Wissenschaft und TechnologieS


Bizarro Earth

Forscher finden Antwort: Diamantenstaub löst Rätsel um Kontintentaldrift

Einschlüsse in Diamanten
© Stephen H. Richardson/University of Cape TownEinschlüsse in Diamanten aus den Tiefen der Erde geben Aufschluss über den Beginn der Plattentektonik.

Vulkanausbrüche und Erdbeben sind untrügliche Zeichen dafür, dass unsere Erde sich in ständiger Aktivität befindet. Forscher konnten nun mithilfe von Diamanten bestimmen, wann sich die Kontinente zum ersten Mal in Bewegung setzten.

Die feste Kruste der Erde ist in ständiger Bewegung: An den mittelozeanischen Rücken quillt Magma aus der Tiefe auf und bildet neues Krustenmaterial. An den Rändern der Meere kollidiert die ozeanische Kruste mit den Kontinentalplatten und wird in die Tiefe des Erdmantels gedrückt. Dort schmilzt das Gestein wieder auf und steht nun erneut als Baumaterial für neue Kruste zur Verfügung.

Dieser sogenannte Wilson-Zyklus bildet die Basis der Plattentektonik und aller damit verknüpften Phänomene. „Der Wilson-Zyklus ist verantwortlich für das Wachstum der kontinentalen Erdkruste, das Öffnen und Schließen von Meeresbecken, das Wachstum von Gebirgen sowie die Verteilung von Erzen und anderen Materialien in der Erdkruste“, sagt Steven Shirey von der Carnegie Institution in Washington. Wann sich dieser Zyklus jedoch erstmals in Bewegung setzte, sei bisher unklar gewesen.

Telescope

Seltsamer Gasring umgibt Zentrum der Milchstraße

Um das Zentrum unserer Galaxie schlängelt sich eine Acht: Der Ring aus kaltem Gas ist seltsam verformt. Entdeckt haben ihn Astronomen auf Bildern des europäischen Weltraumteleskops "Herschel". Wie die Formation entstanden ist, können sie nicht genau erklären.
universum
© ESA/ NASA/ JPL-CaltechKosmische Acht: "Aufregendes Rätsel direkt im Zentrum unserer eigenen Galaxie"

Hamburg - Im Herzen der Milchstraße haben Astronomen einen gut 300 Lichtjahre großen, verformten Ring aus dichtem Gas mit niedriger Temperatur entdeckt. Er zieht sich um das Zentrum unserer Galaxie wie die liegende Acht eines Unendlichkeits-Symbols. Diese Form habe sie überrascht, sagen die Forscher des internationalen Teams. Zwar seien auch aus anderen Galaxien Ringe bekannt, aber die seltsam verdrehte Struktur sei etwas Neues. "Wir haben damit ein neues und aufregendes Rätsel vor uns, direkt im Zentrum unserer eigenen Galaxie", sagt Teamleiter Sergio Molinari vom Institut für Weltraumphysik in Rom.

Bug

Evoluton: Parasiten sorgen für mehr Sex

Sex - Mann & Frau
© colourbox.comIst das Wettrüsten mit Parasiten für die sexuelle Fortpflanzung verantwortlich?

Es scheint so, als müssten wir den Parasiten dankbar sein. Denn ohne sie hätte sich wohl der Sex nicht so stark verbreitet, vermuten Wissenschaftler. Eine neue Studie liefert Belege für diese Hypothese.

Eigentlich macht sexuelle Fortpflanzung wenig Sinn. Zumindest vom evolutionären Standpunkt aus gesehen. Sie erfordert weit mehr Energie als die Jungfernzeugung. Männer etwa sind biologisch betrachtet reiner Luxus, da sie selbst direkt keine Nachkommen produzieren können. Das bedeutet, die Anzahl der Nachkommen wird nicht so hoch sein, wie er durch die ungeschlechtliche Fortpflanzung wäre.

Doch natürlich ist das nur die eine Seite der Medaille. Denn durch die Jungfernzeugung wird nur die Erbinformation der Mutter an die Nachkommen weitergegeben, sie bleibt also weitgehend gleich. Die geschlechtliche Fortpflanzung erlaubt jedoch eine Vermischung und neue Kombinationen der Gene. Das kann erhebliche Vorteile haben - wie etwa bei der Abwehr von Parasiten.

