Ein Wahlprogramm ohne entscheidende Punkte, der Kanzlerkandidat weiter abgetaucht, Journalisten erst aus- und dann wieder eingeladen: So kann man keine Wahl gewinnen.

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In der SPD herrschte an diesem Montag wieder einmal Alarmstimmung, und das gleich in mehrfacher Hinsicht: In der Poststelle der Parteizentrale wurde am Morgen eine verdächtige hölzerne Box entdeckt. Wegen Bombenvermutung räumte die Polizei daraufhin das Willy-Brandt-Haus, wo gerade der Vorstand über dem Wahlprogramm brütete. Eineinhalb Stunden mussten führende Genossen auf dem Bürgersteig ausharren, bis sie wieder ins Gebäude durften. Dort diskutierten sie dann unter Hochdruck über Hunderte Änderungsanträge zum Programmentwurf der Parteispitze,
der am Nachmittag präsentiert werden sollte.
Die Holzbox entpuppte sich als eine Art harmloser Spendenkiste. Vielleicht hatte ja ein besorgter SPD-Anhänger das Kästlein geschickt, um Ideen zu sammeln, wie die Sozialdemokraten und ihr Kanzlerkandidat Martin Schulz die Bundestagswahl womöglich doch noch gewinnen können. Die SPD hätte sie dringend nötig.
Denn spätestens seit der verlorenen Landtagswahl im Stammland Nordrhein-Westfalen, der dritten in Folge,
ist die Partei im Alarmzustand. Die Euphorie, die die SPD nach der Nominierung von Schulz erfasst hatte und der Aufschwung in den Umfragen, der sie zeitweise auf Augenhöhe mit der Union gebracht hatte, sind verflogen. Niemand, auch nicht der Parteivorsitzende und Kanzlerkandidat, scheint eine Idee zu haben, wie sie aus diesem neuerlichen Tief wieder herausfinden wollen.
Kommentar: Während die Proteste der Bevölkerung der deutschen Regierung offensichtlich egal sind...
- Trotz aller Proteste der Bevölkerung: EU erlaubt drei Sorten Gen-Soja von Monsanto und Bayer
... ist die russische Regierung auch hier wieder ein glänzendes Vorbild: