Wissenschaft und TechnologieS


Moon

Neue Hinweise legen nahe: Auf Pluto existiert ein flüssiger Ozean

Bei ihrem Vorbeiflug am Zwergplaneten Pluto lieferte die NASA-Sonde „New Horizons“ vor knapp einem Jahr Hinweise darauf, dass Pluto unter seiner Eiskruste einst einen flüssigen Wasserozean besaß. Eine neue Modellierung der Daten zeigt nun, dass ein solcher Ozean wahrscheinlich sogar heute noch existiert. Das hätte faszinierende Konsequenzen für außerirdisches Leben selbst in den äußersten Regionen unseres Sonnensystems.
pluton
© NASA/John Hopkings/Physics Lab
Providence (USA) - Wie das Team um den Doktoranden Noah Hammond von der Brown University aktuell im Fachjournal Geophysical Research Letters (DOI: 10.1002/2016GL069220) berichtet, sei ein heute noch unter der Eiskruste des Pluto verborgener Ozean das Ergebnis von Modellberechnungen der thermalen Evolution des Zwergplaneten, die jetzt mit den neusten New-Horizons-Daten gefüttert wurde: „Sollte Plutos Ozean vor Jahrmillionen eingefroren sei, so hätte dies dazu geführt, dass der Planet selbst sichtbar geschrumpft wäre. Es gibt aber keinerlei Anzeichen für eine globale Kontraktion auf der Pluto-Oberfläche. Sogar das Gegenteil ist der Fall: New Horizons fand Anzeichen dafür, dass sich Pluto ausgedehnt hat.“

Hammond spricht hierbei von „tektonischen Merkmalen der Pluto-Oberfläche“ und sieht in diesen deutliche Belege dafür, dass es auf Pluto auch heute noch einen unterirdischen flüssigen, jedoch mehr und mehr zufrierenden Ozean gibt.

Für besagte tektonische Ausdehnungsmerkmale sehen die Wissenschaftler kaum alternative Erklärungsansätze als der eines zugefrorenen oder sogar heute noch immer zufrierenden Ozeans.

Cloud Grey

"UFO-Wolken" und eine wissenschaftliche Erklärung

Setzt hier ein UFO in bester Independence-Day-Manier zur Landung an? Ein mysteriöses Schauspiel in Sizilien lässt Alien-Jäger aufhorchen - bis die Wissenschaft das Phänomen entzaubert.
ufo wolke
© Giuseppe Distefano/Etna Walk
Irres Schauspiel: Die UFO-Wolken

Der Vulkan Ätna auf Sizilien hat mit seinen über 3.300 Metern Höhe bereits an sich einen gewaltigen Schauwert. Was die Touristen am 14. Juni zu sehen bekamen, toppt den üblichen Eindruck jedoch noch um Längen: Denn auf der Spitze bildete sich eine mysteriöse Wolkenformation, die an eine fliegende Untertasse erinnert.

Question

Studie: Die Cheops-Pyramide soll schief sein

Wie sich nun herausgestellt hat, wurde die Große Pyramide von Gizeh gar nicht so perfekt gebaut, wie bisher allgemein angenommen wurde.
Cheops
© Nina Aldin Thune, Wikipedia
Mit einer ursprünglichen Höhe von 146,59 Metern galt die Cheops-Pyramide für über 3.800 Jahre als die höchste von Menschen errichtete Struktur auf diesem Planeten. Mit einer weißen Schicht überzogen, bildete ihre Fassade während der Blütezeit des alten Ägyptens sicherlich einen unvergesslichen Anblick. Doch jetzt stellt sich heraus, dass ihr Design für ihr Alter zwar sehr beeindruckend ist, aber ihre Konstruktion nicht ganz perfekt. Eine aktuelle Studie des Ingenieurs Glen Dash und dem Ägyptologen Mark Lehner hat nämlich ergeben, dass die quadratische Basis der Großen Pyramide tatsächlich etwas schief ist, wenn auch nur minimal.

