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Mi, 20 Sep 2017
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People

Polyvagal-Theorie: Die drei neuralen Kreisläufe als Regulatoren für unser reaktives Verhalten

Das Autonome Nervensystem funktioniert ganz anders, als wir es bis heute in allen Anatomiebüchern lesen können. Das ist die bahnbrechende Erkenntnis, die der amerikanische Wissenschaftler Stephen Porges von der Universität Illinois in die Welt gesetzt hat. Auf Grund intensiver Studien der menschlichen Polygenese (Stammgeschichte) und der neuralen Abläufe ist Porges heute davon überzeugt, dass der Parasympatikus zweigeteilt ist in einen dorsalen und ventralen Vagus, die ganz unterschiedliche Funktionen erfüllen. Menschliches Kontaktverhalten kann mittels der These von Stephen Porges neu erklärt werden. Im Trauma-Heilungsmodell von Dr. Peter A. Levine spielt die polyvagale Theorie eine wichtige Rolle. Wir bedanken uns bei Prof. Dr. Stephen Porges für die Erlaubnis, einen Ende 2002 in der Fachzeitschrift „Scientific Agenda“ der Amerikanischen Psychologie-Vereinigung (APA) erschienen Text über seine Hypothese hier in deutscher Sprache abdrucken zu dürfen.

Book

Lesen schützt vor Depression

© Ludvik Glazer-Naudé
„Lies doch lieber ein gutes Buch!“ So abgedroschen der elterliche Rat klingen mag und so wirkungslos er bei heutigen Jugendlichen meist verpufft - er ist berechtigt wie eh und je. Denn: Bücherlesen erweitert nicht nur den Horizont, es schützt auch vor Depressionen, die oft schon in der Adoleszenz beginnen. Exzessives Musikhören hingegen ist ein Risikofaktor für Schwermut in jungen Jahren, wie jetzt Forscher der Universität von Pittsburgh herausgefunden haben.

Sherlock

Psychologie: Falsche Freundlichkeit schadet der Gesundheit

Flugbegleiterinnen und Hostessen tun es - Dauergrinsen. Forscher fanden heraus: Wenn die Freundlichkeit nicht von Herzen kommt, macht Lächeln krank.

Heute schon angelächelt worden? In der Bäckerei? Vom Zeitungsverkäufer oder dem Busfahrer? Nein? Nehmen Sie es nicht persönlich. Verkäufer tun gut daran, denn wer ständig ein unechtes Lächeln aufsetzt, der fühlt sich am Feierabend bedrückt und schadet auf Dauer seiner Gesundheit.

Das hat der Psychologe Brent Scott herausgefunden, der für zwei Wochen Busfahrer bei ihrer täglichen Arbeit beobachtet hat. Dazu muss man wissen, dass Scott im US-Bundesstaat Michigan lebt und auch dort in den Bussen mitfuhr. In den USA ist es nämlich durchaus üblich, dass Busfahrer lächeln, mehr noch, sie werden von ihren Vorgesetzten dazu angehalten.

Nach intensiver Beobachtung und Befragung der Fahrer kam Scott zu folgendem Schluss: An Tagen, wo den Busfahrern nicht zum Lächeln zumute war, sie aber trotzdem die Gäste mit fröhlicher Miene begrüßten, fühlten sie sich am Abend erschöpft. Ihre Laune hatte sich im Lauf des Tages sogar verschlechtert.

Beaker

Neurologen lokalisieren Ursprungsort der Angst

Große Höhen, enge Räume - schon der Gedanke daran: Manche Menschen sind von Ängsten besessen, während andere Horrorsituationen kalt lassen. Hirnscans haben jetzt verraten: Das Maß der Ängstlichkeit hängt von zwei kleinen Schaltkreisen ab.

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© ddp images
Jennifer Leighin Alfred Hitchcocks Film "Psycho": Ängstlichkeit steckt im Gehirn
Große Höhen, enge Räume - schon der Gedanke daran: Manche Menschen sind von Ängsten besessen, während andere Horrorsituationen kalt lassen. Hirnscans haben jetzt verraten: Das Maß der Ängstlichkeit hängt von zwei kleinen Schaltkreisen ab.

Millionen von Menschen leiden weltweit unter Angststörungen. Allein in den USA sind den Schätzungen zufolge etwa 25 Millionen Menschen von Panikattacken, sozialen Phobien, Zwangsstörungen und Angstzuständen betroffen, meistens handelt es sich dabei um posttraumatischen Störungen. Solche Menschen entwickeln häufig schon bei kleinen Problemen übermäßig starke Angst. Es gibt aber auch Menschen, denen Angst völlig fremd ist: Auch im Angesicht von Katastrophen bleiben sie ruhig oder neigen in Situationen zu Leichtsinn, in denen Angst normalerweise eine wichtige Schutzfunktion übernimmt.

Kommentar: SOTT.net empfiehl folgende verwandte Artikel:

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Ambulance

Jeder Zehnte leidet an Sozialer Phobie - Deutsche Forscher untersuchen weit verbreitete Angstkrankheit

Dresden - Jeder Mensch war schon einmal aufgeregt oder ängstlich - beispielsweise vor einer Prüfung oder einem Rendezvous. Diese Soziale Angst, bei der Betroffene befürchten, sich peinlich zu verhalten oder einen negativen Eindruck zu hinterlassen, ist Gegenstand von Untersuchungen an der TU Dresden http://psychologie.tu-dresden.de . "Das Kniffelige an der Sozialen Phobie ist, dass jeder sie kennt", sagt der Psychologe David Bräuer. Er forscht mit seinen Kollegen an der im Fachjargon "Soziale Phobie" genannten Angst.

