Wissenschaft und TechnologieS


Eye 1

Ein neues Geschäftsmodell: Mit dem CO2-Filter füllt sich der Geldbeutel wie von selbst

co2 filter prototype
© Climeworks AGPilotanlage in der Schweiz: Der Luft 900 Tonnen Kohlendioxid im Jahr entziehen
Was tun, wenn die Menschheit weiter viel zu viel CO2 in die Atmosphäre pustet? Um einen extremen Klimawandel zu verhindern, könnte man das Treibhausgas direkt aus der Luft filtern. Die Technik dafür wird gerade entwickelt.

Es wird immer mehr. Im vergangenen Jahr ist die Kohlendioxidkonzentration in der Luft auf den Rekordwert von 398 ppm (parts per million) gestiegen. Bis zu einer Grenze von 450 ppm stehen die Chancen gut, dass die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit beschränkt bleibt. Fällt diese Marke, droht der Klimawandel außer Kontrolle zu geraten.

Windräder und Solaranlagen, mehr Energieeffizienz, strengere Abgasnormen - das und mehr soll den Anstieg der CO2-Konzentration verlangsamen. Doch wenn das nicht genügt? Schaut man sich die vor dem Pariser Klimagipfel abgegebenen Selbstverpflichtungen der Länder an, dann könnten die Emissionen weltweit bis zum Jahr 2030 weiter steigen - eine Trendwende ist nicht in Sicht. Wie soll dann erst das in Paris beschlossene Ziel von 1,5 Grad erreicht werden?

Kommentar: Das Geschäftsmodell mit dem CO2 boomt, obwohl schon längst nachgewiesen wurde, dass es mit dem Klimawandel so rein überhaupt nichts zu tun hat: Und nur dazu da ist, Profit zu generieren:
  • Dokumentation: Der Klima-Schwindel - Wie die Öko-Mafia uns abzockt
Wenn hier die Pariser Beschlüsse angeführt werden, kann man auch nur noch mit dem Kopf schütteln: Denken wir immer daran:
  • Lebst du noch grün, oder denkst du schon? Der große Ökostrom-Betrug



Galaxy

Erste globale Karte unserer Milchstraße zeigt, wo die Sterne am ältesten sind

Galaxis ist von innen nach außen gewachsen, die meisten alten Sterne befinden sich in den inneren Regionen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben umfangreiche Durch­musterungen den Astronomen Daten über Millionen astro­nomischer Objekte beschert. Das macht heute groß angelegte Auswer­tungen nie zuvor gekannten Ausmaßes möglich. Aber solche Auswer­tungen sind immer nur so gut wie die Werk­zeuge, die dafür zur Verfü­gung stehen. Jetzt haben Melissa Ness und Marie Martig vom MPI für Astronomie dem astro­nomischen Werk­zeug­kasten zwei wichtige Ergän­zungen hinzu­gefügt: Mithilfe von Daten der APOGEE-Durch­musterung - einem Teil des Sloan Digital Sky Survey - und des NASA-Welt­raum­teleskops Kepler entwickelten Ness und Martig zwei vonein­ander unab­hängige Methoden, das Alter von roten Riesen­sternen direkt aus deren Spektren zu bestimmen.

Age milkyway stars
© M. Ness & G. Stinson, MPIA Altersverteilung für rote Riesensterne quer durch unsere Milch­straße, wie sie Ness und ihre Kollegen erstellt haben. Die Stich­probe ist hier in eine Simu­lation einer milch­straßen­artigen Galaxie einge­bettet. Die unter­schied­lichen Farben der Stich­proben-Pixel zeigen die unter­schied­lichen Stern­alter an: rot für die ältesten Sterne, grün für Sterne mittleren Alters und blau für die jüngsten Sterne. Die Alters­verteilung, einschließlich der deutlich sicht­baren Konzen­tration älterer Sterne hin zum galak­tischen Zentrum, bestätigt die Aussagen der heutigen Modelle für die Entwicklung unserer Milch­straße.
Damit konnten die Astronomen für fast hundert­tausend rote Riesen, die mit der APOGEE-Durch­musterung beobachtet worden waren, das Alter bestimmen und so eine ganz neu­artige Karte unserer Milch­straße erstellen: eine Alters­verteilung, die zeigt, wo in unserer Heimat­galaxie sich die alten, die mittel­alten und die jungen Sterne befinden. Die Karte stellt dabei einen reprä­senta­tiven Quer­schnitt durch die wichtigsten galak­tischen Regionen vom Zentrum bis zu den 65.000 Licht­jahre vom Zentrum entfernten Außen­bezirken dar.

Mars

Frühe Mikroorganismen lebten in Oberflächenhohlräumen: Erklärung für Mikroben auf dem Mars?

Im Innern der ältesten auf der Erde erhaltenen Sedimente haben Forscher Strukturen gefunden, die sie für die fossilen Überreste von Mikroben halten. Der Fund belegt, dass schon vor rund 3,22 Milliarden Jahren erste Mikroben in Hohlräumen schon unmittelbar unterhalb der Oberfläche - und nicht nur in tiefem Wasser oder Untergrund - Schutz vor der intensive ultraviolette (UV-) Strahlung suchten. Die bislang ältesten vergleichbaren Funde sind hingegen gerade einmal 2,7 Milliarden Jahre alt. Eine ähnliche UV-Belastung findet sich heute auf unserem Nachbarplaneten Mars.
Mikroorganismen
© Martin Homann, geo.fu-berlin.deNegativabdrücke der gefundenen 3.22 Ga alten stäbchenförmigen Mikroorganismen aufgenommen mit dem Rasterelektronenmikroskop.
Berlin (Deutschland) - Wie die Forscher um Prof. Dr. Alessandro Airo von der Freien Universität Berlin und Kollegen der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der ETH Zürich und der Universität Lausanne aktuell im Fachjournal Geology (DOI: 10.1130/G37272.1) berichten, fanden Mikroben in derartigen Mikrohabitaten offenbar einen ausreichenden Schutz gegen die intensive ultraviolette (UV) Strahlung, wie sie die archaische ozonfreien Atmosphäre charakterisierte: „Archaische Flachwasserhabitate stellten extreme Lebensräume für das frühe mikrobielles Leben dar, da es dort aufgrund der ozonfreien Atmosphäre, eine erhöhten ultraviolette (UV) Strahlenbelastung gab, starke Gezeitenkräfte vorherrschten, und die ständiger Bedrohung durch Austrocknung nur das Überleben der Stärkeren und besser angepassten Mikroorganismen begünstigten.“ Frühe mikrobielle Gemeinschaften fanden möglicherweise ausreichenden Schutz gegen diese Bedingungen in Hohlräumen, die sich unter dicken mikrobiellen Matten bildeten.

Kommentar:


Megaphone

Der Ausbau der Wasserkraft beschleunigt das Artensterben

Fish lake water
Der globale Ausbau der Wasserkraft bedroht die artenreichsten Gewässer der Erde.

(WK-intern) -Wissenschaftler warnen in internationaler Studie vor den ökologischen und sozialen Folgen von 450 geplanten Dämmen an Amazonas, Mekong und Kongo - Umweltsystemwissenschaftlerin der Universität Tübingen beteiligt

Darauf weisen Wissenschaftler in einer internationalen Studie hin, in der sie Daten zu den Flüssen Amazonas, Mekong und Kongo auswerten.

Der ökonomische Nutzen von Staudämmen werde häufig überschätzt, die langfristigen Konsequenzen für Artenreichtum und Fischerei hingegen unterschätzt, warnen die Autoren. Um die Auswirkungen auf Umwelt und Mensch zu minimieren, fordern sie überregionale Analysen zur Risikoabschätzung bei Dammbauten, die sowohl soziale als auch ökologische Prozesse und ihre Wechselwirkungen berücksichtigen. Die Ergebnisse wurden am Freitag im renommierten Fachjournal Science veröffentlicht.

Kommentar: Es ist schon etwas schizophren, wenn man bedenkt, wozu Wasserkraftwerke in erster Linie gebaut werden: Zum Schutz der Umwelt und des Klimas. Das ist grünes Denken wie es leibt und lebt.
  • Lebst du noch grün, oder denkst du schon? Der große Ökostrom-Betrug
Selbstverständlich muss man hier fairerweise erwähnen, dass es Regionen gibt, die auf solche Art der Energiegewinnung angewiesen, da es keine anderen Strukturen gibt. Aber kein Mensch braucht 450 Dämme um strukturschwache Regionen zu versorgen. Da steht, wie überall, der Profit im Vordergrund, der sich weltweit mit der grünen Welle machen lässt.


Bulb

Clevere Strategie: Zu welchem Zweck imitiert diese Orchidee den Geruch von Menschen?