Die Messungen wurden auf Basis einer neuen Analyse gemacht, die auf die Abmessungen beruhen, die die Pyramide tatsächlich hätte, wenn man ihre ursprünglichen Steine der Außenverklei-

dung mit berücksichtigen würde. Das konnten beide Forscher dadurch ermitteln, indem sie eine lineare Regressionsanalyse durchführten - eine statistische Methode, in dem sie die bestehenden Restfragmente der äußeren Steine zu Grunde nahmen, die noch immer die Basis-Plattform-Struktur bilden. Die Ergebnisse zeigten, dass die Basis nicht ganz quadratisch ist und es eine kleine Differenz von 5,55 Zoll (14,1 cm) zwischen der Ost- und Westseite gibt.


Kommentar: Also basiert diese Behauptung auf theoretisch errechneten Werten und nicht auf tatsächlichen Vermessungen.


Sherlock

Extremes Leben von der Erde zurück vom simulierten Mars: 18 Monate außerhalb der ISS

18 Monate waren verschiedene extreme Mikroorganismen außerhalb der Außenwand der Internationalen Raumstation ISS simulierten Marsbedingungen ausgesetzt. Jetzt wurden die irdischen Überlebenskünstler zur Erde zurück gebracht und sollen hier dabei helfen, die Frage zu beantworten, ob es auf dem Mars auch heute noch Leben geben kann.

Bakterium
© Dirk Wagner, GFZDas aus einem sibirischen Permafrostboden isolierte Bakterium Methanosarcina soligelidi SMA-21 ist ein Überlebenskünstler. Aufgrund seines speziellen Stoffwechsels und der hohen Resistenz gegenüber lebensfeindlichen Bedingungen gilt dieser Organismus als ein Modell für mögliches Leben auf dem Mars.
Potsdam (Deutschland) - Wie das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ berichtet, handelt es sich bei den Proben, die im Rahmen des „Biologie und Mars Experiments“ (BIOMEX) untersucht werden unter anderem um Mikroorganismen aus dem sibirischen Permafrost, u.a. um den Mikroorganismus Methanosarcina soligelidi SMA-21 - ein Methan bildendes Archaeum.

Diese wurden von dem Team um Prof. Dirk Wagner vond er GFZ-Sektion Geomikrobiologie in zahlreichen Versuchen unter extremen Umweltbedingungen wie niedrigen Temperaturen, hohen Salzgehalten, Austrocknung und Strahlung ausgesetzt.

Bulb

Doch kein Spatzenhirn: Vögel besitzen deutlich mehr Neuronen als Primaten

Wie kann es sein, dass Vögel trotz ihrer im Vergleich zur Körpergröße kleinen Gehirne teilweise zu komplexen kognitiven Fähigkeiten, wie etwa dem Herstellen und Benutzen von Werkzeugen, komplexer Problemlösungen, das Verstehen von Ursache und Wirkung, dem vorausschauenden Planen und dem Erkennen des eigenen Spiegelbildes, in der Lage sind, wie sie selbst einige Primaten nicht erreichen (siehe: „GreWi Dossier“ unten). Die Antwort auf diese Frage war für die Neuroanatomie bislang ein Rätsel. Jetzt liefert die erste systematische Vermessung der Anzahl der Neuronen im Vogelhirn eine Antwort: Die Federtiere verfügen in ihren vergleichsweise kleinen Gehirnen über deutlich mehr Neuronen als die Gehirne von Säugetieren und selbst von Primaten mit vergleichbarer Masse.

Haussperling Spatz
© Lucas Weitzendorf (Wikimedia Commons), CC BY-SA 3.0Haussperling (Spatz).
Nashville (USA) - Wie die Forscher um Suzana Herculano-Houzel von der Vanderbild University und Pavel Nemec von der Karls Universität in Prag aktuell im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS; DOI: 10.1073/pnas.1517131113) berichten, besitzt etwa der Ara zwar nur ein Gehirn von der Größe einer Walnuss und ein Makake ein Hirn von Zitronengröße, dennoch besitzen Aras in ihrem für intelligentes Verhalten verantwortlichen Vorderhirn mehr Neuronen - also Nervenzellen - als Makaken.