Leidende fürchteten sich davor, dass sich Menschen über sie lustig machen oder etwas komisches über sie denken. Diese Angstkrankheit ist weit verbreitet. Etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter "Sozialer Phobie", erläutert der Wissenschaftler. "Das kann der Vortrag im Seminar, ein Termin mit dem Chef, aber auch einfach das Gespräch mit Freunden sein", erklärt Bräuer im Gespräch mit pressetext. Schlimm wird es, wenn Betroffene wegen panischer Ängste gar nicht mehr aus dem Haus gehen.

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Studie: Depressive treffen bessere Entscheidungen

© Unbekannt
Depressionen können auch gute Seiten haben. Das hat eine Forscherin der Universität Basel gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Deutschland gezeigt. In ihrer Studie packten depressive Menschen Probleme beharrlicher an und trafen bessere Entscheidungen als Gesunde.

Eine Depression ist eine schwerwiegende Stimmungserkrankung, die viele Aspekte des Lebens beeinträchtigt. Landläufig herrscht die Ansicht, dass sich Depressionen auch negativ auf Denkleistungen auswirken - zum Beispiel auf die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, wie die Universität Basel am Montag mitteilte.

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Angst wird nicht vergessen - nur verdeckt

© by-sassi/Pixelio.de
mp Düsseldorf - Hat sich einmal eine Angst im Menschen festgesetzt, ist sie nur schwer zu überwinden. Der Grund könnte darin liegen, dass sie nicht aus dem Kopf verschwindet, sondern nur überlagert wird.
Angst sitzt im wahrsten Sinne des Wortes tief. Unter dem Großhirn liegt im menschlichen Denkorgan der sogenannte Mandelkern, der beim Angstverhalten eine zentrale Rolle spielt. Wie Wissenschaftler des Bernstein Center der Universität Freiburg und den Hochschulen in Basel und Bordeaux an einem Computermodell zeigen konnten, wird Angst dort gespeichert und nie vergessen. Sie wird lediglich überlagert.

Basis dafür sind Versuche an Mäusen, die nach dem Ertönen eines bestimmten Klangs einer negativen Reizung ausgesetzt waren. Dadurch manifestierte sich die Angst, die bereits auftrat, wenn der Klang ertönte, auch ohne dass etwas Schlimmes folgte. Nach und nach reagierten die Mäuse aber nicht mehr ängstlich - das trat erst wieder auf, als der Klang im ursprünglichen oder in einem völlig neuen Kontext auftrat.

Attention

Drogen fördern bei Jugendlichen Schizophrenie

© PICTURE-ALLIANCE/CHROMORANGE
Drogen können Ursache psychischer Erkrankungen sein.
Egal, ob Magersucht, Schizophrenie oder Aufmerksamkeitsstörungen: Psychische Krankheiten bei Jugendlichen nehmen immer mehr zu. Eine Ursache neben dem sozialen Umfeld auch der Drogenkonsum. Denn der Haschisch- und Alkoholkonsum kann das Gehirn nachhaltig schädigen - besonders bei Jüngeren.

Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen nach Aussage des Kinder- und Jugendpsychiaters Eberhard Meyer zu. Der ärztliche Direktor der Vitos Klinik Hofheim im südhessischen Riedstadt stellt außerdem eine Zunahme der Schwere der Erkrankungen fest. So trete Schizophrenie zunehmend bei Jugendlichen unter 19 Jahren auf.

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Neue Erkenntnisse zur 'Unaufmerksamkeitsblindheit'

Die starke Konzentration auf eine Aufgabe kann dazu führen, dass selbst spektakuläre Ereignisse wie das Vorbeilaufen einer Person im Gorilla-Kostüm übersehen werden. Doch das geht nicht allen so. Warum manchen Menschen so ein Ereignis sehr wohl bemerken, war für die psychologische Forschung bisher unklar. Ein amerikanisches Forscherteam präsentiert jetzt eine Erklärung. Demnach sei das Arbeitsgedächtnis entscheidend. Menschen mit einem guten Arbeitsgedächtnis haben bessere Chancen, den Gorilla zu bemerken, schreiben die Forscher im Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory and Cognition.

Das Experiment mit dem „unsichtbaren" Gorilla ist ein Klassiker der experimentellen psychologischen Forschung und schon jahrzehntealt.

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Persönlichkeitszüge: Hirnstrukturen enthüllen politische Haltung von Menschen

London - Politische Ansichten von Menschen spiegeln sich in ihren Hirnstrukturen wider. Dies zeigt eine britische Hirnstudie an 90 Studenten. Demnach ist bei liberalen Menschen ein bestimmter Teil der Großhirnrinde besonders stark ausgeprägt, der anteriore cinguläre Cortex (ACC). Deshalb können diese Personen komplexe und widersprüchliche Informationen besser verarbeiten. Dies deckt sich mit früheren Studienresultaten, denen zufolge Liberale offener für neue Erfahrungen sind.

Bei konservativen Menschen fanden die Forscher des University College London eine größere Amygdala. Dieses Areal dient zur Verarbeitung von Emotionen wie etwa Angst. Die Forscher leiten daraus im Fachblatt Current Biology ab, dass konservative Personen in ungewissen Situationen stärker auf Gefahren achten. "Früher galten manche psychischen Eigenschaften als Hinweis auf die politische Orientierung eines Menschen", sagt Erstautor Ryota Kanait. "Unsere Studie verbindet solche Persönlichkeitszüge mit bestimmten Hirnstrukturen."

(Quelle: "Current Biology", Online-Vorabveröffentlichung)