Sun

Sonnenaktivität nimmt zu

Sonnenscheibe
© SDO/HMIPortraitfoto der "Sonnenscheibe" am 19. Juli 2011. Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.

Washington/ USA - Sonnenforscher beobachten aktuell eine stets zunehmende Anzahl von Sonnenflecken. Diese könnten ein Hinweis darauf sein, dass die bisherige Ruhephase der Sonne unterbrochen oder sogar beendet ist.

Aktuell sind sieben unterschiedliche Sonnenflecken auf der "Sonnenscheibe" zu erkennen. Zudem klafft in der Sonne ein gewaltiges koronales Loch aus dem starke Sonnenwinde derzeit in Richtung Erde wehen.
Koronales Loch
© SDO/AIAKoronales Loch am 19. Juli 2011

Während zahlreiche Wissenschaftler mit einem Anstieg der Sonnenaktivität zwischen 2011 und 2013 rechneten, war in den vergangenen Monaten und Wochen eine auffallend ruhige Sonne zu beobachten, wie sie schon zu Spekulationen darüber führte, ob die solare Aktivität in ein möglicherweise sogar mehrere Jahrzehnte andauerndes Minimum eintreten könnte (...wir berichteten, s Link).

Telescope

Was aktiviert supermassereiche schwarze Löcher?

Garching/ Deutschland - Die Ergebnisse einer neuen Studie werfen ein neues Licht auf die Aktivität der massereichen Schwarzen Löcher in den Zentren von Galaxien während der letzten 11 Milliarden Jahre und offenbart eine wissenschaftliche Überraschung: Kollisionen von Galaxien, wie bislang angenommen, sind nicht die Ursache für die Aktivierung der kosmischem Monster - auch nicht im Gedränge des frühen Universums.
Lichtschwache Galaxien
© CFHT/IAP/Terapix/CNRS/ESOBlick in das COSMOS-Feld mit zahlreichen lichtschwachen Galaxien.

"Im Herzen der meisten, wenn nicht sogar aller großen Galaxien lauert ein supermassereiches Schwarzes Loch mit einer Masse, die Millionen oder sogar Milliarden Mal größer ist als die unserer Sonne", erläutert die Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte (ESO.org). "Bei vielen Galaxien, auch bei unserer Milchstraße, ist das Schwarze Loch in einem ruhigen Zustand. In anderen Fällen, die im frühen Universum besonders häufig auftreten, verschlingt das 'Monster' im Zentrum der Galaxie größere Mengen Materie, welche dann beim Sturz in das Schwarze Loch intensive Strahlung aussendet. So wird aus einem Schwarzen Loch ein so genannter aktiver Galaxienkern (englisch Active Galactic Nucleus, abgekürzt AGN)."

Telescope

Pluto überrascht mit einem vierten Mond

P4 dürfte ebenso wie Charon, Nix und Hydra der Überrest einer Kollision in uralter Vergangenheit sein
Plutos vier Monde
© NASA,ESA, M. Showalter (SETI-Institute)"Hubble" lieferte einen neuen Einblick ins Pluto-System - so mancher große Planet könnte auf die Anzahl der Monde neidisch werden.

Washington - Er ist zwar seit einigen Jahren kein Planet mehr, aber mit Monden scheint Pluto recht großzügig versorgt. Seit langem bekannt ist Charon - mit etwa 1.000 bis 1.200 Kilometern Durchmesser immerhin mehr als halb so groß wie der Zwergplanet selbst. Und das ist nur der innerste Mond, wie man seit 2005 weiß: Damals erspähte das Hubble-Teleskop zwei kleine Monde, die später Nix und Hydra getauft wurden. Ihr Durchmesser lässt sich nur schätzen und liegt irgendwo zwischen 46 bis 137 Kilometern (Nix) und 61 bis 167 Kilometern (Hydra). Was allerdings immer noch größer ist als die beiden Marsmonde Phobos und Deimos - und der Mars ist schließlich ein richtiger Planet.