Dieses Verhältnis fanden die Forscher aber nicht nur bei den für ihre komplexen kognitiven Fähigkeiten bekannten Papageien- und Krähenvögel, sondern auch schon in den Hirnen von Zebrafinken bis hinauf zum fasst zwei Meter großen Emu.

Fireball

Asteroid begleitet Erde seit hundert Jahren und wurde erst jetzt entdeckt

Seit Jahrzehnten begleitet ein kleiner Asteroid die Erde auf ihrem Weg um die Sonne. Aufgefallen ist der 70 Meter große Brocken niemandem - bis jetzt.
2016 ho2 asteroid
© Nasa/JPL
Astronomen haben einen kleinen Asteroiden entdeckt, der die Erde auf ihrem Weg um die Sonne begleitet. Der Himmelskörper von etwa 40 bis 100 Meter Durchmesser kreise dabei immer wieder um die Erdkugel. Die Forscher der US-Raumfahrtbehörde Nasa gehen davon aus, dass der Mini-Asteroid namens 2016 HO3 die Erde bereits seit hundert Jahren begleitet und auch noch in mehreren Jahrhunderten um sie kreisen wird.

Entdeckt wurde der Asteroid Ende April mit dem Pan-Starrs 1 Teleskop der Universität Hawaii im Nationalpark Haleakala. "Da sich 2016 HO3 um unseren Planeten bewegt und sich auf dem Weg um die Sonne nie sehr weit entfernt, sprechen wir von einem Quasi-Satelliten", sagt Paul Chodas vom Nasa-Beobachtungsprogramm für erdnahe Objekte (Near Earth Objects, NEO).

Tanz im All

Der Orbit des Asteroiden verändert sich über mehrere Jahrzehnte immer wieder leicht. "Der Kreis um die Erde verschiebt sich von Jahr zu Jahr etwas nach vorn oder nach hinten", erklärt Chodas. Sobald sich der Asteroid jedoch zu weit von der Erde entfernt, holt sie ihn wieder zu sich ran. So wird der Gesteinsbrocken durch die Erdanziehungskraft in seiner Bahn gehalten.

Kommentar: Der Asteroid ist nicht riesig, was natürlich eine Entdeckung erschwert, dennoch zeigt es die typischen Grenzen auf, dass viele Himmelskörper einfach nicht leicht zu entdecken sind, wie es die Vergangeheit wiederholt zeigte:


Beaker

RNA von Durchfallerregern entschlüsselt - Bakterien können sich erst ab einer bestimmten Temperatur verbreiten

Darmbakterien erkennen ihren Wirt an der Körpertemperatur
Labor, Forschung
© mmphoto/fotolia.comBakterien der Gattung Yersinia lösen beim Menschen unter anderem Entzündungen der Darmwand und schwere Durchfallerkrankungen aus. Erst ab einer bestimmten Temperatur können sich die Bakterien im Wirt ausbreiten und eine Erkrankung auslösen.

Bakterien nehmen die Umgebungstemperatur mit besonderen RNA-Strukuren wahr. In der Vergangenheit war es äußerst mühsam, sie in den Zellen aufzuspüren. Doch jetzt gibt es ein neues Verfahren.

