Das Kind der GesellschaftS


War Whore

Gaddafi: Welches Szenario ist wahr?

UNO fordert Aufklärung

Tripolis - Es sind Bilder, die aufwühlen, schockieren: Blutend, Entsetzen und Fassungslosigkeit in den Augen, wird Muammar al-Gaddafi von Rebellen-Kämpfern hin- und hergezerrt.
gaddaffi
© imagoWie bei einer Jagdtrophäe lassen sich Rebellen mit Gaddafis Leiche fotografieren. Mehrere drehen mit ihren Handys Videos von der Szene, die später im Internet auftauchen.

Verwackelte Aufnahmen zeigen offenbar die letzten Momente im Leben des grausamen Diktators. Er stolpert, wird zu Boden gerissen, Schüsse peitschen - dann plötzlich wird sein lebloser Körper durch den Wüstensand geschleift.

Wütende Kämpfer schlagen auf die Leiche ein. Ein elendes Ende. Das inzwischen der Welt Rätsel aufgibt. Die Frage, die sogar bei den UN für Aufregung sorgt: Starb Gaddafi im Kreuzfeuer zwischen seinen Soldaten und Rebellen? Oder wurde er von Letzteren schlicht gelyncht?

„Wir wissen nicht, wie er gestorben ist. Dazu muss es eine Untersuchung geben“, fordert UN-Menschenrechtskommissar Rupert Colville. Aber: Libyens Übergangsrat verweigert eine Obduktion der Leiche. Und immer wildere Spekulationen sorgen für Wirbel.

Star of David

Demonstration? Israelische Araber fordern weitere Entführungen von Soldaten

Netanja - Israelische Araber haben am Donnerstag vor einem Gefängnis bei Netanja die Entführung israelischer Soldaten gefordert. Diese sollten gegen weitere arabische Häftlinge ausgetauscht werden, verlangten die Demonstranten.

Wie das Nachrichtenportal "Arutz Scheva" meldet, wurde die Kundgebung außerhalb des Scharon-Gefängnisses abgehalten. Dutzende Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft nahmen daran teil, viele schwenkten palästinensische Fahnen. Zwölf Menschen wurden festgenommen, weil sie sich weigerten, den Ort zu verlassen.

Der Knessetabgeordnete David Rotem (Israel Beiteinu) kritisierte die Protestkundgebung. Er sagte, den Teilnehmern müsse die israelische Staatsbürgerschaft aberkannt werden. "Die Aufrufe, Soldaten zu entführen, betonen einmal mehr, dass wir Staatsbürgerschaft mit Loyalität verknüpfen müssen. Diese Anstifter sind es nicht wert, ein Teil der israelischen Gesellschaft zu sein."

Dollar

Korruption bei Media Saturn: Manager suspendiert

Ingolstadt - Deutschlands größter Elektronikhändler Media Saturn hat im Zuge der Korruptionsaffäre einen führenden Manager suspendiert. Der Mann steht im Verdacht, von Schmiergeldzahlungen gewusst zu haben. Ein Sprecher des Metro-Konzerns bestätigte den Vorgang. Der Handelsriese steht bereits seit einigen Tagen unter Druck. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, weil Schmiergelder in Millionenhöhe geflossen sein sollen. Ende vergangener Woche wurden ein Media-Saturn-Manager zusammen mit seiner Ehefrau und drei Geschäftspartnern wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Korruption verhaftet. Er soll laut Staatsanwaltschaft Augsburg für den Vertrieb von DSL-Verträgen in Media-Märkten 3,5 Millionen Euro kassiert haben.

Pistol

Ein schwarzer Tag für die Menschenrechte

Muammar al-Gaddafi, Jahrzehnte lang Despot und Tyrann Libyens, ist tot. Er wurde gejagt wie ein Tier und kaltblütig mit der freundlichen Unterstützung der Nato ermordet von Rebellen. Ganz Libyen jubelt und es mehren sich die Stimmen der Diplomaten und Politiker, die die Rebellen beglückwünschen und sich über den Tod Gaddafis freuen. Allen voran paradoxerweise Nicolas Sarkozy, von dem Gaddafi einst noch mit Pomp in Frankreich empfangen wurde.