Mr. Potato

High-Tech-Kuscheltier für Demenzkranke entwickelt

Eine plüschige High-Tech-Robbe soll demenzkranken Patienten helfen.
robbe,demenz
© Helen Neafsey / Greenwich Time

Dr. Takanori Shibata, Roboterforscher am Nationalen Institut für Industrie und Technologie in Japan gegenüber dem Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“: „Wir haben beobachtet, dass es das Gehirn stimuliert, wenn die Robbe fiept, den Kopf dreht oder blinzelt”, sagt Takanori. Auf den Roboter ist er gekommen, weil viele Patienten Angst vor lebendigen Tieren haben, unruhige Demenzkranke für Hunde oder Katzen aber auch großen Stress bedeuten können. „Wir haben auch eine Katze getestet”, erklärt er. „Das Problem: Die Leute haben dann zu hohe Erwartungen an den Roboter, weil ihnen die Katze als Haustier vertraut ist.”

Telescope

Braune Zwerge: Zwei neue kosmische Nachbarn der Sonne entdeckt

Potsdam/ Deutschland - Astronomen des "Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam" (AIP) haben zwei bislang verborgene kosmische Nachbarn der Sonne entdeckt: Die beiden braunen Zwergsterne befinden sich nur 15 und 18 Lichtjahre von unserem Zentralgestirn entfernt.
Braune Zwerge
© AIP,NASA/IPAC Infrared Science ArchiveFalschfarben-Bilder der beiden neu entdeckten braunen Zwerge WISE J0254+0223 und WISE J1741+2553 (aus drei Aufnahmen des Wide-field Infrared Survey Explorer (WISE) mit verschiedenen Filtern im Infrarotlicht).

Wie die AIP-Pressemitteilung vergleichend erläutert, befindet sich der sonnennächste Stern, Proxima, etwas mehr als vier Lichtjahre von der Sonne entfernt, während die beiden nächsten bekannten braunen Zwerge, Epsilon Indi Ba und Bb, die vor wenigen Jahren ebenfalls am AIP aufgespürt wurden, etwas weniger als 12 Lichtjahre entfernt sind.

Für ihre Entdeckung nutzten Ralf-Dieter Scholz und seine Kollegen vom AIP die erst kürzlich veröffentlichten Daten des NASA-Satelliten WISE (Wide-field Infrared Survey Explorer). Die beiden neuen Nachbarn der Sonne, mit den Namen "WISE J0254+0223" und "WISE J1741+2553", fielen durch den extremen Kontrast zwischen ihrer starken Helligkeit im Infrarotlicht und ihrer kaum noch sichtbaren Erscheinung im optischen Licht auf.

Question

Orang-Pendek: Expedition sucht erneut nach Sumatras kleinem Yeti

Orang-Pendek
© CFZ.org.ukZeichnerische Darstellung des Orang-Pendek basierend auf Zeugenaussagen
London/ England - Seit dem Frühjahr planen Mitglieder des "Center for Fortean Zoology" (CFZ.org.uk) eine erneute Expedition nach Sumatra, um in den dortigen Regenwäldern nach Beweisen für die Existenz des sogenannten Orang-Pendek, einer bislang noch unbekannten und aufrecht gehenden Primatenart, zu suchen. 2009 waren die Forscher zuletzt vor Ort und es gelang Mitgliedern des Teams sogar, den "kleinen Yeti Sumatras" mit eigenen Augen zu sehen und Gewebeproben des Kryptiden zu nehmen (...wir berichteten, s. Links.). Jetzt hat das CFZ weitere Details über die bevorstehende Expedition bekannt gegeben.

Wie der zoologische Direktor des CFZ Richard Freeman im CFZ-Blog "Still On Track" (forteanzoology.blogspot.com) berichtet, soll die mittlerweile vierte Orang-Pendek-Expedition am 12. September 2011 zur indonesischen Insel Sumatra aufbrechen.

Saturn

Hat Asteroid Vesta einen Mond?

Ida Dactyl
© Galileo Project, JPL, NASAGalileo-Aufnahme des Asteroiden Ida und seines Mondes Dactyl
Pasadena/ USA - Während sich die NASA-Sonde "Dawn" einem ihrer Missionsziele, dem Asteroiden Vesta, nähert, rätseln Astronomen darüber, ob auch der kosmische Felsbrocken einen Mond besitzt. Dieser könnte den Wissenschaftlern zusätzliche Informationen über den Asteroiden liefern.

Ab dem 9. Juli soll die Sonde in eine Umlaufbahn um Vesta einschwenken und den Asteroiden am dem 16. Juli ein Jahr lang umkreisen, bevor sie zum Asteroiden Ceres reisen wird, den sie 2015 erreichen und erforschen soll.