Angestellte der Großbank Bank of America (BoA) erklärten in eidesstattlichen Versicherungen vor Gericht, sie seien aufgefordert worden, Kunden zu belügen, und hätten für Zwangsvollstreckungen bei Immobilien sogar Belohnungen erhalten. Diese neuen Dokumente, die als Beweise in einer Sammelklage vorgelegt wurden, enthalten zahlreiche schwerwiegende Beschuldigungen und zeichnen ein düsteres Bild der früheren Praxis der Bank im Zusammenhang mit Zwangsvollstreckungen.

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In ihren Aussagen, die Journalisten der gemeinnützigen Internetplattform für investigativen Journalismus ProPublica vorliegen, heißt es, Abteilungsleiter verschiedenster, über das ganze Land verteilter Zweigstellen der Bank hätten ihre Untergebenen gedrängt, routinemäßig Änderungsanträge für Kredite ohne Begründung abzulehnen. Manchmal seien sie aufgefordert worden, den Kunden gegenüber, denen der Verlust ihres Wohneigentums drohte, Ausflüchte zu suchen. In einer Aussage erklärt ein früherer Sachbearbeiter, er sei einmal angewiesen worden, mehr als 1500 Änderungsanträge ohne nähere Begründung abzulehnen. »Um die Ablehnungen zu begründen, erfanden die Mitarbeiter fiktive Gründe. So wurde z.B. behauptet, der Eigentümer habe ein erforderliches Dokument nicht vorgelegt, obwohl dies nicht stimmte«, schreibt William Wilson jun., ein ehemaliger BoA-Antragsprüfer, in seiner Stellungnahme.
An anderer Stelle bemerkt er, er sei angewiesen worden, Anträge für das von US-Präsident Obama aufgelegte Home Affordable Modification Program, mit dem unter der Belastung von Hypotheken leidende amerikanische Immobilienbesitzer unterstützt werden sollten, die mehr als 60 Tage zurückreichten, abzulehnen, obwohl »die Eigentümer alle erforderlichen Finanzdokumente eingereicht hatten und der Antrag auch sonst den Erfordernissen der vorgeschriebenen dreimonatigen Versuchsphase vor der endgültigen Zustimmung des Gläubigers entsprach«.