Dabei sollten gerade Politiker kritisieren, dass hier gegen Menschenrechte verstoßen wurde, dass ein Mensch, sei er ein noch so kaltblütiger Tyrann, nicht einfach erschossen, sondern vor ein Gericht gestellt werden sollte. Eine Ermordung gutzuheißen ist pietätlos und zynisch, denn die Menschenrechte gelten für jeden. Aber bei einer Person wie Gaddafi darf eine Ausnahme gemacht werden? Falls das die Wertvorstellung der heutigen Zeit ist, treten wir die Menschenrechte mit Füßen und machen sie obsolet. Es sollte niemals rechtens sein, gegen Menschenrechte zu verstoßen, nur um einen Mann zu töten, der ebenfalls gegen Menschenrechte verstoßen hat.

Der Nato-Einsatz in Libyen hat vielen Unschuldigen das Leben und überdies eine Menge Geld gekostet. Und das nur, damit ein Mann von Rebellen, deren Führungsfähigkeiten fraglich sind, im Namen der Menschenrechte abgeschlachtet werden konnte? Wer versichert uns denn, dass es dem Land nun besser gehen und keine Anarchie ausbrechen wird? Gut möglich, dass der Status Quo in einen Bürgerkrieg münden und Libyen sogar instabiler, unfreier wird; der Westen hätte dies forciert.

Magnify

Sensationslust? Gaddafi und die "Würde" eines Screenshots

Verschiedene Antworten auf die Frage, ob das Gaddafi-Bild auf der Titelseite des Standard gerechtfertigt war

Hat der Standard, indem er das Bild des toten Diktators auf der Titelseite brachte, gegen Grundsätze des Qualitätsjournalismus verstoßen? Ein Querschnitt durch Antworten anderer Medien auf die Frage, ob man das Bild des Ex-Diktators auf die Titelseite heben soll.
gadaffi
© New York TimesCover-Stategie der NYT, exemplarisch für seriöse US-Blätter

Aus einem Kommentar von Südwestfunk-Medienredakteur Josef Karcher:

Der Tod eines Diktators ist ein welthistorisches Ereignis. Dieses mit einem authentischen Bild zu dokumentieren, ist gerechtfertigt. Ein Foto des toten Gaddafi wird damit zum Beweismittel für die Öffentlichkeit: So ist er gestorben, er wollte es so, so enden Gewaltherrscher. Keine Frage, die Bilder sind schrecklich, aber: Sie beschönigen nichts. Sie geben die Realität wieder und nichts anderes als die Realität. Damit sind sie eine ebenso wichtige wie wahre Information. Sie spiegeln die Grausamkeit des Krieges gegen die eigene Bevölkerung.
gadaffi
© Le FigaroFranzösisches Bemühen um Zurückhaltung, ...

Smiley

Wunschdenken: US-Prediger Camping irrt sich schon wieder bei Weltuntergangsvermutung

Wieder hat er sich geirrt: Der US-amerikanische Rundfunkprediger Harold Camping hatte für Freitag erneut den Weltuntergang vorhergesagt.

Nach zwei Fehlprophezeiungen mangelt es dem 90-Jährigen in den Augen vieler Amerikaner aber inzwischen an Glaubwürdigkeit. Offenbar schenkte man der jüngsten Prophezeiung selbst in Campings Family Radio keinen Glauben: Am Freitag liefen dort Musik, Bibellesungen und andere gängige Programme - und auf der Internetseite des Senders konnte man die Programmvorschau für Sonntag lesen.

Zuletzt hatte sich Camping schon vor fünf Monaten vertan, als er das Datum der Apokalypse auf den 21. Mai festsetzte. Einige Gläubige verkauften damals Hab und Gut. Nun reagierten auch Predigerkollegen verärgert. In der Bibel stehe, dass falsche Propheten gesteinigt werden, sagte der Pastor der First Baptist Kirche in Dallas im US-Bundesstaat Texas, Robert Jeffress. Das tue man heutzutage zwar nicht mehr, aber dem Prediger Camping müsse "ein Maulkorb verpasst" werden.

Light Sabers

Afghanistan will Pakistan bei Krieg gegen USA unterstützen

Ungewohnte Töne aus Kabul. Afghanistans Präsident Hamid Karsai will Pakistan bei einem möglichen Krieg gegen die USA unterstützen. "Sollte es jemals, was Gott verhindern möge, einen Krieg zwischen Pakistan und Amerika geben, wird Afghanistan sich auf Pakistans Seite stellen".

In Vorderasien braut sich was zusammen. Afghanistans Präsident Hamid Karsai lässt die Säbel rasseln gegen die USA. Bei einem Krieg zwischen Pakistan und den USA würde Afghanistan das Nachbarland unterstützen, sagte Karsai am Samstag dem pakistanischen Fernsehsender Geo. "Sollte es jemals, was Gott verhindern möge, einen Krieg zwischen Pakistan und Amerika geben, wird Afghanistan sich auf Pakistans Seite stellen. - Wenn das pakistanische Volk die Hilfe Afghanistans braucht, wird Afghanistan euch beistehen."

