
© IMAGO/SCIENCE PHOTO LIBRARYSchwingende Saiten. Die Stringtheorie erklärt, wie Elementarteilchen entstehen.
Die Physik hat Welten weit jenseits des Alltäglichen erobert, zumindest in Gedanken.
Die Stringtheorie etwa erforscht den Kosmos des Allerkleinsten. Ihr zufolge setzt sich das Universum aus vibrierenden „Saiten“ (Strings) zusammen. Der kosmische Tanz ihrer Schwingungen erzeugt das All mit all seinen Kräften und Elementarteilchen.
Was zunächst so einfach wie elegant klingt, bedarf jedoch atemberaubender Annahmen, um mathematisch folgerichtig zu sein. So geht die Superstring-Theorie von zehn Dimensionen der Raumzeit aus, die bosonische Stringtheorie gar von 26. Noch fantastischer klingt die Theorie des Multiversums. Ihre Vertreter behaupten, dass es neben unserem Universum viele weitere gibt. Die je nach Modell endliche oder unendliche Zahl der Parallelwelten gibt sich im Multiversum ein Stelldichein.
Keine Frage, Strings und multiple Welten beflügeln die Vorstellungskraft. Gleichwohl sieht es mit handfesten Belegen für die tatsächliche Existenz dieser Kopfgeburten der theoretischen Physik bislang schlecht aus. So verwundert es nicht, dass die Stringtheorie seit ihren Anfängen Kritik, Hohn und Spott ausgesetzt ist. Die womöglich fiktiven Strings existieren in einer Welt, die billiardenfach unterhalb des „Auflösungsvermögens“ des
Large Hadron Colliders liegt, des weltweit mächtigsten „Teilchensuchgeräts“ am Genfer Kernforschungszentrum Cern.
Sind diese Theorien Wissenschaft oder nicht vielmehr Spekulation, moderne Märchen für Intellektuelle? Der Disput ist entbrannt.
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