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Im pfälzischen Weilerbach bei Ramstein entsteht derzeit das größte US-Lazarett außerhalb des nordamerikanischen Staatsgebietes. Baubeginn war im Oktober vergangenen Jahres. Die Bauzeit soll etwa 8 Jahre betragen, die Kosten werden mit rund 1,2 Milliarden Euro beziffert. Die gewaltigen Dimensionen des Komplexes werfen unangenehme Fragen auf.
VorgeschichteOffiziell genannt wurde zunächst die Planung eines Hospitals mit 9 OP-Sälen, 120 Behandlungszimmern und 68 Betten. Das Projekt erregte von Beginn an großen Widerwillen in der Bevölkerung, die durch den Fluglärm der Air Base Ramstein ohnehin an der Belastungsgrenze lebt. Widerwillen nicht nur, weil die Vereinigten Staaten in den Jahren vor 2013 eigentlich angekündigt hatten, ihre in Deutschland stationierten Truppen zu reduzieren, der Neubau jedoch eher das Gegenteil andeutete. Sondern auch, weil sich mit dem
Landstuhl Regional Medical Center 4 Kilometer südlich von Ramstein bereits das derzeit größte Lazarett der US-Army außerhalb der Vereinigten Staaten befindet.
Landstuhl war seit vielen Jahren erste Anlaufstation für Verwundete aus US-Kriegen im Nahen und Mittleren Osten und nicht nur irgendwie gut, sondern „Level I Trauma Center“ - ein Prädikat, das dem Militär-Hospital 2011 verliehen wurde. Das LRMC galt damals nicht nur als das größte, sondern auch als das beste US-Lazarett außerhalb der Vereinigten Staaten. Drei Jahre später allerdings wurde das LRMC überraschend zum „Level III Trauma Center“
zurück gestuft; technisch sollte es nun angeblich nicht mehr zeitgemäß, die Anbindung an Ramstein logistisch zu ungünstig sein.
Die Ungereimtheiten um das wenige Kilometer entfernt geplante, neue Lazarett veranlassten bereits 2011 einige Abgeordnete der Linken zu einer
kleinen Anfrage. Aufschlussreich die Antworten der Bundesregierung. Daraus geht hervor, dass die Vereinigten Staaten die Bundesregierung mit der Durchführung des Baus schlicht „beauftragten“. Ein Baugenehmigungsverfahren fand nie statt. Was nicht wenige Weilerbacher aufbrachte, da der geplante Standort in einem Wasserschutzgebiet liegt - einem der letzten mit sauberem Grundwasser in der Region, nachdem das Wasser aus der Umgebung von Ramstein und Landstuhl durch das Einsickern von Giften und Abwässern schon lange nicht mehr als Trinkwasser zu gebrauchen ist. Auch die vom Bündnispartner befohlene Rodung von 49 Hektar Wald im Schutzgebiet, um Platz für den US-Neubau zu schaffen, empfanden viele als Zumutung.
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