Bei Untersuchungen von Gestein aus dem Erdmantel sind Wissenschaftler auf Spuren von Leben gestoßen. In 125 Millionen Jahre altem Mantelgestein wurden Überreste von Zellen gefunden.
© Lost City / University of Washington"Lost City", umgeben von Methan und Wasserstoff.
Zürich (Schweiz). Ein internationales Expeditionsteam hat Gesteinsproben von rund 125 Millionen Jahre altem Ozeangrund untersucht, der im Laufe der Kontinentalverschiebungen an die Erdoberfläche gedrückt wurde. Man ist dabei auf Einschlüsse gestoßen, die reich an organischen Materialien sind. Das Team um Frieder Klein von der
Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI), Massachusetts, entdeckte Proteine, Fette und Aminosäuren, die in den sie umgebenden Mineralien konserviert wurden. Um was es sich genau bei diesen Einschlüssen handelt, ist jedoch noch nicht ganz klar. Die gefundenen Mikroorganismen unterscheiden sich jedoch deutlich von denen, die aus normalem Meeressediment bekannt sind, so die Forscher.
Leben im Erdmantel möglichDass Einzeller prinzipiell in den Tiefen des Erdmantels überleben können, gilt unter Wissenschaftlern als plausibel. Das Mantelgestein enthält nämlich das Mineral Olivin, das sich durch die Verbindung mit Wasser in Serpentinit umwandeln kann. Aus einer weiteren biochemischen Reaktion heraus können wiederum Wasserstoff und Methan entstehen. Diese beiden Stoffe könnten Mikroorganismen als Energiequelle dienen. Die Untersuchung von konservierten Membranlipiden zeigten jedoch auch Parallelen zu der Zusammensetzung moderner Mikroben, die an Hypothermalfeldern zu finden sind, erklärte Professorin Gretchen Bernasconi-Green von der
ETH Zürich. Eine abschließende Bewertung der bisherigen Erkenntnisse stehe daher noch aus.
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