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Mi, 22 Sep 2021
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Suizidalität: Neuron verursacht möglicherweise zu starke Gefühle

Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem bestimmten Nervenzelltyp (dem „von Economo Neuron“) im limbischen System des Gehirns und sehr starken Emotionen, die letztlich sogar zu Selbstmord führen können? Dieser spannenden Frage widmet sich ein Forscherteam der Ruhr-Universität Bochum. Zu ihm gehören Wissenschaftler des LWL-Universitätsklinikums Bochum und des Instituts für Neuroanatomie (Medizinische Fakultät der RUB). Erste Ergebnisse haben die Forscher im Fachmagazin PLoS One veröffentlicht.

Wichtige Schnittstelle bei der Verarbeitung komplexer Emotionen

Im Fokus der Forschung steht der anteriorer cingulärer Cortex (ACC), eine phylogenetisch alte Struktur des Gehirns, die dem limbischen System zugerechnet wird. Der ACC ist eine wichtige Schnittstelle bei der Verarbeitung komplexer Emotionen wie Scham, Schuld oder Unfairness, bei der Entscheidungsfindung und bei der Einfühlung (Empathie) und Verarbeitung körperlicher und seelischer Schmerzen. Anatomische und funktionell-bildgebende Untersuchungen mittels Kernspintomografie haben gezeigt, dass der ACC bei psychotischen Erkrankungen wie etwa Schizophrenien und bipolaren Erkrankungen betroffen ist. Vergleichende Untersuchungen beim Menschen und bei anderen Primaten haben ergeben, dass sich im ACC (und der vorderen Inselregion) ein besonderer Zelltyp wiederfindet, der nach ihrem Erstbeschreiber „von Economo Neuron“ genannt wird. Diese Zellen haben im Laufe der menschlichen Evolution an Größe und Zahl zugenommen. Interessanterweise finden sich die Zellen auch bei Walen und Elefanten - Tierarten, die ebenfalls in hoch komplexen Sozialstrukturen leben. Obwohl die genaue Funktion dieser Nervenzellen nicht bekannt ist, ist angesichts ihrer Lokalisation und Evolutionsgeschichte anzunehmen, dass sie an der Verarbeitung komplexer Informationen einschließlich emotionaler Vorgänge beteiligt sind.

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Erfolgreiches Erinnern: Wie ehemalige Kindersoldaten ihre PTSD überwinden

Bielefeld - Eine von Psycho­logen in Deutschland entwickelte Therapie kann ehemaligen Kinder­soldaten helfen, ihre traumatischen Erleb­nisse zu verarbeiten. Die narrative Expositions­therapie linderte in einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2011; 306: 503-512) die Symptome der post­trauma­tischen Belastungs­störung (PTSD).

Man nimmt an, dass derzeit in 14 Krisen­gebieten etwa 250.000 Kinder als Soldaten eingesetzt werden. Sofern sie überleben, werden die Erlebnisse sie auch nach dem Ende des Kriegs lebenslang begleiten.

Typisch für diese posttraumatische Belastungsstörung sind plötzliche Erinnerungen, die ein 18-jähriger ehemaliger Kindersoldat aus Anaka/Uganda der Psychologin Verena Ertl von der Universität Bielefeld gegenüber so beschrieb: „Wenn ich heute mit einem Buschmesser hantiere, zum Beispiel, um das Dach meiner Hütte zu reparieren, macht es manchmal ‘klick‘ und ich bin plötzlich nicht mehr ich selbst.

Ich schlage wild um mich und glaube, zurück bei den Rebellen im Busch zu sein. Wenn ich unsere Felder bestelle, und ich höre ein verdächtiges Geräusch, lasse ich alles stehen und liegen und renne um mein Leben zurück zum Lager, auch wenn das Geräusch nur ein Tier oder der Wind verursacht hat.“

Kommentar: Traumata, oder Ereignisse die zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen können, können auch durch simpel erscheinende Ereignisse entstehen, wie z.B. einem Unfall, einem Arztbesuch, einer extrem stressbeladenen Situation, etc.

Ein sehr interessantes und hilfreiches Buch zu diesem Thema ist Sprache ohne Worte: Wie unser Körper Trauma verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt von Peter A. Levine:
Dr. Peter A. Levine, soeben für sein Lebenswerk ausgezeichnet vom amerikanischen Verband der Körpertherapeuten, ist einer der bedeutendsten Traumaforscher unserer Zeit. Seine Bücher sind internationale Bestseller.

Sprache ohne Worte ist der Höhepunkt von Peter A. Levines Lebenswerk. Es vereint seine bahnbrechenden Forschungen über Stress und Trauma und seine immense therapeutische Erfahrung mit den neuesten Erkenntnissen aus Gehirnforschung, Neurobiologie und integrativer Body/Mind-Medizin. Anhand eindringlicher Fallbeispiele und mittels extrem wertvoller therapeutischer Werkzeuge bietet der Autor sowohl eine konkrete Landkarte für die erfolgreiche Traumabehandlung als auch die Vision eines menschlichen Lebens, in dem Verstand und Instinkt sich zu einer neuen Ganzheit verbinden.

Trauma ist weder eine Krankheit noch eine Störung, betont Peter A. Levine in seinem international viel gepriesenen neuen Buch. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Verletzung, verursacht durch lähmende Furcht und Gefühle von Hilflosigkeit und Verlust. Traumatische Reaktionen sind Teil eines hochintelligenten psychosomatischen Selbstschutzsystems, das Fachleute ebenso wie Laien oft unbeabsichtigt blockieren. Wenn wir jedoch lernen, auf die Weisheit des Körpers zu hören, der sich in einer Sprache ohne Worte ausdrückt, kann ein Trauma transformiert und aufgelöst werden. Entscheidend dabei ist, unsere innewohnende Fähigkeit zur Selbstregulation von hohen Aktivierungszuständen und intensiven Emotionen wieder nutzen zu lernen. Dabei leitet uns Peter A. Levine Schritt für Schritt an.

Zugleich öffnet er den Raum für ein neues Verständnis von Trauma als außergewöhnliche Chance im menschlichen Leben - vom evolutionären Verständnis der Quelle eines Traumas bis hin zu einer spirituellen Dimension, die uns erkennen lässt, dass wir als menschliche Wesen durch die Heilung eines Traumas enorm gestärkt werden können.
Auch das Éiriú Eolas - Atem- und Meditationsprogramm hilft durch die bionenergetische Atmung (entwickelt von C.G. Jung), Traumata sanft an die Oberfläche zu bringen und aufzulösen, ohne sie bewusst wieder durchleben zu müssen. Doch bei Menschen mit schweren Traumata, ist es dennoch zu empfehlen, dies mit einem Therapeuten vorher zu besprechen. Sie können das gesamte Atemprogramm kostenfrei ausprobieren.


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Psychopathie - Was bedeutet das wirklich?

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© unbekannt
Das Wort “Psychopath” hat als stark negativ besetztes Schimpfwort Eingang in die Alltagssprache gefunden. Wer als Psychopath tituliert wird, gilt als herzlos, gefühlskalt und grausam. Leider hat der Volksmund der wissenschaftlichen Psychologie hier nicht mit der notwendigen Exaktheit aufs gelehrte Maul geschaut. Denn der Begriff der Psychopathie meint zunächst etwas absolut wertneutral Beschreibendes. Doch wie kam es dann zu diesem umgangssprachlichen Missverständnis? Und mit welcher klinisch korrekten Wortwahl kann man sein psychiatrisches Fachwissen souverän demonstrieren?

Kommentar: Lesen Sie hier weiter, um mehr über Psychopathen zu erfahren.


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Kinder spielen wissenschaftlich

Stanford, Kalifornien - Wissenschaftliche Prinzipien dürften kleinen Kindern helfen, die Welt zu begreifen. Das zeigt eine Studie des MIT und der Universität Stanford. Im Umgang mit einem speziellen Spielzeug bewiesen die Vorschüler methodisches Vorgehen, das jenem bei wissenschaftlichen Experimenten entspricht, berichtet Nature.

Murmelspiel

"Das Kind als Forscher" - eine in der Psychologie gängige These zur kognitiven Entwicklung erhält durch die Untersuchung neuen Auftrieb. 60 Kinder wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und erhielten ein Spielzeug, dass erst dann leuchtete und Musik spielte, wenn bestimmte Murmeln darauf gelegt wurden.

Einer Gruppe wurde gezeigt, dass vier verschiedene Murmeln das Spielzeug aktivieren, die Kontrollgruppe erhielt lediglich die Information, dass "manche Murmeln die Maschine einschalten und manche nicht". Die Kinder in letzterem Team bekamen die Steine in zwei Paaren ausgehändigt - ein trennbares und ein nicht trennbares. Wichtig war den Forschern der Umgang der Kinder mit dem nicht teilbaren Duo.

Cheeseburger

Studie zeigt Ursache für Vergesslichkeit auf

Yale/London (dpa) - US-Forscher haben eine Ursache für die gewöhnliche Vergesslichkeit im Alter entdeckt. Eine Gehirnsubstanz bremse das Signalfeuer der Nerven.

Altersvergesslichkeit könnte möglicherweise einmal rückgängig gemacht werden, schreiben sie im Fachjournal Nature. Versuche mit älteren Menschen seien geplant. Ältere Gehirne haben schwächere Verbindungen in ihren Nervenbahnen und ihre Nervenzellen (Neuronen) feuern weniger oft Signale ab. Dadurch vergesse ein älterer Mensch eher Dinge, schreiben die Forscher um Amy Arnsten von der Yale University School of Medicine. Sie untersuchten zum ersten Mal die altersbedingten Veränderungen in Nervenzellen im vorderen Bereich der Großhirnrinde, dem für höhere kognitive Funktionen zuständigen Teil des Gehirns.

Kommentar: Im Angesicht all der Forschungsergebnisse hinsichtlich unserer durch und durch giftigen Ernährung stellt sich die Frage, ob durch eine gesunde Ernährung, d.h. mit viel tierischem Fett, wenigen Kohlenhydraten, keinem Zucker, keinem Getreide und keiner Milch, das Langsamerwerden des Denkens im Alter nicht drastisch gesenkt werden könnte - anstatt noch ein weiteres Medikament auf den Markt zu bringen, dessen einzige Wirkung darin besteht, den Pharma-Konzernen eine weitere Einkommensquelle zu ermöglichen.


People

Aggressionen sind nicht angeboren

Gehört Gewalt zur Natur des Menschen? Sigmund Freud glaubte das. Neurobiologen sagen heute: Sie ist eine Folge von sozialen Faktoren.

Aggression beruht auf den natürlichen Trieben des Menschen. So sah es Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, und lange war diese These wenig umstritten. Dass dem nicht so ist, zeigt der Freiburger Psychiater Joachim Bauer in seinem Buch „Schmerzgrenze“.

Darin hat er Daten aus allen Feldern der Wissenschaft gesammelt, um damit ein modernes Verständnis von Aggressivität und Gewalt zu schaffen. Neurobiologische Forschungen haben es möglich gemacht, mehr über die „Triebe“ der Menschen zu erfahren.

People

Ein Blick hinter die Fassade: Gefühle anderer einschätzen lernen

Köln. Die Kollegin hat panische Angst vorm Chef, die Schwester ist mit ihren Kindern komplett überfordert, der Freund fühlt sich vernachlässigt. Oft weiß man gar nicht, was in den Menschen um uns herum vorgeht, halten sie vielleicht für zufriedener und glücklicher als sie es sind. Doch woran liegt das? Spielen sie den anderen etwas vor oder schauen die einfach nicht genau genug hin?

«Grundsätzlich gilt ja erst einmal, dass kaum einer seine Gefühle immer offen vor sich herträgt«, erklärt Peter Groß vom Bundesverband deutscher Psychologinnen und Psychologen. Vielmehr gebe es die Tendenz sie zu verbergen - sei es in einem bestimmten Umfeld oder gegenüber bestimmten Personen. Man überspielt zum Beispiel schlechte Laune, um ein Fest nicht zu verderben, oder gibt trotz Nervenflattern den Fels in der Brandung, um gegenüber dem Chef gut dazustehen.

Butterfly

Wie die Arbeit zum Spiel wird

Im Flow-Zustand vergessen wir die Welt. Das Hochgefühl steigert Motivation und Produktivität

In den siebziger Jahren beschrieb Mihaly Csikszentmihalyi, Professor für Psychologie an der University of Chicago, das Flow-Erleben. Er gilt bis heute als der herausragendste Wissenschaftler auf diesem Gebiet. Er fand heraus, dass der Flow-Zustand eintritt, wenn der Mensch in einer Tätigkeit völlig aufgeht, wobei diese weder zu leicht noch zu schwierig sein darf.

Wenn die Arbeit zu leicht fällt, lässt die geistige Konzentration nach, die Gedanken schweifen ab und Langeweile macht sich breit. Wenn sie zu schwierig ist, bekommt der Mensch Angst zu versagen und wird frustriert. Die Balance zwischen Herausforderung und Können führt zu einem optimalen Leistungszustand - dem Flow.

Bulb

Wie Kinder Perspektiven lernen

Die Wahrnehmung unserer Umwelt kann angesichts der subjektiven Blickwinkel und Annahmen von Menschen recht unterschiedlich ausfallen. Den Umgang mit derlei Perspektivenvielfalt erwerben Kinder im Alter ab drei Jahren, ergab eine Studie Salzburger Forscher.

Sie konnten erstmalig zeigen, dass das Verständnis für unterschiedliche Identitäten mit jenem für falsche Annahmen Hand in Hand geht - und keineswegs ein getrennter Entwicklungsprozess ist.

Sich in andere Menschen hineinversetzen

Warum geht Max zur Einkaufstasche, um seine Schokolade zu holen, und nicht zum Kasten, wo sie ist? Er glaubt, die Schokolade wäre noch in der Einkaufstasche, und daher ist seine Handlung nicht so irrational wie sie scheint. Diese Einsicht, dass Max aufgrund einer falschen Annahme agiert, müssen Kinder aber erst erwerben.

Family

Schon Dreijährige belohnen gute Zusammenarbeit

Leipzig/London - Schon im Alter von drei Jahren haben Kinder beim Teilen ein gutes Gespür für Gerechtigkeit: Sie geben anderen Kindern eher etwas von ihren Spielsachen ab, wenn diese ihnen zuvor beim Ergattern derselben geholfen haben.
children
© dpa
Hilfst du mir, so helfe ich dir: Kinder teilen schon im Kindergartenalter mit anderen ihre Spielsachen, wenn diese ihnen vorher geholfen haben.
Kinder, die nicht halfen, bekamen seltener etwas ab, berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Schimpansen machten diesen Unterschied nicht, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature. Dies deute darauf hin, dass das Verhalten ein Erbe unserer Vorfahren ist, die gelernt hatten, nach der gemeinsamen Nahrungssuche ihre Beute untereinander gerecht zu teilen. Zwar machen Schimpansen manchmal in Gruppen gemeinsame Jagd auf andere Affen - ihre Beute teilen sie anschließend aber nicht friedlich untereinander auf, sondern werden durch aggressive Artgenossen quasi dazu genötigt.

Menschenkinder dagegen teilen schon früh mit anderen Kindern, schreiben die Forscher um Katharina Hamann vom Max-Planck-Institut. Je älter sie werden, desto gerechter gehen sie dabei vor. Fraglich ist unter Experten bisher, inwieweit dieses Verhalten angeboren ist oder durch Erziehung erlernt wird. Ebenfalls unklar war, ob kleine Kinder gerechter teilen, wenn ihre "Beute" das Ergebnis einer vorherigen Zusammenarbeit ist.

Um dies zu untersuchen, führten die Forscher verschiedene Experimente mit Kleinkindern durch: Bei einem Versuch befanden sich zum Beispiel zwei- bis dreijährige Kinder allein in einem Raum. Dort fanden sie eine Art längliches Tablett, an dessen Enden jeweils ein Seil befestigt war. Auf dem Tablett lagen ebenfalls an beiden Enden jeweils zwei kleine Spielzeuge.