutzverhandlungen wie zuletzt in Durban in Südafrika.

Extinguisher

Großtransformator in Flammen

brand
© unbekannt
Wallenhorst. In der Nacht zum Dienstag geriet in der Wallenhorster Umspannanlage an der Wernher-von-Braun-Straße ein Transformator in Brand. Personen wurden nicht verletzt. Die Stromversorgung war nicht unterbrochen. Das meldete die Polizei Bramsche. RWE-Sprecherin Ruth Brand bezifferte den Schaden auf voraussichtlich mehrere 100000 Euro.

Durch einen Lichtbogen hat sich am Dienstag um 1.25 Uhr Transformatorenöl entzündet, das in Trafos zur Isolierung, Kühlung und eigentlich auch zur Funkenlöschung verwendet wird, so die Polizei weiter. Der Grund für den Ausbruch des Feuers wird noch untersucht. Weitere Brandschäden entstanden nicht, das Feuer ist gelöscht. Der in Brand geratene Transformator diente dazu, die elektrische Spannung von 30000 auf 10000 Volt umzuwandeln.

Zunächst hatten die Einsatzkräfte darauf warten müssen, dass der Strom abgeschaltet und der Trafo geerdet wurde. Vorher wäre ein Löscheinsatz jedoch lebensgefährlich gewesen. In den 60 Minuten, bis abgeschaltet war, hatte der komplette Trafo Feuer gefangen. Eine dichte, übel riechende Rauchwolke von verbranntem Trafo-Öl zog Richtung B68.

Magnify

Tiefster Höhlenbewohner der Erde entdeckt

Winziges Insekt lebt 1.980 Meter unter der Erdoberfläche

In einer Höhle im Kaukasus haben Forscher das Tier mit dem tiefsten Lebensraum der Erde entdeckt. Das winzige, flügel- und augenlose Insekt lebt 1.980 Meter unter der Erdoberfläche in völliger Dunkelheit. Entdeckt wurde es, als Höhlenforscher eines internationalen Teams im Sommer 2010 die Voronya-Höhle in Abchasien bis in ihre größte Tiefe von 2.191 Metern untersuchten. Die Höhle, deren Eingang auf einem Bergmassiv liegt, gilt als die einzige Höhle weltweit, die mehr als zwei Kilometer tief ist.
Tiefste Höhle der Welt
© Dennis Provalov

Bei der Expedition entdeckten die Forscher in verschiedenen Abschnitten der Höhle vier neue Arten von Springschwänzen, urtümlichen, flügellosen Insekten, die häufig im Boden aber auch in Höhlen vorkommen. Eine der neuen Arten, Plutomurus ortobalaganensis, habe sich nun als das tiefste jemals entdeckte landlebende Tier erwiesen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Terrestrial Arthropod Reviews.

Bulb

Genom der Denisova-Menschen entschlüsselt

Nur 10 Milligramm fossiles Knochenmaterial genügten den Forschen am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, um das gesamte Genom des vor 30.000 Jahren ausgestorbenen Denisova-Menschen zu entschlüsseln. Möglich machten dies die Entwicklung neuer hochempflindlicher Untersuchungstechniken. Das gesamte Genom ist schon vor der eigentlichen Publikation im Internet veröffentlicht worden.
Denisova-Höhle in Südsibirien
© MPI für evolutionäre AnthropologieIn der Denisova-Höhle (Südsibirien) wurde das Fragment des Fingerknochens gefunden.

Als Denisova-Menschen wird eine Population von Individuen der Gattung Homo bezeichnet, die vor rund 40.000 Jahren im Altai-Gebirge im südlichen Sibirien lebte. Belegt ist die Existenz dieser Population nur durch drei Fossilien: ein Fingerglied eines kleinen Fingers, ein Backenzahn sowie ein Zehenglied vom linken Fuß. Der Fingerknochen wurde 2008 von den Professoren der Russischen Akademie der Wissenschaften, Anatoly Derevianko und Michail Shunkov, während Ausgrabungsarbeiten in der Denisova-Höhle entdeckt. Die Denisova-Höhle ist eine einzigartige archäologische Fundstätte, die wahrscheinlich bereits vor etwa 280.000 Jahren von Menschen bewohnt wurde. Der Fingerknochen, der das untersuchte Material lieferte, wurde in einer Schicht gefunden, die auf ein Alter von 50.000 bis 30.000 Jahre datiert wurde.

Sherlock

Cern: Loses Kabel stellt Physik-Sensation in Frage

Die Meldungen der Forscher am Cern klangen spektakulär: Schneller als das Licht sollten die Neutrinos unterwegs gewesen sein. Einsteins Relativitätstheorie sollten die Messungen außer Kraft setzen. Doch nun müssen sich die Wissenschaftler die Frage gefallen lassen, ob tatsächlich die Physik in ihren Grundfesten - oder nur die Festigkeit einer Kabelverbindung erschüttert wurde.
cern
© AFPEs gibt viele Steckverbindungen an den Computern des Cern. Möglicherweise saß eine nicht richtig.

Albert Einsteins Relativitätstheorie schien außer Kraft gesetzt zu sein. Und mit ihr das Dogma der Physik, wonach sich nichts schneller als das Licht bewegen kann. Entsprechend groß war die Aufregung unter Fachleuten wie Laien, als Elementarteilchenphysiker im vergangenen Herbst von Partikeln berichteten, die überlichtschnell unterwegs sind. Die Physiker hatten Neutrinos - elektrisch neutrale Elementarteilchen, die nahezu ungehindert durch Materie fliegen - vom Europäischen Forschungszentrum Cern bei Genf quer durch die Erdkruste bis nach Italien geschossen.

Dort, unter dem fast 3000 Meter hohen Granitberg Gran Sasso, wurden einige der Partikel in einem empfindlichen Detektor aufgefangen. Als die Physiker die Flugzeit der Neutrinos während der 730 Kilometer langen Wegstrecke präzise vermaßen, stellten sie das Ungeheuerliche fest: Der vom Cern ausgesandte Partikelstrom erreichte den Gran Sasso schneller, als ein Lichtstrahl für diese Strecke bräuchte.