Warum man durch eine Grippe depressive Verstimmungen bekommen kann
Es ist schon länger bekannt, dass Virusinfektionen wie beispielsweise eine Grippe, depressive Verstimmungen auslösen können. Warum das so ist, haben nun Forscherinnen und Forscher der Uniklinik Freiburg herausgefunden. Verantwortlich ist demnach unter anderem ein Protein, das die Virusabwehr steuert.
Grippe kann für Depressionen typisches Verhalten auslösenEine Grippe führt bei Patienten nicht nur zu körperlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Schlaflosigkeit, sondern kann auch psychische Folgen haben und ein für Depressionen typisches Verhalten auslösen. Bisher war nicht geklärt, wie Immunabwehr und psychische Veränderungen miteinander zusammenhängen. Doch jetzt haben Forscherinnen und Forscher des Universitätsklinikums Freiburg bei Mäusen den Grund dafür herausgefunden, warum Virusinfektionen wie Influenza-Grippe depressive Verstimmungen auslösen können. Laut einer
Pressemitteilung der Klinik ist unter anderem das Protein CXCL10 verantwortlich, das eigentlich die Virusabwehr steuert.
Erkenntnisse könnten in Zukunft Patienten helfenDen Angaben zufolge hemmt das Protein eine Hirnregion, die auch bei Depressionen während kognitiver Prozesse vermindert aktiv ist. Laut den Wissenschaftlern könnten die Erkenntnisse zukünftig Patienten helfen, die nach einer Virusinfektion oder nach einer Immuntherapie an depressiven Verstimmungen leiden. Die Ergebnisse der Arbeit wurden im Fachmagazin
Immunity, das zur Cell-Gruppe gehört, veröffentlicht. „Wir konnten jetzt die Mechanismen identifizieren, durch die das Immunsystem den Gemütszustand beeinflusst“, sagte Erstautor Dr. Thomas Blank, Biologe am Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Freiburg.
Kommentar: Kann diese depressive Verstimmung auch das Immunsystem schwächen, damit der Virus weiter überleben kann?