Zu dieser Aussage des afghanischen Präsidenten gab es bisher keine Reaktionen aus Washington. Unklar ist bisher auch, wann Karsai die Drohung äusserte. Der afghanische TV-Sender teilte nicht mit, wann das Interview geführt wurde. Ein militärischer Konflikt zwischen den USA und Pakistan gilt zwar bisher als sehr unwahrscheinlich. Allerdings nehmen die Spannungen in letzter Zeit zu, weil Pakistan beschuldigt wird, Terroristen zu berherbergen und zu unterstützen.

Ambulance

Mindestens 27 Tote bei Brückeneinsturz in Indien

Neu Delhi (dpa) - Mindestens 27 Menschen sind beim Einsturz einer Brücke bei Darjeeling im Nordosten Indiens ums Leben gekommen. Weitere 60 Menschen wurden verletzt, als sie aus etwa 40 Metern Höhe in einen Fluss stürzten. Zu dem Unglück war es gekommen, als sich etwa 150 Menschen auf der Holzbrücke versammelt hatten, um Reden kommunaler Politiker zu hören. Wegen der Überlastung rissen die Tragseile der Brücke, die ohnehin schon bei einem Erdbeben im September beschädigt worden war.

Phoenix

Schwedischer Atomreaktor wegen Feuers heruntergefahren

Wegen eines Feuers in einer Turbinenhalle ist ein Atomreaktor in Schweden heruntergefahren worden.

Wegen eines Feuers in einer Turbinenhalle ist ein Atomreaktor in Schweden heruntergefahren worden. Der Feueralarm sei gegen Mitternacht ausgelöst worden, der Brand habe dann schnell lokalisiert und gelöscht werden können, sagte ein Sprecher des Atomkraftwerkes Oskarshamn am Sonntag. Die Brandursache sei noch unklar, möglicherweise sei ein Ölleck in der Turbine der Auslöser gewesen.

AFP

Extinguisher

Serien-Brandstifter von Berlin mit Video-Puzzle überführt

Die Spurensuche war auch eine Art Puzzle: Mit Aufnahmen aus Überwachungskameras kam die Polizei dem Berliner Serien-Brandtsifter auf die Spur. Der 27-Jährige, der in Berlin mehr als 100 Autos angezündet haben soll, hat gestanden: Er habe die Wagen allein und aus "reinem Frust" in Brand gesteckt. Denn er war arbeitslos. Als er wieder einen Job hatte, hörte er mit dem Feuerlegen auf.

Die Berliner Polizei hat einen Serien-Autobrandstifter gefasst. Der 27-jährige Mann hat "eine hohe Zahl von Fahrzeugen in Berlin in Brand gesetzt“, sagte der Sprecher der Berliner Polizei, Frank Millert. Der Verdächtige André H. hat inzwischen Dutzende Brandstiftungen gestanden. Nach Informationen von Morgenpost Online handelte der mutmaßliche Serien-Brandstifter nicht aus politischen Motiven. Der Mann sagte aus, er habe allein gehandelt - und aus "reinem Frust". Der Sachschaden geht in die Millionen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft drohen ihm deshalb mindestens zehn Jahre Haft.
autowrack
© JÖRG KRAUTHÖFERAlle Schäden werden sorgfältig dokumentiert.

Der Mann ist demnach bislang nicht bei der Polizei bekannt. Ihm werden mehr als 67 direkte Brandstiftungen zur Last gelegt und drei Fälle von schwerer Brandstiftung - weil das Feuer in diesem Fällen auch auf Häuser übergriff.

Mehr als 100 Autos in Flammen gesetzt

Nach den Vernehmungen ergibt sich dieses Bild: Der Mann steht er in dringendem Verdacht, in der Zeit vom 7. Juni bis zum 27. August hauptsächlich in den Bezirken Spandau, Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf Autos angezündet zu haben, 67 insgesamt. Das Feuer griff dabei mehrmals auf weitere Fahrzeuge über, insgesamt mehr als 30 - auf das Konto des Festgenommenen gehen nach dieser Rechnung also mehr als 100 abgebrannte Autos in einem Zeitraum von weniger als drei Monaten. Es waren möglicherweise noch mehr: Ob der 27-Jährige weitere Taten begangen hat, das versucht die Polizei derzeit zu klären.