Eigentlich ist es so, dass Menschen Düfte aus der Natur - insbesondere von Blumen und Pflanzen - nutzen, um ihren eigenen Geruch zu verbergen. Die zu den Orchideengewächse (Plathantera) zählende Waldhyazinthe wendet dieses Konzept ebenfalls an, allerdings umgekehrt und imitiert den Geruch von Menschen, um spezielle Bestäuber anzulocken.
Orchidee,Waldhyazinthe
© Kiley Riffell/University of Washington
Wie die Biologen der US-amerikanischen University of Washington diese Woche beim diesjährigen Treffen der »Society for Integrative and Comparative Biology« in Portland verkündeten, fanden sie heraus, dass die nordamerikanische Waldhyazinthe (Platanthera obtusata) den menschlichen Körpergeruch imitiert, um damit vorwiegend Stechmücken anzulocken, die ihnen dann als Bestäuber dienen.

Magnify

Beginn der ersten archäologischen Ausgrabungen in der sagenumwobenen "Weißen Stadt des Affengottes" im tropischen Regenwald von Los Mosquitia

Nachdem US-Archäologen im Sommer 2012 die Entdeckung der sagenumwobenen „Ciudad Blanca“ im dichten Urwald von Honduras bekannt gegeben hatten (...GreWi berichtete), soll nun schon in den kommenden Tagen mit ersten archäologischen Ausgrabungen in der „Weißen Stadt des Affengottes“ begonnen werden.
Urwald von Los Mosquitia
© University of Houston, uh.eduLaservermessungsdaten des Urwaldes von Los Mosquitia.
Tegucigalpa (Honduras) - Wie der Präsident von Honduras, Juan Orlando Hernandez, kürzlich in einer Rede vor Vertretern von Privatuniversitäten des Landes berichtete, sei das Archäologenteam bereits auf dem Weg in den tropischen Regenwald von Los Mosquitia, um nach den ersten Funden die Existenz der „Weiße Stadt“ nun auch durch weitere Grabungen und Untersuchungen eindeutig bestätigen zu können.

2012 entdeckte ein internationales Forscherteam um Chris Fisher und Stephen Leisz von der University of Colorado im Rahmen der ersten Laservermessung mit der „Light Detection And Ranging“-LiDAR-Methode (...GreWi berichteten) in Los Mosquitia zahlreiche Strukturen, Steinskulpturen und Gebäude, ausgedehnte Plätze, Erdwerke, Grabhügel und eine Erdpyramide, deren Alter die Wissenschaftler auf 1.000 bis 1.400 Jahre schätzen.

Cell Phone

Elektronikhersteller möchte mit faltbaren Display brillieren

LG kündigt schon vor dem Start der CES ein potenzielles Messehighlight an: So arbeitet der Hersteller an einem faltbaren 18-Zoll-Display mit OLED-Technologie, das sich wie eine Zeitung zusammenrollen lassen soll. Gänzlich neu ist die Idee jedoch nicht.
faltbares display
© LG
Noch bevor die CES 2016 überhaupt begonnen hat, macht Hersteller LG Electronics bereits mit einem potenziellen Messehighlight von sich reden. Die Rede ist von einem faltbaren Display, welches sich gleich einer Zeitung aus Papier zusammenrollen lässt. Als Technologie fungiert dabei ein OLED-Bildschirm mit Abmessungen von 18 Zoll. Bereits im letzten Jahr hatte LG ähnliche Konzepte vorgestellt, nun will der Hersteller das Produkt jedoch erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.

Das Interesse an faltbaren Screens wurde derweil längst auch bei anderen Herstellern wie Sony, Samsung oder Sharp geweckt. LG macht nun jedoch einen weiteren Schritt nach vorne und scheint sich mit Innovationen im Bereich Smartphone, Tablet und TV von der Konkurrenz abheben zu wollen. Neben dem faltbaren Display will der Hersteller außerdem weitere Neuheiten wie einen 55 Zoll großen, papierdünnen OLED TV-Bildschirm oder ein 55 Zoll großes doppelseitiges Display vorstellen.

R2-D2

Nanoroboter sollen bald Reparaturen im Körper durchführen und Krankheiten bekämpfen

Nanoroboter könnten künftig Reparaturen im Körper erledigen oder Krankheitserreger bekämpfen
Nanoroboter
Nanoroboter
Wien - Man konnte sie bereits in Science-Fiction-Filmen bestaunen: Ein Schwerverletzter wird in die Krankenstation eingeliefert und schnellstens in eine fremdartige, hellbeleuchtete Maschine gelegt. Mechanische Arme erscheinen. Scannend und tastend beginnen sie ihr Werk. Schon bald darauf geht es dem Patienten besser. Robotertechnik statt ärztlicher Handgriffe, sieht so die Zukunft der Medizin aus?

