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Der 36. Evangelische Kirchentag im 500. Jahr der Reformation ist eine religiöse Veranstaltung. Sie wird jedoch zunehmend zur politischen Bühne. RT Deutsch hat Willy Wimmer, Reiner Braun und Kerstin Kaiser nach der Rolle der Politik bei der Veranstaltung befragt.Wieviel Politik ist auf einem Kirchentag zulässig?Willy Wimmer:Das Entscheidende ist natürlich die Kirche selbst. Sie muss sich dann natürlich mit den Gläubigen, die diesen Kirchentag besuchen, aber auch mit der allgemeinen Öffentlichkeit anschließend darüber auseinandersetzten, ob es zu viel oder zu wenig gewesen ist. Aber das ist eben abhängig von einer Entscheidung, die vorher in der Kirche selbst getroffen werden muss.
Reiner Braun:Ein Kirchentag ist immer politisch. Weil er sich nicht loslösen kann von den politischen Umständen, in denen er stattfindet. Selbst wenn man meint, man sei unpolitisch, ist man politisch. Sodass ich denke, dass dieser Kirchentag ein hochpolitischer ist. Weil er in einer Situation stattfindet, wo Krieg und Frieden auf Messers Schneide stehen. Und ich hoffe, er gibt eine eindeutige Antwort in Richtung Frieden und Abrüstung.
Durch bestimmte Gäste wird der Kirchentag noch politischer als er sowieso schon ist. Und ich finde das nicht schlecht, weil sich Politik und Gesellschaft nicht trennen lassen. Und Kirchen haben eine Verantwortung, sich in politische und gesellschaftliche Prozesse einzumischen.
Kerstin Kaiser:Soviel wie gewünscht wird. Ein Kirchentag ist ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis in Deutschland. Und Politik gehört zur Gesellschaft. Als Vertreterin einer politischen Stiftung finde ich das sogar sehr gut, wenn politische Themen tatsächlich überall dort erörtert werden, wo sich Leute treffen.
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