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Rocket

Rätselhafter Computervirus befällt US-Drohnen

Ein Computervirus soll der CIA zu schaffen machen: Er soll die Cockpits der ferngesteuerten "Predator"- und "Reaper"-Drohnen befallen haben.
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© Bryan William Jones

Washington. Ein Virus macht laut Medienberichten derzeit US-Drohnen zu schaffen: Der rätselhafte Computervirus soll unbemannte Flugkörper befallen haben, die von den USA im Antiterrorkampf eingesetzt werden. Wie der Internet-Blog „Danger Room“ des Computermagazins „Wired“ am Freitag (Ortszeit) schrieb, soll der Virus die Cockpits der ferngesteuerten „Predator“- und „Reaper“-Drohnen infiziert haben, mit denen der US-Geheimdienst CIA etwa Einsätze in Afghanistan, Pakistan oder dem Jemen fliegt.

Betroffen seien die Computersysteme der Creech-Luftwaffenbasis im Bundesstaat Nevada, berichtete auch der TV-Sender MSNBC. Laut „Wired“ gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass wegen des vor zwei Wochen entdeckten Virus geheime Informationen verloren oder nach draußen gelangt seien. Es sei aber nicht auszuschließen, dass vertrauliche Daten über das öffentliche Internet verbreitet worden sein könnten. Die vom Stützpunkt in Creech gesteuerten Drohnen-Einsätze in Übersee gingen dennoch weiter.

Telescope

Große Mengen Wasserdampf in der Marsatmosphäre entdeckt

Wasserdampf Marsatmosphäre
© ESA/AOES MedialabInfo-Animation über den Transport von Wasserdampf innerhalb der Marsatmosphäre

Guyancourt / Frankreich - Neue Analysen der Spektrometer-Daten der europäischen Mars-Sonde "Mars Express" belegen, dass sie Atmosphäre des Roten Planeten übersättigt mit Wasserdampf ist und widerlegt damit bisherige Klimamodelle des Roten Planeten und hat bedeutende Auswirkungen auf das bisherige Verständnis des Wasserkreislaufs des Mars und die historische Entwicklung der Marsatmosphäre.

Obwohl schon zuvor zahlreiche Sonden den Mars be- und untersucht haben, lagen bislang nur wenige direkte Messungen der vertikalen Struktur der Atmosphäre des Planeten vor. Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass die meisten Sonden immer nur von oben auf die Marsoberfläche hinunter blickten und so nur die horizontale Verteilung von Gasen in der Atmosphäre analysieren konnten. Was offen blieb, war die Frage, wie Wasserdampf in der Atmosphäre vertikal verteilt ist, weshalb auch bisherige Modelle des hydrologischen Kreislaufs des Mars unvollständig waren.

Telescope

Pulsar im Krebsnebel strahlt mit unerwartet hoher Energie

Krebsnebel
© NASA/ESARest einer gigantischen Supernova: Der Krebsnebel

Hamburg/ Deutschland - Wissenschaftler haben erstmals Gammastrahlen mit ungeahnt hoher Energiedichte nachgewiesen, die von einem Pulsar im sogenannten Krebsnebel abgegeben werden. Die Existenz der Gammastrahlen des Krebspulsars mit Energien von über 100 Milliarden Elektronenvolt (100 GeV) widerspricht allen bisherigen Modellen von Pulsaren.

Wie das internationale Team, an dem auch Physiker des "Deutschen Elektronen-Synchrotron"-Forschungszentrums "DESY" beteiligt sind, im Fachmagazin Science berichtet, handelt es sich bei dem Krebspulsar um einen sich schnell drehenden Neutronenstern, also den kollabierten Kern eines schweren Sterns. Der Pulsar und der ihn umgebende Krebsnebel sind die Überreste einer spektakulären Sternenexplosion, einer Supernova, die im Jahre 1054 stattfand und zählen zu den am meisten studierten Himmelsobjekten.

Telescope

Kepler entdeckt weiteres Mehrfach-Planetensystem

Umlaufbahnen um Kepler
© Tim Jones/McDonald Obs./UT-AustinGrafische Darstellung der Umlaufbahnen der Planeten um den fernen Stern "Kepler-18" im Vergleich zur Umlaufbahn von Merkur (gestrichelte Linie), dem innersten Planeten unseres Sonnensystems (oben). Die untere Grafik zeigt einen Größenvergleich des "Kepler-18"-Systems mit Erde und Sonne.

Nantes/ Frankreich - Astronomen haben mit den NASA-Weltraumteleskop "Kepler" ein weiteres Mehrfach-Planetensystem entdeckt, in dem neben einer Super-Erde auch zwei Gasplaneten von der Größe des Neptuns in Resonanz miteinander ihr Zentralgestirn eng umkreisen.

Wie das Team um Bill Cochran von der "The University of Texas" auf dem "European Planetary and Science Congress" im französischen Nantes berichteten, handelt es sich um ein Planetensystem aus mindestens drei Planeten, die den sonnenähnlichen Stern "Kepler-18" umkreisen. Ihre Entdeckung werden die Forscher auch in der Kepler-Sonderausgabe der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal darlegen.

"Kepler-18" ist rund 10 Prozent größer als unsere Sonne und besitzt rund 97 Prozent ihrer Masse. Möglicherweise beherbergt das Planetensystem um den fernen Stern zudem noch weitere bislang noch nicht entdeckte Planeten.

Sherlock

Extremophile: Irdische Mikroorganismen überleben simulierte Bedingungen auf Jupitermond Europa

Jupitermond Europa
© NASA/JPL/University of ArizonaDer Jupitermond Europa

Buenos Aires/ Argentinien - Erst kürzlich haben Berechnungen gezeigt, dass irdisches Leben in Form von Mikroorganismen mit Meteoriden von der Erde bis ins Jupitersystem gelangen könnte (...wir berichteten). Ob diese, dort angekommen, etwa auf den Monden des Gasplaneten, überleben und sogar gedeihen könnten, hängt von den vor Ort herrschenden Umweltbedingungen ab. Argentinische Wissenschaftler haben nun die Umweltbedingungen auf dem Jupitermond Europa simuliert und festgestellt, dass neben einem extrem widerstandsfähigen Bakterium auch eine Archaeenart auf der Oberfläche des Mondes überleben könnten, von dem Wissenschaftler annehmen, dass er unter seinem dicken Eispanzer einen gewaltigen Wasserozean verbirgt, in dem es auch Leben geben könnte.


Wie das Team um Ximena Abrevaya von der "Universidad de Buenos Aires" vorab auf "arxiv.org" berichtet, erzeugten sie zunächst ein Vakuum, wie es auch auf der Oberfläche von Europa existiert und platzierten darin drei Arten von Mikroorganismen: Die salzliebenden Archaeen Natrialba magadii und Haloferax volcanii sowie das stark strahlungsresistente Bakterium Deinococcus radiodurans. Danach beschossen sie die Kreaturen mit jener Dosis an ultravioletter Strahlung, wie sie Forscher auf Europa erwarten.

Während keine Exemplare von Haloferax volcanii die Europa-Simulation überlebten, überstanden hingegen kleine Mengen von Natrialba magadii und Deinococcus radiodurans die besondere Strahlenbehandlung.

Robot

Wissenschaftler erzeugen erstmals lebensähnliche Zelle aus Metall

Künstliche Zelle
© Prof. Leroy Cronin, University of GlasgowKünstliche Zelle (s. Video)

Glasgow/ Schottland - Es klingt wie eine Vision aus einem Science-Fiction-Roman: Lebewesen aus Metall. Doch genau auf die Möglichkeit solchen Lebens könnte die Entdeckung schottischer Wissenschaftler hinauslaufen, denkt man ihre erfolgreiche Herstellung von zellartigen Strukturen aus metallhaltigen Molekülen zu Ende. Die Arbeit, sollte sie erfolgreich weitergeführt werden können, könnte auch gravierende Auswirkungen auf unsere Vorstellung über mögliche Formen außerirdischen Lebens haben.

"Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass Evolution auch jenseits der organischen Biologie möglich ist", zitiert "NewScientist.com" den Wissenschaftler Professor Leroy Cronin von der "University of Glasgow". Und tatsächlich ist ihm und seinem Team die Herstellung zellartiger Blasen aus metallhaltigen Molekülen gelungen, die schon jetzt einige lebensähnliche Eigenschaften aufzeigen.

Die Bausteine dieser "Zellen" sind sogenannte Polyoxometallate und bestehen aus einer Vielzahl von Metallatomen die über Sauerstoff-Atome miteinander verbrückt sind. Durch einfaches Vermischen in einer Lösungsflüssigkeit ist es Cronin gelungen, diese Polyoxometallate dazu zu bringen, sich schalenartig um die Lösung zu zellähnlichen Kugeln anzuordnen.

Meteor

Erstmals "Meerwasser" auf Kometen entdeckt

Komet
© NASA/JPL-Caltech/UMDErste Nahaufnahmen des Kometen "Hartley 2"

Katlenburg-Lindau/ Deutschland - Erstmals haben Astronomen auf einem Kometen Wasser nachgewiesen, das ein ähnliches Verhältnis von schwerem zu normalem Wasserstoff aufweist wie das Wasser der irdischen Ozeane. Anhand dieser Entdeckung gehen die beteiligten Wissenschaftler nun davon aus, dass das Wasser nicht nur durch Einschläge von Asteroiden, sondern auch durch Kometen in großen Mengen auf unseren Planeten gelangt sein könnte.

Vor etwa einem Jahr hatte sich der Komet "103P/Hartley 2" auf seinem Weg um die Sonne der Erde auf nur 18 Millionen Kilometer genähert und so die empfindlichen Beobachtungen ermöglicht (...wir berichteten 1, 2).

Aus heutiger Sicht klinge die Einsicht zwar paradox, "doch Wasser ist auf dem blauen Planeten ein Zuwanderer", berichtete die Pressemitteilung des "Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung" (MPS, mps.mpg.de), unter dessen Leitung die neuen Messungen des Weltraumobservatoriums "Herschel" nun ausgewertet wurden. "In den frühen Tagen des Sonnensystems war die Erde noch so heiß, dass alle leicht flüchtigen Stoffe verdampften. Nur die äußeren Regionen jenseits der Umlaufbahn des Mars blieben reich an Wasser. Von dort soll es vor etwa 3,9 Milliarden Jahren zurück zur Erde gelangt sein - in erster Linie 'an Bord' von Asteroiden", wie Forscher bisher vermuteten.

Blackbox

Beruhigungs-Alarm: Sonne ist nicht für Maunder Minimum verantwortlich

Die Kleine Eiszeit im 17. Jahrhundert soll nach einer aktuellen Potsdamer Studie nicht durch geringe Sonnenaktivität verursacht worden sein. Daher dürfte die jetzige Sonnenschwäche auch ohne Effekt bleiben
sun/dry earth
© n/a

Die derzeit abgeschwächte Sonnenaktivität wird keinen großen Einfluss auf unser Klima haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Georg Feulner vom PIK hat darin untersucht, ob die sogenannte kleine Eiszeit im 16. und 17. Jahrhundert durch das damalige Minimum der Sonnenaktivität - das sogenannte Maunder-Minimum - ausgelöst wurde. Das Ergebnis von Feulner, das nun in den Geophysical Research Letters (Vol. 38) publiziert wurde: „Die schwächelnde Sonne war nicht der bestimmende Faktor für die kleine Eiszeit“. Vor allem Vulkanausbrüche sowie eine geringere Menge von Treibhausgasen in der Atmosphäre hätten entscheidend zu dieser Phase kühleren Klimas beigetragen.

Die Wissenschaft geht bislang davon aus, dass durch verstärkte Wolkenbildung in der Atmosphäre bei geringerer Sonnenaktivität eine Abkühlung auf dem Globus eintritt. Entsprechend wurde nun erwartet, dass die geringe Sonnenaktivität, wie sie von einigen Forschern für die kommenden Jahrzehnte prognostiziert worden war (PNN berichteten), die globale Mitteltemperatur absenkt. Auf Grundlage ihrer neuen Ergebnisse erwarten die PIK-Forscher nun aber keine spürbare Abkühlung für das vom Menschen mit seinen Treibhausgas-Emissionen aufgeheizte Erdklima. „Der Einfluss von Schwankungen der Sonnenaktivität wird oft überschätzt“, sagt Georg Feulner. Seine nun vorgelegte Analyse zeige dies für die Vergangenheit. Die Auswirkung der Sonnenaktivität auf das Klima sei vergleichsweise gering. „Und hieraus können wir etwas lernen für die Klimaentwicklung der Zukunft.“ Auch die Hoffnung, dass der Klimawandel durch die Schwächephase der Sonnen gebremst werden könnte, scheint damit unbegründet.

Kommentar: Andere Daten widersprechen der Aussage, dass sich die Erde weiter erwärmt, wie es immer wieder und wieder von Klimaforschern zu hören ist. Dennoch sollte nicht beschönigt werden, dass die Sonne nur einen geringen Einfluss auf die Temperatur habe. Und von Modellstudien, die nur ein kleines Spektrum aller Daten darstellen, ganz zu schweigen. Eventuell kann die Vulkanaktivität auch mit der Sonne in Verbindung stehen und mit anderen Ereignissen, wenn man James McCanneys Theorie vom elektrischen Universum mit in die Rechnung einbezieht. Des weiteren ist die Sonne dennoch nicht aktiv und befindet sich weiterhin in einer Art Schlummerzustand, was einem auch zu denken geben sollte.

Beruhigungs-Orakel: Klimafaktor Sonne aus der Sicht eines Experten
Der Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung, Wolkenbildung und Klima
Eisige Zeiten statt Erderwärmung


Saturn

Planet Merkur unterscheidet sich vom sonstigen Sonnensystem

Vertiefungen im Tyagaraja-Krater auf Merkur
© Science/AAASVertiefungen (grün) im Tyagaraja-Krater auf Merkur. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)

Washington/ USA - Nach nur sechs Monaten auf einer Umlaufbahn um den innersten und damit sonnennächsten Planeten des Sonnensystems, liefert die NASA-Sonde "MESSENGER" (MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry, and Ranging) nun erstaunliche Informationen über den Planeten Merkur, die nicht nur bisherige Theorie und Vermutungen widerlegen, sondern auch zeigen, wie sich dieser von den übrigen inneren Planeten in vielerlei Hinsicht unterschiedet. Neue Theorien zur Entstehung des Merkurs sind notwendig, um das neue Bild des Planeten erklären zu können.

In insgesamt sieben Studien legen internationale Forscherteams die neuen Untersuchungsergebnisse und Auswertungen der "MESSENGER"-Daten nun im Fachmagazin Science vor.

Zwei dieser Artikel beschreiben die ungewöhnlichen Oberflächenmerkmale und erläutern, wie sehr sich diese von dem unterscheiden, was Wissenschaftler zuvor vermutet hatten, sollte sich Merkur aus ähnlichen wenn auch weniger oxidierten Bausteinen wie jene, aus welchen sich die anderen erdartigen Felsplaneten im Sonnensystem (Venus, Erde und Mars) gebildet haben, entstanden sein.

Fish

Erstmals Fisch beim Werkzeuggebrauch gefilmt

Lippenfisch bei der Werkzeugnutzung
© Giacomo Bernardi, ucsc.eduLippenfisch bei der Werkzeugnutzung: Standbild aus dem Video

Santa Cruz/ USA - Meeresbiologen haben in den Korallenriffen vor Palau einen Fisch gefilmt, der eine Muschel so lange immer wieder gegen einen Stein wirft, bis diese aufbricht. Damit handelt es sich um den ersten filmischen Beweis für das für die Verwendung von Werkzeugen bei Fischen.

Wie der Evolutionsbiologe Professor Giacomo Bernardi von der "University of California Santa Cruz" im Fachmagazin Coral Reefs berichtet, entstanden die Aufnahmen schon 2009 und zeigen einen Zahnlippenfisch, der zunächst eine Muschel aus den Sand ausgräbt, diese dann über eine ihm offenbar genehme Felsbank schleppt und die Muschel dann so lange auf und gegen die Steine wirft, bis diese aufbricht und das Innere freigibt.

"Aufgrund der zahlreichen Zwischenschritte, bedarf dieser Vorgang bzw. dieses Handeln eine Menge an Vorausdenken", erläutert Bernardi. "Für einen Fisch ist das eine wirklich große Sache."