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Mo, 01 Mär 2021
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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People

Aggressionen sind nicht angeboren

Gehört Gewalt zur Natur des Menschen? Sigmund Freud glaubte das. Neurobiologen sagen heute: Sie ist eine Folge von sozialen Faktoren.

Aggression beruht auf den natürlichen Trieben des Menschen. So sah es Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, und lange war diese These wenig umstritten. Dass dem nicht so ist, zeigt der Freiburger Psychiater Joachim Bauer in seinem Buch „Schmerzgrenze“.

Darin hat er Daten aus allen Feldern der Wissenschaft gesammelt, um damit ein modernes Verständnis von Aggressivität und Gewalt zu schaffen. Neurobiologische Forschungen haben es möglich gemacht, mehr über die „Triebe“ der Menschen zu erfahren.

People

Ein Blick hinter die Fassade: Gefühle anderer einschätzen lernen

Köln. Die Kollegin hat panische Angst vorm Chef, die Schwester ist mit ihren Kindern komplett überfordert, der Freund fühlt sich vernachlässigt. Oft weiß man gar nicht, was in den Menschen um uns herum vorgeht, halten sie vielleicht für zufriedener und glücklicher als sie es sind. Doch woran liegt das? Spielen sie den anderen etwas vor oder schauen die einfach nicht genau genug hin?

«Grundsätzlich gilt ja erst einmal, dass kaum einer seine Gefühle immer offen vor sich herträgt«, erklärt Peter Groß vom Bundesverband deutscher Psychologinnen und Psychologen. Vielmehr gebe es die Tendenz sie zu verbergen - sei es in einem bestimmten Umfeld oder gegenüber bestimmten Personen. Man überspielt zum Beispiel schlechte Laune, um ein Fest nicht zu verderben, oder gibt trotz Nervenflattern den Fels in der Brandung, um gegenüber dem Chef gut dazustehen.

Butterfly

Wie die Arbeit zum Spiel wird

Im Flow-Zustand vergessen wir die Welt. Das Hochgefühl steigert Motivation und Produktivität

In den siebziger Jahren beschrieb Mihaly Csikszentmihalyi, Professor für Psychologie an der University of Chicago, das Flow-Erleben. Er gilt bis heute als der herausragendste Wissenschaftler auf diesem Gebiet. Er fand heraus, dass der Flow-Zustand eintritt, wenn der Mensch in einer Tätigkeit völlig aufgeht, wobei diese weder zu leicht noch zu schwierig sein darf.

Wenn die Arbeit zu leicht fällt, lässt die geistige Konzentration nach, die Gedanken schweifen ab und Langeweile macht sich breit. Wenn sie zu schwierig ist, bekommt der Mensch Angst zu versagen und wird frustriert. Die Balance zwischen Herausforderung und Können führt zu einem optimalen Leistungszustand - dem Flow.

Bulb

Wie Kinder Perspektiven lernen

Die Wahrnehmung unserer Umwelt kann angesichts der subjektiven Blickwinkel und Annahmen von Menschen recht unterschiedlich ausfallen. Den Umgang mit derlei Perspektivenvielfalt erwerben Kinder im Alter ab drei Jahren, ergab eine Studie Salzburger Forscher.

Sie konnten erstmalig zeigen, dass das Verständnis für unterschiedliche Identitäten mit jenem für falsche Annahmen Hand in Hand geht - und keineswegs ein getrennter Entwicklungsprozess ist.

Sich in andere Menschen hineinversetzen

Warum geht Max zur Einkaufstasche, um seine Schokolade zu holen, und nicht zum Kasten, wo sie ist? Er glaubt, die Schokolade wäre noch in der Einkaufstasche, und daher ist seine Handlung nicht so irrational wie sie scheint. Diese Einsicht, dass Max aufgrund einer falschen Annahme agiert, müssen Kinder aber erst erwerben.

Family

Schon Dreijährige belohnen gute Zusammenarbeit

Leipzig/London - Schon im Alter von drei Jahren haben Kinder beim Teilen ein gutes Gespür für Gerechtigkeit: Sie geben anderen Kindern eher etwas von ihren Spielsachen ab, wenn diese ihnen zuvor beim Ergattern derselben geholfen haben.
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© dpa
Hilfst du mir, so helfe ich dir: Kinder teilen schon im Kindergartenalter mit anderen ihre Spielsachen, wenn diese ihnen vorher geholfen haben.
Kinder, die nicht halfen, bekamen seltener etwas ab, berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Schimpansen machten diesen Unterschied nicht, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature. Dies deute darauf hin, dass das Verhalten ein Erbe unserer Vorfahren ist, die gelernt hatten, nach der gemeinsamen Nahrungssuche ihre Beute untereinander gerecht zu teilen. Zwar machen Schimpansen manchmal in Gruppen gemeinsame Jagd auf andere Affen - ihre Beute teilen sie anschließend aber nicht friedlich untereinander auf, sondern werden durch aggressive Artgenossen quasi dazu genötigt.