Kommentar: Hier könnte die Kälte-Adaption (bspw. in Form von kalten Duschen) sehr hilfreich sein: Da Bakterien und andere Pathogene ein bestimmtes Mileu brauchen, um sich ausbreiten zu können, und kaltes Duschen über längere Zeit u.a. positive Auswirkungen auf die Körpertemperatur hat:
Studien haben gezeigt, dass „stress-induzierende nichtinfektiöse Stimuli“ wie wiederholtes Eintauchen in kaltes Wasser die Zahl der weißen Blutkörper erhöht. Diese Jungs bekämpfen Bakterien, Viren und Pathogene und es ist daher nicht die schlechteste Idee, sie am Start zu haben. Des Weiteren erhöhen kalte Duschen die Blutzirkulation und fördern damit die Gesundheit des Kreislaufsystems und generell besseres Leistungsvermögen.
Wichtige Gründe, warum Sie unbedingt kalt duschen sollten


Chalkboard

EmDrive doch keine Fantasie: Erzeugung von Schub möglich, ohne der bekannten Physik zu widersprechen

Helsinki (Finnland) - Beim sogenannten EmDrive handelt es sich um ein Antriebskonzept, das elektrische Energie mittels Mikrowellen in Schubkraft umwandeln soll - ohne dabei jedoch klassische Treibmittel zu benötigen. Während ein solches Prinzip eigentlich dem Impulserhaltungssatz zu widersprechen scheint und deshalb von vielen Wissenschaftlern nicht ernst genommen wird, präsentieren nun finnische Physiker nun eine Theorie, laut welcher der EmDrive zwar funktioniert, der Antrieb aber deshalb dennoch nicht dem Impulserhaltungssatz widersprechen muss.
Prototyp des EmDrive
© Roger Shawyer, emdrive.comEin Prototyp des EmDrive von 2007.
Wie das Team um Patrick Grahn und Arto Anilla von der Universität Helsinki aktuell im Fachjournal AIP Advances (DOI: 10.1063/1.4953807) berichten, könnte es sich bei den bislang gemessenen Schüben um den Effekt von Lichtteilchen, sogenannten Photonen handeln, die sich mit anderen phasenverschobenen Photonen zusammenfinden, um so dem Metallzylinder des EmDrives zu entkommen - und dabei dann den Schub der Einheit generieren.

Sherlock

Riesige Säbelzahnkatzenspuren in Argentinien entdeckt

Archäologen haben in Argentinien erstmals Pfotenabdrücke einer Säbelzahnkatzen-Art entdeckt.

Abdruck
© Daniel Boh/Museo Municipal de Miramar
Wahrscheinlich handelte es sich um einen Smilodon populator, dem größten Vertreter der Spezies Smilodeon, zu dem die Säbelzahnkatzen gehören. Vermutlich hatte er vor rund 50.000 Jahren einen »Spaziergang« in der argentinischen Region von Punta Hermengo gemacht und dabei seine Spuren im damals weichen Schlamm verewigt. Eines der Pfotenabdrücke misst 17,6 Zentimeter in der Länge und 19,1 Zentimeter in der Breite, was eine Vorstellung davon gibt, wie riesig diese Tiere waren. Nur zum Vergleich, heute lebende Königstiger haben um die 20 Prozent kleinere Pfoten.

Smilodon populator lebte während des sogenannten Lujanian (spätes Pleistozän bis frühes Holozän), dem Zeitalter südamerikanischer Landsäugetiere, bis er vor rund 12.000 Jahren ausstarb.

Black Cat 2

Katzen haben instinktives Verständnis für physikalische Grundprinzipien

Experiment belegt instinktives Verständnis von Ursache und Wirkung
Katze
© Julija/ thinkstockKatzen verraten ihr Erstaunen durch längeres Hinschauen, wenn etwas scheinbar Unmögliches passiert.
Der Blick verrät es: Wenn Katzen etwas physikalisch Unmögliches beobachten, stutzen sie und schauen länger hin. Dies zeigt, dass sie bestimmte Erwartungen darüber haben, was in der realen Welt vorkommen kann und was nicht, wie ein Experiment belegt. Instinktiv begreifen die Samtpfoten demnach, dass beispielsweise aus einem leeren Behälter kein Objekt herausfallen kann und dass ein klappernder Behälter wahrscheinlich gefüllt ist.

Kommentar: