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Der silbergraue Erdbohrer: Zähne ohne Ende

Erdbohrer tun genau das, was ihr Name sagt: Sie bohren Gänge in die Erde - und zwar mit ihren Zähnen. Dass ihnen das ihr ganzes Leben lang möglich ist, verdanken sie einer besonderen Anpassung.

Silbergraue Erdbohrer (Heliophobius argenteocinereus) gehören neben wenigen Seekuh- und Känguruarten zu den einzigen Säugetieren, die ihre Zähne ein Leben lang erneuern können.
Erdbohrer
© PNASDer Erdbohrer scheint nur aus Fell und Zähnen zu bestehen.

Dies berichten Zoologen der Universität Lyon (PNAS, online). Sie untersuchten 55 Erdbohrer-Schädel im 3-D-Computertomographen.

Dabei stellten sie fest, dass die Tiere - abgesehen von ihren prominenten Schneidezähnen - je Zahnreihe über bis zu sieben Backenzähne verfügen, die im Lauf der Zeit nach vorne wandern, um schließlich auszufallen.

Pharoah

Großer Steinkreis im Meer vor Orkney entdeckt

© Beth Loft, cc-by-sa 2.0Stimmung am "Ring of Brodgar"

Mainland/ Schottland - Am Grund des seichten Küstengewässers 500 Meter vor der schottischen Insel Orkney haben Archäologen einen Steinkreis aus der Jungsteinzeit entdeckt. Dieser ist der wahrscheinlich älter als der bereits bekannte "Ring von Brodgar", der wahrscheinlich eindrucksvollste Steinkreis Schottlands.

Wahrscheinlich rund 5.000 Jahre alt, liegt die neu entdeckte Anlage heute unter den Wellen und wurde mit Hilfe von neusten seismologischen Bildgebungsverfahren rund drei Meter unter dem Meeresspiegel entdeckt.

Die Aufnahmen aus dem "Loch of Stenness" zeigen eine große kreisrunde Struktur südlich des Steinkreises von Brodgar, der nach den Steinkreis-Anlagen von Avebury in der Grafschaft Wiltshire und "Stanton Drew" in Somerset als drittgrößter Steinkreis auf den britischen Inseln galt und von Archäologen auf 3.000 bis 2.000 v. Chr. datiert wird.

Radar

Ferne Sternen-Explosionen können der Erde gefährlich werden

Gammstrahlenausbruch
© ESO/A. RoquetteKünstlerische Darstellung eines Gammastrahlenausbruchs (Illu.)

Topeka/ USA - Es sind nicht nur Kometen, Asteroiden und massive Sonnenwinde, die für das Leben auf der Erde eine potentielle Bedrohung aus dem All darstellen, auch ferne Sternenexplosionen, sogenannte Supernovae, stellen ein Risiko dar, wenn gewaltige Ströme aus Röntgen- und sonstiger kosmischer Strahlung Richtung Erde gefeuert werden. Eine neue Studie zeigt nun, dass selbst und gerade extrem kurzlebige interstellare Strahlenereignisse ein großes Risiko für das Leben auf der Erde darstellen.

Bereits zuvor haben unterschiedliche Studien die potentielle Gefährdung durch lang anhaltende Strahlenausbrüche aus dem fernen All belegt, wie sie etwa von einer Supernova ausgelöst werden und - so direkt in Richtung Erde gefeuert - beispielsweise die Ozonschicht der Erde auflösen könnten, wodurch die Oberfläche nicht mehr vor der schädlichen ultravioletten Sonneneinstrahlung geschützt wäre. In geologisch Zeitspannen gedacht, ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses sogar relativ hoch. Für eine Vorhersage solcher Ereignisse ist es also wichtig, die Rate dieser Ereignisse genauer zu kennen und bekannte Ereignisse mit bekannten Massenaussterbe-Ereignissen auf der Erde abzugleichen.

In ihrer auf dem Jahrestreffen der "Geological Society of America" in Minneapolis vorgestellten neuen Untersuchung konnten die Forscher um Brian Thomas von der "Washburn University", nun zeigen, dass eine bestimmte Art von Gammastrahlenausbrüchen (Gamma-ray bursts, GRBs), genauer gesagt kurze Gammastrahlenausbrüche - wahrscheinlich ein deutlich größeres Risiko für die Erde darstellen, als die bislang im Fokus vieler Untersuchungen stehenden langen Gammastrahlenausbrüche.

Fish

Piranhas - Bellende Fische

Piranhas sind in der Lage, mit Hilfe verschiedener Laute zu kommunizieren. Sie warnen sich mit einem Bellen, drohen mit trommelartigen Geräuschen und sie quaken, wenn sie sich gegenseitig verfolgen.
Piranha
© dpaWenn Piranhas sich begegnen, stoßen sie manchmal ein warnendes Bellen aus.

Rote Piranhas drohen Artgenossen mit aggressiven Lauten. Das berichten Biologen der belgischen Universität Liège (Journal of Experimental Biologie, online).

Anhand von Video- und Audioaufzeichnungen in Aquarien konnten sie zeigen, dass die Tiere ein warnendes Bellen ausstoßen, wenn sie direkt aufeinander zu schwimmen.

Konkurrieren die Fische hingegen um Nahrung, so umrunden sie einander und geben kurze, trommelartige Geräusche von sich.

Palette

Künstler der Steinzeit - Archäologen entdecken ältesten Malkasten der Welt

In einer Höhle in Südafrika sind Forscher auf eine 100.000 Jahre alte Werkstatt gestoßen, in der die Steinzeitmenschen mit viel Aufwand Farben herstellten. Lebten dort die ersten Künstler?
Archäologie: Schale
© HenshilwoodEine mit einer Ocker-Mischung gefüllte Schneckenschale - Teil eines uralten Kunstateliers?

Man kann sich die Szenerie gut vorstellen, wie die Männer und Frauen über dem Indischen Ozean am Eingang ihrer Höhle unter einem vorspringenden Dach saßen, dem Rauschen des Meeres lauschten, den kühlen Wind spürten und gedankenversunken in einer schillernden, handtellergroßen Schneckenschale ein rötlich glänzendes Pulver mit einem großen Stein mahlten.

Nach getaner Arbeit ließen die Menschen ihre Werkzeuge in der Höhle liegen, der vom Meer herangetragene Sand bedeckte sie und konservierte sie bis heute.

Sollten Christopher Henshilwood und seine Kollegen von der Universität Witwatersrand recht behalten, haben sie das älteste Kunstatelier der Welt entdeckt. Die rötliche Substanz in der Schale war Ocker, ein eisenhaltiges Mineralpulver. Und gemäß den Datierungen der Wissenschaftler sind Pulver und Schale sowie weitere Werkzeuge 100.000 Jahre alt. Die bislang ältesten bekannten Spuren menschlichen Ockergebrauchs sind nur 60.000 Jahre alt.

Attention

Vorteile von Soja?

Die Sojabohne wird in unserer Gesellschaft sehr zwiespältig betrachtet. Auf der einen Seite herrscht große Verunsicherung, was den Einsatz von Gentechnik bei der Sojaproduktion betrifft. Auf der anderen Seite haftet den Sojaprodukten das Image an, einen besonders großen gesundheitlichen Nutzen zu haben.

Sherlock

Entschlüsselt: Erbgut des mittelalterlichen Pest-Erregers

Im Fürstenzimmer auf Schloss Hohentübingen in Tübingen konnte Mittwochmittag ein gebürtiger Leinefelder eine Sensation verkünden. Dr. Johannes Krause und seinem internationalen Wissenschaftler-Team gelang die vollständige Entschlüsselung des Erbguts des Erregers der mittelalterlichen Pest.

Tübingen/Leinefelde-Worbis. Die Rekonstruktion des Genoms, also sämtlicher vererbbaren Informationen einer Zelle, gelang mit Hilfe neuester Methoden.

Juniorprofessor Krause, Spezialist für Paläogenetik, war bereits im Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie maßgeblich an der Entschlüsselung des Neandertaler-Erbguts sowie an der Entdeckung des bisher unbekannten Denisova-Menschen in Asien beteiligt. Der Durchbruch, den sein Team jetzt erzielte, führe zu einem neuen Verständnis der Evolution menschlicher Infektionskrankheiten, betont Michael Seifert, Sprecher der Uni Tübingen. Mit dem Ergebnis der Forschergruppe, der auch Wissenschaftler der McMaster University in Kanada angehören, könnten nun Veränderungen in der Evolution zurück verfolgt werden. Außerdem sei es möglich, Aussagen über die Infektionskraft des Erregers zu treffen.

Die Studie, die gestern Abend in der Onlineausgabe des Wissenschaftsjournals Nature veröffentlicht wurden, könnte, so Seifert weiter, zu einem besseren Verständnis der Evolution moderner Infektionskrankheiten führen.

Sun

Das Beste aus dem Web: Schwache Sonne bringt kalte Winter

Natürliche Klimafaktoren können das Wetter beeinflussen - und dem globalen Trend steigender Temperaturen zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Regionen entgegenwirken.

space weather
© Nasa.gov
Die teils kalten Winter der vergangenen Jahre lassen sich, zumindest teilweise, auf die geringe Sonnenaktivität zurückführen. Mit dieser These erregten Mike Lockwood von der Universität Reading und Kollegen im vergangenen Jahr einiges Aufsehen (Environmental Research Letters, Band 5, Seite 24001). Denn das bedeutet, dass „natürliche“ Klimafaktoren sehr wohl nennenswerte Schwankungen hervorrufen können, die dem globalen Trend steigender Temperaturen zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Regionen entgegenstehen. Nun legen britische Forscher nach. Im Fachmagazin Nature Geoscience präsentieren sie weitere Argumente, die für diese These sprechen.

Kommentar: Lesen Sie auch die folgenden Artikel:

Der Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung, Wolkenbildung und Klima

Beruhigungs-Alarm: Sonne ist nicht für Maunder Minimum verantwortlich


Beaker

Studie über Erreger im Abwasser: Forscher entdecken Tausende neue Virenarten

Das Abwasser in unserer Kanalisation ist eine Brutstätte für vielleicht Millionen bisher unbekannter Viren. Warum diese Erreger erst jetzt entdeckt werden, hat einen einfachen Grund.
Grafik Proteinhülle Virus
© ddpComputergrafik der kugelförmigen Proteinhülle eines Virus

3000 unterschiedliche Viren - das ist die Anzahl der Erreger, die Forschern bisher bekannt waren. Doch das ist nur die Spitze des Eisberges. In Abwasser wiesen Forscher nun etwa 43000 unbekannte Virenarten nach. Dies bedeute, dass das Virus-Universum sehr viel komplexer sei als bisher angenommen, schreiben die Wissenschaftler um Paul G. Cantalupo von der University of Pittsburgh im Fachmagazin mBio.

Virologe Dieter Hoffmann vom Institut für Virologie an der Technischen Universität München erklärt, warum bisher nur ein Teil der Virenarten identifiziert wurden. „Früher war es nicht möglich, Viren zu entdecken, die nicht mit einer Krankheit verknüpft waren, da ja dann keine Proben von Erkrankten gezielt untersucht werden konnten“, sagt der Virologe.

Robot

Affenhirn steuert virtuelle Hand - Das erste Gehirn-Maschinen-Gehirn-Interface

Rhesusaffen können über Elektroden im Gehirn nicht nur eine virtuelle Hand kontrollieren. Sie erhalten auch Feedback über die Bewegungen vom Computer. Möglich wird dies durch das erste Gehirn-Maschinen-Gehirn-Interface, berichten Forscher der Duke University.
Brain Machine Interface
© Katie ZhuangForscher der Duke University haben ein "Brain Machine Interface" entwickelt, über das Affen eine virtuelle Hand bewegen können. Die Tiere berührten ebenfalls virtuelle Gegenstände und hatten zugleich das Gefühl, tatsächlich etwas zu spüren.

Man hat sich ja daran gewöhnt, dass Affen in der Obhut von Wissenschaftlern erstaunliche Leistungen zeigen: Sie können Symbole erkennen, strategisch denken, Werkzeuge benutzen und sogar ein bisschen rechnen.

Doch was zwei Rhesusaffen in einem Labor des Duke University Centers for Neuroengineering schafften, dürfte selbst viele Primatenforscher überraschen. Nach einem kurzem Training gelang es den Tieren, allein mit ihrer Gehirnaktivität eine virtuelle Hand auf einem Computer-Bildschirm zu bewegen und mit dieser die Oberflächenstruktur von Objekten zu erkunden.

Wie die Forscher um Joseph O'Doherty und Miguel Nicolelis im Fachmagazin Nature (online) berichten, benutzten sie für ihr Experiment eine rückgekoppelte Verbindung, bei der über implantierte Elektroden elektrische Aktivität aus dem Gehirn abgeleitet wird und zugleich elektrisches Feedback gegeben werden kann. Dabei war der Computer so programmiert, dass die Monitor-Hand auf die Signale aus den Bewegungsarealen des angezapften Gehirns reagiert.