Menschenkinder dagegen teilen schon früh mit anderen Kindern, schreiben die Forscher um Katharina Hamann vom Max-Planck-Institut. Je älter sie werden, desto gerechter gehen sie dabei vor. Fraglich ist unter Experten bisher, inwieweit dieses Verhalten angeboren ist oder durch Erziehung erlernt wird. Ebenfalls unklar war, ob kleine Kinder gerechter teilen, wenn ihre "Beute" das Ergebnis einer vorherigen Zusammenarbeit ist.

Um dies zu untersuchen, führten die Forscher verschiedene Experimente mit Kleinkindern durch: Bei einem Versuch befanden sich zum Beispiel zwei- bis dreijährige Kinder allein in einem Raum. Dort fanden sie eine Art längliches Tablett, an dessen Enden jeweils ein Seil befestigt war. Auf dem Tablett lagen ebenfalls an beiden Enden jeweils zwei kleine Spielzeuge.

Pistol

Internet-Gewalt macht krank

Münster - Jeder dritte Jugendliche ist schon einmal im Internet beleidigt, bedroht, belästigt oder bloßgestellt worden. Und mehr als 60 Prozent der Opfer wissen sogar, wer für solche „Cybermobbing“-Attacken verantwortlich ist. Dies geht aus einer Forsa-Studie hervor, für die die münsterischen Wissenschaftler Dr. Susanne Pieschl und Torsten Porsch vom Institut für Psychologie der Universität im Frühjahr 1000 Schüler zwischen 14 und 20 Jahren befragt hatten.

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© Colourbox
Früher war das Jugendzimmer ein sicherer Ort. Das ist heute anders: Via Internet dringt Cyber-Gewalt in die privatesten Ecken ein.
Nicht nur die hohen Opferzahlen, sondern auch die Folgen, die virtuelle Gewalt bei Kindern und Jugendlichen haben kann, sind erschreckend: 70 Prozent der Betroffenen sind wütend, 24 Prozent sogar verzweifelt, und 22 Prozent fühlen sich hilflos. Hinzu kommen körperliche Beschwerden: Etwa jedes fünfte Cybermobbing-Opfer berichtet von Schlafstörungen, jedes zehnte von Kopf- oder Bauchschmerzen. Mehr noch: „Cybermobbing kann bleibende Folgen nach sich ziehen“, warnt Diplom-Psychologe Torsten Porsch: Betroffene ziehen sich zurück, verändern sich, werden in der Schule schlechter. . .

Die Formen der Internetgewalt sind vielfältig. Am häufigsten sind laut Studie Bedrohungen und Beleidigungen, es folgen üble Nachrede, Identitätsmissbrauch über gefälschte Persönlichkeitsprofile und unberechtigte Weitergabe von Daten, zu denen zum Beispiel auch die Handynummer gehören kann. „Stress mit Mitschülern gab es früher nur in der Schule. Über das Internet wird er nun auch dorthin getragen, wo Jugendliche bislang sicher waren“, betont Porsch - in die Kinder- und Jugendzimmer.

Dies bedeutet: Es gibt praktisch keinen Ort der Zuflucht mehr - auch dann nicht, wenn die Jugendlichen den Computer einfach herunterfahren: „Denn für andere sind die Beleidigungen im Internet natürlich weiterhin sichtbar.“

Heart

Liebesromane tun Frauen nicht unbedingt gut

Liebesromane tun Frauen oft nicht gut - zu diesem Schluss ist die britische Paartherapeutin und Autorin Susan Quilliam gelangt.

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© SXC
"Manchmal ist das Freundlichste und Klügste, was wir unseren Patientinnen raten können, das Buch wegzulegen"
Der Wirklichkeit ins Auge blicken

Wer die Liebesgeschichten von der gewöhnlich rehäugigen Heldin und ihrem Retter mit dem kantigen Kinn glaube, sei schon auf dem besten Weg ins Unglück, meint die Therapeutin in der britischen Fachzeitschrift "Journal of Family Planning and Reproductive Health Care" vom Donnerstag. "Manchmal ist das Freundlichste und Klügste, was wir unseren Patientinnen raten können, das Buch wegzulegen - und der Wirklichkeit ins Auge zu blicken."

Nicht nur, dass es in den Romanen nahezu nie "sicheren Sex" gebe, schrieb Quilliam. Vor allem bilde die Lektüre nicht "die Höhen und Tiefen einer Beziehung" ab, mit denen ein Paar in der Wirklichkeit zurechtkommen muss.

Network

Menschenführung: Cool ist weder überzeugend, noch sachgerecht aber ein eventuelles Zeichen für Psychopathie

Gute Menschenführung setzt vor allem selbstkritische Reflexion voraus - nicht einmalig, sondern kontinuierlich. Diplompsychologe Dr. Felix Frei, erfolgreicher Consultant und Unternehmer in Zürich, bietet seinen Klienten entsprechendes Anregungsmaterial in Form von "Führungsbriefen". Die ersten 33 Texte erschienen im vergangenen Jahr. Wegen des starken Interesses publiziert Felix Frei jetzt weitere 33 Führungsbriefe in einem neuen Band.

Hier ein aktuelles Beispiel:

Es zählt zum Klischee des smarten Managers, dass er (kaum je sie!) in der Lage ist, seinen Job völlig emotionslos zu machen: cool, sachlich, analytisch entscheidend, innerlich unbeteiligt. Ein wenig wie James Bond halt. Glauben Sie daran? Vermutlich nicht. Ich tippe eher darauf, dass auch Sie die wenig überraschende Erfahrung machen, dass Manager Emotionen haben und sich davon durchaus auch steuern lassen.

Kommentar: Lesen Sie die folgenden Artikel über Psychopathie:

Der Psychopath - Teil 3: Was ist ein Psychopath?

Der Psychopath - Teil 4: Wie Psychopathen die Welt sehen

Der Psychopath - Teil 5: Psychopathen und Beziehungen

Der Psychopath - Teil 6: Wie man mit Psychopathen umgeht

Der Psychopath - Teil 7: Symptome/Checklisten für Psychopathie

Der Trick Des Psychopathen: Uns glauben machen, dass Böses von anderswo kommt
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© SOTT
Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke
Zu empfehlen ist auch das Buch von Andrej M. Lobaczewski: Politische Ponerologie, wo es um eine Analyse der Machtstrukturen und Menschen an der Macht geht.


Eye 1

Optische Täuschung: wie aus schön, hässlich wird

Ein amerikanischer Forscher schaute sich zufällig in schneller Abfolge Bilder von Frauengesichtern an. Plötzlich verzerrten sich die hübschen Gesichter zu grotesken Fratzen. FTD.de zeigt das optische Phänomen.

Schönheit ist subjektiv. Wahrnehmung auch. Und bei beiden lässt es sich leicht mit Täuschungen arbeiten. Was die Wahrnehmung betrifft, unterliegen wir allerdings ganz unfreiwillig Täuschungen, die optischer Art sind. Denn die Wahrnehmung wird vom Gehirn beeinflusst - wir sehen niemals alles, was uns umgibt, sondern in erster Linie Dinge, die wir in bestimmten Kontexten schnell erkennen können und die uns bekannt vorkommen.

Heart - Black

Studie: Gewalt an Schwangeren verändert Genetik der Kinder

Konstanz - Wenn Mütter in der Schwangerschaft häusliche Gewalt erfahren und somit fortgesetzt einem starken Stress-Erleben ausgesetzt sind, verändert dies die genetische Veranlagung des Kindes und lässt es in seinem späteren Leben anfälliger für Stress und psychische Erkrankungen werden. Was von Wissenschaftlern bereits aus Studien mit Mäusen vermutet wurde, konnte eine Zusammenarbeit von Psychologen und Biologen der Universität Konstanz erstmalig auf molekularer Basis beim Menschen nachweisen.

Die Forscher zeigten auf, dass eine andauernde Bedrohungssituation bei einer Schwangeren eine epigenetische Veränderung im Glucocorticoid Rezeptor-Gen des Kindes bewirkt - einer Erbanlage, die mit Verhaltensauffälligkeiten und der Anfälligkeit für seelische Erkrankungen in Zusammenhang gebracht wird.