Vermutlich ja. Die Automatisierung verbucht zurzeit vor allem in der Chirurgie bemerkenswerte Fortschritte. Experten des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums zum Beispiel erproben den Einsatz von robotergesteuerten Wasserstrahlen. Die dazu erforderlichen Geräte werden laparoskopisch, durch minimale Öffnungen, eingeführt. Der genau dosierte Druck der Wasserstrahlen eignet sich bestens zur Entfernung von krankhaftem Weichteilgewebe, ohne dabei Blutgefäße zu beschädigen.

Kommentar:


Binoculars

Insulinproduzierende Beta-Zellen aus Hautzellen beheben Diabetes bei Mäusen

Saiyong Zhu San Francisco - US-Forschern ist es gelungen, Fibroblasten aus der menschlichen Haut über Zwischenstufen in Insulinproduzierende Beta-Zellen zu verwandeln, die nach einer Transplantation Mäuse vor einem Typ 1-Diabetes schützten. Die in Nature Communications (2016; 7: 10080) vorgestellten Ergebnisse könnten, sollte die Übertragung in die klinische Medizin gelingen, Typ 1-Diabetiker durch Zelltrans­plantate von Insulin-Injektionen befreien.
pancreas
Seitdem es gelungen ist, Fibroblasten in sogenannte induziert pluripotente Stammzellen (iPS) zu verwandeln, werden an vielen Laboratorien die therapeutischen Potenziale ausgelotet. Aus iPS lassen sich im Prinzip alle spezialisierten Zellen des Körpers herstellen. Sie könnten ohne die Notwendigkeit einer Immunsuppression transplantiert werden und dann Zellen ersetzen, die durch Krankheiten beschädigt oder vernichtet wurden.

Zu den möglichen Einsatzgebieten gehört der Typ 1-Diabetes, der durch die Zerstörung von Beta-Zellen im Pankreas entsteht. Der Weg zur Beta-Zelle ist allerdings recht weit, da die Stammzellen zunächst in endodermale Vorläuferzellen (cDE) verwandelt werden müssen. Von dort führt der Weg über Vorläuferzellen des posterioren Vorderdarms (cPF) zu pankreatischen endodermalen Vorläuferzellen (cPE), aus denen sich dann funktionelle Beta-Zellen (cPB) differenzieren lassen.

Kommentar:


Syringe

Neue "Superkeime" in Deutschland nachgewiesen - Resistent sogar gegen das Notfall-Antibiotikum

Mediziner schlagen Alarm: Sie haben in Deutschland Bakterien nachgewiesen, die selbst gegen das Reserve-Antibiotikum Colistin resistent sind. Dieses Mittel galt bisher als letzte Rettung gegen hartnäckige Infektionen mit resistenten Darmkeimen. Doch nun hat sich ein wahrscheinlich in China entstandenes Resistenzgen auch in Europa ausgebreitet - sowohl bei Geflügel als auch beim Menschen sind Erreger mit diesem Gen gefunden worden.

Germs
© National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID)Salmonellen an einer Immunzelle - auch von diesen Bakterien tragen bereits einige das Resistenzgen gegen Colistin.
Die wichtigsten Waffen der Medizin werden stumpf: Immer häufiger bleiben gängige Antibiotika wirkungslos, weil die krankmachenden Bakterien gegen diese Wirkstoffe resistent geworden sind. Einige dieser "Superkeime", darunter der gefürchtete Krankenhauskeim MRSA und die sogenannten ESBL-Bakterien, sind bereits gegen mehrere Antibiotika gleichzeitig immun, selbst Notfall-Wirkstoffe helfen gegen sie vielfach nicht mehr.

Resistent selbst gegen Reserve-Antibiotikum

Als letzte Rettung setzen Mediziner in solchen Fällen sogenannte Reserve-Antibiotika ein - Wirkstoffe, die bei normalen Infekten nicht verwendet werden, um eine Resistenzbildung zu verhindern. Besonders bei multiresistenten Enterobakterien ist das Antibiotikum Colistin eines der wenigen noch wirksamen Mittel. Es zählt laut Weltgesundheitsorganisation zu den "Critically important antibiotics for human medicine".