Das Volk der Toraja lebt im Süden der indonesischen Insel Sulawesi und feiert jährlich ein sehr ungewöhnliches Ritual: Die Leichen ihrer Verwandten werden aus den Gräbern geholt und in ihrem Heimatdorf bis zu dem Ort getragen, an dem sie gestorben sind.

© Agung Parameswara
Das Bergvolk der Torajaner hat einen besonderen Glauben an das Leben nach dem Tod und für sie ist der Übergang von der Welt der Lebenden in das Jenseits, dem »Puya«, ein langwieriger Prozess, der bestimmten Regeln unterliegt. So wird der Körper der Verstorbenen nach ihrem Ableben zunächst einmal gereinigt und mit traditionellen Kräutern (oder auch Formaldehyd) einbalsamiert, um den Leichnam zu konservieren. So präpariert, werden sie anschließend vorerst im eigenen Haus oder in dem seiner Verwandten bis zu mehrere Monate aufbewahrt.
Denn nach dem Glauben der Torajaner muss die gesamte Familie bei der Beerdigung anwesend sein und je nachdem wo sie wohnen, von dem Todesfall erfahren und anreisen können, kann es mitunter sehr lange dauern. Während dieser Zeit wird der Verstorbene weiterhin so behandelt, als wenn er noch am Leben wäre und als ganz normales Familienmitglied angesehen.
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